Beiträge von BUND

    Hallo frimer14,

    1. Warum wurde im Michel Briefe-Katalog kein (A) hinter das Wort Ersatz-Aerogramm gesetzt?

    Tendenziell würde ich behaupten, dass es sich um einen Fehler im Michel handelt. Allerdings kann ich momentan nicht widerlegen, dass bei Inlandsbriefen Luftpost verwendet wurde.

    1. Welche Gebühren und Regelungen galten dann vom 1.5.1948 bis zum 21.6.1948?

    Ein Ersatzaerogramm mit einem Gewicht von maximal 10 g kostete 100 Pfennig. Ein Luftpostbrief bis 20 g innerhalb Europas war beispielsweise ebenfalls mit 100 Pfennig zu frankieren. Welche Gebühren und Regelungen meinst du konkret?

    M.E. musst Du den Zeitraum vom 21.6.1948 bis 24.6.1948 (Erstleerung) mit hinzurechnen, da in diesem Übergangszeitraum die Frankierung mit den alten Marken noch erlaubt war.

    Natürlich kannst du den Zeitraum ab der Währungsreform hinzurechnen. Allerdings war ab dem 21.06.1948 keine Einzelfrankatur mit MiNr. 937 für ein Ersatzaerogramm mehr möglich. Ein Ersatzaerogramm mit 10 x MiNr. 937 als portogerechte 10-fach-Frankatur würde ich in eine andere Kategorie einordnen.


    Viele Grüße

    BUND

    Hallo frimer14,

    Das kann der geneigte Leser aus dieser Darstellung im Briefe-Katalog aber nicht ableiten. Es hat sicherlich noch andere Verwendungsformen für die Mi 937 gegeben. Hier ist ausdrücklich das Ersatzaerogramm benannt.

    Sicherlich gab es für MiNr. 937 neben dem Ersatzaerogramm auch noch andere Verwendungsformen. Beispielsweise listet das "Handbuch: Verwendung der Ausgaben der Alliierten Besetzung: Michel-Nr. 910 bis 970 (Handbuchteil 9.1 und 9.2)" insgesamt zehn Verwendungsformen als Einzelfrankatur und zwei Verwendungsformen als Mehrfachfrankatur für die MiNr. 937. Da der Michel offensichtlich nur eine Verwendungsform kennt, zeigen sich hier die Grenzen des Michels.


    Wenn es sich so verhält, wie Du es darstellst, müsste m.E. der Verlag hier eine andere Darstellungsweise wählen, z.B. eine Fußnote hinzufügen, ab wann Ersatzaerogramme mit der Mi 937 erstmals versandt werden konnten.

    Das sehe ich genauso. Konsequenterweise müsste ein Verwendungszeitraum, wie beispielsweise bei MiNr. 926, angegeben werden. Schreibe doch den Verlag an und frage, warum diese Information fehlt beziehungsweise warum ein Hinweis auf den von thjohe genannten Verwendungssonderfall für Angehörige der amerikanischen und britischen Streitkräfte fehlt.


    Aus Deiner Darstellung und der Tatsache, dass am 21.6.1948 die Währungsreform begann, leitet sich ein Zeitraum von 55 Tagen für eine einfache Verwendung der Mi 937 auf einem Ersatzaerogramm ab.

    Nach meiner Rechnung waren es sogar nur 51 Tage.


    Und wenn ich mir jetzt die Eintragung im Michel noch einmal unter diesem Aspekt genau ansehe, werde ich total verwirrt. Der Verwendungszeitraum wird auf die Portoperiode 3 begrenzt. Also vom 21.6.1948 bis 24.6.1948 (erste Leerung) resp. 31.7.1948. Also in den westlichen Zonen auf 3 Tage. Was galt denn dann vorher?

    Steht das "P" wirklich für "Portoperiode"? Wie werden denn im Michel die unterschiedlichen Portoperioden definiert? Kannst du vielleicht die entsprechende Erklärung in deinem "Michel Briefe Deutschland" zeigen?


    Ergänzung aus dem Michel Postgebühren-Handbuch Deutschland 2004:


    Beginn der Luftpost für alliertes Personal (unbeschränkt) und Deutsche (beschränkt) am 1.5.1948, allgemein ab 20.10.1948

    Vielen Dank für diesen wertvollen Hinweis. Jetzt habe ich diesen Sonderfall im "Michel Postgebühren-Handbuch Deutschland" auf Seite 281 ebenfalls gefunden.


    Viele Grüße

    BUND

    Hallo frimer14,


    vielen Dank für den Scan. Mein "Michel Deutschland-Spezial 2012: Band 2: Ab Mai 1945 (Alliierte Besetzung bis BRD)" nennt die gleichen Daten und schreibt dazu: "Die Daten in Kursivschrift bezeichnen die bisher bekanntgewordenen frühesten Verwendungen." Allerdings beziehen sich die Daten allgemein auf die früheste Verwendung der jeweiligen Michel-Nummer und nicht auf die einzelne Sendungsart.


    Viele Grüße

    BUND

    Hallo nimda,


    vielen Dank für das Weihnachtsgewinnspiel. Gerne möchte ich daran teilnehmen.


    Am besten könnte ich die "grooveclip Auto-Handyhalterung" und die "esorio Auto-Handyhalterung" gebrauchen. Am wenigsten könnte ich das Produkt "AUKEY kabellose Tastatur" gebrauchen.


    Viele Grüße

    BUND

    Hallo frimer14,


    neben dem oben genannten Buch von Herrn Hohmann habe ich nach weiterer Recherche mit dem Buch "Handbuch: Verwendung der Ausgaben der Alliierten Besetzung: Michel-Nr. 910 bis 970 (Handbuchteil 9.1 und 9.2)", herausgegeben von der Arge Alliierter Kontrollrat 1946/1948, noch eine weitere Quelle gefunden, die den 01.05.1948 als Erstverwendungstag des Ersatzaerogramms nennt.


    Des Weiteren steht bei Wikipedia folgendes: "Nach der Niederlage und der Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 wurde der Luftpostverkehr in den nun besetzten deutschsprachigen Gebieten Österreich und Deutschland von ausländischen Unternehmen übernommen. [...] in Deutschland konnten erst ab 20. Oktober 1948 alle Einwohner der Bundesrepublik Luftpostsendungen aufgeben."

    Hab Dank für Deine Hinweise. Ich habe sie zum Anlass genommen, noch einmal in meinem Michel Briefe-Katalog nachzusehen. Bezüglich des Ersatzaerogramms habe ich darin gefunden, dass bisher als früheste bekannte Verwendung der 12.5.1946 gilt.

    Mich wundert sehr, was in deinem Michel Briefe Deutschland steht. Da ich nicht im Besitz eines solchen Katalogs bin: Kannst du vielleicht einen Ausschnitt des Absatzes zeigen oder diesen vollständig zitieren?


    kartenhai : Vielen Dank fürs Zeigen der beiden Ersatzaerogramme, die mit Marken der Bizone frankiert wurden. Kann vielleicht noch jemand ein Ersatzaerogramm aus der Zeit des Alliierten Kontrollrats zeigen?


    Viele Grüße

    BUND

    Hallo frimer14,


    laut Buch "Die Markenausgaben unter dem Beschluss des Alliierten Kontrollrates 1946-48: Band 3: Verwendung der Marken" von Jan Hohmann wurde der Luftpostdienst erst am 01.05.1948 wieder aufgenommen. Vorher war der Versand von Ersatzaerogrammen also gar nicht möglich. Dein gezeigter Beleg ist meines Erachtens nach deshalb nur ein überfrankierter Auslandsbrief.


    Also ich hab nochmals nach gelesen, der Stempel / Aufkleber oder handschriftliche Vermerk Luftpost / Air Mail musste nicht vorhanden sein, es reichte aus ausreichend Porto auf dem Brief zu finden und er wurde dann als solcher behandelt, also per Luftpost befördert und nicht "surface".

    @linos203: Auch wenn der gezeigte Beleg leider kein Ersatzaerogramm ist, würde mich sehr interessieren, in welcher Quelle du diese Informationen gefunden hast


    Viele Grüße

    BUND

    Hallo frimer14,


    laut "Handbuch: Verwendung der Ausgaben der Alliierten Besetzung: Michel-Nr. 910 bis 970 (Handbuchteil 9.1 und 9.2)" der Arge Alliierter Kontrollrat 1946/1948 wurden alle Schriftstücke und Urkunden, die nicht den Charakter einer persönlichen Mitteilung zwischen Absender und Empfänger hatten, als Geschäftspapiere zugelassen. Nach Form und Beschaffenheit (unverschlossener Briefumschlag) unterlagen sie denselben Bestimmungen wie Drucksachen. Die Aufschrift musste die Bezeichnung "Geschäftspapiere" aufweisen.


    Nachfolgend noch ein Beispiel für die Versandart "Geschäftspapiere" aus meiner Sammlung:



    Viele Grüße

    BUND

    Hallo frimer14,

    Zitat

    Hier zur Auflockerung eine Anfrage nach einem Plattenfehler. Bei Durchsicht der Mi 933 habe ich mir die im Michel hinterlegten Plattenfehler vorgenommen. Unter den vielen durchsuchten Marken habe ich die dargestellte gefunden, bei der möglicherweise ein Plattenfehler II vorliegt. Kann das jemand bestätigen?

    Meiner Einschätzung nach handelt es sich bei der gezeigten Marke nicht um Plattenfehler 933 II. Laut dem Buch "Briefmarkenkatalog - Alliierter Kontrollrat 1946 - 1948, Teil 1: Ziffernserie" von Dr. Albrecht Ostermann weist Plattenfehler II zusätzlich auch noch einen Strich zwischen P und F von "Pfennig" auf. Auch der Strich links vor "Post" ist in der Literatur deutlich dicker. Vergleiche deine Marke am besten selbst mit der Abbildung des Plattenfehlers 933 II auf der Website der Arge Alliierter Kontrollrat.

    Zitat

    Außerdem würde mich interessieren, ob der Michel alle Plattenfehler auflistet oder ob es anderswo eine umfassendere Plattenfehlerliste gibt.

    Umfangreiche Literatur zu den Plattenfehlern des Alliierten Kontrollrats wurde von Dr. Albrecht Ostermann verfasst. Eine Übersicht zu weiterführender Plattenfehler-Literatur findet man ganz unten auf dieser Seite. Alternativ wird man auch in meiner Literaturliste fündig.


    Viele Grüße

    BUND

    Hallo frimer14,

    Zitat

    Heute zeige ich Euch zwei Exemplare der Mi 937. Schon oft ist hier im Forum über die vielen Druckzufälligkeiten bei den beiden Kontrollratsausgaben berichtet worden. Gehören meine beiden Exemplare auch dazu?

    Die rechte Marke weist den Plattenfehler "Retuschierte Linie in der 1" auf, der auf Feld 50 bei HAN 4045-46.4 vorkommt. Der Plattenfehler wird im Buch "Briefmarkenkatalog - Alliierter Kontrollrat 1946 - 1948, Teil 1: Ziffernserie" von Dr. Albrecht Ostermann gelistet.


    Die Druckabweichung der anderen Marke wird in der mir vorliegenden Literatur nicht aufgeführt. Dennoch ist auch diese Marke aufgrund des Trennstrichs am Unterrand interessant. Jan Hohmann bewertet eine solche postfrische Einzelmarke in seinem Buch "Die Markenausgaben unter dem Beschluss des Alliierten Kontrollrats - Band 1: Marken und deren Besonderheiten" mit 6,00 €.


    Viele Grüße

    BUND