Beiträge von bernhard

    Hallo Vogelfuchs,


    das Richter-Handbuch ist schon gut, aber es bringt dir eigentlich keine neuen Informationen. Mehr wie zuvor aufgeführt steht nicht drin! Auch ist kein Stempel von Marlow abgebildet.

    Aus einem älteren Werk aus 1971, Heinz Büchner, Beiträge zur Postgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns, lassen sich wesentlich mehr Informationen zur allgemeinen Postgeschichte in Mecklenburg-Vorpommerns ziehen, die letztendlich auch der Heimatsammlung zugute kommen. Zu Marlow gibt es eine Abbildung: Karte mit Handrollstempel "c" vom 29.9.45.


    Auf meinem Rechner habe ich die nachfolgende Abbildung mit sehr frühem Nachkriegs-Datum vom 7.7.45 gefunden.

    Im Schnellbacher-Katalog ist der b-Stempel mit Frühdatum vom 13.2.45 gelistet.

    In meinen Beständen schaue ich demnächst mal nach.



    Gruß, Bernhard

    Hallo Vogelfuchs,


    hier ein Auszug aus Richter: Mecklenburg-Vorpommern die Stempel der Postämter, Zweigpostämter und Poststellen 1945 - 1952:


    "Nach einem Bericht des Postamtes Marlow war dieses PA seit dem 23.6.1945 wieder Dienstbereit."


    Aufgeführt werden die folgenden 3 Stempel:


    (3) Marlow (Meckl) / a 12.46 - 10.50 3P(unkte)

    (3) Marlow (Meckl) / b 08.45 - 10.51 2P

    Marlow (Meckl) / c 09.45 - 02.46 4P



    Gruß, Bernhard

    Zitat

    Original von bernhard
    ...... Späte Post muß man eigentlich im Zusammenhang mit der Besetzung des entsprechenden Gebietes sehen. Allgemein sind März-Daten noch relativ häufig, April-Daten schon seltener, Mai-Daten sehr selten.


    Auf diesen Umstand habe ich ja schon in einem der vorherigen Beiträge hingewiesen. Selbstverständlich wäre so ein Dokumentation interessant!


    Gruß, bernhard

    Hallo harweg,
    bei den Stempeln von Erfurt gab es keine Zusätze. Ich nehme an im Briefumschlag lag etwas "erhabenes". Das zu sehende "schwärzliche" sind die Frässpuren der zurückgesetzten Fläche des Stempels, die durch das abrollen des Maschinenstempels auf dieser erhabenen Stelle nun sichtbar wurden.


    Gruß, bernhard


    Hallo upsosta,
    das kann man so nicht stehen lassen!


    Es wurde praktisch alles bei der Post übernommen bzw. weitergeführt, nur die Nazisymbole mußten entfernt. Hitlerbriefmarken waren verboten, durften Gebietsweise nur noch unkenntlich gemacht weiterverwendet werden.


    Der Postverkehr war bereits vor Kriegsende in den befreiten Gebieten verboten (wie auch die Zeitungen). Diese mussten natürlich Schritt für Schritt "wiedereingeführt" werden.


    Die alten Dienstanweisungen wurden sogar lange danach noch einfach nachgedruckt. Es wurde höchtens mal eine Anweisung geändert oder entfiel. Wo sollten auch plötzlich neue Bücher und sonstiges Material herkommen? Und warum auch?


    Wenn die SMAD jede Vefügung und jede Anweisungen in den Dienstwerken der Post ausdrücklich genemigt oder wiedereingeführt hätte, hätte der Postverkehr nicht so früh in 1945 wieder beginnen können.


    In Bezug auf die PLZ kann es sicherlich sein, dass überlegt wurde ob diese noch Sinn machen. Schriftliches wäre aber eher bei einer Ablehnung entstanden. Es wurde in div. Bekanntmachung z.T. erwähnt, dass die PLZ Gültigkeit haben, doch gibt es hier - genauso wie bei der Wiedereröffnung des Postverkehrs- kein einheitliches Datum. Vieles lief hier zuerst auf lokaler Ebene, bis die zuständigen Postdirektionen wieder erreichbar waren bzw. erst mal wieder gebildet wurden.


    Gruß,
    Bernhard

    Hallo uposta,


    wie geschrieben, wurden bereits vor Kriegsende Stempel mit PLZ hergestellt.


    a) neue Tagesstempel mit integrierter PLZ (symetrisches Stempelbild)
    b) mit nachträglich in den Tagesstempel eingefügter PLZ, also aptiert (asymetrisches Stempelbild)


    Beide Typen, also a) und b) wurden nach dem Krieg unverändert weiterverwendet.
    In der Nachkriegszeit wurden bis ca. Mitte 1950 ebenfalls neue Stempel mit PLZ hergestellt, wie auch Aptierungen vorgenommen. Also die gleichen Typen wie unter a) und b) aufgeführt.


    Da die PLZ nach dem Krieg nicht abgeschafft wurden, blieben auch die Vorschriften für dei Herstellung der Stempel davon unberührt. Es bedurfte daher keiner zusätzlichen Verfügung.


    Allenfalls kurz nach Kriegsende war die Weiterverwendung der PLZ in manchen Gebieten unklar. Jedoch sind in diesem Zeitraum nur wenige Stempel hergestellt worden, Fertigungsmöglichkeiten, Materialmangel usw. Es gab in der unmittelbaren Nachkriegszeit einfach wichtiger Dinge wie Poststempel.


    Gruß,
    Bernhard

    Hallo Uposta,
    die Postleitzahlen wurden bereits ab Frühjahr 1944 in den Poststempeln eingefügt. Bis Kriegsende sind die meisten Stempel jedoch aufgrund von Personal- und Materialmangel noch ohne PLZ geblieben. Unter SBZ-Zeit wurden weitere Stempel mit der PLZ ausgestattet. 1950 wurde die PLZ auf dem Gebiet der DDR wieder abgschafft.


    Gruß,
    Bernhard

    Hallo Barbarossa,


    nachfolgendes habe ich auch erst bei Düst/Eich, die deutschen Post- und Absenderfreistempel Band 2 nachgelesen. Mein Interesse bei Nachkriegs-AFS beschränkt sich nur bis zu den 50er Jahren.


    Hasler und Satas kamen durch die Rückgliederung des Saarlandes 1957 auf den deutschen Markt. Ob das gleichzeitig eine allgemeine Zulassung für das gesamte Bundesgebiet war kann ich aus dem Stehgreif nicht beantworten.


    ab 1964 Pitney Bowes, 1969 Frama und Neopost, 1974 Rena, 1978 Krag ...


    Gruß
    bernhard

    Hallo Barbarossa,


    bis kriegsende gab es an Neuzulassungen nur deutsche Hersteller, Francotyp (Firmen Anker, Bielefeld und Bafra, Berlin) war hier Marktbeherschend. Ein zweiter Hersteller (Komusina, Karlsruhe) ging 1931 in Konkurs, der dritte Hersteller (Freistempler-Gesellschaft, Frankfurt) begann erst 1938 mit dem Markteintritt.


    In den besetzten und dann eingedeutschten Gebieten gab es ausländische Fabrikate, die z.T. nur kurzzeitig im Gebrauch waren; teilweise (in Luxemburg) auch eine begrenzte Zulassung erhielten.
    Es gab also keine Neuzulassungen ausländischer Fabrikate, nur genehmigte Weiterverwendungen mit Auflagen.


    Absenderfreistempel Luxemburg


    Gruß
    bernhard

    Hallo,
    die Betreuung des "Bayartz-Archivs" wurde von Herrn Gerd Eich übernommen. Eine Anforderung von Kopien ist kostenpflichtig, 50 Ct/pro DIN A4-Seite. Auf dieser Seite sind dann 1-5 Abbildungen untergebracht. Für Heimatsammler lohnt sich das aber auf jeden Fall. Kontakt kann ich vermitteln, oder kann - wie schon TomWolf_de schrieb - über die FG-Homepage () erfolgen.


    Gruß,
    bernhard

    Hallo Concordia CA,
    danke erstmal für die Abbildungen, das Bild wird jetzt klarer!


    Ich habe nochmals etwas in der Literatur gewühlt und bin bei Kohlhass/Riese, „Die Halbstempelmaschinen Universal und Standard“, 2010, fündig geworden.


    Auf S. 72 findet sich der Hinweis, dass 1913 in Österreich Versuche mit einer IPSC Maschine abliefen, abgebildet ist ein Stempel „9/4 Wien 68 *78*“ mit Datum 17.VI.1912. Ob es sich dabei um eine Flier-Maschine oder um die kleineren Typen „S“ oder „L“ handelt, geht allerdings nicht daraus hervor.


    Auf Seite 176 wird es dann interessanter, es wird ein 1934 in der Sammler-Woche erschienener Artikels von E. KUBALEK über "die postseitige Barfreimachung in Österreich" zitiert.


    „… Seit März 1930 steht außerdem beim Postamt Wien 1 noch eine englische (?, Anmerkung durch Bernhard) Freistempelmaschine, System Flier, in Verwendung. Derzeit verwendet die österreichische Post insgesamt 26 Maschinen für die Barfreimachung von Massensendungen (24 Francotypmaschinen, 1 Bachrach-Harfner, 1 Flier).“


    Diese Aussagen beziehen sich nur auf die Postfreistempelmaschinen! Sie bestätigen das bisher gesagte über die Verwendung einer einzigen Flier zur Barfreimachung, zumindest bis 1934.


    Gruß
    Bernhard

    Concordia CA


    Dein Beleg beweist, dass in Wien mehrere Flier-Maschinen im Einsatz waren. Zum Teil als Postfreistempel und zum Teil als normaler Maschinenstempel. In 1930-31 war der im Einsatz befindliche Postfreistempel (UB 4) ebenfalls 3-zeilig ausgeführt, jedoch die Uhrzeitangabe fehlte, wie bei Postfreistempeln üblich.
    Ob diese Maschine dann umgebaut wurde oder durch eine neue Maschine ersetzt wurde kann ich nicht beurteilen. Auf jedenfall ist spätestens ab Juli 1931 dann der bereits gezeigte Postfreistenmpel mit UB 4f in Verwendung.


    Offenbar wurden später weitere Maschinen zu Postfreistempel-Maschinen umgerüstet. Dies würde auch das plötzliche Auftauchen der Maschinen mit UB b, d und e in 1940 erklären.


    Leider habe ich keine Literatur zu den österreichischen Maschinenstempeln die ich mit den Daten der Postfreistempel abgleichen könnte.


    Nach dem jetzigen Kentnissstand wurden ab 1940 offenbar 3 Flier-Maschinen als Postfreistempel genutzt. Ob parallel noch weitere Maschinen zur Markenetwertung genutzt wurden wäre noch zu klären.


    Ich hoffe auf weitere Mithilfe!


    Ein paar schöne Ostertage!
    Bernhard

    Hallo,
    das ist ein Abschlag einer Flier-Maschine! Nachstehender Scan zeit die Verwendung in 1933 mit österreichischem Wertrahmen.


    Flier-Maschinen wurden nur in Wien verwendet, außerhalb Wien ist in der Literatur bisher kein Abschlag bekannt. Literatur: Otto Gleixner, Katalog der österreichischen Post- und Absenderfreistempel, 1990; Schneider/ Pelikan, 75 Jahre Freistempel in Österreich, 1997.


    Ab 1930 bis 1939 werden nur 1 Maschine in versch. Typen aufgeführt. Ab 1940 werden 3 versch. Tagesstempel für diese Maschine aufgeführt (UB b.d und e).


    Es ist also noch genug Klärungsbedarf zu dieser Maschine!


    siehe auch hier:


    Gruß
    Bernhard


    Die Erklärung: Der Sonderstempel wurde mit feststehendem Datum 31.7.44 graviert. Bei der seinerzeit üblichen Nachverwendung von 2 Monaten konnte er mit diesem Datum auch auf später ausgegebenen Ausgaben abgeschlagen werden.


    Gruß
    bernhard

    Hallo mars,
    der ganze Vorgang nennt sich Barfrankatur. Es ist eine Notmaßnahme bei Briefmarkenmangel. Notstempel sind prov. Stempel für fehlende Tagesstempel.


    Dein gezeigter Stempel wertet im Handbuch von Richter 50,- DM. Dies ist eine relativ hohe Bewertung. Verwendungszeit sind die Zeiträume 2 und 3. In Berlin wurde seltener zur Barfrankatur gegriffen.



    Viele Grüße!
    bernhard

    Der Stempel Leipzig N24 h ist leider häufig rückdatiert verwendet worden.
    In der Nähe des PA N24 waren mehrere Briefmarkenhändler angesiedelt die sich hier mithilfe eines gefälligen Postbeamten ihre Belege "aufwerten" ließen.


    Quellen:
    - Phil. Machenschaften aus Leipzig N24. DBZ 1/1982 Seite 71-73
    - Paul Flemming: Studie über die Leipziger "Reichsmessestadt"-Stempel in unveräderter- und aptierter Form nach dem 2. Weltkrieg (Titel gekürzt), ohne Jahresangabe (aus den 80er Jahren)


    Gruß
    Bernhard

    Zitat

    Original von Totalo-Flauti
    Liebe Sammlerfreunde,


    ich kann hier auch noch einen ähnlichen Handstempel (22mm) vom Leipziger Scheckamt zeigen.


    Gruss Totalo-Flauti


    Hallo,
    das sind Eingangsstempel von Postscheckämter für Zahlungsbelege, diese wurden standardmäßig mit dem kleinen Durchmesser von 22 mm ausgeführt (wg. der kleinen Formulare). Diese Stempel wurden auf jedenfall maschinell (=Maschinenstempel) aufgebracht.