Beiträge von DrMoeller_Neuss

    Nun auch hier meine Erlebnisse zu dieser kleinen 3-cent-Marke. Erst einmal mein herzliches Dankeschön an Wolle für den schönen Ersttagsbeleg aus Lauf an der Pegnitz.


    Ich war also am besagten Ersttag, einem Freitag, in Krefeld-Traar. Traar ist ein netter kleiner Vorort von Krefeld, wo die Welt noch in Ordnung ist. Hübsches historisches Rathaus, eine Windmühle, ein Flugplatz und ein Golfplatz. Ein Ort, der die besser betuchten anzieht.


    Am späten Vormittag habe ich mich dort in das Schreibwarengeschäft begeben, wo auch die Post drin ist. Von den Weihnachtsmarken waren schon einige verkauft. Dann habe ich nach den 3-cent Marken gefragt, und bekam zur Antwort "Von der Rolle können Sie jede beliebige Menge haben, die selbstklebenden gibt es nur zu 20 Stück." Die freundliche Dame hat mich auch darauf hingewiesen, bitte die Marken ja erst ab dem nächsten Jahr zu verwenden.
    Für mich wurde dann die eingeschweisste Packung mit den 3-cent Folienblättern geöffnet und die Rolle angebrochen. Ich bin dadurch in den Besitz eines Streifens mit einer 500-Zählnummer gekommen. Am Nachmittag habe ich mich dann nochmal eingedeckt, der Kommentar von der anderen Verkäuferin "Da bekommen Sie für wenig Geld richtig viel Briefmarken". Zehnerbögen gab es hier nicht, das war aber auch nicht nötig, das es die Marken von der Rolle gab. Gleichzeitig wurde ich Zeuge, wie eine Postwertzeichenlieferung erfasst wurde. Ich war erstaunt, dass sich diese kleine Postfiliale uch zwei Rollen mit 500 Cent-Marken auf Lager legt. Gross war die Nachfrage nach den 3-Cent Marken in Traar nicht, denn zwischen meinem ersten Kauf und dem zweiten waren erst ca. 20 Marken verkauft worden.


    Die Postkarten hatte ich dann später noch vorbereitet und bei unser kleinen Postfilale im Berghäuschenweg zum Stempeln abgegeben. Der Angestellte fragte mich noch, "wollen Sie die gleich wieder mitnehmen?" :O_O:
    Ich konnte ihn aber überzeugen, dass die noch verschickt werden sollen. Allerdings kamen die nicht in die gelben Behälter, sondern wurden neben den Schalter gelegt. Wahrscheinlich der Grund dafür, dass die Karten erst am Montag Neuss verlassen haben. Ist aber auch nicht schlimm, es war ja nicht so dringend und schön gestempelt sind sie ja. Alles in allem bin ich mit diesen Leistungen ein zufriedener Postkunde.


    Was spricht denn in diesem Fall gegen eine Attestkopie? Der Vorbesitzer hat warscheinlich einen oder mehrere Zehnerbögen dieser geschnittenen Marke besessen und den Bogen zertrennt. Davon hat er eine Marke zu Herrn Schlegel zum Prüfen geschickt. Bereits vor zwanzig Jahren war Herr Schlegel in der Lage, eine aus der Bundesdruckerei stammende Marke von einem privaten Farbdruck zu unterscheiden. Auf mehr kommt es hier nicht an. Herr Schlegel äussert sich nicht dazu, wie die Makulatur in den Handel gekommen ist und was der tatsächliche Handelswert ist.


    Welchen Erkenntnisgewinn soll es denn bringen, alle Marken aus dem Bogen zum Prüfen zu schicken? Natürlich freut es Herrn Schlegel, der seine Prüfgebühr auf der Basis von 3-4% Michel festsetzt. Für den Verkäufer macht es betriebswirtschaftlich keinen Sinn, die Marke noch einmal prüfen zu lassen, wenn die Prüfgebühr den halben Handelswert ausmacht.

    Zitat

    Original von saeckingen


    22028 - Entweder man zeigt seine Fachkenntnis durch Wissen, oder man braucht alternativ einen Titel!


    Die Akademiker, die ihren Titel selbst betonen, haben sich in meiner Erfahrung immer als fachliche und/oder menschliche Nullen herausgestellt.


    Andere Länder, andere Sitten !


    In Österreich (und Ungarn) ist die Verwendung der Titel ein absolutes Muss, auch in der persönlichen Ansprache. Hier genügt aber der ranghöchste Titel. Während man in Deutschland auf alle akademischen Titel unterhalb des Doktors verzichtet, gehört in Österreich auch der Hochschulabschluss zur Anrede, zum Beispiel "Herr Magister" oder "Frau Ingenieur". Die Gattin eines Mediziners wird bei unseren südöstlichen Nachbarn immer noch als "Frau Doktor" angesprochen, selbst wenn sie keinen akademischen Abschluss hat. Die jüngeren Österreicher sehen das inzwischen auch etwas lockerer, aber bei dem Prüferbund gehe ich von älteren Herren aus, die als Österreicher Wert auf ihre korrekte akademische Anrede legen. Daher müssen die entsprechenden Abschlüsse im Impressum erwähnt werden.


    Man kann sich über die "Titelmanie" der Ösis aufregen, aber verschiedene Länder haben nun man unterschiedliche Kulturen. In Finnland und anderen skandinavischen Ländern ist es nicht ungewöhnlich, dass selbst Kunden und Lieferanten sich nach den ersten Kontakten mit dem Vornamen anreden. Auch in den Niederlanden reicht meneer (Herr) oder mevrouw (Frau) aus, wenn man sich nicht gleich mit dem Vornamen anspricht. Titel sind nicht so wichtig. In Italien ist dagegen jede Person mit einem Hochschulabschluss bereits ein „Dottore“ bzw. eine „Dottoressa“.

    Nachdem alle Reiseberichte geschrieben sind (Danke Bernd HL), möchte ich dem Organisator wolleauslauf auch noch einmal recht herzlich für alles danken.


    Lauf ist immer eine Reise wert und dieser nette Kreis aus Forumler besonders. Für meine Sammlung hat es sich auch geloht.


    Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen in 2013.

    Mein Mitgefühl ist natürlich in erster Linie mit den Angehörigen und den engsten Freunden.


    Für mich geht ein Stück Mittelfrankentreffen und ein Sammlerkollege, der trotz seines spezialisierten Sammelgebietes die philatelistische Welt nicht verbissen gesehen hat, sondern offen für alle Themen war.


    Schade, ich hätte gerne Hannes noch mit meiner gesammelten Steckkarte Abarten eine Freude gemacht.


    Mir wird Hannes fehlen.


    Rein rechtlich gesehen seid ihr beiden im Unrecht. Kaufverträge sind grundsätzlich einzuhalten. Natürlich hat Dein Käufer das Recht, einen Artikel gemäss Beschreibung zu erhalten. Du musst den Kaufvertrag erfüllen. Wenn Du griechische Kursmünzen anbietest, kannst nicht einfach andere Münzen liefern. Entweder musst Du die "richtigen" Münzen irgendwo noch auftreiben und schicken. Im Gegenzug muss der Käufer die falsch gelieferten Münzen natürlich zurückgeben. Alle Spesen gehen zu Deinen Lasten. Wenn Du nicht liefern kannst, hat der Käufer sogar Anspruch auf Schadensersatz. Der Kaufpreis spielt keine Rolle. Auch ein "Schnäppchen" muss wie beschrieben geliefert werden.


    Unfaire Zeitgenossen spielen einfach Postverlust, wenn unversicherter Versand verlangt wurde. Als privater Anbieter (wenn man als solcher von Gerichten auch eingestuft wird) muss Du nicht einmal dem Käufer Ersatz leisten. Ein gewerblicher Anbieter kann in diesem Fall den Kaufpreis und die Spesen einfach zurückerstatten.


    Auf der anderen Seite ist auch die Selbstjustiz Deines Käufers nicht rechtens. Du kannst einfach die gekauften Artikel schicken, und den Kaufpreis verlangen, zur Not auch per Mahnbescheid und anschliessender Vollstreckung.
    Die negative Bewertungen für die letzten beiden Fälle musst Du auch nicht hinnehmen. Zum Glück hat ebay Dir das schon abgenommen.
    Für den ersten Fall ist eine negative Bewertung gerechtfertigt, wenn sie Tatsachenbehauptungen enthält ("Der Verkäufer liefert nicht die Münzen gemäss Beschreibung"). Was nicht geht, sind irgendwelche Verleumdungen, z.B. der "Verkäufer ist ein Betrüger, Vorsicht !".

    Ich halte von der philaseiten-Umfrage auch nicht viel. Die statistische Relevanz ist bei nur 24 Teilnehmern einfach nicht gegeben.


    Ein weiteres Problem ist der Erwartungshorizont der Teilnehmer. Kein Händler kann das ganze Sortiment abdecken. Wer Altdeutschland sammelt, ist bei philmaster nicht gut bedient und wird zwangsläufig enttäuscht werden. Moderne Philatelisten werden das gleiche Schicksal bei "Feusser" erleben.


    Zitat

    Es spielt dann auch keine Rolle, wie viele Ahnungslose darüber abstimmen, welche Firma empfehlenswert wäre. Es ist genau wie bei den Ebaybewertungen. Freundliche Bedienung, schneller Versand und schöne Frankaturen werden beurteilt. Von den Marken haben die Opfer meist ohnehin keine Ahnung.


    Ich habe bei Philmaster zweimal bestellt und war sehr zufrieden. Weder habe ich von Briefmarken keine Ahnung, noch bin ich ein Opfer. Ich habe einfach genau die Ware bekommen, die ich bestellt hatte.


    Und "Freundliche Bedienung, schneller Versand und schöne Frankatur" ist auch für mich ein wichtiges Kriterium. Ich hatte einmal zwei Paketkarten bestellt, und konnte 6 Wochen bangen, ob die noch kommen oder die Post die verloren hatte. Der Verkäufer stellte sich einfach tot und reagierte nicht auf Emails. Dann ist der Kunde verärgert, auch wenn die Karten sehr sauber und eigentlich ein Schnäppchen waren. Auch finde ich es nicht zuviel verlangt, wenn man unter Philatelisten eine nassklebende Marke oben rechts in die Ecke klebt.


    Ein anderer Händler aus Österreich war mir als "Top-Händler" berichtet worden. "Du musst da unbedingt kaufen, klasse Ware" etc. Nach meiner ersten Bestellung kam erst einmal die lapidare Email, dass sich die Porto-Kosten verdreifacht hatten: "Die Sendung kostet nun mal so viel". Ein rechtlicher Hinweis meinerseits hat dann den Händler "überzeugt", dass nur das vertraglich vereinbarte Porto berechnet wurde, mit dem Kommentar "Sie sind für meine weitere Auktionen gesperrt". Kein Problem, dann muss ich mich nicht selbst darum kümmern, nicht dort versehentlich noch einmal zu kaufen.


    Es ist in vielen Bereichen im alltäglichen Leben: solche "Kundenbewertungen" sind mit Vorsicht zu geniessen. Ein Testesser geht in ein Restaurant vielleicht zweimal. Der Eindruck muss für das Urteil im Restaurantführer dann reichen. Wenn es zweimal angebrannt war, eben Pech für das Restaurant. Ich kenne auch niemanden, der jedesmal als "Arzttester" zu einem anderen Zahnarzt geht. Naturgemäss ist man mit seinem Zahnarzt zufrieden, eben weil man es nicht anders kennt.

    Den Bahamas-Satz gibt es auf weissen (x) und getöntem (y) Papier.


    Der Satz ist nicht vollständig, Michel-Katalognummern 257 - 271.


    Wertmässig ist das Kleingemüse, vielleicht noch die 4 cent Marke (260) zu 6,50 (x) bzw. 18,00 EUR (y).


    Der 2 $ Wert (270) schlägt mit 16,-- (x) bzw. 46,-- (y) zu Buche.


    Solche Stücke haben keinen "Standardwert", vielmehr ergibt sich der Wert daraus, was Sammler bereits sind, dafür zu zahlen, und wieviele Stücke davon noch vorhanden sind.


    Barfrankaturen sind von Spezialisten gesucht, ich würde den Wert vielleicht mit 1-2 EUR im Briefeposten taxieren. Aber wie immer in unserem Hobby: Geduld ist alles ! Lange liegen lassen, bis ein Sammler kommt, dem genau das Stück fehlt, und der dafür 10 EUR bietet.

    Wenn man bei ebay einkauft, würde ich das Wort selten streichen.


    Ich kann z.B. bieten 45 cent + 10 Pfenning
    oder dreister 50 Pfenning + 5 cent


    (leider ist mein Scanner zur Zeit nicht angeschlossen, ich kann keine Bilder zeigen)

    Zitat

    Original von kartenhai
    . . .
    Man müsste nur für uns Sammler eine eigene neue Plattform schaffen! :jaok:
    . . .


    Gruß kartenhai


    Diese von Sammlern geschaffene Plattformen ohne Gebühren gibt es ja bereits:


    stampsx


    Philaseiten


    Leider sind sie noch recht unbekannt - nun, je mehr darauf anbieten, desto bekannter werden diese Seiten.
    Leider treten dort die gleichen Probleme auf, wie in den Threads auf diesen Plattformen diskutiert wird: ungerechtfertigte Bewertungen, Käufer oder Verkäufer, die sich einfach nach der Auktion tot stellen etc.

    Nur als Beispiel: ich habe eben bei einem ebay-Verkäufer ersteigerte Albenblätter abgeholt, und auch die anderen Sachen persönlich in Augenschein genommen.


    Er bietet auch einen 5kg-Karton mit Kiloware für 26,-- EUR an. Kleingerissene Ware, auch mit viel Frankaturen von Einschreibebriefen.


    Ich denke viel mehr als 5 EUR pro Kilogramm Verkehrsware sollte man nicht zahlen.

    Es mag Schleichwerbung sein, aber für das gleiche Geld bekommt man auch aus renommierten Quellen Kiloware, so aus Bethel.


    Die Ware ist zwar auch nicht undurchsucht und unberührt, wie oft versprochen, Wunder sind auch hier nicht zu erwarten, aber Bethel steht zumindest für einen gleichbleibenden Qualitätsstandard. Man weiss, was man für sein Geld bekommt.


    Kiloware aus Bethel


    P.s. Sammlerkollegen haben mir über einen Anteil an nicht abgestempelten Marken in der Kiloware berichtet. Uli muss hier den erhobenen Zeigefinger richten, um nicht selbst mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen: solche versehentlich unabgestempelten Marken haben auf Eurer Post nichts verloren. ;)


    Noch einfacher: einfach auf Tauschtagen herumgehen, es gibt auch genügend Sammler, die keine Lust auf Ablösen haben, und den Eingang aus der Tagespost per Kilo verhökern. Hier kann man sich die Ware anschauen.

    Der Zeitungsbericht hat eher noch untertrieben: Laut Urteil sind es in 4 Jahren über 100.000 EUR Umsatz, in den ebay-Kategorien: „Barbie“, „Besteck“, „Briefmarken“, „Buch“, Computer“, „Erzgebirge“, „Goebel“, „Goldetui“, „Goldschmuck“, „Harley“, „Käthe Kruse“, „Kaweco“, „Konzert“, „Majolika“, „Märklin“, „Montblanc“, „Münze“, „Nerz“, „Parker“, „Pelikan“, „Porzellan“, Schildkröt“, „Schreiben“, „Schuco“, „Software“, „Steif“ (gemeint wohl: „Steiff“) und „Uhr“.


    Von diesem Umsatz dürfte so manche Kneipe oder Trinkhalle nur träumen, und die zahlen auch brav ihre Steuer.


    Das wird in das Leere laufen, da Paypal den Käuferschutz laut seinen AGBs nur als Kulanzleistung ohne Rechtsanspruch versteht.


    Allerdings könnte ein Mitbewerber paypal wettbewerbsrechtlich angehen, da sie in der Werbung so tun, als würde der Käuferschutz in allen Lebenslagen gewährt.

    Warum bin ich denn nicht auf der Liste? ;)


    Oder sind's die Bayern sauer, dass wir in NRW die Schwarzen richtig abgewatscht haben? :D


    Für alle unentschlossenen und um die Werbesendung von Wolle zu unterbrechen: Lauf lohnt sich wirklich, nicht nur wegen der netten Leute vom Philaforum. Und alles ist noch recht erschwinglich, Lauf ist noch nicht von den Auswüchsen des Massentourismus betroffen wie andere Gegenden in Bayern. Und das Ehegespons hat im benachbarten Nürnberg genügend Gelegenheit, die Leistungsfähigkeit der Kreditkarte auf die Probe zu stellen. :D


    (Thema Massentourismus in Bayern: ich hatte indischen Touristen in Königssee geraten, doch die Salzkristalle zu kaufen, damit sie ihrer heimischen Wirtschaft und den armen Himalayaprovinzen etwas Gutes tun können. Von dort werden die Kristalle nämlich importiert. Von den Gesteinsbrocken habe ich abgeraten, da die vom benachbarten Feind Pakistan kommen. Chinesen und Vietnamesen sollten mit dem Kauf eines "Billig-Dirndls" ihre Heimatländer unterstützen. In das ganze Geschehen à la Marke Touristennepp passte dann noch der Wurstverkäufer mit seinen Thüringer Bratwürsten :O_O:

    Erst einmal vielen Dank an ja2911 für das Zeigen dieser manipulierten Marke.


    Ich bin übrigens der Meinung, dass man eine derartig "bearbeitete" Marke als verfälscht bezeichnen darf, wenn sie als "echt und einwandfrei" angeboten wird.


    Auf der anderen Seite: auch ohne angesetzte Ecke wird diese Marke kaum mehr als den symbolischen Euro bei ebay bringen. Wer sich in der Gegend gut auskennt, kommt auf "Bergisch Gladbach" im Stempel. Das Datum kann man aber nur spekulieren.


    Vielleicht war das ein Ausbildungsstück im ersten Lehrjahr eines "Berufsfälschers". Man wundert sich schon, was alles gefälscht wird. Auch in 5- und 10cent Büchern ist man vor manipulierten Marken nicht gefeit. In Indien sind gefälschte 1- und 2-Rupien-Stücke im Umlauf. (Gegenwert wenige Eurocents). :O_O:


    Aber besser man lernt an den billigen Stücken, bevor man bei den richtig teuren Marken hereinfällt.