Beiträge von phoenix

    Hallo miasmatic,


    die Marke ist von der J.-Davis-Privatpost. Somit ist die Abstempelung auch nicht die eines staatlichen Postbetriebes (laut Michel). Korrekt ist aber das die Neuseeländer und die Amerikaner die Privatpost unterstützen. Das richtete sich aber hauptsächlich gegen die kaiserlich deutsche Post in Apia (seit September 1886), die eigentlich vom Weltpostverein die Berechtigung hatte internationale Post abzufertigen. Am 02.12.1899 wurde die Inselgruppe geteilt in West-Samoa (Apia) unter deutscher Oberhoheit und in Ost-Samoa (Pago Pago) unter US-amerikanischer Oberhoheit. Die J.-Davis-Privatpost wurde aufgelöst (März 1900) und ab diesen Zeitpunkt die deutschen Kolonialmarken (West-Samoa) und Marken der USA für Ost-Samoa verwendet. Ich vermute mal das eine Abstempelung von 1901 dann doch eher Mache ist. Übrigens die gezeigte Marke der J.-Davis-Privatpost müsste ein neuseeländisches Wasserzeichen tragen. Zur kurzen Geschichte ist folgende Seite auch ganz hilfreich:


    https://www.worldstatesmen.org/Samoa.html


    Gruß phoenix

    Hallo kartenhai,


    die Seite ist mir natürlich bekannt. Die scheint zur Zeit auch die einzige wirklich brauchbare Wissensbasis im Netz zu sein.

    Meine eigene Systematik beim Bestimmen von Samoa-Express Marken habe ich mir auf Grundlage dieser Seite sowie des Stanley Gibbons Katalog und des Michel Katalog in einer kleinen Excel-Datei aufgebaut. So kann ich für einen Markenwert schnell alle Details filtern und Fehlkäufe minimieren.


    SammlerBernd : Danke für die guten Wünsche! Ja wir haben vor einiger Zeit mal getauscht. War glaube ich aber Gilbertinseln gegen Kiribati (natürlich Vögel).:)


    Gruß phoenix

    Hallo,

    jetzt ist dieser Thread auch schon wieder zwei Jahre alt. Aber irgendwie hat mich das Thema Samoa-Express bis heute nicht losgelassen. Aus ein paar Marken Beifang sind mittlerweile fast 100 Marken zum Thema geworden. Aber damit haben leider erst die Probleme angefangen denn Masse bedeutet leider auch bei diesen Sammelgebiet nicht gleich Klasse. Ich will mich hier nicht beschweren, denn ich habe mir das Gebiet ja selber ausgesucht, aber so unglaublich viele Nachdrucke und Fälschungen wie bei Samoa-Express sind mir bisher noch nicht untergekommen.

    Zum Anfang ist es ja noch ganz lustig die relativ leicht zu erkennenden Fälschungen für Vergleichszwecke zusammenzutragen. Bei Nachdrucken (Remainder, Reprints) kann es dann schon schwieriger werden. Am Anfang glaubt man da schon häufiger mal ein echtes Stück zu entdecken also eine sogenannte State 1 - 3 Ausgabe. Ist man dann etwas tiefer eingestiegen stellt sich dann das meiste wieder als Schrott heraus und kann wieder aussortiert werden.

    Was hilft da? Ja, man muss die Samoa-Express Internetseite die Hinweise zum Identifizieren gibt schon ziemlich genau lesen, Vergleichsmaterial anhäufen und am besten auch einen Stanley Gibbons zu Hand haben. Das gibt zwar auch nicht immer die letzte Sicherheit aber grobe Fehler beim Kauf lassen sich so ganz gut ausschließen. Meine derzeitige Hauptbezugsquelle die gut bekannte elektronische Bucht ist mit Samoa-Express zwar gut bestückt aber echte State 1 - 3 Ausgaben sind rar, häufig echte Knochen dazu noch teuer und oft auf schlechten Scans nicht wirklich zweifelsfrei zu identifizieren.

    Es scheint für mich echt eine Lebensaufgabe zu werden von den State 1 - 3 Augaben wenigstens jeweils ein echtes Exemplar zusammenzutragen. Mein Fazit nach fast zwei Jahren: von 29 Stanley Gibbons Haupt-und Nebennummern (State 1 - 3) habe ich bis jetzt gerade mal drei Verdachtsfälle

    für State 3 - Marken zusammengetragen. Bei den Nachdrucken (Remainder und Reprints) habe ich dagegen schon ca. 75 % der Varianten im Album. Bei den Fälschungen stehe ich auch bei ca. 75 % der Varianten, wobei seltene Fälschungen wohl ähnlich schwierig werden wie State 1 - 3 Ausgaben.


    Soll ich jetzt aufgeben? Dazu ein klares Nein! Mein Jagdfieber ist jedenfalls geweckt. Oder bin ich vielleicht auch einfach schon zu tief in das Thema eingestiegen? Wenn ich meine erste State 1 oder State 2 - Marke erlegt habe werde ich die natürlich zeigen.


    Bis bald phoenix

    Hallo,


    es ist an der Zeit den Thread mal wieder aus der Versenkung zu ziehen, denn zu zeigen und zu berichten gibt es noch genug. Heute möchte ich gern die Ausgabe von Mexiko vorstellen. Die Ausgabe beinhaltet genau eine Marke. Auf ihr ist der Komet Halley und im Hintergrund der Namensgeber Edmund Halley abgebildet. Das stilisierte Bild des Edmund Halley wirkt dabei fast wie ein eigenes Sternbild. Ich finde die Gestaltung gelungen doch öffnet die Art der Ausführung auch Raum für Druckauffälligkeiten. Die Beschriftung und das Bildnis von Edmund Halley, beide in weißer Farbe, werden durch Passerverschiebung beim Druck schon einmal rötlich eingefärbt. Zwei Beispiele in unterschiedlicher Intensität habe ich da mal angefügt. Ersttag der Ausgabe war laut Stempel auf dem Ersttagsbrief der 25. April 1986. Neben Marke und Ersttagsstempel findet sich auch ein Ausschnitt des Teppich von Bayeux auf dem Ersttagsbrief. Als Zugabe kann ich auch einen Bogen, jedenfalls einen großen Teil davon, zeigen. Ich wollte den Bogen (5 mal 5 Marken) ursprünglich auf einen A4 – Blatt in meine Sammlung einfügen. Da habe ich mich leider verkalkuliert. Er ist deutlich zu breit. In einer Bogenmappe ist er aber auch gut aufgehoben!


    Bis bald phoenix

    Hallo,


    jetzt kann ich endlich die neue Ausgabe aus dem Jahr 2018 zeigen. Über mein Abo ist zwar noch nichts eingetrudelt aber Dank der elektronischen Bucht ist jetzt die über 7-jährige Durststrecke zu Ende. Da ich die Ausgabe zweimal geordert habe ist nun sogar ein schönes Eckrandstück mit Bogennummer in der Sammlung. Hoffentlich lässt die nächste Ausgabe nicht wieder 7 Jahre auf sich warten.


    Gruß phoenix



    Hallo,


    das Jahr 2018 ist Geschichte, Zeit also um über neue Sammlungszugänge zu berichten. Es fällt gar nicht so leicht aus der Ausbeute des Jahres 2018 die Höhepunkte herauszupicken. Auffällig ist, dass wieder viele Briefe den Weg in die Sammlung gefunden haben. Bei Marken und hier besonders auch Bogenteilen sah das im vergangenen Jahr nicht so gut aus. Aber ein Teil möchte ich doch gern vorstellen.


    Es ist mir gelungen einen senkrechten Dreierstreifen vom linken Bogenrand der MiNr. 59 (Freimarken Elisabeth II) zu erwerben. Hört sich nicht so spektakulär an besonders wenn man auf den Katalogpreis schaut. Eine Marke hat jedoch einen vom Stanley Gibbons gelisteten Plattenfehler (SG 64a – Y-Flaw) von der Platte 1 Reihe 10/1. Und somit hat die Einzelmarke gleich den dreizigfachen Wert einer normalen Marke.



    Und damit sind wir auch schon bei den Briefen angekommen. Ein schöner alter Brief mit einem Stempel Vernon 2 (19.06.1912) von Ocean Island in die USA hat seinen Weg in die Sammlung gefunden. Die MNr.12 wurde gleich fünfmal, u.a. als Viererblock, verklebt. Der Brief ist portogrecht frankiert es fehlt lediglich ein Transit- oder Eingangsstempel.



    Als nächstes sind da zwei Postkarten (Luftpost) von Canton Island in die USA. Beide Karten sind aus dem Jahr 1955 und mit einem Stempel Vernon 48 abgestempelt. Die Rate scheint mit 4 Cent auch korrekt zu sein. Das Besondere an beiden Karten ist jedoch der Text auf den Rückseiten. Auf der einen Karte schreibt die Postmeisterin von Canton Island einen Postkunden (evtl. auch Philatelisten) und berichtet welche Briefmarkenausgaben die britische Post Office zur Zeit verwendet. Auf der anderen Karte schildert ein Beschäftigter den schleichenden Abschied des Flugverkehrs auf Canton Island. Für mich sind beides Zeitdokumente und lassen das Herz natürlich höher schlagen.



    Dann ist da noch ein Aerogramm von Bairiki (Tarawa-Atoll) nach Australien. Frankiert wurde mit einem Viererblock der MiNr.82 und abgestempelt mit Vernon 35 (19.07.1965). Das ist übrigens das erste portogerechte Aerogramm (1 Sh) in meiner Sammlung.



    Und zu guter letzt möchte ich gern einen R-Brief von Maiana nach Australien zeigen. Frankiert mit MiNr.12 und 17 und abgestempelt mit einem Vernon 17 (1938) ist der Brief mit 4 ½ d portogerecht frankiert. Es finden sich auch noch ein R-Stempel Vernon R4 (Tarawa) und ein Eingangsstempel von Sydney auf dem Brief. Der Brief ist also echt gelaufen.


    So das war es erst einmal von mir. Wenn ich die Zeit finde werde ich dieses Jahr versuchen die Postorte der Ellice-Inseln vorzustellen.


    Bis bald phoenix

    Hallo,


    dann mach ich mal weiter. Es wird wieder eine Brücke gesucht, natürlich auf Briefmarke. Die Brücke steht in einer ehemaligen Bezirksstadt der DDR die nach 1990 ihren Großstadt-Status verloren hat. Der Stadtteil in dem die Brücke steht hat aber immer noch etwas mit dem Wort "Groß" zu tun. Also dann fröhliches Suchen.


    Gruß phoenix

    Hallo strupi,


    da fällt mir nur Stralsund als Stadt ein denn hier wird der Strelasund durch die neu gebaute Rügenbrücke und dem alten Rügendamm überquert. Damit wird Stralsund (Festland) mit der Insel Rügen verbunden.


    Gruß phoenix

    Hallo kartenhai,


    ich glaube du hast mich da nicht richtig verstanden. Ich habe nur festgestellt das dein zuerst gepostetes Bild nicht die Öresundquerung zeigt, sondern besagten Hampton-Roads-Beltway in Virginia. Deine Beschreibung zum Foto deutete natürlich auf die Öresundquerung hin. Das wurde ja auch schnell durch struppi erkannt.


    Gruß phoenix

    Hallo Kartenhai,


    das Bild das du gezeigt hast zeigt leider nicht die gesuchte Brücke. Dein Bild stammt aus den USA und zeigt den Hampton-Roads-Beltway in Virgina. Die Tunnelöffnung auf der Insel Peberholm sieht etwas anders aus.


    Gruß phoenix

    Hallo kartenhai,


    das sind ja wirklich gute Neuigkeiten. Endlich mal wieder eine Briefmarke seit 7 Jahren. Da hoffe ich das mein noch laufendes Abo die Marke bald in meine Sammlung bringen wird. Aber ich denke das wird noch etwas dauern. Ich melde mich wenn die Marke dann endlich bei mir eingetrudelt ist.


    Gruß phoenix

    Hallo,


    heute möchte ich gern mit Teil 2 die Ocean Island (Banaba) abschließen. Der 2. Weltkrieg schlug schnell auch auf Ocean Island über. Ab Ende 1941 wurde die Insel durch die Japaner attackiert. Im Februar 1942 wurde die Inselverwaltung evakuiert und damit auch der Postverkehr unterbrochen. Der letzte ausgehende Brief hatte einen Stempel vom 06.02.1942. Alle chinesischen Arbeiter und Europäer (bis auf 5 Personen) wurden bis zur Okkupation durch die Japaner (August 1942) evakuiert. Die verbliebenen Einheimischen und Arbeiter von den Gilbertinseln gelangten unter die japanische Schreckensherrschaft. Nachdem die Alliierten der Insel im Jahr 1945 immer näher kamen wurden im August 1945 noch etwa 150 junge Männer in ein anderes pazifisches Arbeitslager verschleppt und die 144 auf der Insel verbliebenen Einheimischen von einer Klippe gestürzt. Nur ein Mann überlebte und konnte später über die Ereignisse berichten. Am 01.10.1945 landeten die Alliierten auf der Insel. Die Japaner hatten vorher kapituliert und am 08.10.1945 wurde die Post Office wieder eröffnet. Jetzt hätte alles für die rund 1000 Einheimischen, die den Krieg in den japanischen Arbeitslagern überlebt hatten, wieder gut werden können doch die Briten verweigerten ihnen den Zugang zu ihrer Insel. Alle wurden auf die Insel Rabi (Fidschiinseln) evakuiert. Somit konnte man den Guanoabbau ungestört weiterverfolgen. Fortan war die Insel nur noch durch auswärtige Arbeitskräfte bevölkert. Erst Ende der 1970er Jahre durften sich wieder Einheimische auf der Insel ansiedeln die sie, durch den Guanoabbau mittlerweile schwer zerstört, vorfanden. Heute leben noch knapp 300 Menschen auf der isolierten Insel. Wie sah und sieht es nun postalisch aus? Nach der japanischen Okkupation wurde die Post der Garnison über die Station U96 (Ocean Island) befördert. Briefe sind bekannt, sehr selten und sehr teuer. Kenntnisse der japanischen Sprache wären beim Erwerb solcher Brief durchaus von Vorteil. Bei der Wiedereröffnung der Post Office (08.10.1945) wurde ein Vernon Typ 26 verwendet. Abstempelungen von diesem Ersttag sind durchaus häufiger zu finden aber mittlerweile auch nicht mehr ganz so billig. Bis zum Ende der Kolonie Gilbert und Ellice Inseln wurden noch insgesamt vier weitere Stempel genutzt. Auch insgesamt fünf R-Stempel waren in diesem Zeitraum im Einsatz wobei kurz nach dem Krieg auch noch per Manuskript registriert wurde. Zeit etwas zu zeigen!


    1. Ein R-Brief als Inlandbrief nach Tarawa. Gleichzeitig ist der Brief auch noch ein FDC denn die MiNr.50 (waagerechtes Paar) und 51 hatten am 16.12.1946 ihren Ersttag. Abgestempelt wurde mit Vernon Typ 28. Der R-Stempel ist noch in Manuscript wobei die Zahlen mit der Schreibmaschine aufgebracht wurden.



    2. Eine schöne Abstempelung mit Vernon Typ 34 (09.01.1950) auf einer MiNr.53. Der Umschlag soll nach England gelaufen sein ob er jedoch je einen Briefkasten gesehen hat bleibt sein Geheimnis.



    3. Ein Umschlag mit einer MiNr.60 und einem Vernon Typ 35a (01.10.1957). Leider keine Adresse drauf sonst könnte er als Inlandbrief durchgehen.



    4. Ein registrierter Satzbrief MiNr.71-73 nach Australien. Abgestempelt wurde mit Vernon 35b (17.05.1960). Als R-Stempel wurde ein Vernon R12 abgeschlagen.



    Bis bald phoenix

    Hallo,


    heute möchte ich mal einen anderen Aspekt in Bezug auf den Halleyschen Komet betrachten. Es geht mal nicht um landesbezogene Ausgaben zum Halleyschen Kometen sondern um Beobachtungsflüge. Einige Fluggesellschaften boten zur Beobachtung der Himmelserscheinung spezielle Flüge an für die dann auch spezielle Belege aufgelegt wurden. Mittlerweile haben sich bei mir drei dieser Belege eingefunden die ich heute auch gern mal zeigen möchte. Interessieren würde mich ob jemand im Forum vielleicht auch sowas in der Sammlung hat und an dieser Stelle zeigen kann. Oder weiß jemand evtl. ob noch andere Fluggesellschaften solche Flüge angeboten und postalisch belegt haben?


    1. Luftpostbrief zum Komet Halley – Sonderflug über die Namibwüste (Nachtflug) mit Namib Air. Frankiert mit MiNr. 587 (14 c) und abgestempelt am J. G. Strijdom - Lughawe Airport – Windhoek (10.04.1986). Es wurden in der Zeit vom 10. – 12.04.1986 drei Nachtflüge mit einer CONVAIR 580 durchgeführt.


    2. Brief vom „Halleys Comet“ Flight der South African Airways (SAL). Durchgeführt wurde der Flug am 06.04.1986 vom Jan Smuts Airport (Johannesburg). Mittlerweile heißt der Flughafen OR Tambo International Airport. Unterschrieben haben auf dem Umschlag der Kapitän und der Flugoffizier.


    3. Ein Brief von einem Concorde Flug AF 4157 (Halleyscher Komet) der am JFK Airport in New York startete (13.04.1986). Neben dem Stempel des Airports wurde auch ein grüner Cachetstempel von Air France auf dem Umschlag abgeschlagen.

    Hallo,


    nachdem ich im Jahr 2017 die Postorte in den Gilbertinseln mit der dreiteiligen Vorstellung des Tarawa-Atolls abschließen konnte soll es heute mit Ocean Island (heute Banaba) weitergehen.

    Ocean Island (Banaba) ist ein sehr isoliert gelegenes gehobenes Atoll das etwa 430 km südwestlich der Gilbertinseln und 290 km östlich von Nauru liegt. Mit etwas mehr als 6 qkm ragt das Atoll bis zu 81 Meter aus dem Meer empor. Der Klimawandel ist somit für die Insel vorerst kein akutes Thema.

    Entdeckt wurde die Insel im Januar 1801 durch Kapitän Jered Gardner. Sein Schiff hieß Diana. Den Namen Ocean bekam die Insel jedoch durch Kapitän John Mertho im Jahre 1804. Sein Schiff hieß Ocean und somit lag es nah die Insel genauso zu benennen. Fast 100 Jahre dauerte es bis ein Engländer (Mr. Albert Ellis, später Sir) um 1900 entdeckte das fast die gesamte Insel aus Guano bestand. Jetzt wurde die Insel sehr interessant. Nauru welches ähnliche Voraussetzungen aufwies war schon unter deutscher Aufsicht und so wurde die Insel Ocean sehr schnell zum britischen Protektorat (31.12.1899). Zu den etwa 1600 Einheimischen gesellten sich schnell noch 1200 neue Bewohner die den Guanoabbau vorantrieben. Der größte Teil waren Arbeiter von den anderen Gilbertinseln, jedoch auch etwa 180 Europäer und 100 Chinesen waren nun vor Ort. Und damit beginnt auch die Postgeschichte auf der Insel. Zu Beginn wurden Briefe per Schiff über die Marschallinseln (Jaluit) befördert.

    Ende 1901 wurde ein Agent der New South Wales P.O. aktiv und Briefe wurden per Schiff nach Australien und Neuseeland mit den regelmäßigen Guanotransporten verschickt. In den 20er Jahren wurden jährlich etwa 40 Postabgänge verzeichnet. Die Insel war somit ganz gut an das weltweite Postnetz angebunden. Schlechter war hingegen die Anbindung an die Gilbertinseln. Es kam vor das mehrere Monate lang keine Post zwischen Tarawa und Ocean Island ausgetauscht wurde. Mit der Ausgabe der ersten Marken der Gilbert und Ellice Inseln (01.01.1911) wurde die Post Office auf Ocean Island zur GPO (Hauptpostamt). Im Jahre 1917 wurde dann Ocean Island sogar zum Verwaltungssitz der Kolonie Gilbert und Ellice Inseln (bis zum 2.Weltkrieg). Die Position der GPO wird auch dadurch deutlich das bis zur japanischen Besetzung (August 1942) neun unterschiedliche Stempeltypen im Einsatz waren.

    Viele Stempeltypen rufen natürlich auch Fälscher auf den Plan. Und so sind für die GPO Ocean Island Fälschungen von drei Stempeltypen belegt (Quelle: Philatelic Handbook of the Gilbert & Ellice Islands). Besonders betroffen ist Vernon Typ 2A. Hier wurden hauptsächlich FDC‘s der Coronation-Ausgabe von 1937 mit falschem Typ 2A (Ocean Island) versehen. Die genaue Anzahl ist nicht bekannt es könnten jedoch bis zu 3000 sein. Bei 5500 regulär abgestempelten FDC‘s ist somit die Chance eine Fälschung zu ergattern gar nicht so gering.

    So jetzt soll es für heute erst einmal genug sein. In einem zweiten Teil (ab 2. Weltkrieg) werde ich die PO Ocean Island dann weiter vorstellen.

    Zeit etwas zu zeigen:


    1. Da haben wir einen Satzbrief mit MiNr.31-34 nach England, leider nicht portogerecht. Abgestempelt wurde mit einem Vernon Typ 2a (29.02.1936). Außerdem ist auch noch ein R-Stempel Typ 7 abgeschlagen worden. Der Lauf des Briefes wurde auf der Rückseite mit diversen Transit- und Eingangsstempeln schön dokumentiert. Laufzeit knapp 3 Monate.


    2. R-Brief nach Australien frankiert mit MiNr.38 (Paar), 41 und 45. Abgestempelt wurde mit Vernon Typ 14b (14.02.1939). Ein R-Stempel Typ 7 ist auch wieder dabei. Leider ist der Brief nicht portogerecht. Nach meiner Erkenntnis würden 1 1/2d (Brief innerhalb des Commonwealth) + 3d Registration also 4 1/2d statt wie hier 9d reichen. Selbst in der zweiten Gewichtsstufe komme ich nur auf 6d.


    3. Und noch ein R-Brief nach England frankiert mit MiNr.38, 41, 42, 44 und 45. Abgestempelt wurde mit Vernon Typ 14a (02.06.1939) und wieder R-Stempel Typ 7. Leider wieder nicht portogerecht. Der Brief scheint mir eher philatelistisch inspiriert zu sein. Noch ein Wort zum Stempel Typ 14a. Im Unterschied zu Typ 14b (vorheriger Brief) ist die Monatsangabe hier mit 3 Buchstaben aufgedruckt (bei Typ 14b mit 2 Buchstaben).


    Bis bald phoenix