Beiträge von jmh67

    Am Spülmittel liegt es nicht, das benutze ich beim Briefmarkenabwaschen nicht. Das Leitungswasser hier ist auch von ziemlich konsistenter Qualität. Aber wenn ich mir den radschlagenden Karnevalsnarren ansehe, will mir auch scheinen, dass insbesondere der blaue Farbdruck bei den beiden Marken leicht unterschiedlich (rechts höher) liegt und so die abweichenden Farbeindrücke hervorruft.

    Mir sind beim Einsortieren von aus dem Verkehr gesammelten Sondermarken der letzten Jahre einige mehr oder minder deutliche Farbabweichungen aufgefallen. Hier drei Beispiele von 2011:


    1. Leuchtturm Norderney (selbstklebend)


    Der Hintergrund bei der rechten Marke hat - mit den anderen Stücken in meinem Besitz verglichen - einen deutlichen Stich ins Violette.


    2. Kindermarke


    Das Dunkelblau des Rahmens ist bei der linken Marke eher indigo, schon fast violett.


    3. Deutsche Malerei - Caspar David Friedrich


    Hier variiert die Farbe des Himmels von fast violett bis ins Grünliche. Ich vermute anhand der "unruhigen" Bildkanten, dass es sich dabei um geringe gegenseitige Verschiebungen der Komponenten des Mehrfarbdrucks handelt, die allerdings durchaus markante Auswirkungen haben. Sieht die zweite Marke von rechts vielleicht am ehesten so aus, wie sie soll?



    Was meint ihr, könnten solche Verschiebungen (wenn meine Vermutung zutrifft) auch bei den anderen gezeigten Marken die makroskopischen Farbunterschiede bewirkt haben?


    -jmh

    #12: Wie oben gesagt, es gibt verschiedene Gründe, den Gummi abzuwaschen, zumal bei gestempelten Stücken, wo er eh nicht viel zu bedeuten hat. Auch Falzreste können dazugehören.

    #3: Ja, die Briten hatten schon 1883/1884 mit "fugitive ink" experimentiert, die in lila und grün gedruckte Ausgabe von damals ist berüchtigt. Auch bei der Jubiläumsausgabe von 1887 kommt das wasserlösliche "seegrün" vor.

    Solange das Stück sonst einwandfrei ist, sehe ich es auch ohne Gummi als sammelwürdig an, zumal mir von dieser Ausgabe auch keine signifikanten Unterschiede in der Gummierung bekannt sind. Der Geldeswert ist zweitrangig. In manchen Ländern war es sogar üblich, den Klebstoff von ungebrauchten Marken abzuwaschen, bevor sie ins Album kamen. Da konnten sie nicht ankleben oder schimmeln.


    Der ältere Sammler hat übrigens recht - der damals verwendete Dextringummi neigt mehr zur Wasseraufnahme und zum Ankleben als die heutigen Latexgummis und ist als Naturstoff auch ein guter Nährboden für Mikroorganismen. In einigen prominenten Fällen wurde bei der Zubereitung des Klebstoffs dermaßen gepfuscht, das es besser war, man wusch ihn gleich ab - Stichwort Ostropa-Block. Besser heil und ohne Gummi als zerfressen und mit.


    -jmh

    Die Marken haben alle ein Wasserzeichen, es ist nur bei einigen sehr schwach. Das kommt vor bei späten Auflagen und Nachdrucken.


    All of these stamps have a watermark, it is only rather weak on some of them. This occurs in later prints and reprints.

    Ich hatte seinerzeit meine Irland-Sammlung aus Kiloware zusammengestoppelt, und das war die einzige Architektur-12er in der ganzen großen Tüte. Aber nicht nur bei diesem Land scheinen manche Werte wie verhext zu sein, so dass man sie kaum in Bedarfspost findet. Kleine Anekdote am Rand: Ich bekam vor kurzem eine Tüte mit Briefausschnitten geschenkt, die jemand wiederum von einem Kollegen aus dem Posteingang der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit bekommen hatte. Dieser hatte ausdrücklich neben einer deutschen Blumen-65er vermerkt, dass man diesen Wert selten sähe. Recht hatte er ja auch - die meisten dieser Marken dürften ins Ausland gegangen sein.

    Irland ist seit 1973 EU-Mitglied und gab Anfang der 1980er die Dauerserie "Architektur" heraus, die ich für recht gelungen halte, auch wenn sich einige Motive auf mehreren Werten wiederholen. In ihrer überwiegend einfarbigen Gestaltung eher zurückhaltend, zeigt die Serie doch die Vielfalt der Bauten im Ausgabelande und damit auch ein gerüttelt Maß an Geschichte.


    -jmh



    PS: Ich bitte die beschädigte 12er zu entschuldigen, habe noch kein besseres Exemplar gefunden.

    Ein richtiges "ö" ist das aber auch nicht in diesem Aufdruck, eher ein "verdorbenes" ü, das durch irgend einen dummen Zufall durch einen Querstrich oben geschlossen wurde. Nichtsdestoweniger bemerkenswert. Wäre interessant zu wissen, ob diese Abweichung öfter bzw. mit einiger Regelmäßigkeit auftritt.

    Naja, dritte bis vierte Wahl, aber als Lückenfüller taugen sie noch, finde ich angesichts des Alters. Damals haben die Postler eben nicht immer genau hingeschaut beim Schnipseln. Die Marken gibt's aber auch gezähnt, da kann man bei den knappen Rändern der Zehner Schummelei vermuten.

    Hab' mir mal die Sache genauer angeschaut. Im Falle Islands werden gar nicht so viele Überdrucke nötig sein, wenn überhaupt, denn die meisten neueren Marken zeigen keine explizite Wertbezeichnung, sondern die "Service-Klasse", und solange sich die Gewichtsstufen nicht ändern, kommt man mit denselben Marken aus und braucht auch keine "Flickwerte".

    Um ehrlich zu sein, finde ich das eher eine gute Nachricht, die vielleicht sogar Schule machen sollte. Briefmarken sind doch zuallererst mal als Quittungen für das entrichtete Postentgelt gedacht. Was braucht's da viele verschiedene in kleinen Auflagen, wenn das Aufkommen an markenfrankierten Sendungen eher zurückgeht? Nichts gegen ein paar Sondermarken pro Jahr zu wirklich bedeutenden Anlässen, aber dann bitte auch genug davon, dass sie in der ganzen Welt herumkommen. Dann schon lieber etwas mehr Augenmerk auf die Qualität der graphischen Ausführung. Früher gab's ja auch nicht so viele Sonderausgaben, trotzdem wurde fleißig gesammelt. 's wird schon die eine oder andere neue isländische Marke geben, spätestens wenn sich etwas im Entgeltgefüge ändert.


    -jmh

    Auf dem oberen Bild sieht es tatsächlich so aus, als ob da etwas radiert wäre. Aber irgendwie zu hoch, und überhaupt, warum sollte man das tun? Die Wertstufe passte ja zum Brief und zur Zeit, Die Marke war auch bekannt genug bei den Postlern, dass eine eventuelle Unterfrankatur aufgefallen sein müsste. Sehr seltsam.