Beiträge von Hangover

    Moin!


    Hier Antworten auf die beiden Fragen:
    Der Stempel Danzig-Langfuhr c kommt in diesem Zustand noch bis 1930 vor.


    Die Verwendungszeiträume der Danziger Stempel sind bis zur Übernahme durch die Russen im März 1945 erforscht und auch veröffentlicht worden (Klaus Wolff: Danzig Katalog Band 1 - Aufgabestempel)


    Bei den ungezähnten Marken verhält es sich so, dass diese bei diversen Ausgaben erst nach der Inflationszeit bekannt wurden bzw. in den Handel kamen. Da waren die Marken aber schon lange nicht mehr gültig.

    Wie Pete schon geschrieben hat: Der Aufdruck ist falsch. Die echte Marienwerder 17 wurde auf der zweifarbigen 50 Pfennig-Marke gedruckt. Hier hat jemand den Aufdruck schlecht imitiert und dann noch die verkehrte Marke verschandelt. Wert: 0€.

    Erstmal vorneweg zu Danzig 1 z - es gibt zwei Stempel: einmal mit dem z in Druckschrift (ohne Querstrich), einmal mit dem z in Schreibschrift (mit Querstrich).


    Der Danzig 1 z in Druckschrift ist immer zu vergessen. Der Stempel selbst kam irgendwann 1923 zwar in Gebrauch, wurde aber in Danzig bis zum Ende der Markenzeit verwendet und immer wieder rückdatiert auf Inflamarken angebracht. Meistens falsch, bestenfalls nicht als zeitgerechte Entwertung prüfbar.


    Hier liegt der 1z in Schreibschrift vor. Dieser hat 1925/26 mehrere Beschädigungen erfahren, die sich in zwei Lücken in der oberen Sehne zeigen. Ohne diese Lücken wird der Stempel als zeitgerecht angesehen, mit Lücken kann er mit Datum aus 1923 nicht echt sein.


    Fazit: falscher Stempel, Briefattrappe. Für 100.000 Mark hätte man zum fraglichen Datum auch keinen Brief mehr aufgeben können.

    Zitat

    Original von Bodo35
    Gibt es hierfür irgendwelche Aufschläge auf den Preis im Katalog?


    Nein. In der Inflationszeit kam es sehr häufig vor, dass Frankaturen aus beliebigen Resten zusammengestückelt wurden. Ist schön bunt, aber nicht selten.

    Ja, das ist der preussische Stempel. Kommt gelegentlich 1866/67 auf 3 Groschen-Werten vor. Es gibt von diesem Stempel auch Fälschungen. Sem (TT Spezialkatalog, 5. Auflage, S. 414) gibt einen Wert von 200.- auf loser Marke an. Den finde ich persönlich etwas zu hoch gegriffen - vergleichbar teure Nummernstempel findet man verglichen mit diesem Stempel nämlich kaum.

    Es handelt sich um eine Fälschung der Nummer 205 (falscher Aufdruck, falscher Stempel und vermutlich auch falsche Urmarke). Insofern erübrigt sich die Frage nach dem Katalogwert...

    Keine Bange, ich lese auch hier mit ;)
    Zur Sache: Das könnte ein Klischeenagel sein. Ich zitiere mal aus dem Schüler-Handbuch:


    "Kreisrunde oder sichelförmige Farbflecke in den Druckfarben rühren von Klischeenägeln her, die sich während des Druckvorgangs lockerten und dann mitdruckten."


    Diese Erscheinungen tauchen bei (fast?) allen Marken auf, die in der Danziger Druckerei Sauer gedruckt oder mit Aufdrucken versehen wurden.

    Stempel ist zeitgerecht (ab Anfang 1935 hatte der 1n noch eine weitere Beschädigung), WHW-Aufdrucke sind meiner Meinung nach auch ok. Falls Du das Stück loswerden willst, schreib mir ;-)

    Zitat

    Original von m.w.myname
    Kann man die Gummiriffelung einer Marke genau so leicht fälschen, wie
    z. B. einen Tagesstempel ?


    Im Prinzip ja - aber nur im Zuge einer Nachgummierung. D.h. wenn die Gummierung sicher echt ist, wird die Riffelung es auch sein.

    Zitat

    Original von Tawwa


    Trennt ihr diese dann ganz auseinander?


    Nein, bloss nicht - was einmal zerrissen ist, kann nicht wieder zusammengesetzt werden. Bei gestempelten Einheiten im Zweifelsfall mit Klebefalzen dafür sorgen, dass die Stücke "zusammen bleiben" und vorsichtig handhaben.


    Zitat

    solange die Paare noch an mindestens einem Zahn zusammenhängen dokumentieren sie die gemeinsame Herkunft


    ...was auch bei Themen wie Lokalisierung von Feldmerkmalen, Plattierung usw. seine Relevanz hat.

    Ich gehe schon von einer Aptierung aus - bei der Datenerfassung, ganz gleich wie gewissenhaft, können immer Fehlinterpretationen oder Falschmeldungen vorkommen. Oder auch an sich korrekte Meldungen mit falsch eingestellten Stempeldaten.


    Für eine Aptierung spricht vor allem, dass die Inschrift "Freie Stadt" ab September 1939 durch die Besetzung durch Nazideutschland politisch unerwünscht war. Das Gros der Postaufgabestempel ist bereits Ende 1939 entsprechend umgearbeitet worden.

    Könnte echt sein. Da es von diesen Marken auch einige gut gemachte Fälschungen gibt, ist ein Scan alleine nicht aussagefähig. Am besten irgendwann mal prüfen lassen - da die Marke alleine aber die Mindestgebühr für eine Prüfsendung nicht lohnen wird, am besten mit anderen Material zusammen einem der vier Herren vorlegen (die prüfen ja alle auch noch mehr als nur Danzig).

    Max und Moritz : ungestempelte HAN von Allenstein sind keine Seltenheiten, Allenstein ungebraucht war lange (und ist es immer noch?) ein "Billiggebiet" angesichts großer Massen liegengebliebener Reste. Komplette Bogen vieler Werte sind regelmäßig auf dem Markt.


    rainers Aussage "nimm mit, was Du für 5,- Euro das Stück kriegen kannst" stimme ich uneingeschränkt zu. Dummerweise werden andere Sammer schon genau das gleiche versuchen ;)