Briefmarke: Liechtenstein-Museum

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    "In Träumen versunken …"


    Mit der glanzvollen Renovierung des Hauses in der Wiener Rossau und der feierlichen (Wieder-) Eröffnung des Liechtenstein-Museums am 29. März 2004 kehrte wohl auch eine der eindrucksvollsten Sammlungen der Welt wieder in jene Stadt zurück, in der sie bis 1938 der Öffentlichkeit als die "schönste Privatsammlung" der Welt zugänglich gewesen war.


    Fürst Johann Adam von Liechtenstein (1657-1712) war nicht nur einer der mächtigsten barocken Bauherrn seiner Zeit, er wurde damals auch als Kunstsammler von niemandem übertroffen.


    Bereits im März 2005 wurde mit dem Peter Paul Rubens-Werk "Venus vor dem Spiegel" aus der fürstlichen Sammlung eine hochkarätige Gemeinschaftsausgabe der Postverwaltungen Österreichs und des Fürstentum Liechtensteins realisiert. Damals wurde im Rahmen der Präsentation der Beginn auch einer mehrjährigen Zusammenarbeit im Hinblick auf weitere gemeinsame Gemäldemarken aus dem Besitz des Hauses angekündigt.


    Wenn wir nun das Werk "In Träumen versunken" von Friedrich von Amerling als nächstes überaus gelungenes Produkt der Zusammenarbeit der beiden vorgenannten Postverwaltungen vorstellen dürfen, darf wieder mit Recht von Kleinkunstwerk gesprochen werden. Das Gemälde selbst zeigt uns ein zartes Mädchen, mit ihren Gedanken schon längst dem Geschriebenen des Buches in ihrer Hand entrückt. Amerling lässt Mimik und Gestik wirken, bescheiden unterstützt von wenigen Requisiten. So umrahmt lediglich ein feiner Schleier aus schwarzer Spitze die feinen Züge der zarten Frau.


    Friedrich von Amerling (* 14. April 1803 in Wien, † 14. Januar 1887 in Wien) war neben Ferdinand Georg Waldmüller einer der renommiertesten Porträt- und Genremaler des 19. Jahrhunderts. Er studierte von 1815 bis 1824 an der Akademie der bildenden Künste in Wien und von 1824 bis 1826 in Prag. 1827 und 1828 verbrachte er in London, wo er vom Portraitmaler Thomas Lawrence stark beeinflusst wurde. Nachfolgende Reisen führten ihn auch nach Paris und Rom. Der Höhepunkt seines Schaffens liegt zwischen 1830 und 1850, er galt seinerzeit als gefeierter Porträtist des Adels und des betuchten Bürgertums.


    Prof. Wolfgang Seidel hat ein weiteres Mal mit bekannt großem technischem Können aber auch mit viel Feingefühl ein Werk meisterlich in Entwurf und Stich umgesetzt. Die Österreichische Staatsdruckerei realisierte dieses Kunstwerk nachfolgend in einer Kombination aus Raster- und Stichtiefdruck in fünf Farben und einer Auflage von 800.000 Exemplaren im Kleinbogen zu je 8 Stück. Die Einzelmarke hat einen Nominalwert von EUR 1,25. Naturgemäß wurde auch die Liechtensteiner Marke bei der Österreichischen Staatsdruckerei umgesetzt, sie hat dort einen Nominalwert von CHF 2,20. Beide Ausgaben werden am 6. März 2006 den Erstverwendungstag haben.


    Amerlings Werk "In Träumen versunken" (55 x 45 cm) entstand 1835 in Öl auf Leinwand. Es wurde erst 2003 durch Fürst Hans Adam II. von und zu Liechtenstein bei Sotheby's in London für die Sammlung erworben.



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