Beiträge von m.w.myname

    Hallo,
    Dein Brief vom 17. 12. 43 aus Rumänien ist für mich sehr ungewöhnlich. Ver-
    gleichbares habe ich bis jetzt nicht in meiner Sammlung. Es ist ein R-Brief an
    einen SS-Angehörigen in der deutschen Wehrmacht und als solcher keines-
    wegs ungewöhnlich.
    Der Brief durchlief keine deutsche Auslandsbriefprüfstelle (ABP). In diesem Fall
    hätte es die ABP Wien (Kennbuchstabe g) sein müssen. Dagegen zeigt der
    Stempel As, daß der Brief eine SS-Feldpostprüfstelle (wahrscheinlich in Wien)
    ungeprüft durchlaufen hat (Durchlaufstempel). Allerdings habe ich einen SS-
    Durchlaufstempel mit hochgestelltem S noch nicht gesehen. Darum kann ich
    über diesen Stempel nichts sagen (Vorkommen, Echtheit usw.). Da müssen
    geschultere Sammler ran


    Grüße


    m.w.myname

    Hallo portocard,
    warum sollte San Marino unbedingt eine eigene Zensur im 2. Wk haben ? Ge-
    genüber Deutschland war SM neutrales Hinterland und wurde dann 1943 von
    den Deutschen einfach besetzt. Dein schöner R-Brief vom 20.5.1943 nach
    Duisburg durchlief zunächst eine italienische Dienststelle und wurde dort ge-
    prüft. Öffnungs- und Prüfmerkmale sind über den Umschlag verteilt. Danach
    wurde der Brief im Zielland von der zuständigen ABP München zensiert. Dazu
    wurde er rechtsseitig geöffnet und danach maschinell wieder verschlossen
    und gleichzeitig mit einem Zeilenprüfstempel versehen. Der Brief ist gut er-
    halten und kann mit 15 bis 25 € bewertet werden, je nach Interesse und
    Marktlage


    m.w.myname

    Hallo portocard,
    auch ich versage hier kläglich und kann Dir wohl nicht weiterhelfen. Auf jeden
    Fall war ein Prüfung von Inlandspost (auch Pakete) in Kriegszeiten nicht vorge-
    sehen. Es gibt sie aber ! Ob in diesem Fall der Zoll seine Finger im Spiel hatte,
    sei dahingestellt und das weiß ich nicht. Die Rückseite der Karte zeigt mir auf
    jeden Fall, daß das Paket am 2. 9. nicht zugestellt werden konnte. Es liegen
    also 7 Tage zwischen Aufgabe und Zustellung - warum ?
    Im August/September 1944 war schon vieles möglich. Es tut mir leid, Dir in
    diesem Fall nicht helfen zu können


    m.w.myname

    Hallo portocard,
    zu dem fehlenden Postwertzeichen gibt es natürlich mehrere Möglichkeiten.
    Deine Vermutung ist eine davon. Im allgemeinen haben die ABP's Briefmarken
    nicht abgelöst und sie dann nicht wieder aufgeklebt aber wer weiß. Es fehlte
    natürlich auch die Zeit für ein solches Vorgehen. Die Post sollte die Prüfstelle
    innerhalb von 24h durchlaufen haben. Na ja, das ist halt das Schöne an Zen-
    surpost


    m.w.myname

    Hallo portocard,
    nun zu Deinem Streifband aus den besetzten Niederlanden nach Greiz. Es
    zeigt deutlich den Durchlaufstempel A.c. der Auslandsbriefprüfstelle Köln, die
    für diesen Leitweg zuständig war. Natürlich wurden auch Druckschriften aus
    dem Ausland von den ABP's geprüft. In den meisten Fällen, wenn es sich um
    "echte" ausländische Zeitschriften handelte, wurde das Poststück auch noch
    durch die Gestapo der entsprechenden ABP geprüft. Die Stempel der Gestapo
    findet man meist etwas versteckt auf dem Umschlag/Streifband. Bei der
    "Deutsch Niederländischen Wirtschaftzeitschrift" handelt es sich jedoch um ein
    rein deutsches Produkt und die Gestapo griff nicht ein. Solche Auslandsdruck-
    sachen aus dem zweiten Weltkrieg sind nicht allzu häufig und ich bewerte
    Dein Streifband mal mit 10 - 15 € (vielleicht auch mehr)


    m.w.myname

    Hallo portocard,
    Dein zweiter Brief aus Jessoila (Ostkarelien) vom 18. 2. 1945 ist sehr schön.
    Nicht ganz verständlich ist der vom Postamt Berlin SW61 unter Zeugen ange-
    bachte Zusatzstempel "Ohne Freimarken....eingegangen", da die Frankatur
    doch deutlich zu sehen ist. Das Wort "Inhalt" wurde ja im Stempel durchge-
    strichen.
    Nun zur Zensur:
    Der Brief durchlief zunächst eine finnische Dienststelle und wurde dort ge-
    prüft. Die Prüfmerkmale (Verschlußstreifen und Prüfstempel) sind auf der
    linken Seite zu erkennen.
    Im Zielland geriet der Brief "in die Fänge" der ABP Berlin und wurde dort geprüft. Verschlußstreifen und zwei rote Prüfstempel sind auf der Rückseite
    zu erkennen. Der schwach erkennbare Farbstreifen quer über den Briefum-
    schlag ist ein Indiz für eine Prüfung auf Geheimschrift. Man konnte solche
    Schriften ("Wasserschrift") mit speziellen Tinkturen sichtbar machen. Bei den
    goßen ABP's (Berlin, Frankfurt usw.) wurde etwa alle 100000 Poststücke
    eine Geheimschrift gefunden. Dein Brief bringt bestimmt 20 - 30 €


    m.w.myname

    Hallo portocard,
    fangen wir mit Deinem Brief "Durch Deutsche Dienstpost" vom 18. 5. 1944
    an. Leitweg: Oslo nach Berlin. Der Brief durchlief die Auslandsbriefprüfstelle
    (ABP) Oslo. Er wurde jedoch nicht geprüft. Das belegt der runde Stempel
    Ao (Durchlaufstempel). Das A steht wohl für Auslandsbriefprüfstelle, das o
    ist der Kennbuchstabe der ABP Oslo. Der Brief ist überfrankiert aber trotzdem
    sehr schön. Ich bewerte ihn mal mit 5 - 20 €, wenn auf der Rückseite nicht
    noch ein weiterer "Schatz" versteckt ist


    m.w.myname

    Hallo Tigo,
    in der Tat paßt dieser chinesiache Brief vom 16. 11. 1939 in meine Zeit. Der
    Absendeort ist leider nicht deutlich im Stempel erkennbar.
    Der Brief wurde durch die Auslandsbriefprüfstelle (ABP) Berlin geprüft. Erkenn-
    bar ist dies an dem breiten Verschlußstreifen (Oberkommando der...). Zu
    dieser frühen Kriegszeit fehlen meist noch die Prüfstempel (wie in diesem
    Fall). Die handschriftliche Nummer 2329 auf der Anschriftenseite ist die Num-
    mer eines Prüfers. Dein Brief ist ein wenig lädiert - ich bewerte ihn mal mit ca.
    5 €


    Grüße


    m.w.myname

    Hallo Tigo,
    leider fallen Deine schönen Belege nicht in mein Thema der Zensurpost im 2.
    Weltkrieg. Die Belege wurden sämtlich von österreichischen Dienststellen im
    1. Weltkrieg zensiert. Dazu gibt es einen guten Ansprechpartner und zwar die
    "Arge Zensurpost 1914-18". Du findest sie leicht im Web.
    Aus meiner "schmalen" Kenntnis heraus über dieses Gebiet kann ich nur sagen,
    daß Deine Belge zwar schön aber nicht von großer Seltenheit sind. Wenn
    nicht noch andere Merkmale den Wert enorm steigern, siedele ich sie mal im
    Bereich von 3 € pro Stück an.
    Es tut mir leid, daß ich nicht mehr dazu sagen kann


    m.w.myname

    So,
    da bin ich wieder.
    Dein Brief Nr. 4 ist genau so zu beurteilen, wie die Nr.2. Auch hier siehst
    Du auf der Vorderseite den griechischen Prüfstempel und auf der
    Rückseite den deutschen Verschlußstreifen der ABP Wien mit dem
    Kennbuchstaben g und dem roten Prüfstempel. Erwähnen will ich auch
    noch einen handschriftlichen Vermerk links neben der unteren Freimarke.
    Dieser stammt auch von einem Prüfer der ABP. Handschriftliche Vermerke
    findet man auf Zensurpost recht häufig. Oft findet sich darin die Nr. des
    Prüfobjektes, das der Prüfer gerade prüft so wie die Anzahl der
    Einlagebögen im Brief. Also bedeutet 145/2 hier so viel wie "Brief Nr. 145
    mit 2 Einlagebögen". Es kann aber auch erwas anderes bedeuteten.Der
    Brief ist auch mit etwa 3,- € zu bewerten.


    Dein Luftpostbrief aus Argentinien vom 19. 9. 1941 wurde von der ABP
    München geprüft (wie der Spanienbrief) und zeigt auf der Vorderseite ein
    paar farbige Stempel, die von Prüfern stammen. Die Bedeutung ist nicht
    immer bekannt. Auf jeden Fall ist 2317 eine Prüfernummer. Auf der
    Rückseite siehst Du den Verschlußstreifen mit dem Kennbuchstaben d.
    Darauf sind zwei Prüfstempel in schwarz abgeschlagen.
    Der Brief ist mit ca. 5,- € am Markt zu bekommen.
    Noch ein Schlußwort:
    Es gibt bei Zensurpost keine festen Regeln (sollte es zwar, ist aber nicht
    so), an die man sich halten kann. Viel ist improvisiert, besonders zu Beginn
    und am Ende des Krieges. Man muß dazu schon gute Literatur haben.
    Wenn man folgendes Experiment hätte machen können:
    Ein Brief aus Argentinien nach Deutschland vom 15. 5. 1941 zeigt die Zen-
    surmerkmale A, B, C, D und E. Nun nehme man den gleichen Brief und
    schicke ihn einen Tag später noch einmal von Argentinien nach Deutsch-
    land. Jetzt zeigt er andere Zensurmerkmale. Möglich ist dies durch z. B.
    neue Erkenntnisse, die man in einem Tag gewonnen hat


    mit besten Grüßen


    m.w.myname

    Hallo,
    alles,was gesammelt wird, ist etwas wert. So auch Deine Zensurbriefe – nicht viel
    aber immerhin etwas. Deine 7 Briefe stammen alle aus der Zeit des II. Weltkriegs
    und gehören in das Gebiet “Deutsches Reich 1939-45, Privatpost mit dem nicht-
    feindlichen Ausland.“ Hier sind es zu dem jeweiligen Zeitpunkt die Länder Griechen-
    land, Bulgarien, Litauen und Spanien. Diese Post wurde von Dienststellen (den Aus-
    landsbriefprüfstellen (ABP’s)) im Deutschen Reich und auch noch von Dienststellen
    der jeweiligen Länder zensiert. Tiefer will ich dazu jetzt nicht eingehen.
    Wenn Du Interesse hast, nenne ich Dir Literatur dazu und Du kannst in das Thema
    „“Achtung ! Fundgrube Zensurpost“, das Bernd HL in seinem Beitrag durch den link
    markiert hat, reinschauen.
    Nun im Schnelldurchgang zu Deinen Briefen.
    1. Griechenland, 7. 2. 1940 nach Schönebeck (Firmenkorrespondenz)
    Der Kreisstempel auf der Vorderseite entstammt der griechischen Zensur. Auf der
    Rückseite siehst Du einen Verschlußstreifen der Auslandsbriefprüfstelle Wien, die
    für die Post u.a. von und nach den Balkanstaaten zuständig war. Was zu diesem Zeit-
    punkt noch fehlt, ist ein sog. Prüfstempel, der die Zensur mehr oder weniger belegt
    (dazu gibt es noch viel zu sagen). Der Brief ist mit etwa 3,- € auf dem Markt zu er-
    werben.
    2. Griechenland 21. 6. 1940 aus gleicher Korrespondenz
    Der Brief ist ähnlich, nur das jetzt auch die griechische Zensur geöffnet und wieder
    verschlossen hat. Weiterhin hat die ABP Wien jetzt auch schon einen roten Prüfstempel
    verwendet (Oberkommando der Wehrmacht – Geprüft). Die beiden Nummernstempel
    6081 und 868 sind Prüferstempel, die ab Mitte 1940 bei der ABP Wien ständig zu fin-
    .den sind Der Brief kann mit 3,- - 5,- € bewertet werden.
    3. Griechenland 7. 9. 1940 aus gleicher Korrespondenz
    Hier hast Du wohl versehentlich die Rückseite von Brief 2 eingestellt. Darum kann
    ich nicht mehr dazu sagen.
    4. Bulgarien 26. 4. 1940 (?) aus gleicher Korrespondenz
    Der Brief wurde auch von der ABP Wien geprüft. Auf der Rückseite ist der Verschluß-
    streifen zu sehen. Außerdem siehst Du 2 Prüferstempel 591 und 1071. Auch dieser Brief
    wertet nur mit etwa 2,- bis 3,- €
    5. Litauen 12. 4. 1940 aus gleicher Korrespondenz.
    Dies ist Dein wertvollster Zensurbrief (ca. 10,- bis 15,- €). Geprüft durch die Auslands-
    briefprüstelle Königsberg (Kennbuchstabe a). Auf der Rückseite findest Du einen Ver-
    schlußstreifen so wie einen roten Zensurstempel. Belege, die durch die ABP Königsberg
    geprüft wurden, sind seltener
    6. Bulgarien 5. 4. 1940 aus gleicher Korrespondenz
    Dies scheint ein Ministerialbrief (nummeriert) zu sein. Geprüft durch die ABP Wien.
    Der Verschlußstreifen ist auf der linken Seite zu erkennen. Ein Prüfstempel ist noch
    nicht zu sehen. Die Erhaltung des Briefes ist nicht ganz optimal Wert ca. 2,- €
    7. Spanien 10. 2. 1943
    Dieser Luftpostbrief an die Frau Melber wurde, entsprechend dem Leitweg, von der ABP
    München geprüft und linksseitig mit einer maschinellen Einrichtung verschlossen und mit
    einem Endlosprüfstempel gestempelt. Auf der Vorderseite siehst Du weiterhin Nummern-
    und Buchstabenstempel, die alle von Prüfern der ABP München stammen. Dies sind zum
    Teil Prüfernummern so wie Arbeitsgruppenstempel. Auf der Rückseite ist ein weiterer
    Stempel (rotes V) der ABP zu sehen. Ein Stempel einer Zensurstelle in Barcelona ist auch
    noch zu erkennen. Dieser Brief ist für ca. 3,- € zu erwerben.


    Ich hoffe, Dir damit ein klein wenig geholfen zu haben


    Noch einen schönen Abend


    m.w.myname

    Hallo,
    Dein Brief aus Bulgarien (Datum nicht erkennbar) durchlief korrekterweise die
    Auslandsbriefprüfstelle (ABP) in Wien und würde geprüft. Dazu wurde er
    linksseitig geöffnet und danach maschinell wieder verschlossen (geriffelter Ver-
    schlußstreifen) und mit einem roten Band-Prüfstempel versehen (Kennbuch-
    stabe g der ABP Wien). Die Nummer 191040 ist ein Poststück-Eingangszähler
    der ABP. Die grüne Nr. 6345 ist ein Prüferstempel. Weiterhin ist noch ein handschriftlicher Vermerk eines Prüfers zu erkennen. Dein Brief ist mit etwa
    4-5 € zu bewerten


    m.w.myname