Beiträge von BärBerlin

    @ huiftjanix


    Hallo,
    diese Anekdote von 1987/88 beschreibt sehr genau, wie er war - und er würde noch heute sein Briefmarkenhaus leiten, wenn er nicht 1992 sehr schwer erkrankt wäre und fast gestorben wäre. Es dauerte Monate, bis er wieder einigermaßen auf den Beinen war - und konnte daher krankheitsbedingt sein Unternehmen nicht mehr weiterführen. Von dieser Krankheit hat er sich bis zum Schluss nie komplett erholt, er war z.B. seitdem auf einem Auge blind und durch die Medikamente, die er im Krankenhaus bekam, bekam er Diabetes. Dennoch hatte er einen unbändigen Lebenswillen und erholte sich mit der Zeit wieder soweit, dass er wenigstens ein den Umständen entsprechendes normales Leben führen konnte, bis er vor wenigen Jahren die Diagnose Hautkrebs bekam, den er nach monatelanger Behandlung auch besiegt zu haben schien, aber dann stellte sich doch heraus, dass dem nicht so war.
    Durch diese schwere Erkrankung 1992 (kann auch ein Jahr später gewesen sein, so genau kann ich das im Moment nicht mehr sagen) war er quasi gezwungen, seine Firma zu verkaufen.
    Nachdem er sein Geschäft an seinen Prokuristen verkauft hatte, ging es stark bergab, da dieser auf eine Telefonkarten-Hype setzte und sich damit total verspekulierte. Außerdem gab durch den Prokuristen "Unregelmäßigkeiten" in der Aquise neuer Kunden usw. Schließlich mußte das Unternehmen Konkurs anmelden. Lothar Krüger wurde von sehr vielen Leuten darum gebeten, das Unternehmen wieder zu übernehmen, als das Konkursverfahren lief, aber es war ihm gesundheitsbedingt unmöglich.
    Dies zeigt, wie wichtig eine Unternehmerpersönlichkeit für ein erfolgreiches Unternehmen ist und wie viel Gespür und Talent Lothar Krüger besaß, sein Unternehmen erfolgreich zu führen.
    Er war ein ausgesprochen kreativer und erfolgreicher Marketing-Experte und wer jetzt anführt, dass er teilweise für die Briefmarken nichts mehr bekäme, die er damals kaufte, dann muss ich zur Verteidigung fragen, wieviel denn die Briefmarken heutzutage wert sind, die die anderen Briefmarkenhäuser damals verkauften? Und wieviel sind nach wenigen Jahren ehemals sündhaft teure Modeklamotten wert?
    Lothar Krüger war schon immer seiner Zeit voraus, er erkannte und prägte Trends und war damit erfolgreich.
    Und er brachte einen Großteil seines Vermögens zu seinen Lebzeiten wieder unters "Volk", war spendabel und großzügig.
    Ich erinnere mich an eine Theateraufführung in Berlin, wo eine (aus Plexiglas durchsichtige) Spendendose für die AIDS-Hilfe herumging. Jeder steckte ein paar Pfennig oder ein paar D-Mark rein. Weil ich neben ihm saß, habe ich gesehen, wie er einen Hundert Mark Schein in die Dose steckte.
    Er war immer sehr großzügig, aber sobald es ums Geschäft ging, feilschte er knallhart um jeden Pfennig!