Beiträge von Grieche

    Liebe Hermesfreunde,


    hallo an alle! Ich melde mich nach langer Zeit wieder und ich hoffe es geht euch allen und euren Sammlungen gut!

    MIKLAS,

    eine ähnliche 1871/72-40lepta- Marke habe ich auch (36c), die jedoch den wunderbaren Farbton deiner Marke nicht reicht... Ich vermute, es handelt sich nicht um Druck auf der Vorderseite, sondern das Papier hat lediglich die Farbe der stark gedruckten Kontrollziffer aufgesaugt. Hält man die Marke gegen Licht, kann man genau dahinter die KZ sehen. Trotzdem eine große Besonderheit, wenn nicht eine kleine Seltenheit!

    Zudem auch eine 10-Lepta-Marke 1867/69 mit ähnlichem Effekt.


    Liebe Grüße,

    Vassilis

    Hallo Freunde,


    ich habe eine Mini-Recherche gemacht und die angehängte Tabelle erstellt.
    Hier die wichtigsten Schlussfolgerungen über diese faszinierenden 1871-Marken:


    a) früher hat man geglaubt (Glasewald, Pemberton etc.), die echte Farbe für alle 40 Lepta (36a,b,c) war "Solferino", aber die sei lichtempfindlich gewesen und/oder beeinflusst durch den Gummi und deshalb abgefärbt.


    b) Glasewald meint, aufeinander klebende Marken würden unter dem Gummi die originelle (rote!) Farbe erhalten. LOL!!!


    c) Pemberton meint über die 36b, "the best condition in which the collector can hope to find it is in a moderately deep rosy-buff – much paler than the figures on the back, and without any tinge of magenta."


    d) Constantinides (1933) argumentierte gegen (a), meint jedoch, dass die Farbe sehr licht- und feuchtigkeitempfindlich sei und zu Kupfertönen oxidiert werde. Er vermutet folgende Sachverhalte:
    1) Nach dem Druck der KZ 1868-1869 war Druckfarbe in rot übrig.
    2) Mit dieser Druckfarbe druckte man im 1870 die KZ der 40 Lepta 1871.
    3) Die Farbe reichte nur noch für wenige Marken (--> Solferinos)
    4) Für die übrigen 40 Lepta machte man neue, fleischfarbene Farbe, die mit Bistre in verschiedenen Verhältnissen gemischt wurde.


    Er liefert als früheste Zirkulationsdaten
    ±) rose flesh 23/5/1871
    ²) yellow flesh 20/10/1871
    ³) Solferino 12/7/1872


    e) Basel (2004) liefert die 3 angehängten Fotos (Pfeilchen von mir gezeichnet) als extreme Beispiele der Farbnuancen (weist darauf hin, dass sie von Original abweichen...) und meint, die Mehrheit der Marken liegen irgendwo inzwischen. Er meint, 36b+36c sollten wegen der Pluralität der Farben eine eigenständige Emission darstellen.
    Der einzige Weg die Farben wahrzunehmen sei, eine Menge jeder Unternummer in die Sammlung zu bringen...


    Und zum Schluss das Beste:
    f) Zafeirakopoulos meint:


    1) It seems that the wide-spread theory about the Solferino being the first sheet from the printing of the rose-flesh stamps, prior to the dilution and/or discoloration of the ink is correct. While, during the printing process, the sheets were stacked one on top the other, they were sent for use from top to bottom. And so we have the first use on 23-5-71, and the use of the firstly printed sheet (Solferino) between the 12th and 14th July 1871. As we can see above, it is unrealistic to assume that the sheet was left over and used a year later.


    2) The entry of “72” in the double-circle Piraeus postmark should be due to an error by the post office clerk. However improbable such an error may seem, this is the most likely explanation in the case of the Solferino. Definite proof will come through letters to and from Piraeus franked with other values, but with the same wrong year, and this presents an opportunity for large Hermes heads collectors to examine their collections.


    Groom, the father of the CN-Studie, hatte 77 Marken der 1871-Ausgabe zur Verfügung. Es wäre super, wenn wir durch dieses Thread diese Zahl annähern oder sogar übersteigen könnten...


    Vasilis

    Miklas,


    hallo, sehr interessante Infos zu der Farbe Bistre, am Wochenende komme ich zum Thema zurück.
    Im 2015 habe ich mir bei einer Ausstellung 3 Kopien 36a (Solferino) angesehen, die Farbe war deutlich rötlich.
    Meine Marke scheint genau das zu sein, was die alten Kataloge meinen: lachsfarben oder fleischfarben. Das nennt heute Karamitsos "rosabistre bis gelblichbistre"...
    Nach Position suche ich später.
    Großes Farbenspektrum bei dieser Marke, deshalb habe ich die Mitglieder gebeten, Exemplare hochzuladen.

    miasmatic,


    guten Morgen. Was für schöne Farben hast du! Die zwei letzten sind 1872-1876 mit leichten KZ.
    Die 10-Lepta Marken von 1871 ist eine umstrittene Frage.
    Die wurden auf gemaschtem Papier gedruckt und schon Ende 1871 benutzt.
    Der HELLAS-Katalog hat sie daher (wegen des Papiers) in die Ausgaben 1872-1876 gestellt.
    Coundouros meint, sie seien praktisch von den wahren 1872-1876 Marken nur durch die Kontrollzifferpositionen zu unterscheiden (oder durch eine frühe Abstempelung schon im 1871...).
    Die Katalogisierung ist an dieser Stelle auch eine objektive Sache. Man braucht eine große Menge von Marken der Periode 1868-1875 um entscheiden zu dürfen, wozu was gehört.


    Schönen Sonntag noch,
    Vasilis

    Hallo,


    eine komische Marke war in einem kleinem Lot zu finden, es ist eine 40 Lepta aus 1871-1872 mit einem komischen lachsfarbenen Farbton. Praktisch soll es bei dieser Ausgabe ein großes Farbspektrum geben. Habt ihr andere Farbtöne dieser Marke? Zum Vergleichen stehen daneben eine hellorange 10 Lepta und zwei gelblichbräunliche 40 Lepta.


    Grüsse,
    grieche

    DKKW, hallo!
    danke für die netten Worte, meine Kenntnisse sind auch sehr begrenzt! :( Mit den Ausgaben 1868-1869 und 1871-1872 komme ich übrigens überhaupt nicht klar. Die Vielfältigkeit an Farben, Papiersorten, Druckfehlern, Kontrollziffern und Druck machen jeden Hermeskopf zu einer einzigartigen Marke. In diesem Sinne haben alle Sammler hier im Forum etwas Schönes bzw. sie können etwas Interessantes bemerken. Die HK-Sammlung bekommt daher nach einem gewissen Punkt einen persönlichen Charakter und geht über die beschränkten Katalogebeschreibungen und -nummern hinaus.
    Liebe Grüsse,
    Vasilis

    Zitat

    Original von olli0816
    Was mir bei der Ausgabe auffällt ist doch die recht mangelhafte Qualität des Druckes. Wie bei euch sind die Wellenlinien kaum zu erkennen, fast richtig weiße Felder. Das ist wohl einer der Hauptmerkmale dieser Ausgabe. Hat jemand von dieser Ausgabe die 1 Lepton-Marke? Wenn ja, ist dort der schlechte Druck auch so ausgeprägt?


    Hallo Olli,


    anbei eine 1-Lepton-Marke aus 1870 (zum Vergleich 2 frühere dazu).
    Die Wellenlinien sind meistens deutlich, jedoch hell.
    Die Farbmischung enthält für die Nr.30 einen kastanienfarbigen Ton, der einzigartig unter allen 1-Lepta ist.


    Grüsse,
    Vassilis

    Zitat

    Original von MIKLAS
    Das große Plattenfehler bzw. Positionsbuch "Large Hermes Head, characteristic marks of all positions in the plate of the values of 5, 10, 20, 40 & 80 lepta by COUNDOUROS John G" bzw. "The plate flaws of the large hermes heads of Greece (1861-1886) by Nich.Asimakopoulos MD" besitze ich leider nicht - wollte es mir leisten. Da ich aber keine Einsicht nehmen kann, bin ich unsicher welche das bessere Buch ist - oder hat jemand eines der beiden Bücher über die LHH.


    Coundouros ist sehr gut. Kaum Text, nur 150 Plättchen für jeden Wert mit Plattenfehler+Tintenkleksen. Meiner Meinung nach lohnt es sich und Karamitsos macht wahrscheinlich ab und zu einen Rabatt...
    Asimakopoulos habe ich noch nicht, muss ebenfalls nützlich sein. Coundouros dürfte jedoch praktisch alle Asimakopoulos-Plattenfehler (2001) im eigenen Buch (2011) eingegliedert haben.

    MIKLAS,


    hallo. Eine Hilfe bei der Plattenposition bietet


    a) Bellas, Ulysses, La Tete de Mercure: Generalities et Reconstruction de la Planche des 20 lepta, Pub. by the author, France, 1978, French. (Merkmale aller Positionen nur für die 20 Lepta) aber hauptsächlich folgendes


    b) Top-Buch von Coundouros


    Die Hellas Nr.8 ist ein legendäres Stück, kommt extrem selten vor.
    Die 13I bzw. 13II (sowie Nr.8) haben dunklere Farben als die Nr.19 und sind trotz weißer Stellen an den Linien und Hof um den Kopf "saubere" Marken (ohne Klekse, mit schön dunkler Tinte). Deine Marke hat viele Klekse (sehr üblich 1865-1867) und ist vielleicht abgefärbt...
    Die Position 26 ergibt sich aus der Linie oben und dem Tintenkleks im roten Kreis (s.Bild).
    Die fehlende KZ ist bestimmt ein Rätsel. Mit einem Mikrometer kann die Papierstärke gemessen werden (sie sollte zwischen 0,075-0,085 mm liegen). Ist die Papierstärke in der Mitte dünner, dann ist die Fläche abgenutzt.


    Louis Basel hat im Artikel "Ink Spots on the Helmet" () eine schöne Tabelle seiner Recherche. Da ist zu sehen, wie sich die Tintenklekse nach 1864 rasant vermehren.

    Miklas,


    die Marke könnte aus der Position 26 der Platte stammen. Der Druck ist schmutzig (Perle links mit Tinte, Tintenflecken am Helm, auf 20 etc) und die Farbe hat viele weissen Stellen. Die schliesst leider eine 13 aus. Vielleicht eine 19 der letzten Jahre 1865-1867 vor der Reinigung der Platten? Die fehlende Kontrollziffer bleibt ein Rätsel...

    Hallo wieder,


    hier ein Versuch für die zweite Olli-Gruppe. Insgesamt sind die keine leichte Marken, da die Stempel und die Kontrollziffern nicht sehr helfen.


    Marken H und J: die gehören der 1871-1872 Ausgabe, die Kontrollziffern, besonders von J sind sehr charakteristisch für die Zeit. Das Papier muss nicht mehr so satiniert wie bis 1869 sein sondern etwas flacher und weisser. Das kannst nur du, Olli, beurteilen.


    Marken G und N: Kontrollziffern und Stempel bei N sprechen für 1868-1869


    Marke L: Diese Null der Kontrollziffer ist so dick, dass sie für einen Zeitpunkt nach 1872 spricht. Auf der anderen Seite findet man den Rautenstempel meistens bis 1872. Vielleicht eine der ersten Ausgaben auf gemaschtem Papier?


    Marke P: Wenn es im Stempel "73" steht, dann höchstwahrscheinlich gemaschtes Papier.


    Olli, bitte auch das Papier untersuchen, im Vergleich zu deinen anderen Marken, die eindeutig zu der 1862-1867 Zeit gehören: das Papier von 1871-1872 wirkt etwas weisser und das gemaschte ist meistens dünn und transparent und wenn man es gegen Licht sieht, lässt sich ein Pünktchennetz erkennen.


    Gruss,
    salonico

    miasmatic,


    herzlichen Glückwunsch für deine 10 Lepta Marke, Pracht!
    Diese Marke ist die seltenste unter den Parisern, es düften 100.000 Stücke in Paris gedruckt worden sein.
    Wünschenswert ist die auch in 2.Wahl-Zustand.

    Na guten Abend an alle, ich befürchte, ich kann nicht viel helfen :(
    Mit den Farben gehe ich sowieso nicht gut um, bei den Hermesköpfen wird die Sache mit den Farben sogar ein wirkliches Rätsel, da die Leute in Athen von 1862 bis 1885 Marken unaufhörlich gedruckt haben, je nach Bedarf. Die Klassifizierung von Karamitsos ist EIN Klassifikationsvorschlag, andere unterscheiden zwischen noch mehr Farben. Wenn man sich für die Farbabarten interessiert, sollte man meiner Meinung nach seine Marken von einem glaubwürdigen Händler bekommen, sonst ist vieles bloss Vermutungen. Die Kontrollziffern und die Papierqualität machen die Sache komplizierter, weil sie auch ein Teil der Marke sind. Die Griechen haben in den Jahren 1862-1868 mehrere Papiersorten benutzt (dick, dünn, transparent etc.). Die Farbe und die Dünnheit der Kontrolziffern sind auch in dieser Periode nicht einig, ein wirkliches Rätsel auch für den gut informierten Sammler.
    Olli, ich habe versucht, deine Köpfe zu klassifizieren, aber ich bin kein Experte, also das ist nur ein Versuch.


    Die Marken A und B gehören meiner Meinung nach zu den 1862-1868 Ausgaben, dafür sprechen die etwas fleckige Kontrollziffer der Marke B und die diunkle Farbe der Marke A.


    Die Marken C, D und E müssten den gereinigten Platten gehören, die sind ziemlich hell, mit vielen weissen Stellen im Medaillon, die Pünktchen zwischen den Wellenlinien sind kaum zu erkennen und ihre Kontrollziffer sind schon etwas grober als früher. Das sind die Hauptmerkmale für die Einstufung hier.

    Zu dem Nafplion- Brief aus 1864:


    Die Kontrollziffern sprechen meiner Meinung nach eher für eine 19a oder 19b und nicht für eine 19A. Sie scheinen nämlich dünn zu sein, aber nicht so haarigdünn wie bei 19A. Es gibt jedoch starkes Relief (die Mund-, Hals-, Nasen- und Augenlinien sind sehr tief gedruckt, s.Bild), was das Hauptmerkmal für eine 19A ist, 19a bzw. 19b können aber auch erkennbares Relief aufweisen.


    Das interessante dabei ist eine noch nicht katalogisiertes Einzelheit: die Marke ist im Medaillon senkrecht liniert ("with laid background"). Das ist ein Merkmal der frühen Ausgaben bis 1864 und bisher bei 1 Lepton und 80 Lepta häufig. Karamitsos hat in den letzten Jahren auch linierte 20 Lepta versteigert (s. Bilder). Diese Linien sind vermutlich der Abdruck des Drucktuchs (weicher Druck). Eine solche Marke auf Brief ist was Besonderes und herzlichen Glückwunsch, miasmatic!


    20 Lepta senkrecht liniert:


    Briefe:


    Gruss,
    Vasilis

    Zitat

    Original von miasmatic
    den als Scan angefügten Brief zeige ich mit der Bitte um Rückäußerung.


    Der Brief und die Marke scheinen sehr interessant zu sein.
    Hermes selbst könnte wegen der kyrillsichen Schrift beleidigt werden, alle andere dürfen es nicht :)
    Ziel ist Athen.
    Den Namen des Empfängers kann ich nicht lesen, vielleicht "An den Herrn ..... .. Tzamados"?
    Könntest du noch zwei Fotos der Marke machen (Vorderseite und beleuchtete Rückseite durch das Papier, damit man etwas die Kontrollziffer sieht?). Es handelt sich um eine 19.