Beiträge von northstar

    Es ist vielleicht etwas Off-Topic, aber dennoch ein Teil der technischen Postgeschichte (Verwendung ehemaliger Postfahrzeuge)^^, den ich nicht vorenthalten wollte: heute gesichtet in SPb, pl. Ostrowskogo/Ecke Nevskij prospekt: umfunktionierter ehem. Paketwagen der DPAG.


    Erstmal herzlichen Glückwunsch zu diesem Erwerb!


    Der Aufgabeort ist Paris.


    Die Empfängerin war wohl Schülerin oder Bedienstete im Elisabethanischen Institut auf der Wasilij- Insel (Елизаветинский институт https://en.wikipedia.org/wiki/…urg_Elizabethan_Institute), einer Mädchenschule.



    Die Verschlussvignette sieht so aus, wie die Telegramm-Verschlussvignetten aus der Vorkriegszeit, nur dass die Marke im vorliegenden Fall - evtl. wg. Knappheit - halbiert wurde. Ich nehme an, dass sie wahrscheinlich nichts mit der Zensur zu tun hat.

    ich löse schon seit 5 Jahren überhaupt nichts mehr ab. Bei den von Dir gezeigten Belegen schwindet jeglicher Rest-Wert, wenn Du die Marken ablöst. Nur dadurch, dass die vollständigen Belege erhalten sind, sind sie überhaupt sammelwürdig.

    Dem kann ich mich nur anschließen. Belege weisen üblicherweise mehrere Elemente auf, die eine Aussagekraft haben und (ggf. in Kombination) für den einen oder anderen Sammler interessant sein können: Stempel, Nebenstempel, Klebezettel, Vermerke die auf die Versendungsform und die postalische und/oder sonstige amtliche Behandlung (z.B. Zoll, Zensur) hinweisen, aber auch Absender und Empfänger, Illustrationen etc.

    Bei dem Fensterbriefumschlag mit der 130 Pf Industrie & Technik könnte man einen Ausschnitt erwägen, da er außer Marke und Stempel keine weiteren Elemente aufweist. Aber auch dadurch ginge eine Aussage bzgl. der Portostufe verloren.

    Schöner, höher, größer!


    Geboren, aufgewachsen, studiert etc. in der schönsten Stadt Deutschlands (Hamburg), wohne ich seit anderthalb Jahrzehnten in einer ihrer Partnerstädte, die zugleich nördlichste Millionenstadt Europas ist und im flächenmäßig größten Land der Erde liegt.

    P.S.: noch zum Kastenstempel МЕЖДУНАРОДНОЕ (INTERNATIONAL) auf dem ersten Brief: dies ist ein Zensurstempel, der in den 1950-1960er Jahren auf abgehenden wie einkommenden Auslandssendungen abgeschlagen wurde. Auffällig sind die absichtlichen Rahmenbrüche, die eine Zuordnung zu einem bestimmten Zensor ermöglichen sollen. Es gibt hierzu mehrere Aufsätze in englischer und russischer Sprache, deren Autoren logische Schlüsse ziehen, aber keine direkten Beweise anführen (können).

    Hallo zusammen_


    jmh67 hat das meiste ja schon herausklamüsert, was bei der Schrift nicht ganz einfach ist.


    Ergänzend kann ich hinzufügen, dass es sich bei dem Ort nach dem Pokrovskij r-n (Rayon=Bezirk) um die Siedlung Kamyschovka (Камышов[ка]) handeln könnte. Die Absenderin hatte es anscheinend nicht so mit den Endungen.


    Und auch bei ihrem Namen hat sie wohl etwas ausgelassen, vermute ich: Dik Marga[rita] Fran[z]ovna. Ich nehme an, dass die Absenderin deutschstämmig war (deutsche Schreibweise des Nachnamens Dick) und ihre Vorfahren unter Katherina II. oder später eingewandert sind.

    Jetzt, wo dijaltel es sagt, sehe ich es auch: Die Stempelfragmente sind gegenläufig - bei der linken Marke steht der Stempel Kopf, bei der rechten aufrecht. Die 3 Kop.-Marke war ursprünglich sicherlich nicht auf diesem Brief und wurde anscheinend anstelle einer abgefallenen oder abgelösten Marke aufgeklebt.

    Не за что! Вот это слово Versorgungsgebührnisse (= пособие) тоже не знал (я - носитель нем. яз. :) ), пока не загуглил текст закона.


    Da nicht für! Ich kannte dieses Wort "Versorgungsgebührnisse" bis zum Ergoogeln des Gesetzestextes auch nicht

    Hallo 241264hsv-fan,


    Der Bestimmungsort ist Vecpiebalga (deutsch: Alt-Pebalg) in Lettland. Hier der Link zu einer Karte auf meshok.net mit sehr klar abgeschlagenem Stempel


    Als Namen des Zensors lese ich Калнинь. Eventuell ist es ja sogar dieser Herr.


    Der Aufgabestempel gehört zu einem Feldpostkontor (ПОЛЕВ. ПОЧТ. КОНТОРА). Eine Nr. kann ich nicht erkennen. Bei dem UB handelt es sich mMn um eine Ischiza (Ѵ). Oder der "UB" ist eine verzerrte Nr.?:/

    Den Zensurstempel auf dieser Karte aus ...? vom Juni 1915 nach Oberpalen kann ich leider nur teilweise lesen, da dieser etwas schwach abgeschlagen ist. Geprüft Militär- / zensur ....- / . Vielleicht kann northstar hier ergänzen und korrekt übersetzen (auch wegen der Abkürzung)?

    Hallo 211264hsv-fan,


    Aufgegeben wurde die Karte in Vammelsuu/ Ваммелсуу (seit 1948 Serovo), einem kleinen Ort auf der Karelischen Landenge nordöstlich von Kronstadt am Ufer des Finnischen Meerbusens.


    Der vollständige Text des Zensurstempels sollte heißen:


    Просмотрено военной цензурой […]* Кронштадтского Крепостн[ого] временн[ого] госпиталя.


    Geprüft durch die Militärzensur des [...]* Kronstädter provisorischen Festungshospitals


    *hier steht evtl. eine Nummer, die aber nicht erkennbar ist, weil an dieser Stelle der Tagesstempel zu festt abgeschlagen ist

    Zum Abschluss heute ein Brief vom Dezember 1911 von Frankfurt (Main) 1 nach Paris, Ankunftstempel PARIS – R.P. / ETRANGER, adressiert an Bertha Sjögren. Die Sjögrens reisten zwischen 1901 und 1914 fast jedes Jahr nach Paris. Absender des Briefes ist die Konzert- und Theaterdirektion Robert Knoblauch.



    Aus dem maschinengeschriebenen und von Herrn Knoblauch selbst unterzeichneten Brief kann man schließen, das Bertha wohl so eine Art Managerin für ihren Gatten gewesen ist und sich um PR und Organisation von Konzerten kümmerte.


    Heute war ich bei meiner Zustellpostfiliale (St. Petersburg 25), um einen aus Moskau eingegangen Brief abzuholen. Bei der Gelegenheit habe ich dann bei der Annahme nachgefragt, ob noch Sendungen ins Ausland - konkret auch nach Deutschland - angenommen werden. Die Dame am Schalter anwortete, dass es keine Beschränkungen gäbe, nur Sendungen in die Mongolei und einige andere Länder (die sie auf Anhieb nicht erinnern konnte) würden derzeit nicht angenommen.

    Lenin war sowohl in der sowjetischen Kunst als auch im Alltagsdesign, darunter in der Gebrauchsgraphik, ein häufiges Motiv. Die sowjetische Post war auch nicht gerade sparsam mit der Herausgabe von Marken, Ganzsachen und Sonderstempeln zum Thema Lenin und das Sammeln von entsprechendem philatelistischem Material war verbreitet.


    Aus Anlass des 150. Geburtstags von Wladimir Iljitsch eröffnete Anfang März eine Ausstellung im DK Gromov (St. Petersburg).


    Da Museen, Galerien und Ausstellungsräume aufgrund der aktuellen Umstände geschlossen sind, ist es populär geworden, sich Ausstellungen online anzusehen. Deshalb heute ein paar Screenshots aus einem Bericht über diese Ausstellung (ganzes Video:

    ) und leider keine eigenen Photos.








    Ich habe heute noch von einem russischen Händler, von dem ich etwas bei ebay gekauft hatte, die Info bekommen, dass gerade einschreiben, aber auch normale Post seit Ende März kaum noch aus dem Land kommt.

    Ich nehme an, dass für die Beförderung von Postsendungen ins/aus dem Ausland auch die Kapazitäten gewöhnlicher Passagiermaschinen und nicht nur reiner Frachtmaschinen genutzt werden, insbesondere wenn das Aufkommen nicht so hoch ist. Da gegenwärtig keine Passagierlinienflüge von der RF ins Ausland/in die RF aus dem Ausland durchgeführt werden, wird auch es auch mit der Beförderung von Post problematisch.

    Heute eine weitere Drucksache (ohne entsprechenden Vermerk, aber die Frankatur von 5 Pf. und der Inhalt weisen auf die Versendungsform hin) aus dem März 1911 von Berlin W 10 nach Stockholm mit Weiterleitung nach Knivsta (Bleistiftvermerk "Knifsta"), wo die Sjögrens 1910 eine Villa erwarben, adressiert an „Herrn Emil Sjögren |Komponist u. Organist“. Absender ist die Geschäftsstelle des Musikpädagogischen Kongresses.



    Inhalt der Sendung ist eine Einladung zum Musikpädagogischen Kongress mit Angabe des Programms,






    Unterzeichner der Einladung: Komponist Gustav Kulenkampff (https://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Kulenkampff_(Komponist).

    Ich habe spaßeshalber mal auf der Website der Russischen Post nachgeguckt - dort gibt es keine Hinweise auf Einschränkungen im internationalen Postverkehr (auch nicht mit Österreich). Die Frage aber ist, wie die Sendungen bei einer fast kompletten Einstellung des internationalen Land- und Luftverkehrs - und damit verbunden einer Unterbrechung der üblichen Beförderungswege - überhaupt transportiert werden kann.:/