Beiträge von drkohler

    ICh will jetzt nicht unbedingt der Ueberbringer schlechter Nachrichten sein, aber auf den Fotos ist eine typische Jugendsammlung zu sehen. Von Allem etwas, aber nichts Konkretes. Ich glaube die meisten Marken habe ich auch noch irgendwo rumliegen von meinen allerersten Anfängen.

    Der entscheidende Schritt fehlt leider hier völlig: der Sprung von einem Sammelsurium zu einer Sammlung. Der Wert dürfte deshalb einzig als Erinnerungsstück liegen, Vernünftig verkaufen lässt sich eine Jugendansammlung praktisch nie.

    Bin ganz der Meinung von Filli. Wer sich mit USA befasst, muss einen Scott Spezialkatalog erwerben. Das muss nicht der Neuste sein, die neusten Dinger sind dann wirklich teuer (aber auch über Amazon erhältlich).

    Da sich (bis auf Neuausgaben) nicht allzu viel ändert von Jahr zu Jahr (die Testmarkenseiten sind noch in konstantem Fluss, wobei ich nicht ganz unschuldig bin. Dazu kamen vor wenigen Jahren die Registrierzettelchen dazu. Preise bewegen sich nicht bis auf die Raritäten, die Markenheftchenpreise haben sich z.B. seit Jahrzehnten nicht wesentlich verändert, weshalb ich immer noch einen zerschlissenen Scott 2006 habe..) Uebrigens hat der Scott Spezial ein Seitenlimit, d.h. wenn was Neues dazukommt verschwindet was Altes, resp. wird zusammengestrichen...

    Es gibt genau zwei wertvolle Varianten dieser Marke. Die Wahrscheinlichkeit, eine solche wertvolle Marke zu besitzen, ist etwa 0.00000001%

    Erst mal müsste man auch die Rückseite der Marke sehen, damit kann man schon etwa 99.9% aller Marken ausscheiden. Dann wäre eine Bestimmung der Perforation und des Wasserzeichens nötig, wenn man diese (sehr hohe) erste Hürde überwunden hat.


    Ein Jahresrückblick auf ebay.de zeigt uns, dass der Wahnsinn diesen Sommer begann. Es tauchten immer öfter seltene 594er und 596er auf mit Preisen von 1000 - 100'000 Euros. Unglaublich, wieviele deutsche Grossväter diese Marken ihren Enkeln vererben konnten. Da musste irgendwo ein Nest von Glückspilzen gewesen sein vor hundert Jahren...


    Nun, in's richtige Leben zurück: Keine einzige der Marken war eine der seltenen Varianten. Alles billigste Ausgaben. Ich habe auch etlichen Anbietern geschrieben was sie da genau haben. Hat aber nur zu einem kleinen Teil funktioniert, speziell ein Engländer ist völlig beratungsresistent und bietet seinen absoluten Schrott immer noch zu Mondpreisen an.


    In den nächsten Monaten ist dann auf ebay der völlige Wahnsinn ausgebrochen. Jede US-Marke mit einem Kopf drauf ist nun plötzlich eine Rarität (manchmal sogar eine "rare Rarität") und deshalb mindestens hunderte von Euros wert.

    Ich habe in den letzten Wochen etwa 50 Anbieter angemailt und ihnen mehr oder weniger höflich erklährt, warum ihre Rarität absolute Massenware ist. Das Resultat war einiger Massen vorhersehbar, die Hälfte hat nicht geantwortet, die andere Hälfte beruft sich auf die anderen Anbieter "Wenn dessen Marke 500 Euro wert ist, dann ist meine wohl auch so vel wert". 100% der Anbieter hatten keine Ahnung wie man US-Marken unterscheiden kann. Traurige Logik, aber so etwas hatte ich befürchtet. Inzwischen tauchen die ersten (speziell Englischen) Spinner auch auf ebay.com auf.


    Von all den angebotenen Washington/Franklins war genau eine einzige "verdächtige" Marke dabei (von einem spanischen Anbieter). Die soll sogar ein Bolaffi-Zertifikat haben. Der Stempel sah allerdings verdächtig vorausdatiert aus, und das Zertifikat habe ich nie gesehen. Die Marke tauchte nicht wieder auf auf ebay.de.


    Also zusammengefasst, bevor man an den Ferrari denkt: Die Chance ist etwa 1:1'000'000'000 dass man eine der beiden wertvollen Varianten hat.

    @ dijatel:


    Hier noch ein Verzeichnis von allen philatelistischen Fachbegriffen mit Übersetzung in Englisch und Französisch:


    Gruß kartenhai

    Schade dass ebay diese Verzeichnisse nicht braucht im Briefmarkenteil. Die automatisch übersetzten Sätze ins Deutsche sind oft bis zur Unkenntlichkeit verfälscht. Oft Komödie, manchmal weiss ich wirklich nicht, was da angeboten wird (das Bild zeigt es dann schon, aber nerven tut es trotzdem).

    Hallo,


    Die gezeigten Briefmarken sind gestempelt und sollten der damals gängigen Tagespost entstammen.

    Es sieht leider so aus, das etliche Marken in einer Ecke Viertelstempel haben. Das ist ein untrügerisches Zeichen von cto-Marken. Könnten aus Kaufhaustüten wie "50 Schlösser" etc. stammen. Deshalb noch wertloser als tatsächlich versandte Marken.

    Der Anbieter ist einer der Volltrottel, die ihre wertlosen Washington/Franklin-Marken im USA-Teil für hunderte bis tausende Euronen anbietet. (Weil sie kommen aus einem Nachlass, müssen also wertvoll sein....)

    Dem Mann ist nicht zu helfen.

    Steuermarken wurden in rauhen Mengen gebraucht, deshalb ist dieser I.R. (Steueramt) Stempel häufig anzutreffen auf dieser (und auch anderen) Marken.

    Steuermarken wurden während dem Bürgerkrieg in den 1860er Jahren eingeführt im Norden, weil der Krieg immense Summen kostete und die Nordstaaten schnell in den Ruin trieben. Nach kurzer Zeit wurde im Wesentlichen Alles besteuert, dass bei drei nicht auf den Bäumen war... Nach dem Krieg hat man dann "vergessen", die Steuern auf die meisten Sachen wieder aufzuheben. Ich glaube, die letzten Steuernmarken wurden erst in den 1960ern abgeschafft oder die speziellen Abgaben in allgemeine Steuern umgewandelt.

    Die Maschinenstempel sind halt die "faule" Art, Briefe zu frankieren. Briefmarkensammler lieben diese monotonen DInger (wahrscheinlich) nicht, aber es gibt schon Spezialsammler für diese Zettelchen, siehe den Link von Kartenhai.

    Interessante Marke. Das Wasserzeichen kann im schlechtesten Fall nur ein Strich sein (vom U oder P von USPS).

    Wie man es ansieht, es stimmt immer Etwas nicht mit der Realität überein.

    Ich vermute mal, es ist eine Scott 501,502, 529 oder 530. (Man müsste noch die Rückseite sehen um sicher zu sein). Daraufhin hat jemand sehr amateurhaft versucht, die seltene Rollenmarke daraus zu machen.

    Je nach Wahl hat man dann folgende Probleme:

    a) Es gibt keine Perf 11 Rollenmarke dieser Ausgabe

    b) Die Linie unten ist entweder die horizontale Bogentrennlinie bei Flachdruck oder eine Linie, die entsteht zwischen den beiden Druckplatten wo sie aufeinander treffen auf der Druckwalze.. Da bildet sich immer eine Spalte, die sich mit Farbe füllt und dann mitgedruckt wird. Die seltene Rollenmarke wurde aber im Flachdruck hergestellt (diue Linie sieht allerdings zu gut aus für eine Rotationsmarke).

    c) Rollenmarken können nicht "schräg" sein, die ungeschnittenen Ränder sind immer parallel, was hier nicht der Fall ist. Hier erahne ich noch Ueberbleibsel von Perforationslöchern rechts.

    d) Vorausentwertete Marken sind (fast) immer Massenware. Die seltene Rollenmarke existiert nicht als Vorausentwertung (alle die wenigen Marken wurden in Orangeburg verwendet).

    e) Die vertikalen Perforationen. Ich bin kein Spezialist dafür aber hier habe ich auch bedenken. Diese Bögen wurden mit einer "Stiching Machine" perforiert. Dabei wird ein Bogen unter einer Nadelwalze durchgezogen. Durch das Ziehen sind die Perforationslöcher nicht absolut rund, sondern etwas leicht oval, weil in einer Richtung eben gezogen wurde was das Paper ganz leicht dehnte. Wenn ich die beiden Perforationsreihen ansehe, ist die Zugrichtung links und rechts nicht die gleiche. Es sieht fast so aus, als habe jemand die Marke links perforiert mit "künstlichem Zug", dann die Marke gedreht und nochmal mit "künstlichen Zug" die andere Kolonne perforiert. Dabei entsteht aber ein Fehler, weil nun die Zugrichtung nicht mehr die gleiche ist gegenüber der anderen Kolonne..


    Also unter dem Strich mMn eine Anfängerfälschung der teuren Rollenmarke. Findet man oft, speziell auf ebay.

    Liebes Forum,


    ..Die entsprechenden Marken in Bündeln in lauter kleinen Schubladen.

    Ich will nicht unbedingt der Ueberbringer schlechter Nachrichten sein, aber "Bündel" von Marken deutet leider eher auf ein Entsorgungsproblem hin und nicht auf Wert.

    Ich würde mal vorsichtig sondieren, ob/wo die interessanten Marken sind und die Bündel mal hinten anstellen.

    Da hat das Auktionshaus wohl vorher einige Tage lang versucht, einen Wunschpreis bei Ebay durchzusetzen, was nicht von Erfolg gekrönt war:

    Die rührige Auktionsfirma versucht seit JAHREN, (immer die gleichen) USA-Marken über ebay und ihre Auktionen zu verkloppen. Zu absoluten Mondstartpreisen.

    Das ist Etwas, was mich immer verwundert(e). Warum schauen sich europäische (Aktions-)Firmen nicht die Preise an, wie sie in den Staaten realisiert werden? Ich sehe konstant, das Startpreise in europäischen Auktionen weit über den realisierten Preisen in den Staaten liegen. Man kann die Preise schon etwas höher ansetzen, aber was da zum Teil an Preisen vorgegeben wird ist doch ausserirdisch.

    Scoot 351 wird zur Zeit für ungefähr 400 Dollar gehandelt

    Da ist sicher keine Scott 351 drunter. Soweit nur erahnbar ist es einfach ein Haufen von 5c Rotations- und Flachdruckmarken der billigsten Art (kein blaues Papier erkennbar, aber erkennbar ist hier ein vageer Begriff bei den Scans). Katalogwert zusammen grob 50 Euro, Realwert ziemlich genau 0 Euro.

    Er hat ja auch noch eine andere W/F Müllsammlung für bloss 3500 Euronen...

    Es ist schon erstaunlich, vor enigen Monaten begann mal jemand mit 594/596ern (alle falsch), und seither wächst der Reigen der Washington/Franklin Vollpfosten stetig an. Mittlerweile ist fast jede W/F Marke eine Rarität geworden und die Begründung ist oft: Andere Angebote sind auch so teuer....

    Wasserzeichen waren vorgeschrieben in Briefumschlägen von Anfang an (1853) bis 1917.

    Im Scott USA Spezailkatalog unter "Stamped Envelopes and Wrappers" zu finden. Dein Wasserzeichen ist Wmk 11 von 1893, die Briefumschläge unter U348 bis U351. Werthaltig sind nur ganze Briefumschläge, die mit dem Stempel der Expo versehen sind.

    Kommt halt drauf an, was es genau ist.

    Die Grundmarke gibt es in pink, pigeon blood pink (teuer), rose pink, rose (billig, mit unzähligen verschiedenen rötlichen Abstufungen).


    Dann gibt es die Marke in rose noch mit verschiedenartigsten Grills (schachbrettartigen Stanzungen, die die Papierstruktur zerstören und das Wiederverwerten der Marken verhindern sollten, da sie "im Idealfall" die Marken beim Ablösen vom Briefumschlag völlig zerfledderten).

    Die Marke wurde im Bürgerkrieg herausgegeben, nachdem die Nordstaaten alle Briefmarken für ungültig erklärt hatten (um dem Süden eins auszuwischen). Sie wurde jahrelang nachgedruckt. Da gerade während des Bürgerkrieges die Farbenbeschaffung ein Problem war, gibt es unzählige Farbschattierungen. Jedes Mal, wenn die Marke nachgedruckt wude, musste ein Lehrling (die Cheffes waren Spezialisten und eingezogen in die Armee) die Farbe "pink" wieder treffen. Das gelang eigentlich nie so richtig, deshalb die vielen Farbvarianten.


    Die Marken mit Grill sind teuer. Deshalb gab es schnell mal Schlaumeier, die Grills nachmachten aus billigen Marken. Solche Marken sollte man nur mit US-Zertifikat kaufen.


    Pigeon blood pink ist (nicht erstaunlicher Weise) fast immer die Farbe die der Anbieter auf ebay lobpreist....


    Grills gibt es nur in rose. Aber die richtige Farbe zu bestimmen dieser Marke ist ein Minenfeld. Bei Angeboten ohne US-Zertifikat auf ebay sollte man immer von der billigsten Marke ausgehen. Dazu kommt noch, dass eine Woche im Sommer auf dem Fensterbrett die Farbe ändern kann. Das Alles macht die ebay-Angebote zur Lotterie.

    Ich bin immer wieder erstaunt wie ihr euch mit solchen Vollpfosten beschäftigt und ihnen hier eine Plattform schafft

    Der Tag ist lang und sonst läuft ja Nichts....

    Aber wenn ich mich schon durch den (leider übermässigen) Müll in der USA-Abteilung von ebay.de durcharbeite, dann schaue ich halt auch auf solche Angebote. Und ob ich den "Fehler" bei den Raritäten sofort entdecke oder nicht. Dass zum Beispiel noch eine dritte 1c-Z-Grill Marke existieren könnte ist nicht völlig auszuschliessen, deshalb ist es (zumindest für mich) interessant zu sehen, wie eine solche Marke und Aehnliches angeboten wird (auch wenn es immer in Kopfschütteln endet).


    Grundsätzlich ist die Dynamik auf ebay eigentlich interessant. Vor einigen Monaten hatte mal ein Enkel bei seinem Opa eine seltene Scott 596 "entdeckt" und zum Mondpreis angeboten. Dann ging es nicht lang und Hinz und Kunz entdecken bei ihren Grossvätern die gleiche Marke. Zum jetzigen Zeitpunkt ist offenbar jede Washington/Franklin Marke zu einer Rarität (oder sogar "rare Rarität") mutiert. Mal schauen, wie lange die Goldgräberstimmung anhält. Wenns sonst nix zu sehen gibt auf ebay, die Parade der Spinner und völlig Ahnungslosen/Naiven ist wenigstens etwas Unterhaltung.

    Schwer zu sagen, was das wirklich ist. Die Fotos sind viel zu klein und schlecht um irgend Etwas erkennen zu können. Es sieht allerdings so aus, als ob die Marke grossflächig eingeklebt war und einfach ausgerissen wurde aus dem Album. Da ist ja fast nichts mehr von einer Marke vorhanden ums Genick von Benjamin.

    Die Antworten die man nach Anfragen auf solche Angebote bekommt sind grössten Teils unflätig, meist kommt gar nichts zurück...

    So nebenbei gibts eine möglichkeit die Stempel zu entfernen ?

    Jein. Eine uv-Lampe wird auch bei krass "gut gemachten" Marken verräterische Spuren aufdecken.

    Eine grosse Schweizer Firma hat gerade vor wenigen Wochen eine schweineteure Marke versteigert (glaub' es ist eine chinesische), die immer als ungebraucht angeboten wurde (die Marke wurde nicht zum ersten Mal versteigert). Es geht allerdings mehr als nur ein Gerücht um dass eine UV-Lampe den Stempel wieder sichtbar machen soll...

    Also sehr gut gemacht kann man anscheinend davonkommen. Nicht-Profis ruinieren allerdings immer mindestens die Leuchtschicht (falls vorhanden), und die "aufgefrischten" Marken sehen auch oft ausgebleicht aus an "gewissen" Stellen.