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    Nach wie vor gehört das Sammeln von "Europa-Marken" zu einem der beliebtesten modernen Sammelgebiete. Und wenn man das unschwer erkennbare Rückkaufinteresse der Briefmarkenhändler für Europa-Marken "im weitesten Sinne" richtig einschätzt, dann bleibt diese Tendenz auch für die kommenden Jahre stark steigend.


    Die so genannten "Europa"-Marken werden, erstmals ab 1956 mit einem gemeinsamen Motiv erscheinend danach seit 1974 unter einem abgesprochenen Thema stehend, von nahezu allen Postverwaltungen der CEPT-Mitgliedsstaaten jährlich herausgegeben. Diese ausgesuchten Themen der Gemeinschaftsausgaben beziehen sich meist auf die europäische Geschichte und Kultur und stellen sowohl Gemeinsamkeiten als auch die kulturelle Vielfalt der europäischen Völker dar.


    Die Abkürzung "CEPT" steht dabei für "Conference Europenne des Administrations des Postes et des Telecommunications" und bedeutet ein regelmäßiges Zusammentreffen der europäischen Verwaltungen für Post und Telekommunikation. Die dahinter stehende Organisation selbst besteht aus Gremien, die staatenübergreifend Abstimmungen in den Bereichen der Post und Telegrafie festlegen.


    Diese europäische Behörde wurde 1959 unter Mitwirkung von 19 Mitgliedsländern ins Leben gerufen. Heute sind bereits über 60 europäische Staaten bei der CEPT, die sich mittlerweile "PostEurop" nennt, vertreten und bringen jedes Jahr Briefmarken zu einem gemeinsam bestimmten Thema an ihre nationalen Schalter.


    Die ersten Motive, bzw. Themen der Jahre ab 1956 waren


    * 1956: Das Wort EUROPA hinter Stahlrohrgerüst vor Europafahne
    * 1957: Stilisierter Baum, Hände, Flaggen, sieben-adriges Seil usw.
    * 1958: Stilisierte Taube über lateinischem großen E und dem Wort EUROPA
    * …
    * EUROPA: Seit 1993 wird auf den Briefmarken nicht mehr das aus den vier Buchstaben gebildete Zeichen "CEPT" verwendet, sondern das Wort "EUROPA" in geeigneter Form dargestellt.


    Zum heurigen Thema "Integration" steuert Österreich eine Sondermarke mit dem Sujet einer anmutig Willkommen heißenden "Europa-Skulptur" des Franzosen Roger-Louis Chavanon und einem Nennwert von EUR 1,25 in einer Auflage von 800.000 Exemplaren bei. Im Vorbezug ist diese Marke bereits seit 20. Februar 2006 erhältlich, Erstverwendungstag wird der 3. März 2006 sein, ausgeführt wurde sie von der Österreichischen Staatsdruckerei im Rastertiefdruck.


    Aber auch schon für die kommenden Jahre wurden die Themen bereits festgelegt, es sind dies:


    * 2007 / "100 Jahre Pfadfinderbewegung"
    * 2008 / "Writing Letters" (Briefe schreiben)
    * 2009 / Astronomie
    * 2010 / Kinderbuch


    Neben den oben angeführten CEPT- oder "Gemeinschaftsausgaben" gibt es aber auch die so genannten "Sympathie- oder Mitläuferausgaben" von Nicht-CEPT-Staaten, wie auch Dienstmarken des Europarats, die Marken der UNO-Sitze in Genf und Wien mit ihren Unterorganisationen sowie die Sonderausgaben der CEPT-Länder zu Themen von KSZE (Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa), EFTA (European Free Trade Association, Europäische Freihandelsgemeinschaft), der NATO (North Atlantic Treaty Organization, Nordatlantikpakt) oder dem Völkerbund (SDN). Neben den Briefmarken dieser Organisationen sollten aber auch die Freistempel - vielfach Vorläufer der Briefmarken - nicht unterschätzt werden!




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