Beiträge von wien13

    Hallo,


    wichtig ist für mich, dass
    1. der Plattenfehler klar und deutlich erkennbar ist und nicht mit Stempelfarbe ganz oder tw. überdeckt ist.
    2. Marke einen schönen Schnitt hat


    Eine gute Abstempelung finde ich zwar ein nette Draufgabe ist aber eigentlich bei einer Plattenfehlersammlung nicht so wichtig. Wenn der Stempel allerdings TOP (Abschlag und Müller-Punkte) ist, dann ist Marke für Stempelsammler dann oft mehr wert, als der Plattenfehler wert sein dürfte - anbei so ein Stück mit Platten/Druckfehler in der linken Marke unten im Wappenschild - aber der Stempel ist m.E. um einiges höher zu werten.


    herzliche Grüße wien13

    Hallo mx5schmidt,


    Toller Artikel. Bestätigt, dass trotz aller Vorsichtsmaßnahmen - wie die Vollüberwachung der in den Logen Beschäftigten - Indiskretionen nicht zu verhindern sind.


    Ein weiteres Beispiel habe ich in dem Buch von Joachim Helbig „Bayrische Postgeschichte 1806 - 1870“ (übrigens sehr empfehlenswertes Buch) gefunden. Und zwar nicht die Brieföffnungen der Thurn und Taxis Post in Bayern, sondern einmal mit Bayern auf Seite der Spione.


    Während der bayrische Herrschaft über Tirol ordnete der bayrische Minister Montgelas dem Generalpostmeister Drechsel die „konsequente Überwachung der Briefe aus Italien, Illyrien, der Schweiz und Österreich nach Tirol an“ (Helbig S.63). Laut Helbig dürfte jedoch Drechsel dem nur widerwilligt gefolgt sein, trotzdem sind etliche dieser Briefabschriften erhalten geblieben.


    Helbig schreibe dann auf S. 65 „Drechsel selbst bezeichnet in einem Schreiben vom Juni 1813 die ganze Überwachung als Fehlschlag, deren Ergebnis die jährlichen Ausgaben von ca. 1000 Gulden nicht rechtfertigten“


    schönen Abend
    wien13

    Mit großer Verblüffung habe ich dieses Wochenende das Buch „Metternichs geheimer Briefdienst“ von Josef Karl Mayr gelesen. Warum meine Verblüffung? Polizeistaat und Metternich ist doch nichts Neues.


    Um es gleich auf den Punkt zu bringen, Mayr stellt die Grundintention Metternichs in Bezug auf das Postwesen so dar, dass von diesem das Postsystem primär im Dienste der Informationsbeschaffung organisiert und weiterentwickelt wurde. Damit bekommen auch die internationalen Beziehungen und die Vereinbarungen zu den Postkursen mit diesem anderen Grundverständnis eine ganz neue Schlagseite. Nicht die Portoeinnahmen, sondern die Kontrolle über wesentliche Informationskanäle (z.B. in Bezug auf Italien oder Wiener Kongress) und, dass potentiell feindlich gesinnte Staaten (zu dieser Zeit etwa Bayern, Frankreich, Sardinien für Österreich) keinen Einblick in die eigene Korrespondenz erhalten sollten, waren prägend für die politischen Aktivitäten.


    Noch einige interessante Schlaglichter:
    • Die amtliche Briefdurchforschung durch sogenannte „schwarze Kabinette“ oder Postlogen war in der Zeit vor 1848 ein absolut gängiges staatliches Instrument der Kontrolle und Spionage (Beispiele in Frankreich, Sachsen, Rußland, Sardinien …)
    • Österreich war mit seinen Postlogen und deren Methoden besonders am Puls. Kein Siegel sei es aus Wachs oder Oblaten, das nicht geöffnet und praktisch ohne erkennbaren Schaden wieder repariert wurde.
    • Thurn und Taxis dürften sich in Bayern allerdings 1808 etwas ungeschickter angestellt haben. Zumindest ist davon auszugehen, dass die Aufdeckung der Briefspionage für das Habsburgerreich zur Kündigung des Postpachtvertrages durch Bayern geführt hat (siehe dazu Helbig Bayrische Postgeschichte).
    • In Wien agierte eine sogenannte „Geheime Ziffernkanzlei“ bei der Auswahl der zu öffnenden Briefe. Die Interzepte wurde nur einem kleinen Kreis vorgelegt. Insbesondere Kaiser Franz hat sich damit stundenlang beschäftigt. Gegen Ende der Zeit Metternichs wurden allein in Wien 80 bis 100 Briefe exzerpiert weitergegeben – bei einem Personalstand von rund 15 Personen.
    • Um doppelte Öffnungen in einem Postgebiet (z.B. Öffnung bei Briefaufgabe in Wien und Gefahr einer neuerlichen Kontrolle in Semlin oder Triest) zu vermeiden, wurden Briefe gekennzeichnet. Mayr meint, dass dies an den Kuvertecken passiert ist.
    • Die Verschlüsselung von Botschaften und damit die Notwendigkeit diese im Gegenzug bei den Logen zu Dechiffrieren war eine besondere Aufgabe mit besonderen Remunerationen für die Logisten. Gratifikationen gab es auch für das Erlernen von fremden Sprachen (in Wien etwa 500 Gulden)
    • Als Gegenmaßnahmen kamen in Frage: Deckadressen, Privatkuriere, vermischte Briefe, besondere Ziffernschlüssel, Geheimschriften usw.
    • Jegliche Schriftstücke (Interzepte, Anweisungen) bzw. sonstige Spuren (die Postlogisten etwa waren proforma anderen Dienststellen zugeordnet) wurden vernichtet. Nur wenige Dokumente (einige Andeutungen von Metternich in seinen Briefwechseln, einen operierten“ Briefumschlag) sind erhalten geblieben.
    Jetzt ist es natürlich sehr spannend, ob es nicht doch noch Nachweise bei diversen Belegen zu diesen Aktivitäten der schwarzen Kabinette gibt?
    Schönen Abend an alle
    Wien13

    Hallo,


    noch kurz eine Erklärung zu dem Portoansatz, wie er im Ferchenbauer notiert ist:


    Die 21 Kr.CM setzen sich aus 12 Kr.CM für den Lloyd-Seeweg-Transport und 9 Kr. CM Postvereinsgebühr für den Landweg im Postvereinsgebiet zusammen.


    Letzterer wurde aber bei dem Triest Brief nicht in Ansatz gebracht, da der Brief bei der Ankunfsstelle (Sanitätsamt laut Wurth) von der Seereise in Triest abeholt oder übermittelt wurde.


    Eine Quelle für die Postkonvention 1851 konnte ich nicht ausfindig machen - kann mir jemand weiterhelfen?


    Grüße aus Wien

    Hallo Skalar,


    laut Wurth (Österreichs Orientalische Post" Seite 111) machte das Porto ab 16.10.1851 12 Kr. CM für Konsular/LLoydtaxe für einen 1/2 lothigen Brief aus. Da keine Taxe für die Landbeförderung anfiel, hatte der Brief wahrscheinlich also 3x das Basisgewicht und somit kam die Taxe von 36 = 3 x 12 zustande (dazu habe ich aber auf die Schnelle nichts gefunden)


    lg wien13

    Werte BM-Freunde,


    Zum Thema Literatur der Abstempelungen auf den ersten Markenausgaben von Österreich-Ungarn wurden bereits einige Threads verfasst bzw. Fragen beantwortet. In aller Kürze sind die bekannten Werke:
    • Müller Edwin „Handbuch der Entwertungen von Österreich und Lombardei-Venetien
    • Kropf H. „Die Abstempelungen der Marken von Österreich-Ungarn und Lombardei-Venetien
    • Ryan G.S. „Die Entwertungen der ungarischen Postämter auf den ersten fünf Ausgaben Österr.Freimarken 1850 - 1867
    • Klein Wilhelm „Stempelwerk 1867, 1883 und 1890“
    Sowie einige Werke zu Kronländern oder Ausgaben, die mir bekannt sind, wie etwa :
    • Kravcar Siegfried „Handbuch der vorphilatelistischen Abstempelungen der Steiermark und deren Weiterverwendung auf den ersten sieben Markenausgaben“
    • Adamczyk Janusz „“Katalog der Stempel Galiziens usw.)


    Ich möchte Euch hier meine Neuentdeckung zu dieser Thematik vorstellen.
    Es ist ein Teil der mehrbändigen Ausgabe des POFIS Verlages Prag zu den Markenausgaben und Abstempelungen Tschechiens unter dem Titel „MONOGRAFIE CESKOSLOVENSKYCH ZNAMEK“.
    Band 13 aus dem Jahr 1975 beinhaltet eine Aufarbeitung aller Abstempelungen auf tschechischen Gebiet bis zum Jahr 1918. Also inklusive der Abstempelungen vor 1850!


    Neben einer kurzen und prägnanten Einleitung, die in tschechischer Sprache und in Deutsch enthalten ist, werden die einzelnen Stempelarten und Besonderheiten dazu vorgestellt. Den Hauptteil macht die Aufstellung der Orte mit ihren in diesem Zeitraum verwendeten Stempel und eine Bewertung derselben aus. Die Orte mit den Anfangsbuchstaben A bis O sind in diesem Band und die restlichen Buchstaben im Folgeband 14 enthalten.


    Zur Illustration stelle ich zwei Bilder (Quelle: oben erwähnt Seite 137 und 138) dazu vor und hoffe, dass damit die Faszination des Werkes in Ansätzen rüberkommt.


    Ich hoffe, dass diese Information für einige von Euch von Interesse ist und würde mich auch freuen, wenn weitere Literaturempfehlungen kommen


    Wien13

    Guten Morgen,


    hier zeige ich Euch einen 3er Streifen Gravurtypen. Auf den ersten Blick ist bei den Marken die Beurteilung der Art von Gravurtype wegen der hinderlichen Stempelung und dem Bug selbst mit Lupe nicht leicht möglich.


    Aber mit einem Negativbild klart sich da einiges auf. Demnach handelt es sich um 2:1 1:1 und 2:1 Gravurtypen.


    Bei der mittleren Marke ist der Restfleck im Wappen eher gering - d.h. könnte man statt 1:1 auch als 1:2 taxieren.


    lg wien13