Beiträge von Briefmarkentor

    Man fragt sich da, was war damals der Sinn dieser Falschstempel?

    Hallo Kartenhai,


    es wird wohl eine Nachfrage nach gestempelten Werten gegeben haben, die auf natürlichem Wege nicht befriedigt werden konnte. Fälschungen und Verfälschungen finden sich hauptsächlich auf den Sonderpostwertzeichen und der Abschiedsausgabe.


    Jetzt rate mal, von welchen Ausgaben ich wenige bis gar keine Bedarfsbelege auf meiner Seite

    http://www.kleine-briefmarkene…/Belege-OPD-Schwerin/1945

    http://www.kleine-briefmarkene…/Belege-OPD-Schwerin/1946

    zeigen kann?


    Herzliche Grüße


    Marko

    Hier eine einzelne gebrauchte Marke. Ein Feldmerkmal konnte ich nicht finden.



    Verwendung fand diese als portorichtige Mischfrankatur auf einem Brief im Fernverkehr bis 20 g mit Zusatzleistung Einschreiben vom 26. November 1945 in die Britische Besatzungszone ab Lubmin nach Lübeck.


    Hallo labarnas,


    weshalb du jetzt gerade einen persönlichen Angriff gegen mich fährst, entzieht sich meiner Kenntnis.


    Zum Schlaumeiern und nicht Sicher sein: Dank entsprechendem geprüften Vergleichsmaterial kann ich meine Aussagen belegen. Auch sind die vorgestellten Stücke in der Fachliteratur ausreichend dokumentiert.


    Zu der Rückmeldung an den Verkäufer nur soviel, was passiert denn jetzt mit den guten Stücken? Landen diese bei einem anderen Unternehmen der Gruppe oder bei Ebay? Wir wissen es nicht. Jeder Leser dieses Themas ist jetzt aber sensibilisiert und meidet solche Stücke hoffentlich.


    Noch eine persönliche Frage. Stehst du in einer Beziehung zu diesem Unternehmen? Man könnte es fast vermuten.



    Viele Grüße


    Marko

    Hallo labarnas,


    hier sind unsere Ansichten tatsächlich sehr gegenläufig.


    Ich finde es erfolgversprechender, einer möglichst großen Anzahl von Sammlern Fälschungen zu zeigen und zu erklären. Andere Foren wie stampsx und Bund Forum gehen auch diesen Weg. Die wenigsten Händler und Verkäufer sind tatsächlich einsichtig. Und was mit den nun gelöschten Angeboten passiert, können wir nicht nachvollziehen. Von daher spreche ich persönlich Verkäufer nur noch auf Tauschtagen auf Fälschungen an.


    Auch die genannte Firma, die Drei Löwen GmbH werde ich nicht löschen. Diese Firma gehört zum Firmenverbund der Deutsche Briefmarken AG. Wir haben es hier mit Profis zu tun. Ob besagte Angebote (Mehrzahl) jetzt durch Unwissenheit oder aus anderen Gründen eingestellt wurden, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich empfinde es aber als Informationsgewinn für alle Sammler, wenn man Namen klar benennt. Wenn ich jetzt gemein wäre, würde ich die Frage stellen, weshalb fälschungsgefährdetes Material nich vorher kompetent geprüft wird. Denn eine Ausgabe von 48,00 € für einen Markensatz dürfte für die Mehrzahl der Sammler schon eine höhere Investition bedeuten.


    Viele Grüße


    Marko

    Auch nicht allzu häufig dürfte diese portorichtige Mehrfachfrankatur von zwei Mi.-Nr. 33ye Us auf einer Postkarte im Fernverkehr vom 3. August 1946 innerhalb der Sowjetischen Besatzungszone ab Schwerin nach Halle an der Saale sein.



    Empfänger und Absender sind keine Unbekannten, es handelt sich also um einen philatelistisch beeinflußten Beleg. Der Empfänger Kurt Zirkenbach war Sammler und Prüfer, der Absender Burmeister Oberpostinspektor https://www.bundesstiftung-auf…nken/friedrich-burmeister.


    Angeboten wurde das Stück bei Schlegel, der Zuschlag lag bei 90 Euro. Die Beschreibung lautete wie folgt:

    "1946, 6 Pfg. Bauer grauviolett, gestempeltes waagerechtes Paar, senkrecht ungezähnt auf Fernkarte von SCHWERIN 3.8.46 an Zirkenbach, Karte mit kleinem Eckbug unten rechts, Marke einwandfrei, sign. Kurze, Busch, gepr. und Fotoattest Thom BPP (ME ohne Preis)"

    zu img0612:


    Portorichtige Mischfrankatur auf einem Brief im Fernverkehr über 20 bis 250 g aus der Sowjetischen Besatzungszone in den amerikanischen Sektor Berlins ab Feldberg nach Kreuzberg. Der Briefumschlag scheint doppelt verwendet zu sein (positiv), der Zustand insgesamt lässt aber zu wünschen übrig (negativ).


    Allerdings ist der Absender aus philatelistischer Sicht für einige Sammler sicher interessant.

    Gibt es eine Übersicht darüber, welche Städte/Dörfer wann in welcher Zone lagen?


    Findet man über Google, bzw. wenn man weiß, in welchem Bundesland eine Postanstalt liegt, weiß man es mit der Zeit so:


    Ostdeutschland (Gebiet der späteren DDR): Sowjetische Besatzungszone

    Nordwestdeutschland mit Ausnahme von Bremen: Britische Besatzungszone

    Südwestdeutschland, Bayern, Bremen: Amerikanische Besatzungszone außer ein paar Gebieten im äußersten Südwesten, die waren Französische Besatzungszone

    Berlin besaß einen Sonderstatus und war in Sektoren aufgeteilt.

    zu img0412:


    Es scheint sich um einen in Mehrfachfrankatur um acht Pfennig überfrankierten Brief im Fernverkehr bis 20 g innerhalb der Amerikanischen Besatzungszone ab Regensburg nach Stuttgart zu handeln.


    Wahrscheinlich treffen hier unterschiedlichen Ansichten bezüglich der Wertfindung aufeinander. Der Sammler von Farbvarianten freut sich, der Portostufensammler zieht wahrscheinlich eher folgenden Beleg vor:



    Portorichtig frankierter Inlandsbrief im Ortsverkehr über 20 bis 250 g ab Schwerin.


    Werterhöhend könnte sich aber der Stempelabschlag auswirken.. Verwendet wurde ein Kreisstegstempel mit Bogen oben und unten (Altstempel). Mein Beleg aus Schwerin zeigt einen Zweikreisstegstempel (Normstempel). Diese Stempelform war am gebräuchlicheren, hier mit aptierter Postgebietsleitzahl "3".

    zu img013:


    Die Stadt Regensburg lag 1948 in der Amerikanischen Besatzungszone. Am 21. Juni 1948 wurde in dieser Besatzungszone die Reichsmark durch die Deutsche Mark abgelöst (Währungsreform). In der Zeit vom 21. Juni 1948 bis zum 23. Juni 1948 durften die gültigen Briefmarkenausgaben in Reichsmark (Gemeinschaftsausgaben) zu einem Zehntel ihres Nennwertes aufgebracht werden.


    Es handelt sich also um eine portorichtige Mehrfachfrankatur (4,80 Reichsmark = 0,48 Deutsche Mark) auf einem Brief im Fernverkehr über 20 bis 250 g innerhalb der Amerikanischen Besatzungszone.


    Da diese Möglichkeit der Frankatur nur drei Tage möglich war, kannst du dir sicher denken, dass der Preisansatz laut Michel nicht zu einem marktgerechten Preis führt. Auch die Portostufe rechtfertigt einen Aufpreis.

    Wenn du mit dem sammeln von Belegen erst anfängst, dann hier ein paar subjektive Ratschläge:


    - vergiss den Katalog von Michel

    - Kauf dir das Buch "Deutsches Reich - Postgebührenkatalog 1923 bis 1945 - Die Gebühren und Bestimmungen der Deutschen Reichspost im Post- und Telegraphenbetrieb vom 1.12.1923 bis zum 8.5.1945" von Rainer E. Lütgens.*

    - Wenn dir ein Beleg gefällt, kaufe ihn. Du wirst über die Jahre immer mal wieder zu hohe Preise bezahlen, oft aber auch sehr niedrige. Das gleicht sich wieder aus. Generell sind die Preise seit Jahren überall rückläufig, auch für viele seltenere Stücke. Ein Kauf in der Hoffnung, bei einem späterer Verkauf einen Gewinn zu erzielen ist naiv. Auch das ständige notieren und nachrechnen, was man an Werten zusammengetragen hat, ergibt keinen Sinn. Unser Mehrwert ist doch das Sammelobjekt als solches, an dem wir uns erfreuen.


    * In dem Buch werden auf 236 Seiten die Versendungsformen im Inlandsverkehr auch durch Abbildung entsprechender Belege vorgestellt. Preisangaben oder Bewertungen findet man nicht. Nach dem lesen dieses Buches stellt man jedoch rasch fest, wie sehr auch der Michel Spezial inhaltlich nur an der Oberflächen kratzt.