Beiträge von joey

    Die Daten auf der Seite reichen für Deinen Stempel nicht weit genug zurück. Das PA 45 befand sich ab 1879 in der Scharrenstrasse 10 und erst seit 1890 in der Scharrenstrasse 12/13. Zum Zeitpunkt Deines Stempels, also 1873, war das PA 45 noch in der Grünstrasse, ebenfalls Bezirk Mitte.


    Grüße aus Berlin,
    joey

    Zitat

    Original von Magdeburger
    Vielleicht läßt sich ein entsprechender Stempel finden aus dieser Zeit.



    Hallo Ulf,


    hier ein Abschlag vom 12.2.1867, also 3 Tage nach Deinem
    ... ohne Strich und ohne Punkt hinter der 2
    Ich möchte mich daher der Meinung von Michael anschliessen,
    daß es sich wohl um eine verkantet eingesetzte Monatszahl handelt.


    Grüße aus Berlin,
    joey



    ps: edit wg typo ... der gezeigte Abschlag ist von 1867 und nicht 1667 ;-)

    Ich möchte mich der Ansicht von eisberg007 anschließen:


    Anhand des Schriftbogens handelt es sich höchstwahrscheinlich um den Stempel SO 26 b. Dieser Stempel ist belegt von1936-1943 und 1946-1962, was natürlich eine missbräuchliche Verwendung nicht ausschließt.

    Der Kopf der 3 in der Tageszahl geht in Ordnung, ich habe allerdings nur einen Abschlag aus 1959, der diese Form der 3 zeigt, siehe Anhang.


    Zu Farben, egal ob Markenbild, Aufdruck oder Stempel sind m.E. anhand eines Scans keine Aussagen möglich. Scanner unterschiedlicher Fabrikate produzieren in den Grundeinstellungen oft gravierend abweichende Ergebnisse.


    Die kleinen Stempelfragmente deuten m.E. darauf hin, daß die Marke Teil einer MiF war ... ein Fälscher hätte doch wohl einen Vollstempel angebracht.


    Fazit: Riskier eine Prüfung, wenn die Gebühr im Falle einer Nichtprüfbarkeit/Falschprüfung nicht weh tut.


    Grüße aus Berlin,
    joey


    ps
    ohne positives Prüfergebnis würde ich diese Marke trotz allem nicht erwerben.

    Zitat

    Original von Quvadis
    Büttner hab ich auch (und Steinwasser)...nur da kommen die Gitter Stempel und die Segmentstempel nicht vor


    Nanu?
    Es gibt insgesamt fünf Bücher von Hr. Büttner, die den gesamten Zeitraum von 1817 bis 1962 (Berlin-West) bzw. 1965 (Berlin-Ost) abdecken, wobei Büttner beim KBHW nur Co-Author war.
    Als Sammler von Germanias aus Berlin brauchst Du drei dieser Bücher:
    - 1.: den KBHW, denn einige dieser frühen Stempel wurden auch nach 1900 verwendet.
    - 2.: das Buch der ""Kreisstegstempel mit Gitterbögen oben und unten" (Anderson), von Büttner kurz als BG-Stempel bezeichnet.
    - 3.: das Buch der ""Kreisstegstempel mit Bögen oben und unten" (Anderson), von Büttner kurz als EKB-Stempel bezeichnet.


    Zu beachten ist, daß es zu allen fünf Büchern (teils unveröffentlichte!!) Ergänzungen gibt, die nur in den Rundbriefen der FG Berlin erschienen sind.


    Grüße aus Berlin,
    joey

    Zitat


    wo war denn 1913 die Beschädigung und welche Unterlagen hast du?


    hallo Sascha,
    meine Unterlagen sind eine Kombination u.a. der Handbücher von Hr. Büttner, der in seinen Büchern nicht auf Typen und Beschädigungen der einzelnen Stempel eingegangen ist, und meiner eigenen Sammlung.
    Die fragliche Beschädigung ist ein Bruch der oberen Sehne rechts, siehe Bild im Anhang.
    Der r-Stempel von 1920 auf Deiner Webseite ist die zweite Type, eingesetzt ab Februar/März 1915 und erkennbar u.a. an den fehlenden Trennzeichen. Ich hab mir das Bild mal gespeichert, denn es verschiebt das Datum der Beschädigung um einen Monat nach vorne: bei mir war bis eben noch der 31.10 1920 verzeichnet.


    Zitat


    find deine Berliner Geisterpostämter übrigens interessant:)


    Da kommen noch mehr, also bleib am Ball ;-)


    Grüße aus Berlin,
    joey

    Es handelt sich um einen Stempel des PA Berlin SW 68. Dieser Stempel war ursprünglich ein Gitterstempel und wurde vor Mitte 1906 angefertigt, erkennbar daran, daß er noch das Komma hinter "BERLIN" und die Punkte hinter S und W enthält. Bei Neuanfertigungen ab dem Sommer 1906 fielen diese Trennzeichen weg. Der Stempel wurde 1911 oder 1912 umgearbeitet, indem die Gitterstriche entfernt wurden, um ihn der neuen Norm anzupassen.


    Ich denke, hier drucken bei der Umarbeitung entstandene Unebenheiten mit. Im Anhang der Urstempel und ein weiterer Abschlag nach Umarbeitung, der Ansätze des Rautenmusters zeigt.


    Etwas ratlos macht mich allerdings das Datum aus 1914, denn nach meinen Unterlagen war der Stempel bereits ab Anfang 1913 beschädigt.


    Grüße aus Berlin,
    joey

    Hallo Martin,


    im KBHW wurde hier ein bischen vereinfacht:
    z.B. wurden aus den bei Spailink verzeichneten fünf Typen des Hufeisenstempels von Berlin im KBHW nur vier: im KBHW sind Spalink 1N1 und 1N2 nur eine Type.


    Auch die 1870 lt. Spalink 17(!) mal wechselnde Farbe wurde im KBHW nicht berücksichtigt.


    Ich würde deinen Stempel nicht überbewerten, denn er passt genau in das von Spalink ermittelte Farbschema.


    (andererseits muss man erstmal einen Stempel aus der Woche vom 24.5.1870 bis 31.5.1870 finden, wenn man ihn sucht ;))


    Grüße aus Berlin,
    joey

    Hallo Hans1a,
    ich klinge jetzt vielleicht ein bisschen pessimistisch, aber ...


    bei Deiner Idee handelt es sich ohne eigene Ahnung oder einen Experten zur Seite um die perfekte Möglichkeit zum Geldverbrennen.
    Das A und O (nicht nur bei Briefmarken) ist das Wissen darum, was man vor sich hat, egal ob als Käufer oder Verkäufer. Wie 22028 schon geschrieben hat: es gibt keinen Crashkurs. Dieses Wissen kann man sich nur durch lange Beschäftigung mit der Materie erwerben.


    Bestimmte Bereiche der deutschen Philatelie sind klinisch tot: z.B. Bund, Berlin, DDR der 60er - 80er Jahre, egal ob postfrsich, gestempelt oder FDC. Ich habe heute auf dem Flohmarkt einen Stand gesehen, den der Händler unter Zurücklassung eines alten Staubsaugers und einer Kiste mit Briefmarken (fünf Einsteckbücher und etwa ebensoviele Briefealben) eben dieser Gebiete verlassen hat. Da ich mich dem Fahrrad unterwegs war, war mir der Klimbim zu schwer zum schleppen.


    Zitat

    Original von hans1a
    Briefmarken, Ganzsachen, Ansichtskarten


    Das sind schonmal mindestens zwei grundsätzlich verschiedene Gebiete: Ein AK-Sammler zahlt für eine ungewöhnliche Ansichtskarte der Berliner Vororte schonmal 30-40 oder mehr Euro, während ein Briefmarkensammler für die rückseitig klebende 5 Pfg Germania zögernd höchstens 25 cents bezahlen würde.


    Mein Fazit: Du beschäftigst Dich intensiv mit dem Thema oder lässt es vielleicht doch besser bleiben.
    Grüße aus Berlin,
    joey


    ps: Tippfehler korrigiert

    Hallo Martin,
    eine genaue Aufschlüsselung der Verwendungszeiten schwarzer und blauer Farbe im Jahr 1870 findest Du bei Spalink: Die deutsche Hufeisenstempel. Dein Stempel passt genau in die schwarze Periode vom 24.5.1870 bis 31.5.1870.


    Grüße aus Berlin,
    joey

    Ich bitte um Literaturempfehlungen zum o.g. Thema. Insbesondere interessieren mich Typisierung (auch Ost und West) und Verwendungszeiten.


    Grüße aus Berlin,
    joey

    Stop jetzt ... irgendwie verstehe ich den Brief nicht:
    Der Brief ging doch von Berlin ab belastet mit einem Postvorschuß von 3 Thalern, den der Absender von der Post erhalten hatte und den diese beim Empfänger einzutreiben gedachte.
    Die 7 1/2 Sgr betrachte ich jetzt mal als Porto, wobei ich mich mit den Tarifen der Fahrpost nun wirklich nicht auskenne.


    Wie kann der Empfänger in Arolsen am 8.3. bescheinigen, daß er Auslage plus Porto zurückerhalten hat ?


    oder liege ich völlig falsch ?
    joey

    Ich werde am 23.5. nicht dabei sein können, da 600 km entfernt die Konfirmation meiner Nichte ansteht. Von mir also bis spätestens August in den Loewe-Höfen.


    Grüße aus dem Wedding,
    joey

    Als Stempelsammler kann ich allen nur zustimmen: Einlieferungsbücher sind eine wahre Goldgrube!
    Auf den von Germaniafan gezeigten Bildern kann ich z.B. schon eine neue Spätverwendung für den Einkreisstempel Berlin O 17 c, KBHW #437, aus dem Jahr 1910 erkennen.
    Das von kauli gezeigte Buch aus Gross-Lichterfelde durfte ich auswerten und wir konnten daraufhin die bekannten Verwendungszeiten einiger Stempel radikal umschreiben.


    Im Anhang zunächst eine Seite aus einem weiteren Berliner Einlieferungsbuch, verwendet von 1938 bis 1954. Die Eigentümerin war glücklicherweise wenig ortsgebunden, so finden sich eine Vielzahl verschiedener Stempel im Buch, darunter sogar ein sog. Minutenstempel vom Haupttelegraphenamt.


    Eine ähnlich gute Quelle für die Stempelforschung sind Postsparbücher, im Anhang eine Beispielseite aus den Jahren 1943 - 1944.


    Der Clou ist allerdings das im dritten Anhang gezeigte Buch: ein zum Stempelprüfbuch umfunktioniertes Einlieferungsbuch des Postamtes Berlin-Lichtenberg 3. Es enthält vom 27.11.1989 bis zum 28.3.1991 täglich (!) zwei Kontrollabschläge des jeweils verwendeten Stempels. Etwas Vergleichbares habe bisher noch nicht gesehen.


    Grüße aus Berlin,
    joey

    beim Frühjahrsputz wiedergefunden: Ein Irläufer durch Fehler der Post.


    Aufgegeben am 1.2.1899 in Berlin beim PA N 39, damals in der Reinickendorfer Straße, und adressiert in die Brunnenstraße, Luftlinie wohl keine zwei Kilometer.
    Dann in Philadelphia, PA aufgeschlagen (das Datum des Transit-Stempels ist leider unleserlich) und am 18.2. mit Vermerk "To P.M. This was enclosed in mail .... by mistake" zurück nach Deutschland.
    Schlußendlich Ausgabestempel des PA N 31, damals in der Usedomer Straße, vom 3.3.1899.


    Grüße aus Berlin,
    joey

    Hallo Sascha,
    stolzer Preis ;-)


    Abgebildet ist die erste Ergänzung zur zweiten Auflage des KBHW. Es gibt noch eine zweite Ergänzung, aber darüber haben sich die Herren Büttner und Hofmann meines Wissens zerstritten. Mir bekannt ist bisher nur die Version von Hr. Büttner, veröffentlicht im Rundbrief #151 der FG Berlin im BDPh.


    Grüße aus Berlin,
    joey

    Hallo Wolfgang,
    in der Berliner Stempelbibel, dem KBHW, ist der Stempel unter Nummer 163 verzeichnet, verwendet 1874 - 1875. Bewertung kann ich derzeit nicht nennen, da ich das Buch nicht hier habe.


    Grüße aus Berlin,
    joey

    Bei dem roten Stempel handelt es sich um einen Luftpostbestätigungsstempel, der bestätigt, daß der Brief mit Luftpost befördert wurde. Diese Stempel waren bis 1934 im Einsatz, dann wurden sie zwecks Beschleunigung der Abfertigung abgeschafft. Den gezeigten Stempel vom Luftpostamt Berlin C 2 gibt es in drei Typen.


    Grüße aus Berlin,
    joey