Der "One Penny Black" auf der Spur

  • Beim Großtauschtag des Briefmarken- und Münzclubs im Pfalzbau über 500 Besucher


    Die älteste ihrer Art hört auf den Namen "One Penny Black", erblickte 1840 das Licht der Welt und ist Britin. Seit 166 Jahren bevölkern die Nachfahren der ersten Briefmarke die Postkarten und Briefe dieser Erde - und nicht selten finden sie als Sammelobjekte ihren Weg in die Alben der Philatelisten. Um Postwertzeichen und Münzen drehte sich auch der Großtauschtag des Briefmarken- und Münzclubs 1905 Ludwigshafen (BMC) im Pfalzbau.


    Rund 500 Besucher drängten sich an Tauschtischen und Ständen der Händler, um die gesuchten Münzen und Briefmarken aufzuspüren. "Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz", sagte BMC-Vorsitzender Walter Hecke. "Erst hatten wir Bedenken wegen des Wetters, aber jetzt sind sogar Sammler aus dem Stuttgarter und Kölner Raum da." Dass viele Besucher zum ersten Mal gekommen sind, hat Werner Kiupel beobachtet. "Die fragen oft, was ihre geerbten Briefmarken wert sind. Zu 95 Prozent handelt es sich aber nur um Durchschnittsware, in der Regel ist da nichts Wertvolles darunter", erklärte er.


    An den zweimal im Jahr stattfindenden BMC-Großtauschtagen nimmt auch Peter Trippmacher regelmäßig teil. Der Ludwigshafener nennt eine große Heimatsammlung sein Eigen, deren Marken und Briefe sich um die Stadt und ihre Vororte drehen. Geschichtliches Interesse gab er als Hauptmotivation für sein Hobby an, das neben Geld vor allem viel Zeit koste. "Ich hab vor 30 Jahren angefangen, inzwischen hab ich daheim schrankweise Briefmarkenalben", sagte er. Große Energie wendet der 280 Mitglieder starke Verein für die Jugendarbeit auf. "Wir hatten in den letzten drei Jahren einen guten Zulauf von Kindern und Jugendlichen. Inzwischen machen sie rund zehn Prozent unserer Mitglieder aus", erklärte Jugendleiter Haidam Schäfer. So sei man Kooperationen mit dem Heinrich-Böll-Gymnasium und der Spielwohnung III eingegangen.


    Um die Jugendlichen möglichst lange an den Verein zu binden, motiviere man sie, mit eigenen Beiträgen an Ausstellungen und Wettbewerben teilzunehmen. "Da werden dann auch Jugendthemen wie Halloween oder Dinosaurier aufgegriffen", sagte Schäfer. Vor genau einem Jahr hat Johannes Eichfelder während eines BMC-Tauschtages das Sammelvirus gepackt: "Inzwischen bin ich Mitglied und sammle vor allem Bären und Flugzeuge", erzählte der Neunjährige und klappte stolz eines der zahlreichen vor ihm liegenden Alben auf. Noch nicht ganz so lange ist Fabian Abrath (11 Jahre) aus Dannstadt dabei: "Mein Vater wollte sein altes Briefmarkenalbum wegwerfen, das hab ich dann übernommen und sammle jetzt seit zwei Wochen vor allem asiatische und Raumfahrt- Briefmarken." Getauscht haben die beiden Buben an diesem Tag auch schon miteinander - die "One Penny Black" war allerdings nicht darunter.



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