Beiträge von Nimrod

    Jetzt stelle ich mir ´mal mit Schrecken vor, wie irgendwelche Pappnasen mit dickem Filzstift ihre Sperati´s markieren.


    Sorry, aber Marken als echt, oder falsch zu stempeln sollte meiner Meinung nach nur Prüfern vorbehalten sein. Alles andere ist dumme Zerstörung historischer Belege (ob nun Original, oder Fälschung).

    Das System beinhaltet einen Wertindex (von 1-200) und einen Beliebtheitsindex. Die Werte werden einfach multipliziert. Also ebenso wie im Abstempelungshandbuch 1850-67 vom Müller. Für die Abstempelungen auf Vorphilabriefen gibt er den Wert von 1959 an...1 Punkt entspricht 6 Centes, oder 25 Schweizer Centimes, oder 1 1/2 Österr. Schillinge. Um es Dir einfacher zu machen: 1976 kostete mich eine Wurstsemmel ca. 4 Schilling (mit Gurkerl) ;-)


    Tatsächlich ist es aber heute so, daß Vorphilabriefe ganz anders bewertet werden. Wien13 und Bernie können Dir hierzu sicher etwas erzählen.

    Innsbruck: schwer zu sagen....schaut vom Druck eher wie eine 1a3 aus...aber wichtige Details überstempelt....daher auch 1a2 und 1b möglich. Jedenfalls keine u.M. sondern verbrauchte Platte und / oder pastöser Druck.


    Triest: wahrscheinlich 1a3 pastöser Druck...keine u.M.


    Temesvar: klare IIb mit schwach u.M.

    Quasi alle Marken haben einen Katalogwert, aber nur wenige einen Realwert! Liebhaberwert ist wieder etwas anderes. Für den einen ist´s ein billiger aber hübscher Schmetterling aus der Wühlkiste, für den anderen eine seltene Marke in besonderer Erhaltung. Wenn Du finanz. Schnäppchen bei Briefmarken machen willst (das geht auch), dann brauchst Du a) ein Sammelgebiet in dem Du Dich top auskennst (also Literatur anschaffen und Erfahrungen sammeln (...dauert Jahre), b) verschiedene Bezugsquellen und c) Absatzmöglichkeiten.


    Für den Anfang versuche es ´mal zu schaffen, daß sich Dein Hobby von selber finanziert: Also Ausgaben und Einnahmen halten sich die Waage.....viel Glück dabei.

    ad Tina:


    1. Tip: suche einen Verein und Tauschpartner.
    2. Tip: gib für billige Marken kein nennenswertes Geld aus.
    3. Tip: Der relative Kaufpreis einer Sondermarken aus einer kg-Wühlkisten liegt bei viellleicht 0.001 Cent per Stück.
    4. Tip: wenn Du Dein Gebiet gefunden hast, dann besorge Dir auch Literatur, Literatur, Literatur!
    5. Tip: abseits von Vereinen und Tauschpartnern sind echte Auktionshäuser und ebay gute Quellen. Lieber mal 150 Euro für eine Sammlung ausgeben, als jede billige Marke einzeln zu kaufen.
    6. Tip: weniger ist mehr....achte auf Qualität. Zentrische, saubere Stempel auf einer guten Marke.
    7. Tip: Hände weg von philatel. "gemachtem" Material.
    8. Tip: Klassik läßt sich immer wieder verkaufen / tauschen.
    9. Tip: Lernen! Informiere Dich hier im Forum und lies mit.

    Übereinstimmend mit asmodeus´s Empfehlung...der Ferchenbauer 2000 ist ausreichend. Ich finde ihn sogar praktischer als den neuen 4-teiligen Ferchenbauer und werde bei Gelegenheit wieder "down-graden" (wie´s so schön auf Denglisch heißt). Non-plus ultra...darüber kann man streiten...aber er ist zweifelsohne sehr gut und immerhin das Standartwerk, welches in jedes Ö.-Klassik-Sammler Regal gehört.


    Müllers Buch über die Entwertungen ist Pflicht...versuche unbedingt das Buch zu bekommen. Der Ryan ist schön und gut, aber auch teuer und selten. Darüberhinaus behandelt er nur die ungarischen Abstempelungen auf den Ö.-Klassik Marken. Der Klein setzt erst ab 1867 an und ist darum nur ein Muß für jene Sammler, welche sich auf die Abstempelungen jener späteren Ausgaben spezialisieren.


    Empfehlenswert ist der Kainbacher, um die Struktur der Plattierung der 1850/54 Ausgaben vorgestellt zu bekommen. Die selbe Thematik behandeln Huber / Wessely / Dirnberger. Kolbe, De Frank, einige Müller-Bücher und das Heft von Ladurner sind antiquiert und nur aus historischem Interesse für Spezialisten interessant.


    Für die 9 Kreuzer Type I Plattierung ist der Magistris Pfllicht. Als Alternative gilt der Frey (welcher jedoch längst durch den Magistris abgelöst ist).


    Fazit:


    Meine Reihung für 1850/54 Sammler wäre daher 1. Ferchenbauer 2000, 2. Müller-Entwertungen, 3. Magistris, 4. Kainbacher, 5. Huber / Wessely, 6. alles andere


    Für den Bereich welcher auch die 2. - 5. Markenausgabe einschließt: Ferchenbauer.


    Für den Bereich ab der 5. Ausgabe: Ferchenbauer und Klein.


    Für den Bereich ab 1919/20: ANK


    Hoffe, Dir damit geholfen zu haben. Eine kleine Zusammenfassung findest Du übrigens hier


    http://www.philaforum.com/forum/thread.php?threadid=9577

    Zu den oben erwähnten fünf Bänden der Great Britain Philatelic Society (The Plating of the Penny) bzw. anderer Literatur wie Statham, Seymour, Osborn, usw. kann Dir asmodeus sehr viel mehr sagen. Der Litchfiled ist für die Blacks sehr gut und ich kann ihn uneingeschränkt empfehlen. Trotzdem sollte man auch auf die andere Literatur zurückgreifen (bei der Nr. 3 ist man ohnehin auf das System von Brown-Fischer angewiesen), weil immer wieder schwierige Stücke vorkommen, welche sich nur durch den Vergleich der Literatur sicher bestimmen lassen.


    Zu den Kosten: Die Black-Sammlung ist bei mir sehr dynamisch und schwankt immer zwischen 25 und 50 Stück: Es kommen und gehen permanent Marken (status quo ist derzeit auf den Bildern zu sehen). Problemkinder sind natürlich die Platten 1a, 10 und 11. Der Zukauf, Tausch und Verkauf hält sich die Waage, sodaß sich auch ohne exorbitante Investitionen nach und nach eine interessante Sammlung aufbauen läßt. Der Aufbau einer Nr. 3 Sammlung ist hingegen deutlich Investitionsbedürftiger und schlechter zu kalkulieren. Mal bekommt man große Mengen günstigen Materials, dann wieder nur Einzelstücke zu grenzwertigen Preisen.

    Von den Merkuren gibt es unterschiedliche Neudrucke mit ebenso unterschiedlichen Katalogpreisen. Besonders die Gummierung und das Papier sind für die korrekte Zuordnung entscheidend. Aus der Distanz läßt sich daher keine genaue Bestimmung durchführen. Je nach Neudruck sind Preise bis zu mehreren Hundert Euro Kat-Preis möglich z.B.: 1866er Neudruck. Der Realwert ist deutlich tiefer anzusetzen. Der 1904er Neudruck liegt beispielsweise vom Realpreis nur im Cent-Bereich für Falzware.


    Zum Album: vorerst nichts herausnehmen, einfach gute Übersichtsfotos bzw. Scans herstellen und hier zeigen. Für manche Einzelmarken kann man sehr gute Preise erzielen (z.B.: ein besonderer Stempel, eine besondere Type, Farbe, usw.); Besonderheiten, welche meist nicht im Michel-Katalog, oder ANK beschrieben sind. Laß einfach ´mal die hiesigen Spezialisten Deine Bilder sehen. Wir werden Dich beraten, wenn wir einen Überblick haben.

    Die gelbe, rote und rosa Merkur sind Neudrucke. Bei der blauen Merkur habe ich den Verdacht, daß es sich ebenfalls um einen verfälschten Neudruck handelt.


    PS:Tixo....wahrscheinlich ein gewöhnlicher Pergamin-Falz...nicht entfernen!

    Es ist eine Type II (sieht man auch an dem schwarzen Fleck in der Medaillon-Einfassung oben links) und der rote Wien-Stempel ist häufig auf dieser Marke. Der Ferchenbauer bewertet diese Marke mit rotem Stempel mit 290.-- Euro. Bei einem anderen Stempel könnte man einen "Stempelzuschlag" rechnen...aber nicht hier.


    Zudem ist das gute Stück ziemlich dezentriert, was wohl nicht gerade zu einem besseren Kat-Preis beitragen wird (weitaus stärkere Dezentrierung wäre wiederum etwas anderes). Handelspreis wird wohl so bei 40-50 Euro liegen.

    Die Zeichnung der Ecken ist völlig falsch und unterscheidet sich von Neudruck und Original. Ein Original wäre zudem in Type I. Diese Marke deutet jedoch eine Type II an (Kronenband über dem linken Adlerschnabel weht frei). Type II wäre Neudruck...aber hier ist´s einfach nur eine Fälschung. Sorry...

    Die grauen Zeitungs-Marken findest Du unter Jugoslawien (Slovenien 1919). Der rosa Kaiserkopf stammt von einem Ganzsachenausschnitt (Ungarn). Diese 1871er Marken gibt´s gezähnt in Steindruck und Kupferdruck. Wobei insbes. die Steindrucke in sehr guter Qualität gefragt und teuer sind. Den Rest werden Dir die anderen erklären.