Beiträge von drache

    Auf Grund der Meldung im stampsX-Forum wurde die Sammlung von der BDPh-Fälschungsbekämpfung beendet. Die Sammlung wimmelt nur so von Fälschungen quer durch alle Gebiete.



    Beiträge ab 21.08.16, 22:54:11


    Da es ein gewerblicher Anbieter ist, schreibt der Fälschungsbeauftragte ihn an und fordert ihn auf, dass Angebot zu beenden. Bei privaten Anbietern löscht ebay auf Grund der Meldung in aller Regel das Angebot sofort. Seit geraumer Zeit funktioniert das außerordentlich gut.

    Auf die Qualität eines Posthornsatzes sollte man doch noch einmal zu sprechen kommen. Ich hatte neulich kein Bild gefunden. Hier wurden gestern 866 Euro für einen Satz „einwandfrei – in der normalen Zähnung“ bezahlt. Völlig überteuert und total irre. Nebenbei bemerkt, der Verkäufer verkauft mit nicht öffentlicher Bieterliste, hier sollte man gar nicht erst bieten.


    Für diesen Preis – und manchmal auch noch etwas günstiger - bekommt man mittlerweile durchaus einen wirklich attestierten einwandfreien Satz wie im vorigen Beitrag gezeigt. Einfach ein bisschen rumschauen.

    Zu den letzten beiden Beiträgen: Klar macht Philatelie Spaß. Das ist wohl das entscheidende Kriterium jeden Hobbies. Allerdings habe ich keinen Spaß, mich bei ebay besch. zu lassen. Unsere Großeltern hatten nicht die Möglichkeit, sich umfangreich und weltweit zu informieren, was spätestens dann sichtbar wird, wenn deren Nachfahren diese Sammlungen veräußern wollen.


    Noch ein Wort zum letzten Beitrag. Nein, es ist leider nicht so einfach, heutige gut gemachte Nachgummierungen zu erkennen. Und gut gemachten Entfalzungen erst recht nicht. Anfänger sind damit ganz sicher überfordert. Und die Geschichte mit den „harten“ Zähnen ist bestimmt schon 80 Jahre alt. Heute haben Nachgummierungen weder harte Zähne, noch wellen sie sich in bestimmter Weise. Die Käufe bei ebay, bei denen sogar schlechteste Nachgummierungen als postfrisch jede Menge Interessenten finden, sprechen Bände.


    Wenn manche Sammler wüssten, was sich alles an nachgummiertem oder entfalzten Zeugs in ihren Sammlungen befindet. Es ist schon merkwürdig, wenn ich einen neuen Rasierapparat für 50 Euro kaufe, informiere ich mich vorher. Bei einem Posthornsatz, der 10-20 mal soviel kostet und den ich wahrscheinlich nur ein einziges Mal kaufe, scheint alles egal zu sein. Hauptsache billig.

    Man sollte bestimmte Punkte unbedingt beachten.
    Zum einen sollte man sich genau überlegen, ob man überhaupt noch Marken mit Prüfzeichen erwerben soll. Immer mehr Sammler lehnen solche Marken nämlich ab. Der Streit darüber, ob solche Exemplare als postfrisch zu bezeichnen sind, ist bekannt. Tatsache ist, dass der Absatz dieser Marken immer mehr nachlässt. Selber würde ich auch keine postfrischen Marken mit Prüfzeichen mehr kaufen.


    Wenn man auf der sicheren Seite sein will, kauft man also Marken mit Attest. Diese Angebote sind mittlerweile deutlich teurer. Ganz wichtig ist aber der Text im Attest.
    Steht dort „Die Qualität ist einwandfrei“ –



    oder steht dort „einwandfrei in der üblichen Zähnung“.


    Hierfür habe ich gerade kein Beispiel für einen kompletten Satz gefunden. Die beim Posthornsatz „übliche Zähnung“ hat ihre Ursache oft darin, dass das Wasserzeichen an ungünstiger Stelle für eine Verdünnung und Kürzung von Zahnspitzen sorgte. Manchmal lag es auch am Beamten selber, der weniger sorgfältig die Marken im Bogen trennte.
    Der Preisunterschied ist auf jeden Fall sehr deutlich.


    Was bei ebay angeboten wird, ist in aller Regel nicht postfrisch! Schon gar nicht Angebote mit irgendwelchen dubiosen Prüfzeichen. Bühler geprüft ist de facto ungeprüft. Nach seinem Tod ist sein ganzes Material – Stempel, Befunde, Atteste – in unbefugte Hände geraten und wird auch heute noch fleißig benutzt. Wer das nicht glaubt, wird später einmal eines Besseren belehrt werden.

    Zitat

    Original von ADRI
    Eine Kreuzbandsendung Porto - 1 Loth (16,7g) – ½ Silbergroschen, also man klebte zwei solche Marken bei eine Versendung.
    LG A


    So viele MeF dieser Marke gab es gewiss nicht, im Michel steht eine solche mit 100.000 Euro katalogisiert. Und das bei der 1a, Einzelfrankaturen konnte es nicht geben.


    Eine 1a und 1b im Vergleich, die 1b ist die Erstauflage mit 10000, von der 1b als Nachauflage wurden 50000 Exemplare gedruckt. Von praktisch allen Strelitzmarken gibt es auf Grund der Seltenheit extrem viele Stempelfälschungen.


    Noch kurz zu der von Briefmarkentor vorgestellten Marke: Ist die Marke als b geprüft? Wenn die Marke farblich richtig dargestellt wurde, liegt sie im Grenzbereich. Davon gibt es übrigens eine ganze Reihe von Marken.

    Hallo kartenhai,


    es gibt aber wohl auch Fälschungen ohne Trennungslinien, insofern reichen fehlende Trennungslinien natürlich keinesfalls aus, um eine Echtheit zu bestätigen. Aber jede Marke mit Trennungslinien kann eben nicht einfach nur falsch sein.


    Schade aber, daß Ulf die Antworten wohl nicht mehr so interessieren.

    Ja, Fahrpost - Freiburg nach Manheim (Mannheim ?)


    2 ¼ Pfund Gewicht (weight)


    „Wohlgebornen dem Herrn …meister Johan …
    mit einem Packetgelt von 95 f 49 x „ (95 Gulden, 49 Kreuzer)
    … bis … gegen einen Postschein

    Der gerade geschriebene, dümmliche Beitrag sollte gelöscht werden. Sachlich gibt es keine Informationen, es handelt sich um Werbung für ein kommerzielles Forum.


    edit mx5schmidt: DONE

    Hallo,


    die Marken wurden in Kammzähnung hergestellt. Wie die Marken des NDP wurde dabei die Brustschildmarken von oben nach unten gezähnt, wenn von der Markenvorderseite gezähnt wurde. Von der Rückseite her gezähnte Marken wurden von unten nach oben gezähnt. In beiden Fällen entstanden durch unregelmäßigen Kammvorschub dabei Marken, die im Format kürzer oder länger waren. Hier ist der Vorschub bei der Kammzähnung erklärt:



    Ob die rechte Marke nachgezähnt ist, lässt sich hier nur am Original klären. Ein virtueller Viererblock lässt sich jedenfalls perfekt bilden, bei deutlichen Nachzähnungen gelingt das nie. Die Marke zeigt unten zwei kürzere Ausgleichszähne, die entstanden, wenn der Vorschub zu knapp ausfiel. Wenn überhaupt ist die Marke unten geringfügig nachgestochen, die fehlenden "Kraterränder" bei den Zahnlöchern könnten dafür sprechen. Der Michelspezial unterscheidet zwischen ganz kleinen Marken (14 Zahnlöcher), kleinen Marken (15 Zahnlöcher) und größeren Marken (16 Zahnlöcher). Die gezeigte Marke liegt im Format dabei noch im Rahmen der Möglichkeiten.

    Zitat

    Original von Jurek
    Wo wollt ihr denn auf der gezeigten Marke einen Riss sehen???


    Hallo Jurek, diesen Riss kann man nicht übersehen. Die ersten Antworten waren zutreffend, mit Randspalt wird beschönigend ein Riss oder ein Schnitt bin ins Markenbild bezeichnet. Letzteres gab es öfter bei Marken, die mit der Schere aus dem Bogen geschnitten wurden, wie schon von einem Vorschreiber erwähnt.


    So wie in den Abb. sehen Marken aus, bei denen ein solcher Riss geschlossen wird. Das wird in der Regel mit Gummi arabicum gemacht und ist auch in Ordnung, um einen fortschreitenden Einriss zu verhindern. Allerdings sollte man dann auch das Kind beim Namen nennen. Wenn das Markenbild berüht ist, handelt es sich in jedem Fall um einen Mangel. Was hier zu sehen ist, ist ein fetter Einriss.

    Wenn man sich entschließt, Altdeutschland zu sammeln, sollte man sich über einige Dinge im Klaren sein:


    1. Es existieren praktisch in jedem Gebiet und bei jeder Marke Fälschungen und Stempelfälschungen.


    Wer bei ebay kauft, sollte sich zumindest in dieser Hinsicht darüber klar sein. Gestempelte Marken, wie Baden 22 oder Hamburg 18 bei ebay für 100 oder 200 Euro gekauft, haben Falschstempel . Aus gezähnten Hamburgmarken werden durch Abschneiden der Zähnung ungezähnte Marken vorgetäuscht. Als echt geprüft werden sie niemals. Mindestmaße z.B. bei Hamburg stehen sogar im Michel


    2. Die Preise echter Marken werden ausschließlich durch die Qualität bestimmt.
    Die Qualität ist das entscheidende Kriterium für den Preis.


    3. Zu allen besseren Marken gehört ein aktuelles Attest. Teure Marken sind nur damit handelbar.
    Die Betonung liegt auf „aktuell“, denn damit sind gewiss nicht irgendwelche Prüfzeichen auf der Rückseite gemeint.
    In einem solchen Befund oder Attest wird neben der Echtheit von Marke und Stempel auch die Erhaltung erwähnt. Steht dort irgendetwas anderes als „Die Marke ist einwandfrei“ hat die Marke Mängel. Marken mit selbst geringen Mängel werden mit mindestens 50 eher 80% abgestraft. Besonders die Bemerkung … „sonst ist die Marke einwandfrei“, ist eine beschönte Beschreibung einer nicht einwandfreien Marke. Man sollte davon die Finger lassen.


    4. Jede Marke muß individuell betrachtet werden. Dazu gehört natürlich auch der Abschlag des Stempels. Selbst kopfstehende Abschläge können Preisabschläge bis 50% bewirken.
    Das ist auch klar: Wenn jemand die Wahl hat zwischen einem zentrisch korrekt ausgerichteten und einem kopfstehenden Abschlag wird er wohl den ersteren wählen.


    5. Auch katalogmäßig billige Marken können teuer werden. Eine Marke mit 30 Euro Mi. kann also mit einem extrem seltenen Stempel auch 1000 Euro kosten.
    Auch solche Stempel müssen selbstverständlich aktuell attestiert sein.

    Hallo ADRI,


    dieser Thread begann mit einem Beitrag von PhilBerlin zu einer Verständnisfrage im Michelkatalog. Er schrieb, daß er Marken Altdeutschlands zu einem Auktionshaus bringen wollte.


    Mehrere User schrieben daraufhin, er möge doch einmal diese Marken zeigen, was PhilBerlin daraufhin auch tat. Was dort zu sehen ist, sind nun mal Knochen. Die Ganzfälschung von Hannover wurde auch erwähnt. Er hat doch einen Rat bekommen.


    Was soll man denn bei diesen leider völlig wertlosen Exemplaren sonst schreiben? Wenn man Altdeutschland sammelt, braucht man Hilfen und Informationen aber ganz bestimmt keinen Michelkatalog.

    Hallo robertoli,


    danke für deinen Beitrag, den Beitrag von ADRI hatte ich da wohl etwas falsch verstanden.


    Deinen Beitrag kann ich nur unterschreiben. Wenn einen die Leidenschaft packt, steigen mit jeder neu erworbenen Marke die Qualitätsansprüche, damit aber auch i.A. die zu zahlenden Preise, nicht linear sondern exponentiell ;) Deshalb ist es ja völliger Unsinn, irgendwelche Prozente von irgendwelchen Michelnotierungen als Bewertung zu Grunde zu legen.


    Was man dann ganz schnell feststellt: entsprechend hochwertige Marken sind extrem selten. Auf manche Exemplare warte ich bis heute noch. Das macht aber nichts.


    Wie Jürgen Kraft schreibt, jede Marke kann nur individuell in ihrer Bewertung betrachtet werden.

    Hallo ADRI,


    ich weiß nicht genau, wen du mit Herren meinst. Ich habe noch nie Sammlungen gekauft sondern nur Einzelmarken. Literatur habe ich allerdings einige Regalmeter. Meine Altdeutschlandsammlung beschränkt sich auf aktuell geprüfte Exemplare in absolut einwandfreier Erhaltung. Soviele Marken gibt es da nicht. Klasse statt Masse ist die Devise.


    Daneben sammle ich noch postgeschichtliche Belege, diese nehmen allerdings auch einige Regalmeter in Anspruch. Das mag aber jeder halten, wie er will.

    Hallo PhilBerlin,


    ja, es ist eine fortgeschrittene Anfängersammlung ;) . Mehr aber auch nicht. Als nächstes sollte man sich bei den Quadraten einmal um vernünftige 12 Kreuzer und 18 Kreuzermarken bemühen. Die muss man dann aber schon einzeln kaufen. Und in einwandfreier Qualität, schön gestempelt, kosten die dann auch schon so viel wie die gezeigte Sammlung. Bei den geschnittenen Wappenmarken gilt das gleiche.

    Hallo PhilBerlin,


    eine Bayern 2 II hatte eine Auflage von 74 Mio. Stück, eine 3 fast 20 Mio., eine 4 II 34 Mio.


    Alle hier gezeigten Marken hat jeder ernsthafte Bayernsammler mehrfach in guter Qualität. Wird auf eine Bayernsammlung mit Quadraten geschaut, schaut man ausschließlich auf die Qualität einer Nr. 1. Alles andere ist nicht mehr als Beifang, auch eine 6 und 7.

    Sorry, in der gezeigten Bayernsammlung befindet sich fast ausschließlich Massenware, die Qualität ist am Scan nicht zu beurteilen, dünne Stellen, Büge usw. sind z.B. nicht sichtbar. Viele Marken haben einen Bleisulfidschaden, die ganz wenigen etwas teureren Marken sind angeschnitten. Viele Marken sind darüber hinaus auch schlecht gestempelt. Die späten Volksstaat Bayern Marken müssen inflageprüft sein, diese hier weisen allenfalls Gefälligkeitsstempel auf und werten höchstens ein paar Cent.


    Das Ergebnis der Sammlung ist mehr als ausreichend, eher viel zu teuer bezahlt.


    Bessere Einzelmarken werden sich in solchen Sammlung niemals befinden. Sie wären vorher aussortiert und einzeln angeboten worden.