Beiträge von oisch

    Wie narnia2009 richtig schreibt, wurden die "privaten" Lochungen von den betreffenden Firmen selbst mittels Handstanzen oder entsprechenden Perforationmaschinen hergestellt. Postfrische Marken mit Firmenlochungen sind so gut wie nicht auf dem Markt, Perfins werden dementsprechend gestempelt oder noch besser auf Beleg gesammelt, wodurch eine eindeutige Zuordnung zu den jeweiligen Unternehmen möglich ist.

    Postfrische Lochungen, wie der im Beitrag #26 zitierte Bogen bei ebay stammen dagegen überwiegend von Behörden (im vorliegenden Fall vom Berliner Magistrat oder die Eisenbahndienstmarken von Bayern mit eingelochtem "E"). Solche postfrischen offiziellen Lochungen wurden mitunter nach Gültigkeitsende an Händler oder Sammler verkauft.


    Nachdem Perfins lange Zeit als defekte Marken von den meisten Sammlern verschmäht wurden, hat sich das Sammeln von Firmenlochungen in den letzten Jahren sehr gut entwickelt, was sich nicht zuletzt auch in der Wertentwicklung ausdrückt.


    So wurde bei ebay ein Posten von 119 bayerischen Firmenlochungen für knapp 70 € zugeschlagen

    (https://www.ebay.de/itm/Bayern…id=p2047675.m43663.l10137), die entsprechenden Marken ohne Lochung hätten vermutlich keine 10 € eingebracht. Beim Dt. Reich siehts preislich noch etwas günstiger aus, aber auch hier ziehen die Preise langsam an. Mit zunehmender Verbreitung der Frankiermaschinen wurden Firmenlochungen überflüssig und verschwanden allmählich aus dem Postalltag. Bei Bund / Berlin kommen dementsprechend nur noch wenige vor.

    Ich fang mal mit der letzten Frage an.


    Die Postexpedition Eitensheim mit der Nr. 695 wurde am 01.01.1861 eröffnet, die Angabe Sem + 65 für lose gestempelte Marken trifft zu.


    Es dürfte sich um eine Marke der Platte 5 handeln. In dem kürzlich erschienenen Buch "Die Platten der 3 Kreuzer blau (Bayern Nr. 2)" von W. Frieauff und K. Kleinhenz steht auf S. 65:


    "Spätestens ab der Mühlradnummer 659 Pfaffenhausen (eröffnet am 01.10.1860) bakmen die Postexpeditionen als Erstausstattung Marken von Platte 5 zur Verfügung gestellt"


    Die Marke stammt vom linken Seitenrand.


    Das Buch von J. Vogel habe ich nicht und kann auch nichts zu den Randlinienspalten sagen.


    Gruß oisch

    Die Verwendung von Ganzsachenausschnitten war nicht zugelassen.


    Mit der Wiederaufnahme des Postbetriebes nach dem Kriege galten zunächst die bestehenden Rechtsvorschriften und Dienstanweisungen der Deutschen Reichspost weiter. Dies betraf sowohl das Gesetz über das Postwesen des Deutschen Reiches vom 28.10.1871 als auch die Postordnung vom 30.1.1929. Bezüglich der Verwendung von GAA war im § 50 Absatz V geregelt: „Freimarkenstempel, die aus gestempelten Formblättern, Umschlägen usw. ausgeschnitten sind, dürfen nicht zum Freimachen benutzt werden.“ Mit GAA freigemachte Sendungen waren deshalb mit Nachgebühr zu belegen.


    Wurde im vorliegenden Fall wie so häufig nicht bemerkt.
    Als Beispiel einer des öfteren geübten Praxis durchaus sammelwürdig aber nicht gerade werterhöhend.


    Gruß oisch

    Hallo,


    ich hoffe meine Frage passt hierher.
    Ich habe hier ein komplettes Streifband mit 3 Heller Franz Josef
    und wüsste gerne


    1.) Michel oder ANK-Nummer
    2.) Ausgabedatum und Gültigkeit sowie
    3.) Tarifzeitraum für Versand ins Deutsche Reich


    Vielleicht hat jemand einen entsprechenden Ganzsachenkatalog und kann
    mir diese Fragen beantworten.


    Dafür schon mal herzlichen Dank


    Klaus

    Morsche,


    scheinbar garnicht so einfach.


    In der Folgeauflage des Michel-Postgebührenhandbuchs von 2004 finden sich die gleichen Angaben,
    ebenso im Michel Deutschland Spezial von 2005 (eine neuere Auflage habe ich nicht).


    SBZ ab 01.04.1946: Auslandsbriefe bis 20 g 75 Pf, höhere Gewichtsstufen sind grau unterlegt.


    Im Götz Bedarfsbriefkatalog von 1990 wird dagegen für die SBZ in Analogie zu den westlichen Besatzungszonen das gesamte Spektrum ab 01.04.1946 angegeben, also - 20 g 75 Pf und darüber + 45 Pf je weitere 20 g.


    Bleibt mir nur noch der Strobel: "Die Aufnahme des Postverkehrs in Deutschland nach der Besetzung 1945-1950" (4. Auflage 1994). Demzuzfolge handelt es sich bei den obigen Angaben samt und sonders um äußerst grobe Vereinfachungen und Verallgemeinerungen, da zwischenzeitlich immer wieder einzelne Länder den Postverkehr mit Deutschland ablehnten (z.B. Finnland, Jugoslawien). Immerhin taucht hier auch der bereits von mx5schmidt zitierte 01.02.1947 als Zulassungsdatum für schwere Briefe bis 500 g unter anderem mit einem Hinweis auf ein sojwet. Schreiben auf.


    Hintergrund meiner eingangs gestellten Frage ist ein Brief (21-40 g) vom 16.08.1947 aus der SBZ in die Schweiz zu 1,20 RM, der laut oben zitierten Michel-Postgebührenhandbuch nicht zulässig gewesen wäre.


    mfG


    oisch

    Frage:


    Waren im Portozeitraum 01.03. 1946 - 14.09.1947 Auslandsbriefe der Gewichtsstufe II (> 20 g) aus der SBZ zugelassen (Porto 120 Pf) ?
    Im Michel Briefekatalog finde ich nur die Gewichtsstufe I bis 20 g zu 75 Pf


    Gruß oisch

    Hallo Totalo-Flauti,


    herzlichen Dank für die Auskunft.
    Damit lässt sich der Tarifzeitraum des von mir gezeigten Belegs (NN-Paket - 5 kg / - 75 km)
    auf den 01.03.1948 -31.12.1966 eingrenzen.
    Die gängigsten Briefgebühren der Dt. Sammelgebiete sind ja über die Mi.-Kataloge halbwegs erfasst,
    für speziellere Versandarten und Pakete ist man allerdings auf weiterführende Literatur
    (z.B. Werner Stevens) oder direkt die Postordnungen angewiesen. Ich habe mir daher auch angewöhnt, die regelmäßig von der Post verausgabten Gebührenheftchen aufzuheben


    Gruß oisch

    Guten Abend,


    ich bin auf der Suche nach den Postpaketgebühren in der SBZ bzw. in der DDR.


    Konkreter Anlass ist eine Paketkarte für ein Nachnahmepaket über 4 kg von Dresden nach Grossenhain vom 25.7.1947, frankiert mit Kontrollrat Mi.-Nr. 967. zu 1 RM.


    Tarif ab 01.03.1946 (gültig für alle Besatzungszonen)


    Paket - 5 kg / Entfernung bis 75 km = Zone 1: 60 Pf
    Nachnahmegebühr: 40 Pf


    Macht in Summe nach Adam Riese: 1 RM


    Wie lange war dieser Tarif in der SBZ bzw. später in der DDR gültig ????
    Nachnahme betrug meines Wissens bis 1991 durchgängig 40 Pf, aber wie sah es bei den reinen Paketgebühren (Gewichte / Entfernungen) aus ???


    Würde mich freuen, wenn mir hier jemand weiterhelfen könnte.


    Gruß oisch

    Hallo Andreas,


    habe die Marken noch nicht nach Qualität ausgewertet. Da aber der größte Teil papierfrei ist und das Ganze auch noch ziemlich kompakt in die Tüte gepresst ist, bleiben natürlich Beschädigungen wie Knicke (von leicht "verbeult" bis Bug) nicht aus.


    Ich habe beim letzten Jubiläumsangebot die Marken nach Serien vorsortiert (Knochen und postfrische gleich aussortiert) und den Rest - unabhängig ob mit oder ohne Papier - im Wasserbad gewaschen, getrocknet und gepresst.


    Gruß Klaus

    Habe heute Abend die Bethel Jubiläumsware erhalten und beim Umfüllen aus der Tüte in einen großen Karton mal grob gesichtet.


    Nach dem ersten oberflächlichen Eindruck kann ich das eingehend Geschilderte absolut nicht bestätigen (900 g Heuss / Heinemann halte ich für gelinde gesagt leicht übertrieben).


    Die Ware enthielt zum größten Teil papierfreie Marken (geschätzt ca. 80 %), der Rest war auf Paketkartenabschnitten und Briefausschnitten (überwiegend kurz geschnitten).


    Zu den einzelnen Gebieten:


    Bayern ab Wappenausgabe, Luitpold, Ludwig III. und Dienstmarken (überwiegend einfache Standardwerte)


    Württemberg sehr viele Dienstmarken auf einfachem dünnen Papier


    Dt. Reich Brustschild (5 Stck mit Falz auf Rechenpapier aufgeklebt), Pfennige, Krone/Adler (alle Werte gesehen), Germania (ab Reichspost - Weimarer Republik), Infla, Reichsadler, Berühmte Deutsche (relativ wenig), Reichspräsidenten (wenig), Hindenburg, Hitler, dazu viele Dienstmarken und Perfin (Firmen-Lochungen), wenig Sondermarken


    Nach 45: Kontrollrat, AM-Post (wenig) etwas SBZ, Posthorn ( 2 x 70 Pf), Heuss (nicht nur 10 und 20 Pf) und sehr viel papierfreie Notopfer-Marken, kaum Sondermarken


    Heinemann, UV, Bauten waren auch dabei, aber vernachlässigbar.


    Ich habe aber auch keine Marienkirchen, Bund Wofa Höchstwerte der 50 ziger Jahre oder Sondermarken aus dem 3. Reich erwartet ... wer auf sowas spekuliert ist meines Erachtens etwas blauäugig.


    Was ich erwartet und auch bekommen habe ist ein riesiger Haufen Marken überwiegend vor 1955/60 mit der Aussicht auf Sortierspass hinsichtlich Wasserzeichen, Zähnungen, farben, Stempeln etc.


    Alles in allem ein Posten der mich gut über den Winter bringen wird