Danzig bei Reinhard Fischer meist dreistellig

  • Zu den Schwerpunkten der 83. Briefmarkenversteigerung von Dr. Reinhard Fischer am 25. Februar, dessen Auktionshaus in Bonn in diesem Jahr sein 15jähriges Bestehen feiert, gehörte die Auflösung einer Spezialsammlung Danzig mit einem sehr schönen Stempel-Teil und zahlreichen Briefen.


    Nur kurze Zeit Ende der 1930er Jahre verwendet, wurde der Zweizeiler "Braunsdorf über Praust", der auf Bedarfsbrief von 150 auf 230 Euro sprang. Braunsdorf und Praust waren (Stand 31. August 1939) Landgemeinden im Kreis Danziger Höhe, wobei Braunsdorf zum Amtbezirk Ellerbruch gehörte. Praust war eigener Amtsbezirk, das zuständige Amtsgericht war allerdings in beiden Fällen Danzig.


    Der aptierte violette Rahmenstempel von Russoschin auf Feldpostkarte vom 29. September 1939 spielte 145 (60) Euro ein. Der seltene Zweizeiler "Von der Kraftpost Danzig-Marienburg (Westpr.)" steigerte von 70 auf 180 Euro. Für Danzig-Stempel auf Belegen konnte man häufig hohe Steigerungen wie diese feststellen. Die Abteilung wurde fast vollständig verkauft.


    Im Marken-Teil wechselte eines der schönsten gestempelten Exemplare der Michel-Nr. 13 b für 550 (400) Euro den Besitzer. Eine dekorative Mischfrankatur mit u. a. einem senkrechten 4er-Streifen der Michel-Nr. 38 auf Ortsbrief innerhalb Danzigs war einem Bieter 330 (200) Euro wert. Begehrt waren auch die Portomarken der "Freien Stadt". Jeweils den Ausruf von 800 Euro brachten sauber gestempelte Stücke der Michel-Nr. 20 X und 26 I. 320 (150) Euro erlöste die Michel-Nr. 4 als Mehrfachfrankatur auf Nachnahme-Postsache.


    Das Altdeutschland-Angebot zeigte vor allem viele ungebrauchte Marken. Von 250 auf 750 Euro kletterte beispielsweise ein Probedruck der bayerischen 1 Kreuzer in Blau ohne Gummi. Ein ungebrauchtes Prachtstück ohne Gummi der Württemberg Michel-Nr. 4 ging für 1050 (1000) Euro in neue Hände.


    Gut liefen die ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Lokalausgabe von Fredersdorf Michel-Nr. 1/23 auf kleinen Briefstücken sprang von 180 auf 320 Euro. Kontrollrat war umkämpft. 190 (100) Euro erzielte eine postfrische Michel-Nr. 920 c, 180 (50) Euro ein postfrischer 4er-Block der Michel-Nr. 933. Ein Firmenbedarfsbrief vom 14. Juni 1945 aus Dorfhain/OPD Dresden mit einer geschwärzten 12-Pf-Hitlermarke schoß von 20 auf 220 Euro.


    Teils kräftige Steigerungen verbuchten Sammlungen und Posten aller Gebiete. Sehr gute Preise brachten vor allem auch die Goldmünzen. Hier dominierte der Handel die rege Nachfrage und deckte sich unter anderem für die großen Philatelie-Veranstaltungen im Mai in Essen und Washington D.C. ein.



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