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Judenpost Litzmannstadt

  • peter64
  • 21. Juli 2010 um 14:13
  • dietbeck
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    • 24. Juli 2021 um 20:16
    • #21

    Bisher leider erfolglos, noch ein Versuch, veilleicht gibt es ja hier einen Spezialisten:

    Kann mir eventuell jemand sagen, was es mit den gestempelten und handschriftlichen Zusätzen auf ich hat.

    1. Die aufgebrachte Nummer "319" auf einem Beleg, der aus dem Ghetto in das Deutsche Reich/besetzte Gebiet gehen sollte. Der Beleg wurde, wie so viele nicht befördert. Ist das eine laufende Nummer, die von der jüdischen oder deutschen Ghettoverwaltung (oder der Gestapo) aufgebracht wurde ? Wenn ja, was hat es damit auf sich ?
    2. Was hat es mit den handschriflrichen "J1" und "1384" auf sich, beides auf einer
      Postkarte die in das Ghetto ging. Gerichtet war diese an die deutsche Ghettoverwaltung mit der Bitte über den "Ältesten der Juden" den Eingang einer Geldsendung für einen Ghettoinsassen zu bestätigen. "30.3.42" passt gut zum Eingangsstempel der deutschen Postverwaltung vom 26.4.42. Wurden die handschriftlichen Bemerkungen von Seiten der jüdischen Ghettoverwaltung aufgebracht ?

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  • Der Nick
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    • 25. Juli 2021 um 20:19
    • #22

    Moin,

    Das der erste Beleg keine Anzeichen einer postalischen Bearbeitung aufweist, heißt es nicht das er nicht befördert wurde.

    Die Post aus dem Ghetto wurde bei der Postabgabestelle "aufgegeben" und dort registriert und zensuriert. Dann gingen sie per SS-Kurier an den Ältestenrat der Juden in Prag. Von dort gingen sie entweder in die Protektoratspost, wo sie postalisch bearbeitet wurden oder aber sie wurden per Boten ( jüdische Bürger die noch nicht im Ghetto waren ) weitertransportiert. Dann wurden die Karten nicht frankiert bzw. entwertet. Diesen " Kurierdienst " gab es von September 42 bis ins Jahr 1944.

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  • dietbeck
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    • 26. Juli 2021 um 04:53
    • #23
    Zitat von Der Nick

    Die Post aus dem Ghetto wurde bei der Postabgabestelle "aufgegeben" und dort registriert und zensuriert. Dann gingen sie per SS-Kurier an den Ältestenrat der Juden in Prag. Von dort gingen sie entweder in die Protektoratspost, wo sie postalisch bearbeitet wurden oder aber sie wurden per Boten ( jüdische Bürger die noch nicht im Ghetto waren ) weitertransportiert. Dann wurden die Karten nicht frankiert bzw. entwertet. Diesen " Kurierdienst " gab es von September 42 bis ins Jahr 1944.

    Danke für die Rückmeldung. Sorry, da habe ich was unterschlagen. Der Beleg hat einen "Zurück"-Stempel. Es gibt aus dem Ghetto viele solcher Art, auch oft mit Stempeln, die auf die Art der Zurückweisung hinweist, wie "nicht in Deutsch", nicht ordentlich lesbar" und anderes.

    Tatsächlich gibt es viele solcher Belege. Im Museum in Lodz sollen 12000 sein. Man hat nach Ende des Ghettos einen Sack mit Postkarten gefunden, die sind also alle zurückgehalten worden. Zu lesen bei "Spuren der Vernichtung" von Heinz Wever.

    Wever hat nur ganz wenige postalisch gelaufene Postkarten des Ghettos Litzmannstadt in das Deutsche Reich/besetzte Gebiete registriert. Auch in großen und bekannten Sammlungen sind diese Seltenheiten.

    Kannst Du solch eine Karte zeigen, die so wie Du beschreibst, befördert wurde ? Wäre interessant zu sehen, wusste ich nicht. Also per Protektoratspost. Oder ohne "Zurück" und ohne postalische Beförderungsmerkmale.

    Hast Du eine Ahnung was die "319" sein könnte ?

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  • Der Nick
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    • 26. Juli 2021 um 06:52
    • #24

    Hallo und Guten Morgen,

    ich muss mich entschuldigen, ich stand wohl gestern ein wenig auf dem Schlauch. Deine Belege stammen aus Litzmannstadt, ich habe von Theresienstadt geschrieben. Das tut mir echt leid. Aber wenn du dennoch einen Beleg sehen willst der per Bote befördert wurde ( aus Theresienstadt ) kann ich trotzdem mal einen zeigen.

    Gruß und nochmal sry

    Nick

    P.S.: Die 319 dürfte aber trotzdem bei der Zensur entstanden sein und wahrscheinlich die Nummer des Zensurators sein

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  • Wolffi 26. Juli 2021 um 12:28

    Hat den Titel des Themas von „Judenpost Litzmanstadt“ zu „Judenpost Litzmannstadt“ geändert.
  • dietbeck
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    • 28. August 2021 um 19:40
    • #25

    Der Nick

    ja, gerne mal einen Theresienstadt-Beleg gelaufen zeigen.

    Zur Aufklärung:

    Es ist bis heute nicht bekannt was die Nummern (hier 319) auf den Karten bedeuten. Es gibt eine Vermutung, aber keine letztendliche Klärung (es war geplant ein bestimmtes Kontingent an Karten zu verschicken und diese wurden daher mit fortlaufender Nummer registriert. Letztendlich sind wohl nur sehr wenige Karten in das Dritte Reich oder dessen besetzte Gebiete verschickt worden, denn es sind in den einschlägigen Sammlungen nur wenige Exemplare bekannt. Dagegen ist eine Vielzahl von nicht verschickten Karten bekannt)

    "J1" und "1384" sind wahrscheinlich ein entsprechendes Referat auf Seiten der deutschen Ghettoverwaltung, die Nummer wahrscheinlich eine fortlaufende Nummer um die Karte in eine Registratur abzulegen. Denn die Karten wurden gesammelt um auch an eventuelle Adressen von noch nicht "gefundenen" Juden heranzukommen.

    Ich habe mich dazu mit 2 Spezialisten zur Thematik unterhalten.

    Aber beides ist letzendlich nicht final bestätigt, trotzdem es tatsächlich einen Zeitzeugen gab, der in der Poststelle in Litzmannstadt gearbeitet und den Holocaust überlebt hat. Allerdings ist es auch nicht verwunderlich, wenn dieser Zeitzeuge dazu kein Wissen hat, denn die deutsche Seite hat mit Sicherheit Ihre Praktiken nicht der jüdischen Seite mitgeteilt.

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  • dietbeck
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    • 28. August 2021 um 19:43
    • #26

    Kleine Werbung:

    Wer am Holocaust im Zusammenhang mit Philatelie Interesse hat, dem sei das neue Buch "Spuren der Vernichtung" von Heinz Wewer ans Herz gelegt. Dort wird über viele gezeigte Belege die Thematik besprochen und die entsprechenden historischen Hintergründe beleuchtet.

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  • Der Nick
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    • 24. Oktober 2021 um 23:22
    • #27

    Hallo,

    ich habe aus persönlichen Gründen leider länger nicht mehr reinschauen können, aber hier ist ein solcher Beleg. Versendet am 30.6.43 von Herrmann, Theresienstadt an Erwin Herrmann in Prossnitz. Die Karte wurde per Kurier von Theresienstadt nach Prag und dann zur Außenstelle Olmütz befördert, dort mit Transitstempel versehen und nach Prossnitz gebracht.

    Interessanter Fakt ist, dass Heinz Wewer in seinem Buch " Postalische Zeugnisse zur deutschen Besetzungsherrschaft im Protektorat Böhmen und Mähren " auf Seite 153 Abb.2 einen Beleg von "Eva Herrmann" an "Kitty Herrmann" zeigt, welcher den identischen Postweg genommen hat.

    Also gehe ich davon aus, dass es sich bei meinem Beleg um Verwandte von ihr handelt. Ich konnte dies aber leider bis jetzt nicht verifizieren.

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  • Der Nick
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    • 24. Oktober 2021 um 23:27
    • #28

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  • Jean Philippe
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    • 25. Oktober 2021 um 05:31
    • #29

    Der Nick

    Auffallend ist dass Hermann / Herrman im Absender und in der Adresse nicht gleich geschrieben wird (und nie so wie du es schreibst).

    Es sieht so aus, als ob der Absender Hermann Teitelbaum und der Empfänger Ervin (?) Herrman geheissen haben. Hermann ist ein Vorname, Herrman ein Familienname. Unter Verwandten schreibt man nicht « Lieber Freund » und unterzeichnet nicht mit Familiennamen.

    Gruss,

    Jean Philippe

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    Einmal editiert, zuletzt von Jean Philippe (25. Oktober 2021 um 07:23)

  • tomm2015
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    • 25. Oktober 2021 um 07:47
    • #30

    Es gab da bei diesen Postkarten auch immer wieder versteckte Hinweise, wie es dort wirklich aussah. Hab einen Artikel gefunden, der die Situation sehr gut beschreibt.

    So könnte es hier z. B. - neben der möglicherweise falschen Anrede - auch sein, dass der Onkel, dem man liebe Grüße ausrichten ließ, bereits verstorben war.

    https://www.welt.de/geschichte/zwe…e-Aufnahme.html

  • Der Nick
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    • 26. Oktober 2021 um 00:02
    • #31
    Zitat von Jean Philippe

    Der Nick

    Auffallend ist dass Hermann / Herrman im Absender und in der Adresse nicht gleich geschrieben wird (und nie so wie du es schreibst).

    Es sieht so aus, als ob der Absender Hermann Teitelbaum und der Empfänger Ervin (?) Herrman geheissen haben. Hermann ist ein Vorname, Herrman ein Familienname. Unter Verwandten schreibt man nicht « Lieber Freund » und unterzeichnet nicht mit Familiennamen.

    Da hast du Recht, danke ! Ich habe Teitelbaum als Straße gelesen, da alle anderen, ähnlichen mir bekannten Belege auch den Adresszusatz mit Straßennamen besitzen. Was mich allerdings immer noch "triggert" ist, dass der Vater von Eva Herrmann nachweislich Erwin Herrmann aus Prossnitz war, welcher erst 1944 deportiert wurde ( Jüdischer Ehemann aus Mischehe ). Kann natürlich immer noch ein Zufall sein, aber bei ca. 70.000 Internierten zu diesem Zeitpunkt wäre es doch sehr unwahrscheinlich das mehr als ein Erw(v)in Herman(n) aus Prossnitz angeschrieben wurde. Aber vielleicht wünsche ich mir das auch nur.^^

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  • Jean Philippe
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    • 26. Oktober 2021 um 05:43
    • #32

    Der Nick

    Nichts spricht doch dagegen dass die Herrmans in Prossnitz mehr als einmal Post von verschiedenen Deportierten aus Theresienstadt bekamen. Das ist sogar anzunehmen. Wird die Eva auf dem von dir in dem Buch erwähnten Beleg auch « Herrman » mit einem n geschrieben ?

    Gruss,

    Jean Philippe

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  • Wolffi 28. Oktober 2021 um 10:11

    Hat das Thema aus dem Forum Identifizierung und Wertbestimmung von Briefmarken nach Deutsche Nebengebiete bis 1945 verschoben.

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