Beiträge von exhändler

    Sammlerbernd, genau das denke ich auch. Einigkeit herrscht darüber dass das Sammeln in erster Linie Spass machen soll und Hobby ist. Und bei den Motivsammlern ist diese noch erkennbar, da dort allgemein weniger auf "Wert" gesammelt wird, sondern mehr zur Freude. (Was der sicher der Michel und Prüfer Lobby nicht so gefällt) Naja, ich hatte auch Gespräche mit der Michelredaktion warum diese Preisnotierungen- die Antwort würde einigen hier auch nicht gefallen, auch sie sind im "System" gefangen.


    Klar sind Numismatiker auch ihr eigenes Völkchen, aber ich hoffe und glaube das zumindest da der Markt vorläufig nicht allzusehr gefährdet ist. Leider gibt da auch große Versandhändler mit Scheinmünzen, wertlosen Medaillen und maßlos überteuerter Massenware und vergraulen auch so manchen Neueinsteiger. Schade um jeden einzelnen.


    Viererblock, ich habe deinen Beitrag sehr wohl gründlich gelesen und auch verstanden, trotzdem gehe ich nicht mit ihm konform. Und auch deine unterschwelligen Beleidigungen (erfolglos, gescheitert usw.) treffen micht nicht. Weil ich habe rechtzeitig die Kurve bekommen und kann vom Münzgeschäft gut leben. Solltest du in der Situation sein dein Lebensunterhalt mit allem drum und drann mit dem Briefmarkenhandel zu verdienen würdest du nicht so überheblich daherreden. Oder meinst du hunderte Händler sind nur zu doof und alle Statistiken gefälscht ?
    Du kommst aus Bayern, da ticken die Uhren sowiso etwas anders (ist nicht negativ gemeint). Bayern hat noch die stärksten Zahlen. Aber auch aus Bayern habe ich von Händlern schon ernsthafte Sorgen gehört und Namenhafte unter ihnen sehen die Briefmarken-Zukunft düster. Du bist genau einer von denen ich vorhin meine -SCHEUKLAPPEN- ;)


    Zum Schluss ein Beispiel aus der Realität:


    Kunde A kaufte ende 90er für 5000 DM: Bogenware Postpreis


    --- Heutiger Ankaufs-Wert um 50,- Euro


    Kunde B kaufte ende der 90er für 5000 DM: 20 Mark Münzen Preußen


    ---- Heutiger Ankaufspreis um 9500,- Euro


    Das sind reale Kunden gewesen, extremes Beispiel zugegeben, bei anderen Münzen bzw. Briefmarken ist die Differenz wahrscheinlich weniger markant- Tendenz jedoch eindeutig.


    Sammlerbernd,


    nein "vergraulen" ist nicht mein Anliegen. Und gescheitert ? - mitnichten der Münzsektor brummt ! Ich würde mir nur wünschen wenn Sammler, Vereine, Prüfer, Michel-Redaktion usw. mal offensiver mit dem Thema umgehen würden. Viele haben Scheuklappen und wollen wohl aus wirtschaftlichen Gründen keine "Reformen". Angefangen beim Michel.


    Schön ist es für dich das du ein Sammelgebiet gefunden hast was dir Freude macht. Und genau so sollte es sein. Freude soll das Sammeln bringen. Denn vom wirtschaftlichen Aspekt sollten sich so einige trennen. Auch ein Umdenken im "Prüferwesen" wäre angebracht, ebenso eine Trennung von Prüfungen und Michel- Mondpreisen. Das alleine könnte das Sammeln von Briefmarken wieder atrktiver machen. Zum Glück kommen Münzsammler weitestgehend ohne Prüfer aus.


    viererblock, auch dir muss ich wiedersprechen, ich bin nicht grenzdebil (anfang 40) und stehe mitten im Händlerleben. Auch ich bin sehr Wohl mit der Zeit gegangen und habe hauptsächlich online verkauft. Und trotzdem ist es genauso wie beschrieben. Die Preise Fallen, das ist Fakt. Die Sammler werden weniger, auch das ist Fakt. Der Nachwuchs fehlt , ebenso Fakt.


    Warum sieht es mit den Münzen völlig anders aus ? Die haben einen sehr guten Absatz. Münzmessen sind voll/paralele Briemarkenmesse fast leer (außer schlechtgelaunter Händer)! Es ist Geld mit Münzen zu verdienen. Die Münz-Auktionshäuser sind brechend voll. Viele der Sammler sind 20- 30 Jahre alt. Nachwuchs gibt es auch.
    Gute Münzen sind immer verkäuflich, bei Münzauktionen bleiben im Schnitt max. 5 % Rücklose. Bei Briefmarken habe ich schon 80% erlebt.


    Also mit online / Laden hat es nichts zu tun. Die Briefmarkensammler sterben langsam aus, da hilft auch alles Ignorieren der Tatsachen nichts.



    kartenhai, da muss ich dir komplett wiedersprechen. Es gibt kein auf und ab- es gibt nur noch ein ab. Ich und meine Händlerkollegen können das bestätigen. Kleine Ausnahmen mal ausgeschlossen. Hier ist nichts wie an der Börse. An der Böre werden auch Gewinne gemacht. Bei Briefmarken leider Ausschließlich nur noch Verluste.


    Dich freut es das der Posthornsatz immer billiger wird. Mich würde das nicht so freuen. Ja und warum ? Weil immer mehr Ware auf den Markt kommt und immer weniger Interessenten dafür da sind. Saalauktionshäuser werden immer leerer. Deshalb ist der Satz auch ständig in der Auktion. Er wird ständig von Verkäufern/Erben angeboten die die Sammlungen nur noch loswerden wollen !! Alle die also vor Jahren den Posthornsatz kauften sind nun bitter entäuscht ! Und spätestens wenn dein Posthornsatz nur noch die Hälfte des heutigen Preises bringt bist du es auch. Ich würde mich also an deiner Stelle nicht so sehr über fallende Preise freuen.


    Deine Statistik die du suchst gibt es auch irgendwo, sie ist erschreckend. Wirklich neue Händler sind durch Ebay kaum dazugekommen. Der Druck der Schwarzhändler und "privaten" mit Volksauktion macht das zu nichte. Echte Händler auf Ebay haben oft noch nebenbei Ihr Ladengeschäft, sofern nicht schon aufgegeben.


    Einer der größten Händler in DE sagte kürzlich zu mir das er seinen Kindern dringend abrät sein Geschäft zu übernehmen.


    Dass die Post keine Marken mehr herausgibt, kann ich mir nicht vorstellen, da müssten die Abo-Zahlen schon gewaltig in den Keller gehen


    Dann hast Du was überlesen. Die Zahlen SIND um 90% zurück gegangen !

    Interessante Gedanken die hier geschrieben werden.



    Zum Gedanken: "Gute Marken bringen noch ihren Preis"


    - Richtig, das liegt aber daran das es immer weniger Sammler gibt und diese sich natürlich aus dem Überangebot das Beste answählen können. Durchschnittliche Erhaltung ist preislich am Boden. Aber was passiert zwangsläufig wenn die Sammler weiter abnehmen und dadurch noch mehr Ware auf den Markt kommt mit weniger Nachfrage ? Dann ist der Zeitpunkt erreicht wo auch beste Stücke im Preis verfallen. Diese Zeit wird kommen.
    Ich schätze in 20- 30 Jahren wird das Briefmarkensammeln weitestgehend bedeutungslos sein.
    Nischen wird es geben, aber als "Volkssport" und erst Recht als "Wertanlage" tot.
    Schon jetzt sind Postabos im Vergleich zu besten Zeiten um 90% zurückgegangen.
    Einer der letzten Briefmarkenläden bei mir in der Nähe gibt auf, sein Umsatz auf den tiefsten Stand seit je, trotz Erweitung auf Münzen, AK und Antiqitäten und Onlineverkauf (sein letzter Briefmarken- Abodement ist kürzlich verstorben).



    Es ist auch kein deutsches Phänomen. Auch im Ausland sind gleiche Trends zu beobachten wenn auch verschieden stark. Selbst der kurz boomende Russen- und Chinamarkt ist wieder stark rückläufig.


    Es ist einfach (leider) Tatsache das sich die Jugend nicht mehr für dieses Hobby begeistern läst. Früher war es die breite Masse die als Kinder/Jugendliche gesammelt hat. Daraus sind dann zum Teil ernsthafte Sammler geworden.


    Kein Kind/ Jugendlicher hat heute mehr Bezug zu Briefmarken. Wenn ich früher einen Brief aus dem Ausland erhielt war ich gespanter auf die Frankatur wie auf das Geschriebene. Wer schreibt heute aus dem Ausland wenn die kostenlose Email in Sekundenschnelle beim Empfänger ist ? Und kommt doch mal echte Post - dann Freistempler oder Labels. Ich habe echt schon mit jungen Leuten gesprochen die ernsthaft nicht wussten das es überhaupt noch Briefmarken gibt !!!


    Und dann zum Schluss die Post selber. Ich frankiere meine Sendungen immer noch mit Briefmarken. Wie groß ist oft die Freude bei den Postdamen wenn sie wieder Briefmarken sehen die sie selber noch NIE (!!) gesehen haben.
    Bei einem größeren Kaufwunsch von einfachen Briefmarken sagte man mir ich solle gefälligst bei POST-Phila bestellen. Weil Marken sind in der Postfiliale kaum vorrätig und überhaupt sollte ich Labelfrankieren das ist besser !


    Fazit: rein technisch ist die Briefmarke heute schon überflüssig. Ich denke eine Weile wird aber wohl noch daran festgehalten, zumindest an Automatenmarken. Spätestens mit dem Verschwinden (wann auch immer) der Briefmarken wird wie bei den Telefonkarten der Markt noch scheller zusammenbrechen.


    Nachtrag: Ich hatte Tel.Karten mit Marktpreisen von fast 1000 DM, heute selbst billigst unverkäuflich.
    Zum Vergleich der Posthornsatz,früher für Viele das Prunkstück jeder Sammlung, heute schon sehr viel billiger geworden und ein Muss um eine Bund-Sammlung überhaupt noch verkaufen zu können, was kostet der wohl in 10 Jahren....... ?


    Interessand auch: Beim Ankauf Bund wurden früher nur die ersten Seiten durchblättert (zur Wertermittlung), nun sind es hauptsächlich die letzten Seiten. Warum ? Frankaturfähige Marken sind inzwischen das Wertvollste jeder Bundsammlung, traurig aber war.

    Ich selber war in der Jugend ein sehr eifriger Sammler. Es ging mir um keine Werte, es war nur der Spass.


    Wie das Leben so spielte wurde ich nach etlichen Berufsjahren selbst Händler. Briefmarken und Münzen.
    Inzwischen habe ich mich wie viele andere Kollegen komplett von den Briefmarken getrennt.
    Die Geschichte: Seit ca. 10 Jahren gehen die Preise stetig nach unten (im Durchschnitt) Anfangs hieß es nur die Standartware. Bald kamen die guten Stücke aber hinterher. Es machte keinen Spass mehr. Die Kundschafft schleppte "Erbschaften" noch und nöcher an. Kaufen wollte das Material niemand mehr. Anfangs ging ich auch noch in die sterbenen Vereine. Jedes mal weniger alte Männer vor Ort. Kein Nachwuchs. Diese Männer stöhnten bei Preisen 5% Michel. "...zu teuer.."
    Was sagte die Michelredaktion: " Sie sitzen zwischen den Stühlen", ich denke eher das ist die Macht der Prüfer.
    Abartig ist schon das geprüfte Ware oft schon unter unter Prüfgebühr angeboten wird.


    Das war nur noch Elend- ich habe wie viele andere auch rechtzeitig komplett meine Ware in Auktionshäuser verteilt. Das meist ging weit unter damaligen EK.


    Heute werden mir immernoch Marken angeboten, ich kaufe sie nicht.


    Ich denke das Briefmarkensammeln ist zum Aussterben verurteilt. Ganz einfach: es wird nur gesammelt womit man täglich zu tun hat. Zigarettenbildchen, Zigarrenbaderolen und auch Telefonkarten haben es hinter sich. Ansichtskarten sind auch auf dem sterbenen Ast.


    Welcher junge Mensch kennt denn noch Briefmarken. Alles wird elektronisch erledigt, der inzwischen super seltene Brief wird online frankiert oder bekommt ein Label auf der Post.


    Ich habe sehr viele junger Münzsammler zu Briefmarken befragt. Die Antworten waren von "wäre mir peinlich- bin kein alter Sack- über schade ums Geld- bis "gibt es denn noch Briefmarkensammler?" Traurig- aber immer ähnliche Antworten.


    Geld hat jeder täglich in der Hand, da liegt wohl das Münz-Sammeln näher.


    Abgesehen vom absolut fehlenden Nachwuchs, das Überflüssigwerden der Briefmarke im täglichebn Bedarf, den fehlenden "inneren Werten" (wie bei Goldmünzen), fehlenden Katalogen mit realen Marktpreisen usw., denke ich auch das das "Prüferwesen" nicht ganz unschuldig ist. Von vielen Kunden kamen "Beschwerden" über Mondpreise im Katalog von den Prüfer oft ebenso Mondpreise Vergütung beanspruchen.


    Nun beobachte ich die Entwicklung ganz entspant. Das Biefmarkenlager ist leer. Leid tun mir nur die restlichen Händler und verbleibene Auktionshäuser die händeringend nach Alternativen suchen.