Beiträge von tomm2015

    Herzlich willkommen!


    Wenn du ein paar Perfins hast, nehm ich sie dir gerne ab. Allerdings bin ich im Thema Feldpost leider gar nicht drin, aber vielleicht brauchst du ja noch andere Dinge.

    Als absoluter Laie in Sachen Plattenfehler habe ich da mal eine Frage:


    Viele der hier aufgeführten druckfreien Stellen (also weiße Punkte bzw. Stellen mit anderer Farbe) können doch auch durch minimale Staubpartikel entstehen, die auf dem Papier sind und so das Anhaften der Farbe verhindern, oder?


    Müsste man da nicht also mehrere solche Exemplare vorliegen haben, um ganz sicher zu gehen, dass auch wirklich ein Fehler an der Druckplatte vorliegt?

    Die Angaben auf den Marken müssten aber eigentlich stimmen, oder?

    wieso sollten Perfins gefälscht sein- ist vielleicht ne doofe Frage, aber im Gegensatz zu Falschsstempeln sind Fälschungen auf diesem Gebiet doch eher sehr mühsam und nicht lohneneswert oder nicht?

    Na ja, wenn du irgendwelche 08/15-Marken nimmst und sie mit einer seltenen Lochung versiehst, können sie bei Ebay schon einen Abnehmer finden. Ein gutes Beispiel dafür sind zwei Marken (siehe Bilder) aus Deutsch-Südwestafrika, bei denen zwei existierende Lochungen (Schwan und Elefant) eingebracht wurden. Die haben jeweils über 20,- Euro erzielt, obwohl die Firmen, welche diese Perfins verwendet haben, nachweislich keine Dependancen in Afrika hatten. Also 100%ig Fälschungen, aber einen Dummen findet man wahrscheinlich immer ...


    Und wenn man bedenkt, dass ich mal bei einem seltenen Ö-Perfin (auf einer praktisch wertlosen 10-Heller-Marke) mitgeboten habe, der schließlich um 85,- Euro versteigert wurde, zahlt sich das Fälschen leider auch hier aus.

    Hmm, normalerweise wäre das nicht merkwürdig. Für die Crédit-Lyonnais-Lochung aus Algerien fehlt nur ein Loch. Die drei praktisch untereinander liegenden Punkte beim "C" passen, somit könnte es durchaus die Katalognummer CL 190 sein (siehe Bild).


    Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob das nicht eher eine Fälschung ist. Die Löcher sind extrem ausgefranst und ungleichmäßig groß, da würde ich mich nicht auf echt oder gefälscht festlegen wollen.

    Für Perfins gilt im Wesentlichen das Gleiche wie für Precancels (vorausentwertete Marken). Es waren vor allem Grossfirmen, bei denen Anonymous mal in die Portokasse greifen konnte ohne gleich aufzufliegen. Bei kleineren Firmen kannte Jeder Jeden, deshalb musste man sich nicht schützen vor Briefmarkenklau. Perfins sind nicht so beliebt bei Amerikanern (ausser es handelt sich um eine der wahrscheinlich wenigen seltenen Arten). Selbstverständlich gibt es trotzdem einen Club dafür: https://www.perfins.org/

    Danke für die Infos! Aber nachdem ich das Vergnügen hatte, Gerhard Sand bei der Neuauflage seines Österreich-Kataloges unterstützen zu dürfen, bin ich mit der Thematik doch einigermaßen vertraut.

    Ah OK danke

    Jetzt wollte ich aber auf Nummer sicher gehen und hab entdeckt, dass hier möglicherweise doch ein gewisses Risiko besteht. Ein Händler wurde beispielsweise sogar zu einer Strafe verdonnert, weil er Marken mit eben diesen Symbolen in seiner Auslage zur Schau gestellt hat. Ebay wiederum verbietet das Einstellen sowie auch die Darstellung der Marken nicht, allerdings z. B. von Postkarten, die Propagandazwecken dienten.

    Wie das jetzt genau bei Privatpersonen aussieht, die keinerlei politische, sondern ausschließliche philatelistische Intentionen haben, kann ich dir leider nicht sagen. Aber ich habe auch schon mal eine bekannte Dienstmarkenserie bei Ebay versteigert, und es war überhaupt kein Problem.

    Also hier die Firmenlisten durchzugehen bringt wenig bis gar nichts. Das hat Herr Nussbickel bei seinem ersten Österreich-Katalog gemacht und einfach Namen aus einem alten Telefonbuch genommen. Nur Belege geben hier tatsächlich Aufschluss, für alles andere könnte man gleich in die Glaskugel schauen.

    Die aktuellen Kataloge der ArGe-Lochungen (Deutschland), von Gerhard Sand (Österreich) und vielen anderen Ländern werden laufend aktualisiert und sind nach mehreren Jahrzehnten umfassender Forschung bereits sehr umfangreich. Ich habe in langen Jahren bislang genau zwei "neue" Lochungen und nur eine Handvoll noch unbekannte Verwender entdeckt.

    Sollte jemand Hilfe bei der Identifizierung einer beliebigen Lochung brauchen, einfach melden. Ich habe mit wenigen Ausnahmen fast alle verfügbaren Kataloge und kann gerne weiterhelfen.

    Der Sinn der Perforation war ja, dass nur die auftraggebende Firma die Marke benutzen durfte. Also ist es nur normal, die Perfin-Marke auf einem Umschlag der Firma zu finden.


    Interessanter wäre es also schon, wenn man eine Perfin-Marke, widerrechtlich gebraucht, auf dem Brief eines privaten Absenders finden würde.

    Auch wenn die Antwort mehr als ein Jahr zu spät kommt. ;)


    Punkt 1 - das stimmt zwar, aber es ging ebenso darum, dass die Mitarbeiter mit aus der Poststelle entwendeten Marken nicht shoppen gehen konnten. Damals wurden die Briefmarken nämlich in praktisch allen größeren Geschäften als Bargeld entgegengenommen und der Schwund in größeren Unternehmen dürfte beträchtlich gewesen sein.


    Punkt 2 - Ein Perfin auf Privatpost muss nicht unbedingt widerrechtlich gebraucht worden sein. Es gibt unzählige Beispiele, wo der Unternehmer selbst die Marken für private Zwecke verwendet hat. Zudem sind nicht wenige Fälle bekannt, wo z. B. Speditionen Perfins von unterschiedlichen Kunden verwendet haben - und auch das geschah nicht verbotenerweise. Das Porto wurde vom Versender in gelochten Briefmarken beigelegt und erst von den Speditionen auf die Paketkarten geklebt. Und da ist es des Öfteren passiert, dass man einfach andere Marken genommen hat.