Beiträge von Kontrollratjunkie

    Viel Spaß mit den wunderschönen Marken. Ist allemal besser, als zu "quarzen" :) .


    Ich sammele Österreich auch so nebenbei, eine "Wertanlage" soll, kann und muss es nicht sein. Dafür war der Druck damals derart hochwertig, fast jede Marke ist ein Kunstwerk. Also, Lupe `raus und geniessen....


    Gruß
    KJ

    Nach der Diskussion um den Polarfahrtbeleg möchte ich doch zur Beruhigung auch einen schönen Zeppelinpostbeleg zeigen, eine Postkarte von der Deutschlandrundfahrt vom 21. - 25.06.1930.



    Die Deutschlandrundfahrt begann in Friedrichshafen und führte über München, Berlin, Hamburg und wieder Berlin zurück nach Friedrichshafen.

    Es handelt sich hier um einen Beleg der letzten Etappe, der Rückfahrt von Berlin nach Friedrichshafen.

    Der Start in Berlin erfolgte am 24.06.1930 um 21.33 Uhr und das Luftschiff landete in Friedrichshafen am Folgetag wieder um 07.06 Uhr.


    Die Karte ist portorichtig mit einer Marke der Nr. 382 (Wertstufe 1 RM der Flugpostausgabe vom 01.04.1926) freigemacht worden. Die Auflieferung erfolgte über das Postamt Berlin-Staacken 1 am 23.06.1930 um 15-16 Uhr (Entwertung der Frankatur mit dem Postsonderstempel Berlin-Staacken "Zeppelintag") und der ebenfalls vorderseitig abgeschlagene Ankunftsstempel vom Postamt Friedrichshafen vom 25.06.1930 7-8 Uhr weist die korrekte Beförderung der Karte mit dieser Fahrt nach.


    Sieger 68 Fa

    Michel 81 a

    Noch einmal kurz postgeschichtlich zu dem Beleg. Über die Bedarfsmäßigkeit zu spekulieren verbietet sich selbstverständlich. Zeppelinpost war überwiegend Dokumentationspost und weniger Bedarfspost. Diese gibt es natürlich auch, aber das betraf meistens die Postverbindungen nach Südamerika.


    Bei dem vorgestellten Beleg handelt es sich um einen Brief mit Aufgabe in Berlin - Staacken am 25.07.1931, die Ankunft des Beleges auf dem Eisbrecher "Malygin", mit dem ein Treffen vereinbart wurde, fand am 27.07.1931 um 18:30 Uhr statt.

    Dann wurde der Retour-Vermerk angebracht und der Brief offensichtlich vom Eisbrecher übernommen und anschließend über Moskau (Stempel vom 26.08.1931) nach Berlin zurück geschickt.


    Die notwendigen Stempel sind auf dem Brief angebracht und ich halte ihn für echt, soweit man das am Scan beurteilen kann. Allerdings sollte der Brief überfrankiert sein, denn m.E. reichte ein Porto von 4 RM für diese Etappe aus. Zumindest ist mein Beleg nur mit der Mi.Nr. 458 frankiert.


    An dem schlechten Scan kann ich es nicht genau erkennen, aber du solltest noch nach dem Aufdruckplattenfehler I "Ohne Bindestrich nach POLAR" schauen. Dieser Plattenfehler kommt bei allen Wertstufen einmal im Bogen auf Feld 41 einer Teilauflage vor.


    Folgende Katalognummern sollten passen:

    Sieger 119 H

    Michel 203 b


    Meine etwas laxe Bewertung mit "Zustand 3-4" bezieht sich auf folgende Mängel, die am Scan erkennbar sind:

    - (stock)fleckige Marken und Umschlag

    - Eckfehler am Brief rechts oben

    - Einriss im Brief rechter Rand

    - Öffnungsmängel


    Die meisten Zeppelinpostsammler sind Ästheten und wünschen sich saubere Belege. Es sei denn, es gibt Gründe für die schlechte Erhaltung. Dabei ist vor allem an die Katastrophenpost des LZ 129 "Hindenburg" von der Lakehurst-Katastrophe zu denken. Dieser Unfall wird dir bekannt sein.


    Wie man deinen Beleg bewerten soll, hängt ganz von den Vorstellungen der Käufer und Verkäufer ab und davon, welche Ansprüche an den Beleg gestellt werden. Ehrlich gesagt würde ich den Brief mit den beschriebenen Mängeln nicht erwerben. Dafür gibt es genug gut erhaltene Stücke der Polarfahrt.


    Beste Grüße vom Zeppelinpostfreund KJ

    Mein heutiger Beitrag ist ein Beleg in Form eines Fernbriefes, der in der Poststelle II "Graupzig über Lommatzsch (Bz Dresden)" aufgegeben wurde. Die Entwertung der Frankatur erfolgte im zuständigen Leitpostamt Lommatzsch Land am 27.04.1948.


    Der Brief wurde portorichtig mit einer Einzelfrankatur der Nr. 951 a freigemacht.


    Die Bedeutung der Felder stehen doch dabei.
    Es handelt sich zum einen um das andere, das liegende Wasserzeichen der Heuss-Marken aus den MH und dann um den Heuss Lumogen-Satz, also die Versuchsauflage mit den leuchtenden Zusatzstoffen im Papier, die das damals im Versuchsstadium befindliche automatische Erkennungssystem des PTZ Darmstadt testen sollte.


    Im Michel werden diese Varianten auch entsprechend gelistet.


    Gruß
    KJ

    Abgesehen vom Zustand 3-4 sieht der Brief auf den ersten Blick in Ordnung aus.

    Ich müsste dann noch einmal in die Literatur schauen, ob Frankatur, Stempel und Bestätigungen zusammen passen.


    Was möchtest du denn genau zu dem Stück wissen ?

    Die Gummiriffelung (Brechung der Gummierung) dient dazu, dass sich die Druckergebnisse hinterher nicht aufrollen. Diese Brechung wurde nach dem Trocknen durch Walzen vorgenommen, in waagerechter oder senkrechter Richtung.


    Mit den Fliesenarbeiten kenne ich mich nicht aus, kann also da keinen Vergleich zur Hilfe ziehen ;) .


    Gruß
    KJ

    Mein heutiger Beleg zeigt einen Fernbrief, der in der Poststelle II "Leupahn über Rochlitz (Sachs.)" aufgegeben wurde. Die Abstempelung des Briefes erfolgte im zuständigen Leitpostamt Rochlitz (Sachs) am 08.09.1947 mit einem schönen Werbestempel.


    Der Beleg wurde portorichtig mit einer Mehrfachfrankatur durch zwei Nr. 947 freigemacht.


    M.E. war der Höhepunkt in der Zeit 1981-1985, da stand der Posthornsatz postfrisch nackt mit 9000 DM im Michel und man war froh, wenn der Händler "fette" 20 % Nachlass gewährte.

    Ich denke auch, dass nicht nur die geringere Nachfrage das Problem war, sondern vor allem die irre Spekulation. Heinemann 50 Pf, Springreiter, Oly-Blocks, FIP-Kleinbogen und wie die "Raritäten" alle hießen. Es war und ist alles Massenware und hat den Markt damals nachhaltig zerstört.


    Später passierte das gleiche mit den Telefonkarten, aber das ist ein anderes Thema.


    Gruß
    KJ

    Das Wichtigste bei der Philatelie ist die Literatur, vor allem bei den Abstempelungen.

    Und es gibt bei den Fälschungen nichts, was es nicht gibt. Selbst Marken im Katalogwert von unter einem Euro werden gefälscht. es gibt keine absolute Sicherheit nach dem Motto, unter 10, 50 oder 100 EUR Katalogwert ist alles echt.


    Gruß
    KJ

    Die Oppelner Notausgabe von Oberschlesien ist wohl eine der meistgefälschten Ausgaben überhaupt. Auch vorhandene Prüfzeichen weisen sich oft als Verfälschungen aus. Darüber klärt auch schon der entsprechende Hinweistext im Michel auf.

    Ein guter Scan der betreffenden Marken von Vorder- und Rückseite könnte vielleicht schon weiter helfen.
    Ansonsten bleibt nur die Vorlage bei zuständigen Mitglied des BPP, das ist Herr Gruber.


    Gruß
    KJ

    Dann zum Feierabend noch schnell einen weiteren Beleg aus dem Sächsischen, hier einen Fernbrief nach Berlin W 15, der in der Poststelle II "Spreetal über Hoyerswerda" aufgegeben wurde. Die Entwertung der Frankatur erfolgte im zuständigen Leitpostamt (10) Hoyerswerda am 29.05.1947.


    Der Brief wurde portorichtig mit einer Einzelfrankatur der Nr. 925 a freigemacht.