Beiträge von tomm2015

    Ich glaube, dass es mehr Sinn hätte, solche Dinge (Probleme beim Tauschen, unzuverlässige User) hier im Forum anzusprechen. Wenn es etwas gibt, das die Leute nicht mögen, dann ist es, dass ihre Unzuverlässigkeit an die Öffentlichkeit kommt.


    Man könnte ja eine Art "Bewertungsthread" einrichten, wo man seine Erfahrungen mit anderen Usern in diesem Bereich teilen kann und diese - neben positiven Feedbacks bei gelungenen Deals - dann natürlich auch zu den möglichen Vorwürfen Stellung nehmen können.

    Da kann ich vielleicht auch was beitragen und gleichzeitig einen weiteren Beweis liefern, welche Geschichten Perfins erzählen.


    Eine auf den ersten Blick normale Marke aus dem DR. Doch wenn man sich das Datum ansieht und den Ort, von wo sie versendet wurde, ergeben sich einige interessante Dinge.


    Der Stempel datiert vom 8. Mai 1945, und bei der Firma, der diese Lochung zuzuordnen ist, handelt es sich um das Salzburger Traditionsunternehmen "Lanz", welches auch heute noch Trachtenmoden herstellt (http://www.lanztrachten.at).


    Salzburg wurde am 4. Mai 1945 den US-Truppen übergeben, wodurch das Postsystem am 6. Mai komplett zum Erliegen kam. Ein Mitarbeiter der Firma machte sich also zwei Tage später auf ins nur wenige Kilometer entfernte Mondsee in Oberösterreich, um die Geschäftspost von dort abzuschicken. Ab 11. Mai wurden die DR-Marken in Mondsee bereits überdruckt, also dürfte es sich bei diesem Exemplar um eine der letzten Ostmark-Ausgaben handeln, die ihren Weg zum Adressaten gefunden haben.

    Und diese Marke ist nicht nur aufgrund ihrer Historie etwas Besonderes, auch die Lochung ist überaus selten und somit ein kleines Highlight meiner mittlerweile 13.000 Marken umfassenden österreichischen Perfin-Sammlung.

    Superschön!

    Aber auch genial, dass sich seit damals rein bürokratietechnisch nicht viel geändert hat, Hoffentlich waren in dem Paket keine verderblichen Waren - denn das Hin und Her dürfte doch einige Zeit in Anspruch genommen haben. ;)

    Ich halt mich mal an die Devise - lieber ein altes Thema raufholen als für jede Kleinigkeit ein neues erstellen ...


    Bei der Durchsicht meiner Frankreich-Marken bin ich bei einem Exemplar über einen Ministempel auf der Rückseite gestolpert, den ich so noch nie gesehen habe. Es handelt sich um Hammer und Schlägel. Kennt jemand dieses Zeichen in diesem Zusammenhang als Prüfsymbol oder könnte es möglicherweise auch nur eine private Kennzeichnung eines Sammlers sein?


    Vielen Dank schon mal für eure Hilfe!


    L. Dens & Co. ist korrekt. Hier der Vaccari-Katalogeintrag:



    Ist übrigens eine Firma aus Belgien, die natürlich auch im Heimatland diese Lochung verwendet hat ->



    Kurz zur Identifikation:
    Es ist zwar löblich, anhand von damals existierenden Unternehmen in Italien selbst eine Lösung zu finden, aber Sinn macht es keinen - vor allem, wenn es bereits ein existierendes, wirklich umfassendes Nachschlagewerk wie den Vaccari gibt.


    Genau so ist nämlich auch der unsägliche Nußbickel-Katalog von Österreich zustande gekommen. Der Herr Nußbickel hat sich in Amerika drüben ein altes Wiener Telefonbuch organisiert und einfach irgendeine Firma genommen, die von den Initialen und dem Verwendungszeitraum ungefähr passen hätte können. Viel Arbeit, aber ohne jedwede Belege relativ sinnbefreit. Mittlerweile wurden alle seine Angaben genauestens überprüft und viele im neuen Ö-Katalog als falsch oder fehlerhaft entlarvt.

    Über 10 Jahre, bis die nächste Frage zu diesem Thema kommt. Aber immerhin, sie kommt. ;)


    Hab beim Neusortieren meiner Perfins einen interessanten Stempel gefunden, der ein stummer Vertreter sein könnte. Kann mir vielleicht jemand sagen, ob das etwas Bekanntes bzw. Besonderes ist oder möglicherweise bloß eine nachträgliche Spielerei?


    Nur zur Info - die Firma, die diese Lochung verwendete, hatte Standorte in Breitenau / NÖ., Gratkorn, Görz, Pitten, Spittal, Prag, Czaniec und Laibach. Vielleicht hilft das ja ...


    Vielen Dank schon mal im Voraus!!!

    Herzlich willkommen!


    Wenn du ein paar Perfins hast, nehm ich sie dir gerne ab. Allerdings bin ich im Thema Feldpost leider gar nicht drin, aber vielleicht brauchst du ja noch andere Dinge.

    Als absoluter Laie in Sachen Plattenfehler habe ich da mal eine Frage:


    Viele der hier aufgeführten druckfreien Stellen (also weiße Punkte bzw. Stellen mit anderer Farbe) können doch auch durch minimale Staubpartikel entstehen, die auf dem Papier sind und so das Anhaften der Farbe verhindern, oder?


    Müsste man da nicht also mehrere solche Exemplare vorliegen haben, um ganz sicher zu gehen, dass auch wirklich ein Fehler an der Druckplatte vorliegt?

    Die Angaben auf den Marken müssten aber eigentlich stimmen, oder?

    wieso sollten Perfins gefälscht sein- ist vielleicht ne doofe Frage, aber im Gegensatz zu Falschsstempeln sind Fälschungen auf diesem Gebiet doch eher sehr mühsam und nicht lohneneswert oder nicht?

    Na ja, wenn du irgendwelche 08/15-Marken nimmst und sie mit einer seltenen Lochung versiehst, können sie bei Ebay schon einen Abnehmer finden. Ein gutes Beispiel dafür sind zwei Marken (siehe Bilder) aus Deutsch-Südwestafrika, bei denen zwei existierende Lochungen (Schwan und Elefant) eingebracht wurden. Die haben jeweils über 20,- Euro erzielt, obwohl die Firmen, welche diese Perfins verwendet haben, nachweislich keine Dependancen in Afrika hatten. Also 100%ig Fälschungen, aber einen Dummen findet man wahrscheinlich immer ...


    Und wenn man bedenkt, dass ich mal bei einem seltenen Ö-Perfin (auf einer praktisch wertlosen 10-Heller-Marke) mitgeboten habe, der schließlich um 85,- Euro versteigert wurde, zahlt sich das Fälschen leider auch hier aus.

    Hmm, normalerweise wäre das nicht merkwürdig. Für die Crédit-Lyonnais-Lochung aus Algerien fehlt nur ein Loch. Die drei praktisch untereinander liegenden Punkte beim "C" passen, somit könnte es durchaus die Katalognummer CL 190 sein (siehe Bild).


    Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob das nicht eher eine Fälschung ist. Die Löcher sind extrem ausgefranst und ungleichmäßig groß, da würde ich mich nicht auf echt oder gefälscht festlegen wollen.

    Für Perfins gilt im Wesentlichen das Gleiche wie für Precancels (vorausentwertete Marken). Es waren vor allem Grossfirmen, bei denen Anonymous mal in die Portokasse greifen konnte ohne gleich aufzufliegen. Bei kleineren Firmen kannte Jeder Jeden, deshalb musste man sich nicht schützen vor Briefmarkenklau. Perfins sind nicht so beliebt bei Amerikanern (ausser es handelt sich um eine der wahrscheinlich wenigen seltenen Arten). Selbstverständlich gibt es trotzdem einen Club dafür: https://www.perfins.org/

    Danke für die Infos! Aber nachdem ich das Vergnügen hatte, Gerhard Sand bei der Neuauflage seines Österreich-Kataloges unterstützen zu dürfen, bin ich mit der Thematik doch einigermaßen vertraut.