DR Mi.-Nr. 909 und 910

  • Hallo,


    also ich würde gern Eure Meinung zu diesen beiden Marken hören (lesen).
    Laut Michel - war der Ausgabetag der 20.04. - siehe Scan -> 19.04.
    mit Berlin Charlottenburg könnte auch noch passen. Im Michel steht "...an einzelnen Postschaltern in Berlin..."


    Soll ich sie zum prüfen schicken? (hab ich noch nie gemacht)


    Grüße


    Oli

  • Sieht mir auch eher nach Falschstempel aus, ist nicht ganz rund. Auch die Buchstaben sind nicht gleichmässig. Das "L" und "i" von Berlin scheinen zusammenzuhängen. Ich würde mir das Geld für eine Prüfung sparen.


    Afredolino

    Beginn den Tag mit einem lächeln und du hast ihn schon gewonnen

  • Das sind mit Sicherheit Falschstempel. Der Stempel
    Berlin-Charlottenburg ist bekannt dafür.
    Die Marken sind, es war ja fast Kriegsende, kaum noch
    verkauft, geschweige auf Briefen verklebt.
    Es gibt einige wenige Briefe, aber selbst da tun sich
    die Prüfer schwer mit einer Echtheitsgarantie.


    Und dann sehe ich gerade das der Stempel vom 19.4. ist
    Herausgegeben wurden die Marken am 20.4.45 !

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    Einmal editiert, zuletzt von kauli ()

  • Hab auch diese Marken mehrfach. Schlegl prüft diese Marken derzeit nicht, es ist davon auszugehn, das alle Marken Stempel falsch sind.
    Aber sie werden derzeit nicht geprüft.


    Wenn ich den Aufsatz von Schlegel noch finde, poste ich ihn mal. Der stand vor 2-3 JAhren mal in der Philatelie.

    *Deutschland,Benelux,Jugoslawien und etwas Südafrika


    **Ansichtskarten und Stempel von Dortmund und Hamburg und Amrum gesucht **

  • Markdo hat mich darauf gebracht mal meine gesammelten Werke
    durchzusehen. Ich hebe mir immer interessante Artikel aus den Briefmarkenzeitungen auf.
    und ich habe eine Stellungsnahme von dem Prüfer Schlegel
    gefunden. Er antwortet darin auf einen Artikel in der "Philatelie"
    vom Juli/August 1998. Vielleicht hat die jemand.
    Zusammenfassend steht darin, daß die Marken wohl schon vor
    dem 20.4.verkauft worden sind. Hauptsächlich an zwei Berliner
    Händler. die haben auch Marken auf Briefen verklebt , stempeln
    lassen, und wieder mitgenommen.
    Gestempelt wurden sie aber erst am 20.4. daher ist der 19.4.
    eigentlich unmöglich.
    In dem Artikel geht es auch darum, wie lange der Postdienst auf-
    recht erhalten wurde. Belegt ist, das das Postamt Steglitz
    am 24.4.als letztes geschlossen wurde.
    Ist schon ein Hochinteressanter Artikel, sind aber Fünf Seiten.
    Denke das ist wohl zuviel, um es hier einzustellen, oder?

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  • gut, dann mache ich mich mal an die Arbeit.
    Kommt dann als jpg.


    Gruß kauli

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  • Also den Artikel find ich nicht mehr, aber es muss noch nen neueren geben Kauli. Ich werd mal weiterschnüffeln.
    Hab auch ne Teilsammlung Post bis Mai 1945. So ca. 50 Briefe hba ich zusammen aber selbst, noch keinen mit SA/SS darauf.


    Alle Stempel die ich kenne sind 19 oder 20.4 1945 Berlin-Charlottenburg.
    INteressant wäre es zu wissen, wann Charlottenburg vom Russen besetzt wurde.

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  • Also mal so als Update:


    Die geschnittenen stammen aus unfertigen Beständen der Reichsdruckerei in Wien.Sie sind NIE ausgegeben worden und somit sind gest.geschn. immer Falschstempel bzw. nachträglich entwertete.






    Ich starte mal ne Umfrage:


    Wer hat die Marken wie oft in seiner Sammlung.


    Ich hab ** beide Sätze je 1 mal, gest. gez. 2 mal
    Geschnitten+gezähnt hba ich nicht.

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  • in dem Artikel, von dem ich oben geschrieben habe
    ist vo 50.000 Sätzen die Rede.
    Hergestellt in der Wiener Staatsdruckerei

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  • 50 Sätze Gesamtauflage oder 50 K gezähnt?


    Könntest du den AUfsatz mal bitte posten ode rmir auch ins Postfach legen? @ kauli

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  • Nicht 50 Sätze, 50 Tausend Sätze
    Ich schicke ihn dir per Mail, oli hat ihn schon.
    Wo ich den Artikel nun schon gescant habe, kann ich
    bei Interesse auch an andere Interessenten schicken
    Wie gesagt, es sind fünf Seiten
    ich bin ja nicht so :D

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  • Hallo Kauli,


    auch hier nochmal danke für den Artikel. Druck ihn mir jetzt mal aus und hol mir ein Glas Wein und fang mal das Lesen an :D


    Bis später


    oli

  • Also den Bericht habe ich jetzt zweimal gelesen. Eigentlich bin ich genau so schlau wie vorher.


    Theoretisch ist es möglich das die Stempel echt sind - muss aber nicht.


    Die Marken waren wohl schon in Berlin - Charlottenburg hat auch noch gearbeitet.


    Ich glaube ich pack die Marken wieder weg und freu mich sie zu haben.


    Danek an alle


    Oli

  • Stimmt, betreffs der Marken wird man durch den Artikel nicht schlauer.


    Aber selbst die grossen Gelehrten sind sich nicht einig und tun sich


    schwer die Stempel zu prüfen. Es ist aber interessant zu erfahren, wie


    die Post fast bis Kriegsende noch gearbeitet hat.

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  • Ich stimme dir zu Kauli. Den Bericht, an den ich dachte, ist aber noch jüngeren Datums, Gebe die Hoffnung nicht auf ihn doch noch zu finden.



    ps.s am Samstag ist von 9-17 UHr ein Großtauschtag in Bochum.


    Schulzentrum Markstr.

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  • So jetzt werde ich mein Anteil hierzu eintragen.


    Das diese Marken zu jener Zeit in Berlin waren steht ohne Zweifel und wird hier nicht bestritten.


    Wenige hier haben einen Krieg miterlebt, geschweige den Endgang in Berlin. Aus Erfahrung entzieht sich weitestgehend insofern möglich die Zivilebevölkerung von Kriegsereignissen. Welcher die doch dann überrollt werden, kriechen meist in ein Loch hinein, und bleiben drinne bis der Krach vorbei ist.


    Weder der eifrigste Sammler, noch die Greisin Schmidt gedenkt ins Postamt zu gehen. Essen und Trinkwasser sind für die, das alle wichigste.


    Ja es hat aber Postler in den Ämtern gegeben. Dies wissen wir aus Zeitzeugenberichten. Ihre Aufgabe war es Hab und Gut der Post vor Diebstahl und Plündern zu schützen.


    Als die Russen einrückten, haben sie nicht gerade zart an die Tür geklopft, sie haben die Türen wortwörtlich reingetreten. Wer drinne war, war in vielen Fällen erschossen, wenn sie nicht vorher geflohen waren.


    Laut ein 'neues' Buch soll es aber doch für eine Stunde möglich gewesen die Marken abstepeln zu lassen, dies allerdings in Charlottenburg.
    Es ist aber noch fraglich.


    Das Buch heisst - Berlin 1945: Ende und Wiederaufbau der Post-
    Autor ist Hans-Joachim Walch. Buch herausgegeben 2000.
    Er verbrachte 20 Jahre seines Lebens um all das nötige zusammen zu tragen für das Buch.


    Meinetwegen vermag es also doch welche echte Abstempelungen as dieser Zeitspanne geben. Beförderungen dagegen nie und nimmer.


    Und meine Erfahrung;- 25 Jahre Berufsoldat, mit insgesamt 8 Jahre Fronteinsatz. Ja ich hab' das Leid und Unheil miterlebt und bin davon geprägt.