Trotz korrekten Wertes der Briefmarke muss Bordesholmerin Nachporto zahlen

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    Inge Rienau musste für diesen Brief wegen der ausgeschnittenen Briefmarke Nachporto zahlen – obwohl das Wertzeichen vor Ankunft im Briefzentrum ungestempelt war.



    Bordesholm – Inge Rienau wunderte sich sehr, als der Postbote Nachporto für einen Brief verlangte, obwohl die Sendung korrekt mit einer 1,44-Marke frankiert war. Grund für die Strafgebühr von 51 Cent: Das Postwertzeichen befand sich auf einem ausgeschnittenen Papierquadrat, das der Absender unerlaubterweise auf den Briefumschlag geklebt hatte.


    Die freundliche Erklärung des Postboten inklusive eines entsprechenden Hinweises auf eine Infobroschüre der Post stellte Inge Rienau nicht zufrieden. "Die Briefmarke war zuvor unbenutzt, die konnte man doch noch verwenden", meinte die Bordesholmerin gestern. Sie weiß von vielen Freunden und Bekannten, die eine neue Marke auf einen Briefumschlag kleben – dann aber das Postwertzeichen mit dem Umschlagpapier darunter später wieder ausschneiden und weiter verwenden. "Das passiert doch jedem, dass man etwa die Adresse auf dem Umschlag falsch schreibt und deshalb den Brief nicht abschicken kann. Die Marke muss doch trotzdem weiterhin gültig bleiben", sagte Inge Rienau.


    Das Verwenden bereits verklebter und ungestempelter Wertzeichen ist keine Seltenheit: Mehrmals in der Woche fischen die Mitarbeiterinnen in der Bordesholmer Postfiliale entsprechende Briefsendungen aus den Kisten. "Wenn die Briefe bei uns aufgegeben werden, bekommt sie der Absender zurück. Das wird seit mehreren Jahren so gehandhabt", erzählten die Angestellten Ramona Uebel und Sabine Scheffler. Die Deutsche Post AG bestätigte, dass ausgeschnittene oder auch unter Wasserdampf vom Umschlagpapier gelöste Marken nicht wieder verwendet werden dürfen – das Unternehmen will einen Missbrauch mit dieser Art Briefmarken vorbeugen.


    "Mit ausgeschnittenen und nicht abgestempelten Marken wird ein schwunghafter Handel getrieben, der zu unseren Lasten geht", erläuterte Postsprecher Uwe Reher. In Briefzentren wie Kiel-Wellsee, wo täglich 300000 Briefsendungen sortiert werden, werden die Umschläge stichprobenartig nach den wieder verwendeten Marken überprüft. Schlüpft ein solcher Brief durch die Kontrollmaschen und entdeckt der Zusteller die doppelte Papierlage, ist eine Nachgebühr fällig.


    Versehentlich aufgeklebte Briefmarken müssen aber nicht als wertlos abgeschrieben werden: In den Postfilialen kann man sie gegen frische Wertzeichen umtauschen – allerdings nur, wenn der komplette Umschlag inklusive Marke mitgebracht wird. Nachzulesen ist das alles auf Seite 100 der Postbroschüre "Leistungen und Preise", die in den Zweigstellen des Unternehmens kostenlos zu bekommen ist.



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