Beiträge von jmh67

    Naja, kann schon ein, dass weniger Nachrichten auf Papier versandt werden. Aber man muss auch an die Absender denken, die es immer noch tun. Die konnten sich bisher einigermaßen darauf verlassen, dass nach spätestens zwei Werktagen ihr Schrieb beim Empfänger war, jedenfalls im Inland. Was Samstag morgen im gelben Kasten war, kam normalerweise sogar montags an. Die Montagszustellung aufzugeben wäre IMHO nur der Anfang einer Abkehr von einer zuverlässigen DIenstleistung. Ein Armutszeugnis für ein Postunternehmen.

    Gar ned erst ignoriern! Dös is halt narrisch, da kannst nix machn.


    Wie neulich sinngemäß jemand schrieb (ich glaube, es war auf Stamporama): Was für Sammler herausgegeben wird, ist in der Regel nicht sammelwürdig. Also wozu die Aufregung. Müsste sich ja inzwischen herumgesprochen haben, dass Spekulation und Sammeln ganz verschiedene Dinge sind. Wenn nicht, dann muss das unsere Botschaft sein, und nicht die Kritik an ausgefallenem Handelsgebaren, die ist Zeitverschwendung.

    Borek-Alben have ich noch nie bewusst gesehen, also kann ich nur ganz allgemein antworten. Vorausgesetzt, der Inhalt der Alben ist nicht beschädigt, sehe ich eine weitere Möglichkeit. Die lohnt sich aber nur, wenn du die Alben aufheben und weiter nutzen willst und wenn es keine Ersatzdeckel mehr geben sollte, denn sie kann teuer werden. FInde jemanden, der sich auf Buchbinderei versteht, lass die alten Bezüge auf den Bindern entfernen und sie neu beziehen, z. B. mit Leinwand. Die verklebt nicht.

    Jedenfalls würde ich die Briefstücke nicht noch weiter zerschneiden oder gar die Marken ablösen. Immerhin sind die Stempelabschläge vollständig, und es gibt Leute, die solche sammeln, um z. B. die Postverhältnisse in einer Region zu dokumentieren. Du könntest auch Scans der Stempelabschläge in einer der gängigen Stempeldatenbanken einstellen, das ist gar nicht schwer und hilft der Forschung.

    Die meisten der Stempel sind sogenannte Cachets von Expeditionen und Forschungsstationen.

    Die illustrieren die Reiseroute. So etwa, wie wenn man sich vom Bergbaudenwirt einen Stempel auf die Ansichtskarte drücken lässt. Postalisch im eigentlichen Sinne ist nur der Schiffspoststempel auf der Briefmarke. Den "Posted at sea"-Stempel auf der Rückseite kann man dazu als eine Art Briefkastenstempel ansehen.

    Bei Briefkastenauflieferung kann schon einiges durchrutschen. Bei einem vermutlich am Schalter aufgelieferten Einschreiben sollte aber jemand "geschaltet" haben. So schwer ist es ja nun auch nicht, die Marken in alten und neuen Francs auseinanderzuhalten, die alten tragen i. d. R. Währungsbezeichnungen (F und c), die neuen zeigen nur Dezimalzahlen.

    Sieht aus, als ob da jemand alte und neue Francs durcheinandergebracht hat, und die Post hat es nicht gemerkt. Knapp 8 neue Francs reichen noch nicht mal für den Brief ohne Einschreiben ...


    -jmh

    Das ist mein letzter Fang. Soll da auch einen ganzen Satz von geben. Was ich mich hier frage, wie die Stempelfarbe so braun werden konnte. Eigentlich bleichen doch nur sehr alte Tinten so aus, oder? Und warum ist die Markenfarbe erhalten? ...

    Ich glaube, die Stempelfarbe wurde nicht braun, die war von Anfang an so. Ist ja schon fast golden. Die Privatposten stempeln nun mal gern in Nicht-Schwarz, und wie mir scheint, nehmen sie oft selbstfärbende Stempel. Die gibt's in vielerlei Farben, sogar metallic wie in manchen Gelschreibern.

    Vielen Dank! Über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Postleitsysteme könnte mal wohl noch lange philosophieren, jedenfalls war es sehr interessant, die Hintergründe zu erfahren. Aber ein Postamt 9a hat irgendwie etwas, beinahe wie Bahnsteig 9 3/4 ;-)

    Rumburak, danke für die Liste. Was lehrt uns das? Selbst Postleitzahlen waren nicht "in Stein gemeißelt". Immerhin war Suhl ja Bezirksstadt, also nicht ganz unbedeutend, und man hatte viele umliegende Orte eingemeindet, so dass gewisse Änderungen unvermeidlich waren. Wenigstens folgte man dem üblichen System. Warum hat man bloß damals Potsdam (und auch Schwerin) diese hohen Postamtsnummern von 60 (50) bis 99 "übergeholfen"? Aber das gehört wohl nicht mehr hierher.

    ... die PZA mußten als gewöhnliche Briefe am Schalter oder Briefkasten eingeliefert werden. ...

    Danke, da ging also beides. Nun gut, 6000 Suhl 22 war wohl 6000 Suhl 1 nachgeordnet, da nehme ich mal an, dass Suhl 1 sich quasi automatisch um solche "größeren Geschäfte" gekümmert hat. Aber eigentlich hätte bei gleichen PLZ trotzdem die Postamtsnummer in der Adresse stehen müssen.

    Klar wie Kloßbrühe, aber das war nicht die Frage. Wie kam der Umschlag mit den Aufträgen in das Postamt, das sie dann ausführte? Musste der an einem Postschalter eingeliefert werden (wenn ja, an dem des ausführenden Postamts oder an einem beliebigen?), oder haben die Angestellten vom Gericht den frankiert und in einen Briefkasten eingeworfen?

    Ja, der Stempel ist von Suhl 1, aber in der Adresse steht nicht, an welches PA die Aufträge gingen. Wie wurden/werden Postzustellungsaufträge eigentlich eingeliefert, werden die am Schalter abgegeben (dann braucht's die Nummer ja nicht, wenn die Postler fragen: "Ist das für uns?") oder auch in den Briefkasten eingeworfen (wo sie nötig wäre)?

    Da hat jemand anlässlich einer philatelistischen Veranstaltung, die mit Automatenmarken zu tun hatte, einen Satz dieser Marken gezogen, auf eine Albumseite geklebt und mit dem Sonderstempel zur Veranstaltung entwerten lassen. Ein Souvenir eben.


    Man kann das durchaus aufheben, ich würde aber empfehlen, das Blatt so zurechtzuschneiden, dass man es sauber in einem Album unterbringen kann und Schmutz und Knicke ab sind. Ich halte es aber für kaum mehr wert als die losen gestempelten Marken, da es ja kein postalischer Beleg (d. h. ein Stück aus dem Postverkehr) ist.

    Bei dem hochfrankierten Kuvert aus Suhl frage ich mich: Welches Postamt? Auch wenn die Stadt nicht groß ist, hatte sie deren mehrere, und wenigstens nach dem Verzeichnis von 1982 hatten sowohl Suhl 1 als auch Suhl 22 die PLZ 6000.

    Übrigens scheint das Überlabeln von Marken inzwischen Standard zu sein.

    Deswegen werden bei Privatpostbriefen die Marken oft links oben hingeklebt. Habe sogar mal eine Ganzsache der Citipost Hannover gesehen, wo sich der Wertzeicheneindruck links befand.