Beiträge von philnum

    Hallo Larissa,


    die MiNr. 79 kann es nicht sein, weil die Inschrift "Seid einig ..." lateinisch und nicht gotisch gesetzt ist. Es ist entweder MiNr. 82 A (ohne Wasserzeichen) oder 95 A I (mit Wasserzeichen, Friedensdruck - weil gestempelt 1906).


    Die andere ist MiNr. 80B, weil es keine andere mit 25 : 16 Zähnungslöchern gab.


    Beste Sammlergrüße


    philnum

    Zitat

    Original von phila4ever
    DDR hab ich komplett, Berlin ebenfalls (fast) komplett - aber das will heut ja keiner haben. Schau dir mal als Bsp die Preise in der Bucht an für kompl. BerlinSlg im Binder..


    Zitat

    Original von phila4ever
    ... (fast) komplette Sammlung dazukaufen um die teuren Lücken zu füllen? Nicht wirklich.

    Hallo,


    bei postfrischen Sammlungen ist es hoffentlich nicht so ein Problem, aber bei gestempelten (Komplett- oder Teil-)Sammlungen sollte man sehr kritisch die Echtheit/Qualität der enthaltenen Marken beurteilen:


    Bei den Spitzenwerten und Schlüsselausgaben werden sehr gern Fälschungen und/oder II.-Wahl-Exemplare in Sammlungen verpackt, die einzeln bzw. als Satz angeboten auf einen Blick entlarvt würden und daher nicht viel bringen würden, aber den Katalogwert von Sammlungen immens erhöhen. Aus exzellenten Kollektionen werden vor einem Verkauf die sehr guten Marken sowieso entnommen, weil sie dann nicht mit der Sammlung zusammen zu nur 5 oder 10 % vom Katalogwert erbringen. sondern höhere Preise erzielen. Die entstandenen Lücken werden gegebenenfalls mit II. Wahl oder Fälschungen aufgefüllt.


    Sammlungen sind deshalb mit Vorsicht zu genießen, denn hier kauft man die berühmt-berüchtigte "Katze im Sack", wenn man nicht alles im Original unter die Lupe nehmen kann. Deshalb sind die Preise für Sammlungen auch meistens deutlich niedriger aufgrund mehr oder weniger kostspieliger Ausfälle. Vom Kauf ganzer Sammlungen - insbesondere wegen der hochwertigen Ausgaben - kann ich nur abraten, das lohnt nicht wirklich, wenn die Erhaltung nicht stimmt. Grundstocksammlungen sind dagegen meistens gut, weil hier einfache und bessere Marken schön gestempelt zu finden sind und manchmal sogar eine seltenere Variante.


    Beste Sammlergrüße


    philnum

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    Original von cybrun
    Nebenbei habe ich noch Altdeutschland und DR zu versorgen.


    Hallo cybrun,


    ganz aufgegeben habe ich meine Bund-Sammlung nicht, aber die Schwerpunkte liegen nicht im Neuheitenbereich, sondern in den frühen Ausgaben (1950er/1960er Jahre) und deren "Spezialisierung" (Wasserzeichen-Abarten, Farb- und Fluoreszenz-Typen, ggf. Plattenfehler usw.). Da ich ohnehin nur gestempelt sammle, kommen die sich ansammelnden modernen Bund-Marken einfach weiterhin ins Album und werden bei Gelegenheit - Jahrgang 2009 komplett für € 1,50 bei eBay oder so - ergänzt.


    AD und DR sind sowieso finanziell aufwendig, wenn man in einem Gebiet tendenziell Komplettheit anstrebt und sich beispielsweise nicht auf das Sichten von Germania-Massenware oder von ungebrauchten Infla-Marken beschränken will. Mir persönlich geht es auch so, dass ich mich stundenlang mit ein paar AD-Marken beschäftigen kann, weil man hier nach der Ausgabe (Typen, Platten etc.) nachguckt und dort die Stempel bestimmt. Dieser Reiz fehlt mir z. B. bei einem Wohlfahrtssatz Bund 2008, der wird einfach nur abgesteckt. Was will man auch damit anstellen?


    Beste Sammlergrüße


    philnum

    Hallo stamp-man,


    ein modernes Postamt als H0-Modell gibt es bei keinem deutschen Modelleisenbahn-Zubehörhersteller, da die Modellbahner zumeist klassische Gebäudearchitektur bevorzugen. Moderne Postämter gibt es ja auch kaum noch, da die allermeisten Filialen der Deutschen Post inzwischen bei Lebensmittel-, Schreibwaren- oder Zeitschriftenhändlern untergekommen sind.


    Guckst Du hier: FALLER, PIKO und VOLLMER. Im Übrigen sind solche Modelle leider nicht ganz billig. Da brauchst Du entweder sehr viel oder sehr gutes Tauschmaterial oder einen spendablen Weihnachtsmann. Oder Du bastelst Dir selbst eins.


    Beste Sammlergrüße


    philnum

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    Original von rainer
    Prizipell gebe ich Dir ja recht, aber der Aussage "vom Handel dem freien Verkehr entzogen" kann ich nicht so recht folgen.Sicherlich ist der Posthornsatz, ein gefülltes Portemonaie vorausgesetzt mittlerweile leicht zu beschaffen. Aber dieses war nicht immer so!


    Der Posthornsatz postfrisch und der Währungsgeschädigten-Block waren und sind eine der wenigen Bund- bzw. Berlin-Ausgaben, bei deren Verkauf ein Auktionator oder Händler für wenig Aufwand relativ viel verdienen kann. Denselben Umsatz mit Kleinkram zu machen, bringt nichts ein. Diese Kuh - den gut betuchten Sammler, den man melken kann - durch einen Ausverkauf zu markträumenden Preisen zu schlachten, wäre geschäftsschädigend. Also behält der Handel es als Hochpreisware lieber im Lager und wenn dann doch irgendwann mal ein Kunde kommt, der so viel bezahlt, lohnt es sich richtig. Das geduldige Warten auf Käufer war im übrigen das traditionelle Briefmarkenhändler-Geschäftsmodell vor "3...2...1...meins - alles muss raus, koste es, was es wolle". Bei den viel geringeren Ladenmieten und sonstigen Betriebskosten früher konnten sich Händler das Warten auf Kundschaft auch noch leisten, zumal ja auch viel mehr Kunden kauften als heute..


    Ganz bestimmt spielt bei den Preisvorstellungen mancher langjährig erfahrener Marktteilnehmer auch noch die erwähnte Hochpreisphase um 1980 eine Rolle: Wer damals solche Ware für DM 5.000 spielend verkaufen konnte (oder eben selbst gekauft hat), wird schwer einsehen wollen, dieselbe Ware nun für einen Bruchteil zu verramschen. Damals gab es allerdings nicht nur mehr Sammler als heute, sondern auch sammelnde Kleinanleger, die die "Aktie des kleinen Mannes" (= Briefmarke) kauften und auch Investoren, die Briefmarken als "Flucht in inflationssichere Sachwerte" ansahen. Diese Käuferschichten fehlen heute natürlich auch, nicht nur die Philatelisten.


    Was die gegenwärtige Preisentwicklung angeht, so ist eBay nur ein Marktsegment von verschiedenen. Volumenmäßig wird bei den Saalversteigerungen von deutschlandweit ungefähr hundert verschiedenen Auktionsfirmen viel mehr umgesetzt. Das Preisniveau in Relation zum Katalogwert liegt bei Realauktionen höher als bei eBay. Allerdings werden bei solchen Auktionen auch kaum noch Standardmaterial oder die üblichen unvollständigen 08/15-Sammlungen angeboten, allenfalls Spitzenstücke in sehr guter Qualität und werthaltige Sammlungen. Alles, was diesen Kriterien nicht entspricht (geringwertig, Mängel, unvollständige Teilsammlungen etc.), landet früher oder später bei eBay (auch mehrfach wieder aufgekocht, d. h. nach Auslese der brauchbaren Sachen wandert der Rest in die nächste Auktion usw.). Natürlich werden bei eBay durchaus auch sehr gute Sachen angeboten, aber solche pauschalen Online-Preisvergleiche hinken eben doch, weil mitunter madige, saure Äpfel im Sommer (z. B. zahnlose "Helfer der Menschheit" mit Wellenstempel) mit saftigen Birnen im Herbst (perfekt gezähnte "Helfer der Menschheit" mit Vollstempel geprüft Schlegel) verglichen werden.


    Schlussendlich muss auch ein gutes philatelistisches Wissen belohnt werden, das sich u. a. bei günstigen Einkaufen bezahlt macht. Wer als Sammler die Qualität gut beurteilen kann, Fälschungen großteils erkennt und ein Gespür für seltene oder interessante Sachen hat, wird langfristig nicht auf der Verliererseite stehen. Leider denken zu viele nur an das schnelle Geld, rechnen sich an unrealistischen Katalogwerten reich, erwerben primitivste Fälschungen und sparen an der falschen Stelle (z. B. Literatur, Prüfgebühren). Da muss man sich am Ende nicht wundern, wenn die Rechnung nicht aufgeht und nichts herauskommt.


    Grundsätzlich sollte man nur das Geld in eine Sammlung stecken, das man langfristig - im schlimmsten Fall bis zu einem Totalverlust - entbehren kann. Markensammlungen sind zwar inflationssichere Substanzwerte, aber totes Kapital, denn sie werfen keine regelmäßigen Erträge ab. Man kann darin auch nicht selbst wohnen oder sie vermieten/verpachten. € 100.000 investiert in Briefmarken sind also weder vergleichbar mit einem Wertpapierdepot in dieser Höhe noch mit einem entsprechendem Immobilienwert. Also bevor man größere Summen in Briefmarken anlegt, sollte ungefähr das Zehnfache in soliden Kapitalanlagen vorhanden sein, sonst droht der garantiert nicht lukrative Notverkauf beim kleinsten Geldbedarf.


    Pauschal kann man die Frage, welche Marken Wertstabilität versprechen, nicht beantworten und die angeführten Beispiele sind "Katalogschlager" ohne nachhaltige Substanz. In 99,9 % aller Postfrisch-Sammlungen Bund oder Berlin fehlen die Schlüsselausgaben Posthorn-Satz bzw. Währungsgeschädigten-Block in einwandfreier Qualität (ungebrauchte [gefalzte] oder Mängelexemplare gibt es auch genug). Diese Ausgaben wurden seinerzeit von vielen Sammlern verschmäht:

    • Dauerserien-Werte waren in der Vorkriegs- und Nachkriegszeit über Jahre am Postschalter erhältlich und erfahrungsgemäß alles andere als selten. Die Posthorn-Freimarken wurden hingegen recht schnell - und damit für viele Sammler überraschend - von der Heuss-Serie abgelöst, so dass sich nicht mehr alle Sammler ausreichend bevorratet haben. Außerdem war das Geld vor dem Wirtschaftswunder noch knapp und überdies wurde damals einiges Postfrisch-Material durch Falz wertgemindert. Komplettsätze Posthorn postfrisch sind trotzdem nicht wirklich selten, lediglich vom Handel dem freien Verkehr zu marktgerechten Preisen entzogen, um sie weiterhin überteuert und damit gewinnmaximierend an schmerz(vom Loch im Portemonnaie)unempfindliche Fehllisten-Lückenfüller zu verkaufen.
    • Der Berliner Währungsgeschädigten-Block war bei der Post ein Ladenhüter, weil es einen motivgleichen Satz Einzelmarken aus Bögen gab. Die häufige Wertminderung durch Falz gilt hier ebenso. Auch Berlin Bl. 1 ist nicht selten, zu Wucherpreisen überall erhältlich.

    Welche Marken sollen es nun sein? Bis 1953 kann man in einwandfreier Qualität zu +/- 10 % vom Katalogwert nicht so viel falsch machen. Es gibt Ausnahmen, für die man etwas mehr bezahlen muss. Entscheidend ist und bleibt die Erhaltung - Originalgummierung oder klar lesbare Abstempelungen, keinerlei Zahnfehler oder andere Macken. In Spitzenqualität gibt es gar nicht so viel Marken, die meisten sind mehr oder weniger mangelhaft


    Hallo,


    es handelt sich um eine MiNr. 2 II Platte 5. Als waagerechtes Paar auf Brief nach Hornberg wäre der Wert gar nicht so übel (M€ 60,-), wenn die Marken nicht dreiseitig bis ins Markenbild gerissen statt geschnitten worden wären. So hat der Beleg allenfalls posthistorischen Liebhaberwert.


    Beste Sammlergrüße


    philnum

    Hallo,


    weiß man denn, wie die Erkennung zu beanstandener Marken in den 1960er bis 1980er Jahren - insbesondere in den nicht-deutschsprachigen Ostblockstaaten - genau gehandhabt wurde? Gab es Beispielabbildungen oder so? Wurden die entsprechenden Werte der Bauwerke-Dauerserie denn auch noch in den 1980er Jahren beanstandet, als sie zwar noch frankaturgültig, aber längst aus dem gewöhnlichen Postverkehr verschwunden waren?


    Ein mit der 1985 erschienenen Heimatvertriebenen-Sondermarke und ein mit der Bundeswehr-Sondermarke freigemachter Brief an mich sind leider gar nicht zugestellt worden, sondern zurückgewiesen worden mit dem amtlichen Vermerk, dass diese Postwertzeichen gegen internationale Regelungen verstoßen. Wahrscheinlich hatte auch die Bundespost noch Vermerke angebracht, dass postgültige Marken widerrechtlich von der DDR nicht anerkannt wurden. Leider sind die Briefumschläge vom Absender nicht aufbewahrt worden.


    Beste Sammlergrüße


    philnum

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    Original von Schwarzer-Einser
    1) die Marke hat einen Stempel "Düsseldorf1" vom 15.3.49
    Sind Verwendungen ausserhalb Berlins bekannt und normal zu dieser Zeit,
    oder handelt es sich um eine Fälschung?


    Hallo Schwarzer-Einser,


    die Schwarzaufdrucke BERLIN waren bis 31.3.1949 frankaturgültig, allerdings ausschließlich in (West-)Berlin; in Westdeutschland waren lediglich die Rotaufdrucke BERLIN ab 20.1.1950 bis zu deren Gültigkeitsende am 31.1.1950 gültig (siehe MICHEL-Katalog). Demzufolge können Schwarzaufdrucke mit westdeutschen Abstempelungen nicht echt gebraucht vorkommen.


    Kannst Du bitte die Rückseite der Marke mit dem Prüfsignum mal einscannen und hier zeigen? Dann sieht man auch den Fleck.


    Beste Sammlergrüße


    philnum

    Hallo,


    der körnige, trockene Druck und die nicht eingedellte untere Rahmenlinie des Wertkästchens unten rechts sprechen für eine 2 I a.


    Angesichts eines theoretischen Katalogwertes von € 65,- sollten ein nicht ganz perfekt abgeschlagener Stempel und der einseitig etwas knapp geratene Zwergschnitt der Marke kein Grund zur Verzweiflung sein.


    Beste Sammlergrüße


    philnum

    Hallo Rostigeschiene,


    heute kann ich leider nicht Wort für Wort wiedergeben, weil mir einige Abkürzungssymbole nicht geläufig sind und der Inhalt der Briefe auch nicht von großartiger Bedeutung ist. Es handelt sich wohl um Geschäfts- bzw. genauer gesagt Frachtpapiere/Rechnungen zu Warenlieferungen:

    • Herrn J. H. Sauveur in Leuwaarden wurde am 6. Febr. 1845 von Leonard Sadée aus Cöln eine angegebene Menge Strohgeflechte übersandt, die von J. A. Dresler in Mannheim stammten und durch den Fuhrmann Hermsen von Wilder "franco" - also vom Absender bezahlt - transportiert wurden.
    • Herrn Stade in Dortmund wurde am 27. Oct. 1841 aus Cöln eine Rechnung über irgendwas (Papier?) geschickt, was wohl von einem Herrn D. van Hees in Bingen besorgt wurde, und
    • Fuhrmann Wahl überbrachte einen Korb mit 30 Flaschen Wein von Forest Fourneaux père & fils (= Vater und Sohn) aus Rheims für insgesamt 23 Silbergroschen und 110 Pfennige, wobei der Absender sich für ein Missgeschick bei der Spesenrechnung entschuldigt und rückseitig eine ausführliche Aufstellung der Frachtkosten anführt.

    Vielleicht reichen diese Informationen ja schon aus, um die Bedeutung der Briefe zu erklären.


    Beste Sammlergrüße


    philnum

    Hallo happybaba,


    Deine Kernkompetenz scheint das perfekte Gestalten von Albenseiten zu sein - eine akribische und unermüdliche Fleißarbeit. Offensichtlich macht Dir das am meisten Freude - vielleicht sogar mehr als die posthistorische Dokumentation und Forschung selbst?


    Etwas kritisch wäre anzumerken, dass die Informationen auf Deinen Blättern weitgehend in einschlägigen Katalogen nachzulesen sind, auch wenn sie anders zusammengestellt, ausgewertet und anschaulich bebildert sind. Vom philatelistischen Standpunkt wäre ja aber gerade das interessant(er), was eben noch nicht im Katalog steht. Da gibt es sicherlich so einiges herauszufinden, wie z. B. selten verwandte Portostufen u. ä.


    Der von mx5schmidt erwähnte Fakt, dass wenig beachtete Sammelgebiete bzw. -epochen ergiebiger und vielversprechender erscheinen als abgegraste, katalogwertmäßig hochgejubelte und bis ins kleinste Detail erforschte "Mode"-Gebiete, ist sicher richtig. Dabei handelt es sich jedoch zumeist um abgeschlossene Sammelgebiete und überdies um aus dem praktischen Bedarf heraus in verschiedenen Typen verausgabten Marken. Bei "modernen" Gebieten, die endlos mit Neuheiten ohne postalischen Bedarf überflutet werden, darf man hingegen berechtigte Zweifel daran hegen, dass dies jemals gefragte, intensiv bearbeitete Sammelgebiete werden. Damit wird man also weder als akademisch aufgezogenes Exponat auf einer Ausstellung "einen Blumentopf gewinnen" können, noch bei einer Veräußerung einen nennenswerten Betrag zurückerlangen. Dessen sollte man sich auch bewusst sein, wenn man nur aus Spaß an der Freude sammelt. Die viele Mühe, aufgewendete Freizeit und nicht zuletzt die investierten Mittel werden bei Standard-Ländersammlungen weder immateriell noch finanziell honoriert. Da liest man dann in Auktionslos-Beschreibungen mehr über den Frankaturwert der Marken ab 2001 oder dem einst bezahlten Preis für das Zubehör und wenig bis nichts über die Sammlung an sich!


    Um auf die Kernkompetenz des anschaulichen Sammlungsgestaltens zurückzukommen, sollte man dieses Talent meiner Ansicht nach nicht für 08/15-Allerweltsausgaben verschwenden! Ohne jemandem im Forum zu nahe treten zu wollen, aber es gibt hier Besitzer von kleineren oder größeren Raritätensammlungen, die sehr viel Geld ausgeben und auch sehr viel wissen, aber ihre Schätze suboptimal präsentieren. Da wird einfach alles lieblos irgendwie auf Blätter gepappt, lustlos mit mechanischer Schreibmaschine beschriftet oder von Hand bekritzelt und gut ist. Man muss aber gar keine Großraritäten mit dicker Brieftasche zusammenkaufen, um eine tolle Sammlung aufzubauen. Auch unscheinbare Ausgaben können - so ansprechend und vielleicht noch etwas mehr posthistorisch unterlegt - einen philatelistischen Schatz darstellen.


    Beste Sammlergrüße


    philnum

    Zitat

    Original von happybaba
    Bin ich jetzt bekloppt und soll das Ganze wieder sein lassen?


    Hallo happybaba,


    die grafische Aufmachung Deiner Albenseiten gefällt mir gut. Allerdings
    staune ich nicht schlecht über den schier ausufernden Umfang Deines Vorhabens. In postfrischer Erhaltung dürfte die Beschaffung der Ausgaben - Zeit und Geld mal als gegeben vorausgesetzt - kein sonderlich großes Problem sein. Bedarfsmäßig gestempelt wäre es wohl zumindest bei Nicht-Standard-Marken schon schwieriger, aber auch nicht unlösbar.


    Darüber hinaus habe ich Bedenken, ob man sich mit einer modernen Generalsammlung Bund und gleichzeitiger Spezialisierung in verschiedene Bereiche (Rollenmarken [aus Bogen, mit und ohne Melierfasern, diversen Sicherheitsunterdrucken, MH-Zusammendrucke, ATM ...) nicht doch entweder total verzettelt oder systematisch überall nur an der Oberfläche bleibt. Machbar ist das sicherlich mit viel zeitlichem und finanziellem Aufwand, aber dennoch stellt sich die Sinn-Frage: Wozu das alles?


    Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, aber ist es - überspitzt ausgedrückt - noch eine Briefmarkensammlung oder nicht doch schon eine Materialschlacht, Regale voll mit Dutzenden Alben zu füllen? Allein die kalkulierten Ausgaben für das Zubehör wären in philatelistisch wertvollem Material doch besser angelegt, oder? Was ist interessanter: Ein kleines, aber sehr feines Album mit herausragenden Stücken, das man immer wieder gern zur Hand nimmt, Neues darin entdeckt oder ein ganzer Raum voller Ordner, einer so gleich und beliebig wie der andere (Bund 1992, Bund 1993, Bund 1994, Bund 1995, Bund 1996 ...)?


    Beste Sammlergrüße


    philnum

    Hallo Larissa,


    tröste Dich damit, dass der Berliner Währungsgeschädigten-Block ** ja nicht so wahnsinnig hoch bewertet wird wie sauber gestempelt. Wahrscheinlich hat der Vorbesitzer dafür einen moderaten Preis bezahlt, denn als der Block geprüft wurde, war er auch schon nicht mehr einwandfrei (erhöht signiert).


    Beste Sammlergrüße


    philnum

    Das Beispiel der acht Lumogen-Werte Heuss (ein Satz ist es ja eigentlich nicht) ist eine gute Überleitung zum Aspekt Signieren oder (Kurz-)Befund:


    Mit sauberen Stempeln - nicht solchen Krücken wie in dem obigen Beispiel - wäre mir so ein Satz persönlich € 10,- Zusatzgebühr für einen Fotobefund wert. Wer schlecht gestempelte Exemplare darunter hat, sollte vor dem Prüfen nach besseren Ausschau halten. Dann erübrigt sich das Problem, dass ein mit Foto attestierter/befundeter Satz hinterher nicht mehr verändert werden kann, d. h. das Attest bzw. der Befund mit einer (oder gar mehreren) anderen Marke(n) als abgebildet natürlich nichts mehr wert ist.


    Die eigentliche Ursache der anhaltenden Signierwut sind m. E. Geschäftstüchtige, die ihre Ware gern mit dem Gütesiegel "geprüft Schlegel" anpreisen (insbesondere erhöht signierte, weil gefalzte/mangelhafte Marken werden damit "aufzuwerten" versucht). Bei vergleichbar fälschungsgefährdeten Sammelgebieten (z. B. DDR), wo es keine seit Generationen bekannten Prüfer gibt, sieht man jedenfalls nicht so viel geprüften Kleinkram.


    Wirklich fälschungsgefährdetes Material hat meistens einen entsprechend hohen Katalog- bzw. Handelswert, so dass sich - bei einwandfreier Qualität - (Kurz-)Befunde oder Atteste mit Foto lohnen. Dabei besteht auch nicht die Gefahr versehentlich verkehrt gesetzter oder sogar gefälschter Prüfzeichen.

    Hallo,


    hat eigentlich mal jemand den Katalogwert der Bund MiNr. 183y mit Bedarfsstempel, um die es hier bei dem verkehrt angebrachten Signum geht, bemerkt? Er beträgt sage und schreibe


    € 0,80!

    !


    Da war die Prüfgebühr wohl deutlich höher als der Handelswert, zumal ich mich frage, warum die Marke angesichts dessen überhaupt signiert wurde (laut BPP-Prüfordnung werden Marken von geringem Handelswert nicht signiert; Ausnahme: Aufdruckmarken).


    Beste Sammlergrüße


    philnum

    Zitat

    Original von ricci38
    Ich bin mir zu 100% sicher, dass ich die Marke schon vor 1989 besessen habe. Haben solche Marken einen bestimmten Wert?


    Hallo ricci,


    die Zähnung der Marke sieht eigentlich auch original aus und wenn Du sie schon lange hast, spricht viel für eine echte Abart. In meinem nicht mehr ganz aktuellen MICHEL-Spezial-Katalog ist eine solche noch nicht katalogisiert, aber es gibt immer wieder neu entdeckte Abarten.


    Bevor Du die Sektkorken knallen lässt, wende Dich doch einfach mal per E-Mail mit angehängtem Scan der Marke an den DDR-Verbandsprüfer LINK -> Siegfried Paul <- und verrate uns dann hier unbedingt, was er dazu meint.


    Beste Sammlergrüße


    philnum


    P.S.: Unten zeige ich mal einen Phasendruck von einer anderen Marke, nur damit man sich eine Vorstellung davon machen kann, was das überhaupt ist.

    Lieber Markus,


    herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und alles Gute!
    Bleib weiter so ein aktiver Forscher und Exponatgestalter, dafür natürlich auch viel Erfolg!


    Viele Grüße aus Potsdam


    Andreas