Beiträge von Wandervogelgelb

    Endlich haben die Berliner Flohmärkte wieder geöffnet und die "Jagd" nach philatelistischem Beutegut ist wieder möglich. Einen Beleg, den ich heute aus einer Nachlaßkiste gefischt habe, möchte ich Euch vorstellen. Es handelt sich um einen Briefumschlag, der am 20. Mai 1933 in Adelaide, South Australia, aufgegeben worden ist. Adressat ist der Obermaschinist August Krüger, der sich zu dieser Zeit an Bord des deutschen Kreuzers "Köln" befand. Das Kriegsschiff war am 8. Dezember 1932 zu einer 37.000 Seemeilen langen Weltreise aufgebrochen, die es über das Mittelmeer nach Indien, Australien, die Südsee, Japan und China und zurück nach Deutschland führte. Am 23. Juli 1933 erreichte der Brief Guam, das Schiff hatte aber bereits abgelegt. Von Guam wurde er nach Shanghai weitergeleitet - auch dort war die "Köln" bereits wieder in See gestochen. Den handschriftlichen chinesischen Postvermerk in Grüner Farbe kann ich nicht entziffern. Am 9. September kam der Brief in Sumatra an. Dort lagerte er mehrere Tage. Aus einem handschriftlichen Vermerk geht hervor, dass die Sendung am 20. September 1933 nach dem Einlaufen der "Köln" ihren Empfänger tatsächlich erreicht hat. Für mich ist es faszinierend, welche Mühe sich die Postverwaltungen der Länder gemacht haben, damit ein Brief seinen Empfänger erreichen konnte.

    Rein juristisch stimmt das eben nicht: Beiträge im Forum sind öffentlich: Ich kann sie sehen ohne angemeldet zu sein - hab's gerade auf dem iPad probiert....

    LG

    Uli

    Ein öffentlich für durch Anmeldung für "jedermann" zugängliches Forum ist in juristischem Sinne immer "öffentlich", ich gehe aber davon aus, dass eine sachbezogene Auseinandersetzung mit inkriminierten Briefmarken/Postsachen (Fragen nach Katalognummer, Aufdrucken, historischen Zusammenhängen, Plattenfehlern, Stempeln e.t.c.) unter die Ausnahmetatbestände des § 86 StGB (BRD) fällt. Eine Präsentation von Sonderwertstempeln mit Propagandabildern nur zum Zwecke der Zurschaustellung würde ich schon anders einordnen.

    Man muss da verschiedene Rechtssphären unterscheiden, weil unterschiedliche Staaten und auch unterschiedliche Verkaufsplattformen (aus unterschiedlichen Gründen) differenzierte Verbotsregeln haben. In Deutschland sind die Regeln, was das Verbot von NS-Symbolik betrifft, aus guten Gründen recht streng (§ 86 StGB, mit den genannten Ausnahmen für Sammmler, Wissenschaft und staatsbürgerliche Aufklärung), in Russland zur Zeit noch strenger (kürzlich Haftstrafe für umfangreiches Angebot von Hitlermarken mit Aufdruck Ukraine), in den USA wird die "Meinungsfreiheit" traditionell sehr breit ausgelegt. Als Verkäufer aus Deutschland wirst Du von deutschen Gerichten nach deutschem Recht beurteilt, auch wenn Du über eine ausländische Plattform handelst (z.B. Ebay USA, Delcampe). Ebay USA selbst ist nur an US-Recht gebunden. Die Regularien der Verkaufsplattformen können im Sinne von "strenger" vom nationalen Recht abweichen, da muss man genau auf die Regeln und die Praxis schauen. Ebay Deutschland fordert z.B. die Abdeckung des Propaganda-Spruchs auf den Hitlerblöcken, jedoch nicht die Abdeckung seines Konterfeis auf Briefmarken. Ebay Deutschland ist aber auch an US-Recht gebunden, deshalb die Handelsverbote für Briefmarken aus Kuba, Nordkorea und dem Iran. Nach deutschem Recht wäre dies absolut zulässig. In den USA könntest du, wenn das erfasst worden ist , dafür mächtigen Ärger bekommen.

    Kleine Korrektur: Die Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft gab es auch in der Bundesrepublik Deutschland. Sie gehört zu den hunderten Organisationen und Vereinen die in den fünfziger Jahren dort verboten worden sind.

    Ich kauf den einen oder anderen FDC zu meinem Eisenbahnthema bei Ebay oft für einen Euro das Stück. Meiner Meinung nach ist der Mindestpreis bei Eby beim einstellen eines Artikels immer 1 €. Selbst wenn jemand einen FDC für 0,50 € einstellen will lässt Ebay da nicht zu. Daher bin ich mir nicht sicher auf welcher Plattform in Deutschland die Verkaufspreise von 10 bis 20 Cent erzielt werden. Bei Privatverkäufen außerhalb solcher Plattformen kann ich mir das vorstellen. Beim amerikanischen Ebay habe ich interessanterweise Auktionen mit FDCs gesehen mit Startpreisen von 0,25 € gesehen. Dort gehen FDCs aber auch schonmal für 2 $, 3 $ oder auch mal 7 $ weg. Da habe ich den Eindruck Ebay versucht mit dem 1 € Startpreis da wieder in Deutschland Extraeinnahmen zu generieren.

    Auf Hood besteht die Möglichkeit, Artikel preiswerter als 1 € einzustellen. Allerdings besteht dort m.E. aufgrund der begrenzten Reichweite nur eine geringere Chance, dieses auch abzusetzen.

    " wie Du ... erfahren haben wirst, war ich krank und konnte nicht ... " Es sieht so aus, als ob da jemand Deutsch in kyrillischen Lettern geschrieben hat. So können sich ältere "Ossis" untereinander verständigen, wenn "Wessis" nicht mitlesen können sollen. Die Karte ist allerdings von 1924. Da müsste man rätseln, welchem Zweck diese Art von "Geheimschrift" gedient haben könnte.