Beiträge von Luitpold

    Auf der Suche nach einem bestimmten Brief (kein Zorn weit und breit) in der Sammlung blieb ich an dem abgebildeten Faltbrief hängen, weil ich schon lange einen Stempelvergleich machen wollte. Daraus ergaben sich zwei Geschichten, wobei nur die erste etwas mit Philatelie zu tun hat.


    Damit der Thread passt, beginne ich mit der 1 Kr.-Marke. Der Faltbrief verbrachte wohl aufgrund des mangelhaften Markenschnittes eine lange Zeit in der Wühlkiste. Meine Gewohnheit, Briefe aufzumachen um den Inhalt zu sehen war letztlich kaufentscheidend. Neben dem Poststempel, dazu später mehr, interessierte der Gummistempel-Abdruck, der so nicht häufig zu finden ist. Oftmals sind Pries-Medaillen in die Briefköpfe eingedruckt und nicht provisorisch aufgestempelt.
    Jetzt konnte ich mehr über diese Preisverleihung und die Leinenfabrik Sigmund Frank, Bamberg, ergoogeln:


    „Die Industrie und Landwirtschaft Bayerns auf der internationalen Ausstellung Paris 1867
    Sigmund Frank in Bamberg. Leinen-, Drell- und Damast Gegenstände. — a) Pack- und Sackleinen aus Jute-Garnen gewoben, welche bis jetzt fast nur in Schottland (Dundee) fabriziert worden sind, die Aussteller jedoch vollkommen eben so gut, wenn nicht noch besser und billiger herstellt, b) Rohe Leinen, c) Gebleichte Leinen aus Handgarnen sowohl wie aus Maschinengarnen. d) Diverse leinene Taschentücher, e) Drell - und Damast Gegenstände. — Unter den Handgarnleinen ist der Alhambragarnleinen vorzugsweise zu erwähnen, welcher sich durch Qualität vor andern auszeichnet. — Das Etablissement besteht seit 9 Jahren. Arbeiterzahl unbestimmt, da Aussteller in den ärmeren Gegenden Faktoren hat, welche die Garne von ihm- bekommen, solche an die einzelnen Weber abgeben und alsdann die fertige Waare abliefern. Außerdem lies derselbe auch in Strafanstalten z. B. Plassenburg, Ebrach, Lichtenau etc. seine Waare fabrizieren. Außer dem deutschen Geschäfte hat Aussteller ein Fabrikgeschäft in Belfast (Irland) unter der bisherigen Firma Frank u. Mautner ausgeübt. Jährlicher Umsatz im deutschen Geschäfte 4—500,000 fl.


    Die Firma erhielt für rohe und gebleichte Leinen, Taschentücher, Drell- und Damastwaren die Bronzemedaille.


    Damals begann der Übergang von der Handgarn- zur Maschinengarn-Spinnerei, mit all seinen Folgen. Weil auch in unseren Tagen das Thema Kinderarbeit aktuell ist, ergänzend ein Auszug aus einem Bericht zur Pariser-Weltausstellung von 1867:


    In Preußen ist die Arbeitszeit für Mädchen über 16 Jahre mit 12 Stunden, von 14 —16 Jahren mit 10 Stunden normiert. Vor dem 14. Jahre darf kein Kind in Spinnereien oder Webereien arbeiten, außer es kann lesen, schreiben, rechnen. Kinder unter 12 Jahren dürfen gar nicht, Kinder über 12—14 Jahre nur sechs Stunden täglich arbeiten. Die von der Regierung ernannten Fabrikinspektoren haben die Überwachung. — Es ist natürlich, dass jene strenge Normen den Arbeitslohn dort verteuern.“


    Zurück zum Stempel „BAMBERG BAHNH.“. Dieser Stempel ist eine Sondertype, wie er vor allem in Würzburg und München zu finden ist. Erstaunlich jedoch, dass auf einer Postkarte von 1882 nochmals dieser Stempel abgeschlagen wurde. Vermutlich wurde er als Ankunftstempel für Sonderfälle, wie hier der Feststellung der richtigen Adresse, benutzt. Er könnte deshalb auch auf Formularen vorkommen.


    Die Postkarte – adressiert nach Hamburg und irrtümlich als Bamberg gelesen und dorthin gesandt zeigt sehr schön, dass 1882 der Einkreis-Stempeltyp Nr. 21 a (28 mm) hohe Grotesk mit Postamtsziffer II in Bayreuth verwendet wurde.


    Im Vergleich dazu der Hamburg-Stempel – kleiner, aber aussagefähiger (u.a. mit Jahreszahl und noch hübsch verziert! – tja Preußen war immer top!).


    Mit diesem Beitrag wollte ich wieder aufzeigen, was uns die alten Briefe von der damaligen Zeit erzählen können. Briefumschläge – wie die heutzutage verwendeten Fensterbriefe – können das leider nicht mehr.


    In diesem Sinne viel Freude beim Lesen der alten Briefe wünscht


    Luitpold

    Nö, lieber bayern klassisch, irgendwie nix (Kreuzerzeit) gefunden ?(


    und nachdem Bayern-Nils die größeren Spendierhosen (herzlichen Glückwunsch) anhatte, bleibt der Zorn außen vor (da Üttingen bei Würzburg). Die nähere Postexpedition war übrigens Remlingen. Richtig ist, dass die Adresse häufig vorkommt.
    An dem Brief wäre der Stempel interessanter für die "Erforschung" der Verwendungszeit des Kasten-Zweizeiler.
    Da es genug "Baustellen" in Bezug auf die bayrischen Poststempel gibt, schreibe ich darüber mal unter dem 1 Kr. grün (14) Thread.


    Luitpold

    Zitat

    Original von gründi
    moin krj,


    aber das ist geschmackssache, tatsache ist, das die DPAG kurz oder lang den philatelie bereich stark einengen wird....
    ich wundere mich immer noch über die existenz eines philatelie schalters in der hauptpost in leipzig.....



    Hallo, wollte eigentlich nur den neuesten "Stempelfrust" zeigen.


    Doch gründi's Beitrag lässt mich fragen, warum die Melkkuh (Sammler) keine Milch (bezahlt alles worauf eine Marke - buntes Papperle - ist) mehr geben sollte? Wirft der Bereich Philatelie keine Gewinne mehr ab? So einfach - fast ohne Gegenleistung - verdient die Post sonst keine Euros.


    Jezt verziehe ich mich aber schleunigst wieder in die gute alte Postzeit, gar anno 1862 war's, wo einer dichtete: "sai Zunga jetzt / wird jeda Mark' ganezt / vorm ganza Publikum / A wahres gaudium.


    Luitpold

    Zitat

    Original von Bayern-Nils
    Der Stempel ist wohl der 28,5 mm Typ 22 Würzburg II mit Jahr. Hier sieht man aber nur /: Welches Jahr darf es sein? Viele Grüse Nils



    Hallo Nils,


    es ist das Jahr 1872. Warum?


    Der Stempel Würzburg II (Durchmesser 28 mm lt. Schrauth Würzburg Poststempel) ist in Schrifttyp Antiqua, jedoch der Monat in Buchstaben. Der Stempeltyp Nr. 22 ist mit der Monatsangabe in Ziffern!
    Somit wäre dafür eine eigene Typ-Nr. erforderlich.
    > Er wird zuerst im Jahre 1871 mit Jahreszahl verwendet. Er hat ebenfalls eine verschwindende Jahreszahl (wohl gleiches Kunststück wie bei dem von Erdinger erfassten Typen 20/21). Ab 1872 dann ohne Jahreszahl.


    Die Tageszeit ist ein V = vormittag. Der Doppelpunkt ist sicherlich nur ein Klemmstück, dmit die Zeile nicht wackelt.


    Zeige als Vergleich einen Brief aus dem Jahre 1871, wo die Jahreszahl gerade "verschwindet" und mit der Tageszeit N:


    Achtung: Im Jahre 1872 gibt es den Stempel auch in violett (blau)!


    Noch eine Bemerkung zum Stempeldurchmesser. Bei Helbig steht geschrieben unter Bezug auf die kleinen Einkreisstempel (Typ 17/18), dass diese eingezogen wurden weil sie zu klein für das Entwerten waren. Der Stempel sollte auf den Brief übergehen können. Nachdem es zwischen Ende 1867 bis 1883 Stempel mit Durchmessern von 24 - 30,5 (Sondertype Würzburg) gab und es eine Vielzahl von Varianten bei den Schriften, Postamts- (stelln-) bezeichnungen, Monats- und Tageseinstellungen gab, wage ich von einem Feldversuch der Post zu sprechen. Welcher Stempel eignet sich am besten, um Marken vollständig zu entwerten und dennoch den Stempel auf den Brief/Karte übergehen zu lassen. Der Post war es einerlei, wie der Stempel aussah. Er musste
    1. die Marke vollständig entwerten
    2. auf den Brief/Karte übergehen
    3. Ort, Monat und Tageszeit angeben


    Meine Vermutung ist, dass sich die Stempelhersteller immer wieder was Neues einfallen ließen, um im Geschäft zu bleiben (siehe Helbig's Einführung zu seinem Stempelhandbuch). Auch die Handhabung der Stempelgeräte dürfte immer verbessert worden sein, was ebenfalls zu Neuanschaffungen führen konnte. Die These mit dem Verschleiß der Stempel ist so eine Sache. Es verschwanden plötzlich Stempeltypen in Würzburg, die bis zum letzen Stempelabdruck in Ordnung waren.
    Diese Stempel wurden oftmals als Formularstempel weiterverwendet.


    Ab 1883 wird der 27mm-Typ Standard.
    Jedoch dazwischen wollte man vorher nochmal was Kleines haben: 26 mm. Und 1881 gab's nochmal 28 mm und jetzt in Grotesk Würzburg und Monat/Tag/Zeit in Antiqua.


    Ach ja, die Stempelsammelei ist ja so langweilig, schläft schon alles :zZz:


    Hoffe, lieber Nils, Deine Frage beantwortet zu haben, entschuldige mich für das Abschweifen des Themas - aber nur unter dem Markenthread wird das evtl. gelesen - und wünsche eine gute Nacht.


    Luitpold



    PS


    1873 wurde in der Haupt-Postexpedition am Neuen Bahnhof in Würzburg der Stempel mit der Bezeichnung "Bahnh." verwendet. Erst ab 1874 wurde wieder die Bezeichnung in Ziffer "II" weiterverwendet!

    Hallo mars,


    das von dir gewählte Thema ist sehr interessant für Sammler die über den philatelistischen Horizont schauen möchten. Leider bleibt vielen nicht die Zeit dafür (wie die Resonanz hier zeigt).


    Deshalb möchte ich DICH ermuntern, dank Internet selbst zu recherchieren (was ich ständig mache).


    So zitiere ich aus dem dort gefundenen Adressbuch von Würzburg (1846):
    Das Erscheinen eines neuen Adressbuches für die Stadt Würzburg und deren nächste Umgebung ist Bedürfnis geworden ...


    Also es gab sehr früh Adressbücher, worin unter anderem alle Straßen, Gassen usw. verzeichnet waren. Damals kannte man noch keine Stadtteil-Namen, sondern teilte in Distrikte ein. Ist es erwähnenswert, dass auch schon damals alles verzeichnet, registriert war (auch damals wieherte schon der Amtsschimmel)?


    Wie 22028 schon sagte, die Firmenadressen waren bekannt (auch von Advokaten und den Behörden). Da die "Kgl. Kreis-Hauptstadt" Würzburg eine Universitätsstadt war und ist waren auch damals schon viele Studenten in der Stadt. Auf Briefen an diese Studenten findet man oft gegenaue Adressen, wie hier ein Briefumschlag aus Preußen, wo wie magedeburger schon schrieb, das etwas exakter gehandhabt wurde.


    Wie du siehst, war die Adresse vorbildlich (tja die Preußen!):


    Ort = Würzburg / Land = Bayern


    Straße = Bonesmühlgasse / Distrikt I
    Haus-Nr. = 290


    Natürlich gab es auch dateilierte Stadtpläne. Dort kann man noch die Adresse lokalisieren.


    1852 nennt das Adressbuch 5 Briefträger (incl. dem Oberbriefträger). Da Würzburg 5 Distrikte hatte wäre rein rechnerisch jeder Briefträger für einen Distrikt vorhanden gewesen. Und da war die Kenntniss wer wo wohnte wohl nicht so schwer. Ob die Post selbst mit den Adressbüchern ausgestattet war, dafür habe ich noch keinen Nachweis gefunden.


    Noch vieles wäre zu den Adressen in Bezug auf die Stadtentwicklung, die dann seinen Niederschlag auch in den Poststempeln fand (Zusätze wie Bahnhof und Stadt oder sogar Stadtteilnamen) zu sagen. Aber das wäre ein anderes Thema - oder?


    Beste Grüße
    Luitpold

    Zitat

    Original von bayern klassisch
    die Blau - Phase (oder Violett - Phase) war in München und München Bahnhof unterschiedlich. Dort stempelte man länger in schwarz nach der Vorschrift und eben nur wenig blau-violett. Auch gab es mehrere Stempel gleichzeitig, was bei einer so großen Expedition kein Wunder ist, so dass der eine früher und der andere später erst mit der verbotenen Farbe in Berührung kam.


    Lieber bayern klassisch,


    allgemeine Frage: Warum aber verschiedene Stempeltypen - nicht immer der gleiche, sondern eine wunderbare Vielfalt, die Stempelfans wie mich entzücken :D


    Zitat

    Original von bayern klassisch
    Man brauchte aber Hunderte von Briefen mit Datum, um hier etwas wasserfest zu machen. Ich habe viel von München gesehen, aber noch keine 100 datierbare Belege mit München Bahnhof 23/24mm. Auch eine Aussage zur Häufigkeit ....


    Deshalb auch meine Frage, wieviele Sammler hier im Forum sich mit Bayern - und dann welchen Sammelthemen - beschäftigen.
    Nur ein Austausch von Belegkopien (hier im Forum als Scans - was auch schon gemacht wird) würde eine bessere Datenbasis schaffen können.


    Zitat

    Original von bayern klassisch
    Es gibt wohl ein paar Münchner Heimatsammler - die wissen aber in der Regel von vielen Sachen wenig. Wer München in der Kreuzerzeit stempelmässig sammeln will, sollte über ein mindestens 6stelliges Portofeulle verfügen. Auch viele Heimatsammler trifft dies nicht zu.
    Wollte man dann noch die VMZ und Pfennigzeit mit den Spätverwendungen bis 1950 hinzu ziehen, hätte man eine Lebensaufgabe vor sich. Dem stellen sich offenbar auch finanzkräftige Sammler nicht, weil es einfach zuviel für einen sein muss.


    Und ist finanziell ein Fiasko - siehe z.B. Erlanger-Sammlung bei SEM
    Fazit: außer viel Freude äh Speßen nix gewesen - es sei denn man findet einen Nachsammler. Ansonsten - siehe Deider - werden die Belege nur in andere Sammlungen verstreut, es beginnt sozusagen alles wieder von vorne. Gerade von München existiert viel Material, aber bei den Preisen?


    Zitat

    Original von bayern klassisch
    Da ist es mir lieber, einer kämpft auf Würzburger Ebene einen aussichtsreicheren Kampf, der in präzisen Angaben mündet und nicht die Daten von Winklers Handbuch ins 21. Jahrhundert hinein trägt..


    Da muss ich passen, denn das Vorhaben als Einzelkämpfer ist aus den oben genannten Gründen zum Scheitern verurteilt. Auch meine Versuche, eine allgemeine Basis für Stempelvergleiche in den Hauptbriefexpeditionen herzustellen (also wie war das im Jahre x in München, Nürnberg, Augsburg usw. - giibt es Parallelen) klappt irgendwie nicht. So hoffe ich auf Erdinger, er möge trotz Zeitnot irgendwann die Daten wenigstens bei dem 21a/b aktualisieren.


    Beste Grüße
    Luitpold

    Zitat

    Original von bayern klassisch
    Nach meiner Erfahrung ist er in blau bzw. blau - violett seltener als in schwarz.


    Da man keinen Aufpreis bei den Anbietern zahlen muss, sollte man ruhig bei datierten Briefen zuschlagen.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch



    Lieber bayern klassisch,


    :( :oneien: :unsicher:


    ?( da war doch die "Blau-Phase" vor allem in 72-73. Schon mal einen blauen Stempel von 1870 gesehen? Ich meine nur, die Aussage blau - violett ist seltener mit Bezug auf eine Verwendungszeit wäre für die Stempelforschung interessant. Doch hier :zZz::zZz: :zZz:scheinbar alle Sammler vor allem die Münchner - oder ?(


    Mit ;) Luitpold

    Zitat

    Original von bayern klassisch
    Hallo Bayern-Nerv,


    der kleine 24mm Stempel des Bahnhofs München ...


    Liebe Grüsse von bayern klassisch


    Nur eine bescheidene Ergänzung zum Einkreis-Stempel:


    Nach den Handbüchern von SEM und Winkler hat der Stempel einen Durchmesser von 23 mm und ist Typ Nr. 19 (siehe SEM-Handbuch Ortsstempel S. 173).


    Leider gibt Winkler nur die Verwendungszeit in Jahren an (1869 - 1873), ohne exakte Datenerfassung, wann welcher Stempel verwendet wurde - und das bei München.


    Jedenfalls ist der Stempel eine Sondertype, die zahlreich vorkommen. Exakt in die Verwendungszeit dieses Stempels fällt auch der Stempeltyp 21a/b (verwendet auch in München - im SEM-Handbuch S. 172 abgebildet), der von Erdinger erforscht wird.


    Es ist aber sehr schwer genügend Material zu bekommen für solch eine Riesenarbeit. Oftmals sind die Briefpreise für einen solchen Zweck nicht akzeptierbar (Kopien und Scans sind deshalb unerläßlich, wie eine Mitarbeit vieler Sammler).


    Da der Einkreis Mü-Bahnhof ohne Jahreszal ist (da ist er keine Ausnahme), hat man Glück, wenn - Wie bei dem Brief von Bayern-Nerv - ein Ankunftstempel mit Jahreszahl auf dem Brief zu finden ist. Es müßte sich bei seinem Brief um das Jahr 1870 handeln. Das passt in die von Winkler angegebene Verwendungszeit.


    Luitpold

    Bilder

    • Mü-Nbg-1870.jpg

    Lieber bayern klassisch,


    mit Deinem 7.111 Beitrag hast Du mir eine kleine Fingerübung in Excel verschafft.
    Also alle die als Sammelgebiet Bayern eintrugen und sich in 2010 im Forum aktiv waren habe ich mal angeschaut, es waren 57 (ich bin Nr. 58, da ich die Angabe von Sammelgebieten vermeide). Die anderen, die in 2009 usw. sich mal anmeldeten, habe ich nicht berücksichtigt (Karteileichen?). Und noch etwas Statistik:


    Der "Oberbayer" (aktivste und wichtigste User) ist:


    bayern klassisch :]> 7.112 (6,13 Beiträge pro Tag) - evtl. schon wieder etwas mehr


    und mal willkürlich als Vergleich:


    mikrokern 788 (1,04 Beiträge pro Tag)
    Bayern-Nils 2.223 (2,44 Beiträge pro Tag)
    Dienstheini 249 (0,52 Beiträge pro Tag)


    und dann noch


    Bayern-Nerv 1.296 (2,58 Beiträge pro Tag)
    bayern15 0 (0,00 Beiträge pro Tag)
    klara 398 (0,23 Beiträge pro Tag) ?( leider keine Bayerin)


    Und abschließend das Schlusslicht, ausgerechnet mit diesem Namen:


    Schwarzer-Einser 7 (0,02 Beiträge pro Tag)
    Letzte Aktivität: 03.02.2010 , 19:36


    Also die Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf IRGENDWAS - und ist rein zufällig. Wenn sich jemand dadurch gestört oder sonstwas fühlt, bitte Meldung. Lösch-Vorgang erfolgt sofort nach Bekanntwerden :D


    Mit den besten Wünschen für frohe Sammlerstunden
    Luitpold



    Nr. 59 ist Erdinger (auch ohne Sammelgebiet) - 330 (0,28 Beiträge pro Tag)

    Lieber bayern klassisch,


    ob man einem Feldpost-Brief ansieht, dass er aus Bayern/Würzburg ist? Müsste man nicht die Truppenteile kennen bzw. deren Feldpoststempel und letztendlich den Inhalt kennen (wenn denn dort stehen sollte wie "schreibe Dir aus dem wunderschönen Würzburg ...")?
    Aber wenn Du keinen hast, wer dann? Jedenfalls suche ich jetzt noch intensiver bei den Preußen!


    Beste Grüße
    Luitpold

    Hallo Dienstheini,


    vielen Dank für die freundliche Antwort. Ich wollte wissen, wieviele Bayernsammler hier im Forum aktiv sind. OK - es sind mehr als 10


    Liste ohne Anspruch auf Vollzähligkeit :D


    Bayern-Nerv
    Dienstheini
    Bayern-kreuzer
    Mikrokern
    Erdinger
    Luitpold
    VorphilaBayern
    Bayern-Nils
    mikrokern
    bayern klassisch
    kreuzer


    Wer fehlt?


    Wenn also von 170 nicht mal 10% aktiv hier zugange sind, dann hoffe ich auf die Zukunft und dass es mehr werden.


    Beste Grüße
    Luitpold

    Über den Krieg 1866 im Raum Würzburg habe ich inzwischen nachgelesen und komme zu dem Schluss, dass es keine geregelte Feldpost in diesen Tagen gab. Zudem wurde die von der Feldpost gesammelten Briefe der regulären Post zur Weiterbeförderung übergeben. In Würzburg soll so ein Annahmepostamt bestanden haben. Nachdem am Freitag, den 27. Juli 1866 die Preußen und Oldenburger die Festung Marienberg (leider auch Würzburg - jedoch richteten die Granaten kaum Schaden an) mit einer 3 stündigen Kanonade bedeckten und die geschlagenen Bundestruppen von Tauberbischofsheim (incl. der geschlagenen bayrischen Truppen von Helmstadt/Roßbrunn) sich um Würzburg drängten, herrschte etwas "Confussion". Die Bundestruppen lagerten übrigens bei Rottendorf (nicht weit von Randersacker).
    So gesehen wäre eine funktionierende Feldpost schon erstaunlich, denn es "war alles durcheinander".
    Die bayrische Post hat das nicht gestört, dass 4.000 preußische Besatzungssoldaten Würzburg vom 2. bis 22. August besetzt hielten.
    Deshalb darf ich ein Briefchen vom 9. August 1866 zeigen, dass ohne Wissen des zeitlichen Umstandes nichts außergewöhnliches ist. So aber dokumentiert es die funktionierende Post, zumal die Kriegsparteien vermieden, die Bahnlinien (Brücken) zu zerstören.


    Auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass ein Preußen-Sammler hier lesen wird, gibt es denn keine Feldpost aus dieser Zeit von preußischen Soldaten aus Würzburg? Zumindest die preußische Feldpost soll ja sehr gut organisiert gewesen sein.


    Beste Grüße
    Luitpold

    Hallo VorphilaBayern (Herr Dietl),


    vielen Dank für Ihre persönliche Antwort.


    Als ich vor Jahren dem Bund-Sammeln "auf Wiedersehen" sagte, da war schon das Sammlerinteresse für meine Heimatstadt vorgezeichnet. So stolperte ich also vorwärts in die Vergangenheit. Deshalb bin ich froh, hier Fachleute zu finden, die einem weiterhelfen. Als junger Bayern- Sammler (nicht an Lebens- sonder Sammlerjahren!) bin ich etwas gehemmt in den erlauchten Kreis der Bayern-Sammler einzutreten.
    Ich bin der klassischen ARGE beigetreten, weil Ralph Bernatz mich in jeder Hinsicht unterstützte und trotz seiner vielen Aufgaben jederzeit half.
    Deshalb bin ich auch sehr froh, dass Sie hier Ihre Belege vorstellen und ihr Wissen weitergeben. Ich denke, dass im Laufe der Zeit der Austausch über das Internet (Foren) gang und gäbe wird. So hat die ARGE Bayern jetzt immerhin eine schöne Website und vielleicht finden sich dort auch wieder Fachartikel, die dazu einladen, Bayernmarken und -Briefe zu sammeln.


    Wünsche Ihnen und allen Lesern eine gute Zeit.


    Luitpold

    Frage an ALLE BAYERNSAMMLER im Forum: wer ist denn Mitglied im "Vogel-Verein"? Beide Bayern-ARGEN haben fast gleiche Namen, deshalb dieser flapsige Begriff! Mehr als 10 Sammler werden das wohl nicht sein? Mir geht es nur um den Informationsaustausch, den in vorbildlicher Weise bayern klassisch immer wieder vorantreibt. Da finde ich es etwas irritierend wenn es bei der ARGE Bayern e.V. unter der neuen "Bavaria-Post" notiert ist: "Zum Schutz gegen Raubkopien wird die aktuelle Bavaria-Post jedoch ohne Mitgliedschaft oder festes Abo erst mit einer Verzögerung von 6 Monaten nach Erscheinen angeboten".
    Gleichzeitig wird auf die Möglichkeit hingewiesen, ohne Mitgliedschaft die BP zu abonnieren. Natürlich müssen die Unkosten für die Herstellung des Heftes bezahlt werden. Keine Frage. Jedoch, manchmal interessiert nur ein einzelner Beitrag.


    Deshalb möchte ich hier nochmal meinen herzlichen Dank aussprechen an ein sehr freundliches Mitglied, der mir nicht nur den mich interessierenden Beleg aus dem Beitrag kopierte, sonderen einen kompletten Sonderdruck (Farbkopien) anfertige und kostenlos zusandte.


    Es geht dabei um den Beitrag der Trauerbriefe (Rundbrief 24/09). Jedoch schon vorher hat bayern klassisch hier im Forum ausführlich über die Dienstbriefe mit schwarzen Rand, schwarzen Siegel informierte, die vorgeschrieben waren, wenn ein bay. König verstorben war.


    Was ich damit sagen will, ich wünsche mir mehr Austausch mit anderen Bayern-Sammler, wozu dieses Forum und allgemein das Internet beste Möglichkeiten bietet. Die Angst vor Raubkopien hilft da nicht weiter!


    Luitpold

    Zitat

    Original von Magdeburger
    Damit komme zu der Frage, was kostet dieser Stempel laut Katalog? Hier ist die spannende Frage, dass Stempel-Notierungen meiner Meinung nach allgemein gehalten ist. Eine "echte" Typen-Bewertung gibt es hierzu nicht, da hier noch viel erforscht werden kann.
    Mit freundlichem Sammlergruss Ulf


    Also mal ein Beispiel für Würzburg. Da gibt es den teuren Fahrpoststempel (bisher nur 2 x auf Aufktion gesehen). In der aktuellen Deider-Auktion ist der Brief mit 600,- ausgerufen. Hier stellt sich nur die Frage: brauche ich den Stempel - z.B. wegen "Komplettierung", weil ich eine Ausstellungssammlung aufwerten "muss".
    Eine "Erforschung des Verwendungszeitraumes" dieses Stempels ist bei wenigen erhaltenen Exemplaren nicht möglich. Wie überhaupt bei Feuser die Stempel mit den Verwendungsjahren nicht immer so ganz passen. Da ist manche Überraschung für Heimatsammler drin!
    Deshalb sind Briefhüllen (ich wiederhole mich) nicht immer negativ zu sehen. So habe ich einen Brief nur deswegen gekauft, weil es ein "Wendebrief" ist. Aufgrund der Taxierung als Porto-Fernbrief (7 Kr.) kann die Verwenungszeit zumindest eingegrenzt werden.
    Also, es kommt immer darauf an. Solange der Preis in der Kategorie "Wühlkiste" ist, immer erst mal kaufen. Altpapier ist manchmal auch schon aufgrund eines Wasserzeichens oder anderem interessant*.


    Aber das ist nur meine Meinung.


    Luitpold


    Nachsatz Magdeburger : Hallo Ulf, gibt es zu dem Siegel Informationen. Ein sehr schönes Lacksiegel - auch ein Plus für diesen schönen blauen Umschlag.

    wie wichtig ist euch ein Brief mit Inhalt? > Sehr wichtig!
    Seid ihr bereit, dafür (signifikant) mehr auszugeben als für eine "Briefhülle", die nur aus Vorderseite und Rückseite (mit Abgabestempel) besteht? > Ja!
    Wie hoch schätzt ihr einen möglichen Abschlag für entfernten Briefinhalt ein? > Kann ich nicht pauschal beantworten


    Hallo mikrokern,


    meine Vorschreiber haben schon ausführlich geantwortet, meine Antwort ist kurz und knapp. Noch zwei Bermerkungen, wenn gestattet:


    1. Feuser-Bewertung: Soweit ich mich erinnere (habe jetzt die Kataloge nicht da) gelten die Stempel-Preise nur für komplette Briefe (mit Inhalt).


    2. Nicht jeder Brief war auch ein Briefbogen, also die Doppelbogen, wo oftmals die Antwort mit drauf steht - häufig bei Dienstbriefen. Jedoch, es gibt auch "ursprüngliche" Umhüllungen, wo der Inhalt eingelegt war (z.B. Kirchenschreiben). Dann gibt es die doppelt verwendeten Hüllen (Wendebriefe). Da gibt es auch keinen Inhalt. Und dann natürlich die in der sogenannten Vorphilazeit seltenen Briefumschläge. in der Markenzeit sind sie zunehmend anzutreffen.
    Hier muss ich auch mein Leid (wie Ulf) klagen, wenn die Stempel keine Jahreszahl haben. Dann ist eine Datierung nicht möglich und eigentlich völlig uninteressant (was bei der "Preisfindung" dann entscheidend ist).


    Beste Grüße
    Luitpold

    Lieber bayern klassisch,


    dann ist der Brief falsch behandelt worden. Warum ist noch die Marke drauf?


    Oder hat man, weil das Entfernen der Marke "unthunlich" war, die Adresse vom Empfänger verlangt und hat diese dann an das vorgesetzte Bezirksamt geschickt zu weiteren Nachforschungen?


    Es können nur Vermutungen angestellt werden, Nachweise liegen - leider und wie so oft - nicht vor.


    Besten Gruß
    Luitpold

    Lieber bayern klassisch,


    bisher habe ich noch nicht aus der gekauften VO hier einene Scan eingestellt (Grund ist ja bekannt). Deshalb überlasse ich das dir ?(


    Beste Grüße
    Luitpold

    Lieber bayern klassisch,


    welche meinst Du:


    1851 S. 212 / 1852 S. 298
    1858 S. 184 - S. 407


    Fand noch dies:


    Briefe, die mit bereits abgestempelten oder sichtlich früher schon entwertheten Frankomarken in den Briefkästen sich finden, dürfen nicht abspedirt, sondern müssen sogleich mit Bericht an das vorgesetzte Bezirksamt eingesetzt werden. Werden derartige Briefe bei Revision der ankommenden Briefpackete gefunden, so sind dieselben,


    a) wenn sie im Ort verbleiben, zu bestellen, nachdem die Marke vorerst abgelöst wurde; wenn letzteres aber unthunlich, ist die Adresse vom Empfänger zu verlangen. Jene oder diese ist an das vorgesetzte Bezirksamt einzusenden, b) wenn sie über Bayern hinausgehen, mit eigenem Aviso an das nächste auf der Route gelegene Bezirks- oder Postamt zu spediren, welches den Fall zu constatiren, den Brief selbst aber sofort weiter zu befördern hat.


    Besten Gruß
    Luitpold

    Zitat

    Original von bayern klassisch
    Hierzu kann uns der belesene Luitpold eine VO zeigen, die genau diesen Tatbestand aufzeigt und wie vorzugehen war. :)
    Liebe Grüsse von bayern klassisch



    Lieber bayern klassisch,


    Du meinst sicherlich diesen Passus aus der Postordnung, der so immer wieder fortgeschrieben wurde (hier aus 1868):


    "Bereits verwendete Marken dürfen nicht wieder gebraucht werden.


    Für den Fall des Versuches der Wiederverwendung bereits gebrauchter Marken werden die Briefe, deren Marken sich als wieder verwendet erkennen lassen, nicht an ihre Bestimmung abgefertigt, sondern als unbestellbar behandelt.


    Ist zu der Vermuthung Grund gegeben, daß die verwendeten Marken nachgemacht seien oder durch Auslöschug des Entwerthungszeichens den Anschein ungebrauchter erhalten haben, so werden die damit beklebten Briefe einer näheren Prüfung behufs der Veranlassung des gerichtlichen Strafverfahrens unterzogen."


    Beste Grüße
    Luitpold