Beiträge von Carolina Pegleg

    Zitat

    Original von tigo
    hallo,
    ich zeig mal ganz frech 2 moderne Flaggenstempel auf USA Ganzsachen.


    Es sind ja nun welche, oder ?


    tigo hisst die Flagge ;)


    Sicher sind beides Flaggenstempel ;) Sie gehoeren zur Gruppe der Flaggen-Handstempel. Man kann sie auch als Pseudo-Maschinenstempel bezeichnen. Beides sind Sonderstempel zu philatelistischen Ausstellungen. Die letzte regulaere Maschine der American Postal Machine Co. mit ihrem Trademark Flaggenstempel ging 1940 ausser Betrieb. Es gibt aus der Zeit danach bis heute nur ganz wenige Maschinen-Flaggenstempel (alle von nicht-American Maschinen).

    Na ja, zur 'Belohnung' hast Du mich ganz schoen ins Schwitzen gebracht. Ich kann sicher sagen, dass der Stempel von der USS Randolph kein Universal Model K ist. Die haben zwar auch in der Regel sieben Wellen, wie gezeigt. Das Erkennungsmerkmal ist allerdings ein charakteristischer enger Abstand zwischen Stempelkopf und Entwertereinsatz und der ist bei dem Randolph Stempel schlicht zu gross. Das Problem bei der Zuordnung ist, dass ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal bei den Stempeln 'normalerweise' die Anordnung und Ausformung von Kommas hinter der Ortsbezeichnung oder bei der Angabe des Bundesstaates sind. Diese Merkmale sind aber bei den besonderen Stempelkoepfen fuer Schiffe nicht vorhanden. Ich habe also hin- und her verglichen und bin mir nun recht sicher, dass es ein Stempel einer elektrischen Maschine der International Postal Supply Company, Model Flier, ist. Ebenso Deine weiter oben gezeigten Stempel der USS Wasp (8. Jan. 1961) und Yorktown (15. Nov. 1969).


    Lass Dich von diesen Details aber nicht verwirren. Fuer Deinen Sammelansatz sind die genauen Maschinenmodell ja eigentlich recht irrelevant. Alles ist zudem relativ. Solltest Du irgendwann versuchen wollen -- als weitere Expansion -- alle auf den Schiffen verwendeten Stempel zu belegen, so sind die Maschinen das kleinste Problem. Bei den typischen 4-bar Handstempeln gibt es viel groessere Probleme Typen und Verwendungszeitraeume zu dokumentieren, da es die bequeme deutsche Einrichtung eines Unterscheidungsbuchstabens leider nicht gibt und -- jedenfalls bei Bedarfspost -- die Handstempel oft sehr schlecht lesbar sind.

    Ich muss diesen umfangreichen Beitrag noch einmal komplett durchgehen; mal sehen, ob ich noch etwas ergaenzen kann. Ich interessiere mich eigentlich nur fuer die auf den Kriegsschiffen eingesetzten Maschinenstempel -- wie z.B. bei dem zuletzt gezeigten Beleg von der USS Hancock. Maschinenstempel von Schiffen gibt es nicht so viele, da das Postaufkommen natuerlich den Einsatz einer Stempelmaschine rechtfertigen muss. Bei Flugzeugtraegern, bei denen es sich ja schon fast um schwimmende Kleinstaedte handelt, gibt es allerdings einige.


    Der zuletzt gezeigte Stempel der USS Hancock ist von einer handbetriebenen Stempelmaschine, Universal, Modell K, des Herstellers Pitney-Bowes. Es wurden davon erstmalig eine grosse Anzahl waehrend des zweiten Weltkrieges angeschafft und dann vielfach umgesetzt. In einer -- sicher veralteten -- Liste aus 1993, die ich habe, ist dieser Stempel der USS Hancock von 1959 bis 1973 aufgefuehrt. Dein Exemplar dehnt den Verwendungszeitraum also um ein Jahr aus.


    Falsch eingesetzte Jahreszahlen, Daten, und andere 'careless clerk errors' kommen gerade bei den Universal-Stempel recht haeufig vor.

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    Original von mx5schmidt
    Ein offenes Geheimnis ist für mich momentan noch, wofür das "BR." im lila Stempel stehen könnte!???


    Br. steht fuer 'branch' und bedeutet ein Zweigpostamt. Ich kann nur vermuten, dass das 'Schiffs'postamt waehrend das Schiff (dauerhaft?) im New Yorker Marinehafen lag als Zweigpostamt des New Yorker Hauptpostamtes gefuehrt wurde und der Marineschiffspoststempel mit USS Lexington nur auf See verwendet wurde. Ein Stempel mit geographisch fester Ortsbezeichnung (New York) macht ansonsten jedenfalls fuer ein Schiff wenig Sinn. Mysterioese Sache.

    Zitat

    Original von KArnoldBln
    Was bzw wie werden die Bewertet??


    Danke im Vorraus


    Oops, habe ich die Frage wahrscheinlich falsch verstanden.


    Nein, im Ernst war es mir entgangen, dass dies eine alte Frage von Dir war, wenn auch bis heute nicht beantwortet. Was Interesse an den beiden zuletzt gezeigten Stempeln betrifft: Ich habe mal nachgeschaut und habe die beide Stempel von der 8. Inf. Division nicht. Ich habe ueberhaupt von den FP-Stempeln noch nicht soviele zusammentragen koennen, da das von hieraus etwas schwerer als in Deutschland ist. Etwaigen Tausch koennen wir per PN besprechen.


    Arno

    Ich besitze das Werk von Karl-Heinz Schriever, Die deutschen Feldpoststempel 1914 – 1918, nicht. Es ist von 1967, aber anscheinend in einem Nachdruck von der Poststempelgilde noch (oder wieder) erhaeltlich. Ich richte mich in meiner Sammlung nach dem 'Stempelhandbuch der Deutschen Feldpost im Ersten Weltkrieg 1914 - 1918' von Horst Borlinghaus (2006), herausgegeben von der Arge Deutsche Feldpost 1914-1918. Da ich den Schriever nicht kenne, kann ich die Werke nicht vergleichen. Laut Vorwort im Borlinghaus handelt es sich zwar um den Nachfolger des Schrievers aber im Prinzip um ein voellig neues Werk, was verschiedene Aenderungen, Verbesserungen und Aktualisierungen in der Katalogisierung bringen soll.


    Der Borlinghaus listet allerdings nur die 'offenen' Feldpoststempel des Feldheeres, d.h. die Stempel der Feldpostaemter, Feldpostexpedisitionen, Feldpoststationen und die Nummernstempel der 'Deutschen Feldpost,' bei denen Rueckschluesse auf die Lokalisation der Feldpostanstalt moeglich sind. Fuer die ab dem 15.2.1917 auf der 'gewoehnlichen' Feldpost nur noch vorkommenden ausgestanzten (aptierten) oder stummen Stempel soll ein zweiter Band erscheinen.


    Ohne mx5schmidt in der Substanz widersprechen zu wollen ist die Aussage "hat man mit zunehmender Kriegsdauer immer mehr Stempel aptiert" ein bisschen schief, da die die Umstellung auf einen Schlag (+/- 1-2 Wochen) erfolgte. Die bis zum 15.2.1917 bestehende komplizierte Gliederung in Fp - ämter, -stationen, -expeditionen etc. mit zuvor jeweils getrennten Aufgabenbereichen und Funktionen wurde abgeschafft. Alle Fp-Anstalten erhielten nun mehr einheitlich die Bezeichnung "Deutsche Feldpost" und waren nur noch mit einer Nummer identifiziert. Aus Geheimhaltungsgruenden wurde nun auch (endlich) die offenen Bezeichnungen der Grossverbaende aus den Stempeln entfernt. Man mag sich wundern warum diese grobe Verletzung der militaerischen Geheimhaltung solange bestand hatte. Die bislang gefuehrten Stempel wurden so aptiert, dass nur noch die Worte Feldpost oder wo moeglich Deutsche Feldpost stehen blieb und alle nach dem 15.2.1917 neu ausgegebenen Stempel zeigen nur noch diese Bezeichnung. Die aptierten Stempel wurden zudem aus Geheimhaltungsgruenden von den verschiedenen Postanstalten untereinander ausgetauscht. Dieselbe Postanstalt fuehrte also nicht ihren alten Stempel in aptierter Form weiter, um eine Zuordnung der ehemals offenen Stempel zu den ausgestanzten Stempeln zu erschweren. Dieser Austausch macht es auch heute noch schwer, die aptierten Stempel zuzuorden.


    Ich sammele die verschiedenen offenen Feldpoststempel -- die aptierten sind mir zu kompliziert. Ich habe auch einige doppelt und tausche diese gerne 1:1 gegen Stempel, die ich noch nicht habe.


    Die von KArnoldBln gezeigten Stempel der 27. (k. wuertt.) Division, Feldpoststation Nr. 4, 8. Inf. Division (beide gezeigten Varianten) und von gaudinojr 103 Inf.Division 'a' sind im Borlinghaus saemtlich mit 1,00 EUR bewertet, der Basisbewertung fuer die grosse Mehrzahl der Stempel (= Stempel lesbar in allen Teilen plus Truppen(brief)stempel oder vollstaendige Absenderadresse -- sonst Abschlag). Die meisten sonst hier gezeigten Fp-Belege wurden bei normalen Zivilpostaemtern aufgegeben und sind daher in einem Katalog der Feldpoststempel nicht aufgefuehrt. Einige sind auch Kuk oesterreichische Feldpost.

    90% war doch korrekt. Ich wollte hier sicher nicht kritisieren, sondern nur ergaenzen. Ich hoffe Du findest noch ein paar Adlermaenner, die nicht alle durch Texas gelaufen sind. Was mich wundert -- am Rande bemerkt -- ist die Vielzahl unterschiedlicher Portostufen bei den gezeigten Briefen, die doch fast alles Standard-Luftpostbriefe nach den USA aus einem eng begrenzten Zeitrahmen sind.

    Hallo Saguarojo,


    ich habe hier sehr lange nicht mehr reingeschaut. Daher bislang keine Kommentare zu Deiner Serie von mir.


    12.09.2009 08:50:


    Ist keine amerikanische, sondern britische Zensur.


    20.09.2009 16:26:


    Es gab eine besondere Zensurstelle in New York fuer philatelistische Post, Post von Briefmarkenhaendlern, etc. Nummern 9800-9849 der ersten und 20002-200026 der zweiten Zuweisung. Siehe den Absender bei diesem Brief. So kommt dann auch einmal eine New Yorker Zensur auf einen mexikanischen Brief.


    02.10.2009 18:56:


    New York (POW) = Prisoner of War, Kriegsgefangenenpost, kann nicht sein. Es ist erste und nicht zweite Zuweisung. Zweite Zuweisung erfolgte Ende 1943, hier Stempeldatum von Mai 1943, also erste. Damit 12880 = El Paso.


    18.10.2009 13:35
    ditto. 12480 = San Antonio, nicht NY (POW) (erst ab 2. Z.).


    Zellophanstreifen mit aufgedruckten Nummern sind immer erste Zuweisung, mit handgestempelter Numer zweite. Ein hilfreiches Kriterium -- Du sprichst es weiter oben selbst an -- wenn man das Stempeldatum schlecht lesen kann.


    Arno (der wahrscheinlich mal sein Avatar um ein paar Jahre aktualisieren muesste).

    Um mal das offensichtliche anzusprechen: die beiden AFS der HK in Bremen und Hambug stammen von derselben Maschine, Nummer C980109. Mein Vermutung vom 28.2. ist damit widerlegt. Es handelt sich nicht um eine Fehlprogrammierung, bzw wie ich geschrieben habe "irgendwelchen Quatsch im Speicher" der Maschine.


    Ich glaube jetzt, dass es sich um Stuecke, die von einem Postdienstleister im Auftrag der beiden HK versendet wurden, handelt. Der letzte Beitrag von tigo geht ja auch schon in diese Richtung Uebernommen wurde ggf. Druck, Kuvertierung und Versand. Das personalisierte Absenderlogo ist leicht zu erstellen, da es sich um eine digitale Maschine handelt. Es muss da ja nichts graviert werden.


    Die AFS mit Kennung C98 stammen von Maschinen des Herstellers Neopost/Hasler (Neopost hat Hasler uebernommen) Modelle IJ65/85/95. Zufall? -- die Kennung 1D05 auf dem Frankit Brief der HK Bremen mit logo "Citipost" identifiziert die (allerdings weit verbreitete) Maschine Neopost IJ85.


    Wenn es jetzt gelingt den Dienstleister "Citipost" mit der PLZ 44379 in Verbindung setzen, waere das Raetsel mutmasslich geloest.

    Hallo noch einmal,


    Die Briefe wurden auf der Laengsseite gestempelt, wie von mir beschrieben. Das ist eine technische Beschreibung der Funktionsweise der Maschine, keine Theorie. Auf der kurzen Seite bleiben Briefe nicht gut stehen. Sie sind leichter aus der Balance zu schieben, wenn sie angedrueckt und von Stempelwalze erfasst werden. Die Gefahr einer Fehlfunktion der Maschine und resultierender Beschaedigung der Sendung ist dadurch erhoeht. Der Verzug -- stets von rechts oben nach links unten -- ist auf allen den gezeigten Exemplaren, die ueber die kurze Seite gestempelt wurden gut zu sehen.


    Die Geschwindigkeit der Maschine hat schon etwas mit der Laenge der Sendungen zu tun, wie von Concordia CA anfangs richtig bemerkt. Der Erklaerungsansatz ist daher schon klug gedacht. Ein limitierender Faktor ist allerdings der "Tripp-Mechanismus", der die Sendungen trennt und die Stempelung ausloest. 1000 Visitenkarten werden also nicht unbedingt viel schneller gestempelt als 1000 Briefe, wenn der Zufuehrmechanismus nicht schneller ausloesen kann. Soviel zum laengsseitigen Aufstellen zur schnelleren Stempelung. Mag sein, aber nicht notwendeigerweise. Wichtiger ist die Gesamtleistung wobei es nicht (nur) auf die Stempelgeschwindigkeit sondern auch auf die Ausfallquote und Anfaelligkeit fuer Funktionsstoerungen ( s.o. ) ankommt.


    Das Exemplar von Wolfgang zeigt auch das angesprochene Problem der Ueberstempelung der Anschrift. Es gibt natuerlich keinen technischen Grund, warum man die Anschrift nicht ueberstempeln soll, sondern nur postinterne Gruende und gesunden Menschenverstand. Der einzige nachvollziehbare Grund, warum ein Postbeamter gleichwohl einmal ueber die kurze Seite stempelte, ist -- aus meiner Sicht und wie erklaert -- um Marken zu erreichen, die sonst von der Maschine nicht erfasst wuerden. Dabei moechte ich fast vermuten, dass damit gegen die Vorschrift gehandelt wurde (wegen Ueberstempelung der Adresse) und nicht maschinentaugliche Sendungen eigentlich von Hand gestempelt werden sollten. Jedenfalls im Hamburger Postamt 1 wurde es aber so gehandhabt. Da die Briefe von Hand aufgestellt wurden, d. h. alle mit den Marken in die richtige Richtung/Stellung gestapelt wurden, mag eben auch einmal ein Brief in den falschen Stapel gelangt sein, der eigentlich haette normal gestempelt werden sollen. Beispiele fuer solche "careless clerk" ( = "unaufmerksamer Beamter" ) Fehler gibt es hunderte verschiedene, kopfstehendes Datum, falsch eingestelltes Datum, fehlende Bestandteile des Stempels, kofstehende Stempel, kopfstehende Slogans, Brief auf der Rueckseite gestempelt umgedreht und nochmal etc. etc. etc. Das sind nur Kuriositaeten, wozu man achselndzuckend sagen kann, ja, dass kann schon mal vorkommen.


    Ich habe das halbe Dutzend grinsender, kopfschuettelnder, augenzwinkernder etc. Smileys aus den letzten Betraegen uebrigens nicht verstanden. Auch nicht, was Wolfgang falsch gemacht hat (?). Ich hoffe jedenfalls, ich habe mich jetzt bei meinem Erklaerungsversuch etwas verstaendlicher ausgedrueckt.


    Arno

    Ah ja, Kirchentagssammlung. stimmt. Ich erinnere mich. Und die gezeigten Briefe passen in beide Sammlungen. Kann ja gar nicht besser sein. Es scheinen zwei unterschiedliche Unterscheidungsbuchstaben zu sein, h bzw. n. Hast Du bemerkt, oder?

    Hallo Coki,


    Ich hoffe die Hamburger Stempelsammlung geht voran. Hier meine Ansicht:


    Klebt die Marke "normal" in der rechten oberen Ecke, so war der Einzug des Briefe kopfstehend von rechts nach links fuehrend mit der Marke. Der Stempel war kopfstehend montiert, so dass dann auf dem Endprodukt der Stempel richtig aussah. Die Zufuehrung kopfstehend mit der Oberkante nach unten von rechts nach links hat den technischen Vorteil der Stabilitaet. Man kann es sich vorstellen, dass es einfacher ist einen sauberen Abdruck parallel der Briefkante hinzukriegen, wenn ein Stapel Briefe auf der langen Seite steht und vom eigenen Gewicht auf der Aufstellplatte in Position gehalten wird. Es war technisch aber auch moeglich die Briefe auf die kurze Seite zu stellen -- wie bei Deinem Exemplar. Dies war deutlich weniger stabil. Du kannst den relativ deutlichen schiefen Einzug bei Deinem Stueck gut erkennen. Dreh den Stempel einmal im Kopf auf die lange Seite. Etwas Vorstellungskraft ist noetig, dann "siehst" Du wie schief der Stempel wirklich ist. Du kannst den Winkel natuerlich auch messen und mit einem Lineal einmal ueber die Laengsseite legen. Wird ueber die lange Seite gestempelt kommen solche gravierenden Fehleinzuege nicht so haeufig vor.


    Ueber die kurze Seite wurde zudem schon aus dem Grunde niemals gestempelt, weil sich im Bereich unter der Marke normalerweise die Addressinformation befindet. Auf keinen Fall sollte die Anschrift ueberstempelt und ggf. die Hausnummer oder aehnliches unkenntlich gemacht werden. Warum also in diesem Ausnahmefall, den Du zeigst, ein Stempel ueber die kurze Seite? Nun gut, Ausnahmen kommen immer vor. Es wurde ueber die kurze Seite gestempelt, wenn die Marke beispielsweise nicht oben rechts klebte, sondern vielleicht unten rechts. Dann musste der Brief so positioniert werden, um die Marke zu entwerten. Dies ist m.M. auch die Erklaerung in Deinem Fall. Der Absender hat die Notopfermarke unter die Frankatur geklebt. Offenbar hat man befuerchtet diese Marke ggf. bei Normalstempelung mit dem Stempel nicht zu erwischen.


    Wenn Du genau schaust kann man sehen, dass es wahrscheinlich hingehauen haette und beide Marken wahrscheinlich auch bei normaler Zufuehrung entwertet worden waeren. Nun wurden die Briefe aber von Hand fuer die Maschine sortiert und aufgestellt. Da hat keiner lange ueberlegt oder gar nachgemessen. Das Problem mit Notopermarken die moeglicherweise ausser Reichweite des Bandstempels geklebt waren, war ja sicher zu der Zeit bestens bekannt. Ich nehme daher an, dass hier automatisch alle Briefe, bei denen diese Marken unterhalb klebte, auf ersten Anschein aussortiert wurde, und dann eben "auf Nummer sicher" auf der kurzen Seite durch die Maschine ging.


    Auf keinen Fall ist es ein Fehleinzug. Dies ist bei dieser Positionierung technisch unmoeglich. Denkbar allenfalls eine Fehlaufstellung ( "menschliches Versagen" ). Sowas mag vorkommen, aber sehr selten. Ein senkrechter Brief in einem Stapel waagerechter Briefe ist ja wirklich kaum zu uebersehen. Ebenso kann ich mich mit technischen Versuchen ueber die kurze Seite zu Stempeln nicht anfreunden. Dies widersprach der Din-Anordnung. Ueber Jahrzehnte hat man die Oeffentlichkeit mit viel Aufwand dazu erzogen, die Marken immer rechts oben zu kleben, und die Empfaengeranschrift unten-mittig-rechts zu schreiben. Da faengt man nicht an und dreht die Brief um. Kann ich mir bei deutschen Beamten einfach nicht vorstellen.


    Schau mal wo bei den anderen Belegen aus den 50er Jahren von denen Du schreibst die Marken kleben. Ich bin einigermassen zuversichtlich richtig vermutet zu haben.

    Zitat

    Original von tigo
    Also ich hab ja ein paar hundert moderne Freistempel aber einen v. Briefzentrum hab ich eigentlich noch nicht gesehen.
    Normal ist links das Werbeklischee, in der Mitte ein Ortsstempel mit Datum und rechts der Wertkasten mit der Porto-Höhe.
    Aber warum kommt ein Freistempel vom Briefzentrum ???


    tigo ?(?(?(


    Also, ich kann auch nur Vermutungen anstellen. Zunaechst, dieser Freistempel gehoert zur digitalen Generation. Da ist nichts falsch graviert oder montiert etc. Der "Stempel"-aufdruck erfolgt mit Inkjet oder Laserdrucker. Deshalb kann vom Prinzip her alles gedruckt werden, meine ich.


    Der Werbespruch "550 Jahre Tradition der Unabhaengigkeit' gehoert definitiv zum Absender, der Handelskammer Bremen (einfach den Spruch googln). Falsch ist also nur der Tagesstempelabdruck. Und hier vermute ich dann einen Programmierfehler. Irgendwelcher Quatsch war noch im Speicher der Maschine oder so. Also muss man nur einfach bei der Poststelle der Handelskammer anrufen: Hier Postrat Tigo. Bei meinen Ueberpruefungen ist mir ein Fehler mit ihrer Freistempelmaschine aufgefallen. Was war denn da los? Haben sie den inzwischen behoben? Schicken sie mir mal ein Belegexemplar . . . :D

    Auch von mir Gratulation zur Firmengruendung und viel Erfolg!


    Ich sehe automatisch die unfertige englische Seite, auf der es noch nicht viel zu gucken gibt. Ich wuerde diese vielleicht im Moment noch vom Netz nehmen. Oder zumindest einen Umschaltlink zur deutschen Version vorsehen. Ich komme an die deutsche Seite nicht ran. Selbst nicht durch googlen von "Hobbyzubehoer Diewald."


    Arno

    Infopost ist in der Tat keine Frankierungsart sondern ein Produkt. Danke fuer die Klarstellung. Auch wenn die ueberwiegende Frankierungsart dieses Produktes "Entgelt bezahlt"-Vermerke bzw. nunmehr die neue Frankierungswelle sind, also weder Frankit noch Frankierungsservice, kann das Produkt Infobrief mit diesen beiden (und noch anderen) Frankierungsarten vorkommen.


    Ich hoffe, dass unsere Diskussion fuer Mitleser einen Nutzen hatte. Spass hatte ich an den letzen Beitraegen nicht mehr. Wenn es darum geht "aus dem Chaos Ordnung zu schaffen," so erscheint mir eine zusammenhaengende Darstellung dafuer ein besserer Ansatz zu sein, als eine satzweise Einzelkritik meiner Betraege. Ganz offenbar weisst Du ja wovon Du redest. Daher ist es schade, dass Dein gutes Wissen der modernen Post durch die abgehakte Kommunikationsweise nicht richtig durch kommt. Wahrscheinlich treten wir uns in der Tat gegenseitig mit unseren Bemuehungen hier die unterschiedlichen Frankierungsarten auseinanderzuhalten auf die Fuesse.


    Sollten Dir 'Frankierungsservice'-Briefe in den Formen, an die Du dich meinst erinnern zu koennen, in die Haende fallen, in blau, mit Eigenwerbung des Absenders, mit Nennung des Portobetrag (alle vier bislang gezeigten sagen 'Entgelt bezahlt') etc. wuerde ich mich interessieren sie zu sehen. Es erscheint mir moeglich, da Du ja aus der Erinnerung schreibst, dass Du vielleicht einer Verwechslung mit Frankit-Briefen erlegen bist, bei denen diese Merkmale normal sind.

    @ tigo


    Sehr interessantes Exemplar: Frankierservice-Stempel als Handroll-Stempel beim BZ 63. Es gibt diese Stempel also nicht nur als Maschinenstempel. In jedem Fall unterstreicht es meine Aussage: Wer die Stempel seines BZ sammelt, kommt an diesen Stempel m.M. nach nicht rum. Einige davon koennten recht selten sein.


    @ uli


    Auch ich bin von Poblem des aneinander vorbeischreiben nicht gefeit. Gleichwohl, Du schreibst zuletzt "Meine Aussage auf die Einheitlichkeit bezog sich auf die Frankierservice-Stempel mit der "vierteiligen"-DataMatrix wie von tigo und italiker gezeigt. " ==> Daher nochmals: Nur tigo zeigt einen Frankierservicestempel. Italiker zeigt einen "Frankit" Absenderfreistempel. Mein erster Beitrag "Aepfel und Birnen" war gedacht hervorzuheben, dass es sich hier um zwei gaenzlich unterschiedliche Frankierungsarten handelt. Die weiter von Dir angesprochenen Infopost ist wieder eine andere Verwendungsart und ist sowohl von Frankierservice als auch Absenderfreistempelunf (Frankit) zu unterscheiden. Bitte also diese nicht mit dem Frankierservice vermischen. Fuer Infopost gibt es auch wiederum andere Kennzeichnungen durch Stempelformen, die von beiden hier diskutierten abweichen. Vielleicht war mein erster Beitrag wirklich nicht klar genug, dafuer Entschuldigung. Aber wenn alles durcheinander geschmissen wird, kann man nicht diskutieren. Schau mal was Du in Deiner Eingangspost an FRANKIERSERVICE Stempeln findest kannst. Davon waeren einige mehr Anschuungsstuecke zur Erhellung sicher hilfreich.


    Die Frankit-Stempel hingegen sind recht einheitlich. Die Unterscheidbaren Unterarten ergeben sich m. M. in erster Linie aus der Kennnummer des Stempels, aus der Anordnung der Wertziffern (Anzahl der Stellen etc.) und ggf. Zusaetzen im Stempeln fuer besondere Verwendungsarten. Italiker zeigt da z. B. ein Stueck mit der Angabe 'Buechersendung'. Hier eine Aufstellung der vorkommenden Praefixe der Kennungen:


    1D = Hersteller Neopost
    1D02, 1D03, 1D05, 1D06, 1D07, 1D08, 1D09, 1D10, 1D14


    2D = Hersteller Frama
    2D02, 2D04, 2D06


    3D = Hersteller Francotyp-Postalia
    3D01, 3D02, 3D03, 3D04, 3D05, 3D06


    4D = Pitney-Bowes
    4D01, 4D02, 4D03, 4D04, 4D05, 4D06, 4D09


    6D = Telefrank
    6D01, 6D02, 6D03


    Die dritten und vierten Stellen in den Kennung identifizieren jeweils ein bestimmtes Geraet des jeweiligen Herstellers. Diese Kennungen sind eindeutig nicht gleich haeufig. Auch hier moegen einige recht selten sein.

    Hinzufügen sollte ich vielleicht, dass es zu allen Zeiten vorkam, dass die Post Absenderfreistempelmaschinen gelegentlich zur Entwertung von Marken oder auch als Postfreistempel benutzt hat. Um eine solche Nutzung einer Absenderfreistempelmaschine zur Stempelung von fuer den Frankierservice eingelieferter Post mag es sich bei dem von tigo gezeigte Exemplar zu handeln. Dies wuerde den Beleg von tigo aber trotzdem nicht zu einem Frankit-Beleg machen.

    Hallo Uli,


    Die Stempel "Frankierservice" der DPAG sind sicher noch groessere Stiefkinder der Philatelie als die Absenderfreistempel und sicher eine Diskussion wert. Ich faende es interessant, wenn Du von den von Dir angesprochenen Abweichungen Bilder zeigen koenntest. Bis dahin halte ich meine allgemeine Aussagen ueber die Stempel aufrecht (grundsaetzlich in schwarz, grundsaetzlich mit Gebuehr bezahlt ohne Wertangabe, allgemein mit Angabe des Briefzentrums). Die beiden Beispiele unten illustrieren die von mir angesprochene grosse Vielfalt der Stempel. Die von die angesprochene behauptete Einheitlichkeit des offiziellen Teiles, vermag ich nicht zu erkennen. Es handelt sich hier nicht um ein Frankit-Produkt. Seltsam erscheint mir, Du haettest Frankierservice Stempel gesehen, bei denen sich links ein 'eigener' (?) Werbeaufdruck des Absenders befunden habe. Wie das bei dieser Dienstleistung der Post funktionieren soll, ist mir ein Raetsel.

    Langsam, Freunde. Hier wird von Aepfeln und Birnen geschrieben.


    Die blauen Stempel mit Inschrift 'Frankit' wie von italiker ganz oben gezeigt sind Absenderfreistempel. In schwarz oder anderen Farben habe ich die noch nicht gesehen.


    Dann gibt es die Stempel mit Inschrift "Frankierservice." Wobei es bei dieser Dienstleistung geht, kann man auf der Webseite der Post im Detail nachlesen. Diese Stempel muss man wohl als Postfreistempel einordnen, da deren Urheber eben die Post selbst ist.


    Interessanterweise fehlt es bei diesen Stempeln an einer Wertangabe (vergleiche das von Tigo gezeigte Exemplar). Normalerweise steht "Entgelt bezahlt" in diesen Stempeln. In welchen Farben sie existieren ist mir nicht bekannt, es wuerde mich aber nicht wundern wenn dies generell schwarz und nicht blau ist. Die zwei oder drei Exemplare die ich besitze sind alle in schwarz.


    Die Frankierservice-Stempel sind bei weitem nicht so einheitlich wie die Frankit-Stempel. Sammler von Briefzentrumsstempeln, jedenfalls Sammler der Stempel 'ihres' Briefzentrums werden um diese Stempel nicht herum kommen, wenn auch der Stempel von tigo das BZ nicht erkennen laesst. Es scheint mir fast als ob da die komplette untere Zeile unter der Codenummer fehlt. Normalerweise befindet sich aber die Angabe des BZ in diesen Stempeln. Mehr Anschauungsmaterial waere eventuell noetig -- ggf. in einem eigenen Thema "Frankierservice" und nicht unter "Frankit."

    Der Link funktioniert nicht. Wuerde mich interessieren was da steht. Vielleicht kann auch ein Mitglied bei Infla-Berlin hier erlaeutern, warum es da geht. Erweiterter Infla-Band 13 kostenlos auf CD? -- Also da wuerde ich schon gerne naeheres zu wissen (Bezugsquelle etc.).