Ebay verdoppelt die Gebühren für Privatverkäufer

  • Auch die wenigsten Privatverkäufer führen nicht die Steuern durch ihre Verkäufe ab. ;)

    Ich glaube, das ist anders gemeint als es geschrieben steht, zudem müssen private Verkäufer dies auch nicht, wenn sie denn tatsächlich Privatverkäufer sind und nicht gewerblich.

  • Heliklaus und Kleber

    ist schon immer ein Phänomen was man aus einem einfachen Satz alles rauslesen kann wenn man denn will ...


    Privatverkäufer sind übrigens nur dann steuerpflichtig, wenn ihnen gewerbemäßiger Handel nachgewiesen werden kann... da muss man schon aufpassen was man in welcher Menge anbietet. Das kann schnell zum Problem werden wenn man z.B. nur eine Sammlung (Modelleisenbahn - 500 Artikel) auflöst - hatte ich 2013 den Scheiß - hat einer gemeint ich wäre ein Händler und rennt zum Finanzamt :) Gut dass die so intelligent waren und sich das schnell selbst betrachtet und bewertet hatten. Passiert aber.


    Also.... Meine gebrauchten Handys & Laptops samt Zubehör, Modellbauteile oder vor allem Zeitschriften/Bücher sind privat und bestimmt nicht mal im Ansatz gewerblich - und das obwohl ich - als auch meine Gattin - jeweils ein Gewerbe nebenbei führen - nur eben mit anderen Artikeln die bestimmt nicht über ebay verhökert werden.


    Ja es gibt gerade auf ebay viele schwarze Schafe die Neuware als Privatverkauf deklarieren, schon um sich um Garantie oder Rückgaberecht lt BGB zu drücken - ja dann kann man das melden wenn das stört, genauso die ganzen Geschäfte die neben ebay abgewickelt werden wenn mal Kontakt zueinander besteht, hier hat ebay aber mittlerweile gute Algorithmen entwickelt die eine derartige Korrespondenz schnell erkennt und die User ermahnt. Ist mir erst passiert als mir einer nach einem ordnungsgemäßen Kauf per Preisvorschlag entsprechende alternative Angebote gemacht hat.... schwupps hatte ich die Mahnmail im Postkasten - obwohl ich gar nichts dafür konnte... BigBrother is watching you - damit ja kein Umsatz an denen vorbei geht.

  • Es gehöhrt zwar nicht unmittelbar hierher:

    In letzter Zeit habe ich bemerkt, dass (meistens wo Paypal angeboten wird) die Banküberweisung als Auswahl nicht angeboten wird.Ist das von Ebay so "vorgeschlagen" oder nur Zufall (ich bin nur Käufer)?


    MfG

    Gerdiolino

  • zudem müssen private Verkäufer dies auch nicht, wenn sie denn tatsächlich Privatverkäufer sind und nicht gewerblich.

    Das stimmt leider nicht. Auch Privatverkäufer müssen unter besonderen Umstände Steuern zahlen.

    Dies wäre zB:

    Wer in kurzer Zeit hohe Umsätze erzielt (ab etwa 40 Verkäufen), ist für die Steuerbehörden ein Profihändler, der Steuern zahlen muss

    Wer binnen zwölf Monate mindestens 600 Euro Gewinn aus solchen privaten Verkäufen erzielt, muss den gesamten Betrag versteuern. Liegt der Betrag unter dieser Freigrenze, ist dieser einkommensteuerfrei.

  • Es gehöhrt zwar nicht unmittelbar hierher:

    In letzter Zeit habe ich bemerkt, dass (meistens wo Paypal angeboten wird) die Banküberweisung als Auswahl nicht angeboten wird.Ist das von Ebay so "vorgeschlagen" oder nur Zufall (ich bin nur Käufer)?


    Doch, gehört es durchaus, es ist anscheinend eine Folge der neuen Zahlungsabwicklung über ebay. Die Überweisung als - jetzt gut versteckte - Zahlungsmöglichkeit muss man als Verkäufer beim Einstellen des Angebots explizit suchen und auswählen. Es ist auch noch nicht klar, ob alle Verkäufer diese Auswahl haben oder nur ausgewählte. Ich würde mich nicht wundern, wenn ebay eine "normale" Banküberweisung nicht mehr zulassen würde. Bezahlen geht dann nur noch per online-Transaktion oder Lastschrift.

    Gruß

    Uli

    Sind in eurer Sammlung Bund-Marken mit Stempel aus Düsseldorf? Tausche gegen gleiche Marke mit mindestens gleichwertigem Stempelabschlag plus "Dankeschön" oder fehlende Marken!


    Meine Tausch- und Verkaufsangebote im Philaforum:  Ulis Flohmarkt

  • Wer binnen zwölf Monate mindestens 600 Euro Gewinn aus solchen privaten Verkäufen erzielt, muss den gesamten Betrag versteuern. Liegt der Betrag unter dieser Freigrenze, ist dieser einkommensteuerfrei.

    sorry - ich bin beileibe kein Steuerexperte, aber diese Aussage wage ich arg zu bezweifeln, dann wäre ja jeder Verkauf einer einzelnen Sache jenseits dieser Freigrenze (also z.B. ein höherwertiges Modell für z.B. 900.- EUR) steuerpflichtig - auch der Verkauf eines KfZ/Autos etc. - und wer schreibt mir vor anzugeben wie teuer ich das vorher erworben habe oder gar selbst hergestellt? Gewinnermittlung gilt nur für Gewerbetreibende und das muss mir nachgewiesen werden - siehe meinen Beitrag - 2013 selbst erlebt


    Das passt m.E. nicht - aber wie gesagt - ich nix Experte - aber 21 Jahre auf ebay mit Höhen und Tiefen und immer wieder neuen Überraschungen.


    PS uli - also ich kann das wählen mit der Überweisung und es haben auch schon Käufer überwiesen außerhalb von ebay (neues Verfahren)

  • sorry - ich bin beileibe kein Steuerexperte, aber diese Aussage wage ich arg zu bezweifeln, dann wäre ja jeder Verkauf einer einzelnen Sache jenseits dieser Freigrenze (also z.B. ein höherwertiges Modell für z.B. 900.- EUR) steuerpflichtig -

    Verkaufserlös ungleich Gewinn!


    Wenn du ein auto neu kaufst für 30.000 euro und du verkaufst es nach 5 Jahren für 3.000 euro dann ist da kein Gewinn!


    Gewinn ist, wenn du deinem Nachbarn das auto für 1.000 Euro abkaufst und dann kurz darauf für 2.000 Euro bei ebay verkaufst, dann hast du 1000 Euro gewinn gemacht, die du versteuern musst.

  • Das Thema ist sehr komplex. Das geht so weit, dass es auf den/die Mitarbeiter(in) beim FA ankommt, aufs Bundeland, Tagesform etc.


    Wer mit einer Gewinnabsicht kauft und verkauft, ist gewerblich. Da wird sicher im kleinen Rahmen keiner was sagen, aber es ist Handel. Nach unten gibt es da nicht viel Ermessensspielraum.


    Zu meinen Briefmarken-Käufen habe ich schon ewig alle Rechnungen aufgehoben. Wenn ich mal verkaufen werde, und man auf mich zukommt, kann ich dann zumindest bei den besseren Stücken nachweisen, ob ich da wirklich Gewinn gemacht habe, was ich nicht erwarte. Aber ich kann dann nachweisen, dass ich den nicht gemacht habe.


    linos203 kommt da den Gegebenheiten sehr nahe... es gibt unzählig viele Schwarzhändler. Sie fallen einfach nicht auf, wenn es Einzelfälle sind. Kritisch wird es für mich, vom Kopf her, wenn so Dinge bewusst gemacht werden, um Steuern zu sparen. Ich zahl so viel Steuern, und denke immer, wenn alle korrekt wären, dann wäre meine Last bestimmt was niedriger.

  • Das stimmt leider nicht. Auch Privatverkäufer müssen unter besonderen Umstände Steuern zahlen.

    Dies wäre zB:

    Wer in kurzer Zeit hohe Umsätze erzielt (ab etwa 40 Verkäufen), ist für die Steuerbehörden ein Profihändler, der Steuern zahlen muss

    Wer binnen zwölf Monate mindestens 600 Euro Gewinn aus solchen privaten Verkäufen erzielt, muss den gesamten Betrag versteuern. Liegt der Betrag unter dieser Freigrenze, ist dieser einkommensteuerfrei.

    Ich sehe keinen Widerspruch zu meiner Aussage, dass Privatverkäufer eben keine Steuern zahlen. Den Begriff "Profihändler" gibt es im Finanzamtsdeutsch nicht, es gibt "privat" und "gewerblich". Wer als was zählt, entscheidet im Einzelfall das Finanzamt, klare Grenzen gibt es leider nicht.

  • Geht mal auf einen Flohmarkt am Wochenende. Da sind hunderte von Schwarzhändlern zugange, die alle keine Steuern zahlen. Viele davon haben teure Autos hinter ihrem Stand, vollgepackt mit Antiquitäten, die teilweise teuer verkauft werden. Da ist weit und breit niemand vom Finanzamt zu sehen, und daß diese Gewinne brav versteuert werden, kann ich mir nicht vorstellen.


    Gruß kartenhai

  • Geht mal auf einen Flohmarkt am Wochenende. Da sind hunderte von Schwarzhändlern zugange, die alle keine Steuern zahlen. Viele davon haben teure Autos hinter ihrem Stand, vollgepackt mit Antiquitäten, die teilweise teuer verkauft werden. Da ist weit und breit niemand vom Finanzamt zu sehen, und daß diese Gewinne brav versteuert werden, kann ich mir nicht vorstellen.


    Gruß kartenhai

    Der Flohmarktbetreiber meldet dem Fiskus die Daten/Adressen der Verkäufer:Innen.


    Und irgendwann kommt dann eine Mitteilung des Finanzamt an die Verkäufer:Innen.


    mfg


    erron

  • Sehr lesenswert für alle "Privatverkäufer", die hunderte, oder gar tausende Auktionen laufen haben und meinen, als "Privatverkäufer" von der Steuerpflicht befreit zu sein.

  • Hallo,

    bu bist nicht verpflichtet, versichert zu versenden. Allerdings kann der Käufer jetzt unabhängig von der angebotenen Zahlungsmethode den Käuferschutz geltend machen. In dem Fall hast du als Verkäufer verloren, wenn du den (unversicherten) Versand nicht nachweisen kannst) Zitat @Jaypee


    Ganz so ist es nun auch nicht.

    Damit nun nicht alle suchen - und das gesamte Urteil lesen müssen - hier Auszugsweise (Markierungen von mir) aus einem Urteil des BGH vom 22. November 2017 - VIII ZR 83/16 und VIII ZR 213/16 ;


    Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs:

    Der unter anderem für das Kaufrecht zuständige VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat entschieden, dass der Anspruch eines Verkäufers auf Zahlung des Kaufpreises zwar erlischt, wenn der vom Käufer entrichtete Kaufpreis vereinbarungsgemäß dem PayPal-Konto des Verkäufers gutgeschrieben wird. Jedoch treffen die Kaufvertragsparteien mit der einverständlichen Verwendung des Bezahlsystems PayPal gleichzeitig stillschweigend die weitere Vereinbarung, dass die betreffende Kaufpreisforderung wiederbegründet wird, wenn das PayPal-Konto des Verkäufers nach einem erfolgreichen Antrag des Käufers auf Käuferschutz rückbelastet wird. 


    Im Einzelnen:

    Die Vereinbarung, zur Tilgung einer Kaufpreisschuld den Online-Zahlungsdienst PayPal zu verwenden, wird von den Vertragsparteien in der Regel als Nebenabrede mit Abschluss des Kaufvertrags getroffen. In diesem Fall ist die vom Käufer geschuldete Leistung bewirkt und erlischt somit der Kaufpreisanspruch des Verkäufers, wenn der betreffende Betrag dessen PayPal-Konto vorbehaltlos gutgeschrieben wird.

    ...........

    Dennoch steht dem Verkäufer nach einem erfolgreichen Antrag des Käufers auf Käuferschutz (erneut) ein Anspruch auf Zahlung des Kaufpreises zu. Denn mit der Nebenabrede, den Zahlungsdienst PayPal zu verwenden, vereinbaren die Vertragsparteien gleichzeitig stillschweigend, dass die (mittels PayPal) getilgte Kaufpreisforderung wiederbegründet wird, wenn - wie in den vorliegenden Fällen geschehen - das PayPal-Konto des Verkäufers nach Maßgabe der PayPal-Käuferschutzrichtlinie rückbelastet wird.


    Dies ergibt sich aus einer nach beiden Seiten hin interessengerechten Vertragsauslegung unter Berücksichtigung der zwischen PayPal und den Nutzern des Zahlungsdienstes jeweils vereinbarten Allgemeinen Geschäftsbedingungen, insbesondere der sogenannten PayPal-Käuferschutzrichtlinie. Diese hebt unter anderem ausdrücklich hervor, dass PayPal "lediglich" über Anträge auf Käuferschutz entscheidet. In der im Verfahren VIII ZR 83/16 verwendeten (neueren) Fassung der PayPal-Käuferschutzrichtlinie heißt es zudem, diese berühre "die gesetzlichen und vertraglichen Rechte zwischen Käufer und Verkäufer nicht" und sei "separat von diesen zu betrachten". Namentlich mit Rücksicht auf diese Bestimmungen besteht kein Zweifel, dass es dem Käufer unbenommen sein soll, anstelle eines Antrags auf Käuferschutz oder auch nach einem erfolglosen Antrag die staatlichen Gerichte in Anspruch zu nehmen, um etwa im Fall einer vom Verkäufer gar nicht oder nicht wie geschuldet erbrachten Leistung Rückgewähr des vorgeleisteten Kaufpreises zu verlangen. Vor diesem Hintergrund ist es allein interessengerecht, dass umgekehrt auch der Verkäufer nach einem erfolgreichen Antrag des Käufers auf PayPal-Käuferschutz erneut - im Wege der Wiederbegründung seines Anspruchs auf Zahlung des Kaufpreises - berechtigt sein muss, auf die Kaufpreisforderung zurückzugreifen und zu ihrer Durchsetzung gegebenenfalls die staatlichen Gerichte anzurufen.

    Die Annahme einer stillschweigend vereinbarten Wiederbegründung der Kaufpreisforderung ist auch deshalb geboten, weil PayPal nur einen vereinfachten Prüfungsmaßstab anlegt, der eine sachgerechte Berücksichtigung der Interessen beider Vertragsparteien - anders als das gesetzliche Mängelgewährleistungsrecht – nicht sicherzustellen vermag. 

     

    ..... usw.


    Viel Text, aber das gesamte Urteil ist noch viel länger ;).


    Mein Resümee:


    Was dem Einem (Käufer) Recht ist, ist dem Anderen (Verkäufer) billig - wenn eben auch nur auf dem Klageweg.

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    - PK V I, - PK V 2 I, II und III, - PK V 3 II


    Basis: MI-Katalog

  • Hallo,


    das Urteil bezieht sich auf Paypal, damals Tochter von Ebay. Jetzt wickelt Ebay das selbst ab, und gefühlt bekomme ich monatliche eine Änderung der AGB mitgeteilt. Ist also die Frage, in wieweit das noch auf die aktuellen Fälle anwendbar ist.


    Aber die Frage ist eh theoretischer Natur. Unversicherter Versand wird üblicherweise bei geringen Werten genutzt. Für einen unehrlichen Käufer ist es relativ einfach, das Geld zurückzubekommen, für den ehrlichen Verkäufer dürfte in 99,99% der Aufwand den Nutzen bei weitem übersteigen.


    Damit liegt jetzt das Risiko fast ausschließlich bei VK, während man früher bei Überweisungen das ein bißchen aufteilen konnte. Nicht schön, aber selbst dass ist kaum nocn relevant: Da sich geringwertige Verkäufe noch weniger lohnen als vor der neuen Kaufabwicklung, lässt man sie entweder gleich bleiben oder der Verlust ist nicht so hoch...


    Unterm Strich bleibt: Schnell ein wenig Kleinkram loswerden oder ein 1€ Schnäppchen machen wird es bei Ebay jetzt seltener geben.


    Grüße

    Jens

  • Unterm Strich bleibt: Schnell ein wenig Kleinkram loswerden oder ein 1€ Schnäppchen machen wird es bei Ebay jetzt seltener geben.


    Das wird wohl auch ein wsentlicher Grund sein, diese niederen Angebote zu beschränken (oben schon erwähnt).

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  • Hallo,

    ich bin seit ca. 1996 bei eBay und habe im laufe der Zeit sehr viel erlebt.

    Seit einiger Zeit stelle ich auch Briefmarken ein. Da ich keine sehr teuren Marken / Belege habe bewegen sich die meisten Angebote so zwischen 1-5 €. Dieses Segment lohnt sich nicht mehr über eBay anzubieten, weil die Kosten den Aufwand übersteigen.


    Ebay ist komplett uninteressant geworden für Verkäufer.


    Und wenn man sich die Anbebote als Käufer einmal näher anschaut, sind "Schnäppchen" fast nicht mehr möglich. Es werden teilweise Phantasiepreise verlangt. Da kann man nur hoffen, das die meisten Käufer so fachkundig sind, das sie wissen was sie kaufen.


    Es gibt aber durchaus Alternativen !!


    LG


    Marcus

  • Meiner Meinung nach ist Ebay Alternativlos.


    Ich kenne keine Plattform mit einer ähnlichen Reichweite. Da kann auch Delcampe nicht mithalten liegen aber auf Platz 2 bei mir.


    Gruß


    Henrik