Beiträge von drkohler

    Es gibt Kataloge über diese Ausgaben, zB


    Stamp Catalogue of the Jewish National Fund (1973) by Jay L. Kaplove

    Jewish National Fund Stamps Handbook by Rochelin

    (Die irgendwo zu finden ist dann eine andere Frage)..


    Es gibt rudelweise Markenheftchen und Marken, zB auf ebay.com einfach nach Jewish National Fund suchen.

    Ist halt ein weiterer Spinner, der auf Dummenfang ist.

    Von den vielen Spinner-Anbietern von Washington/Franklin Marken haben mich mittlerweile mindestens zwei gesperrt und bieten ihren Schrott weiterhin an zu Mondpreisen. Das zeigt, das mindestens zwei davon betrügerisch handeln.

    Was wäre wohl herausgekommen, wenn die Laufzeit 10 Tage gewesen wäre bei einem Startpreis von 1,- EUR? 


    Nach dem was ich da sehe ca. 2800 ~ 3600.- Euro realistisch.

    Ist das Gebiet nicht auch ein Fälschungseldorado? Ds Bild ist nicht so der Brüller, also 1000 Euronen ist recht hoch für einen Schuss aus der Hüfte...

    Im Zusammenhang mit USA-Marken und selbstklebend wird in diesem Link leider falsch beraten. Sehr viele der neuen US-Marken haben keine wasserlösliche Schicht mehr, im Wasserbad lösen sich diese Marken quai von selbst auf. Einige lassen sich mit Tricks dennoch lösen, bei Anderen wird auf ein Ablösen generell abgeraten.


    Alte USA-Marken gibt es tatsächlich oft mit mehr oder weniger gut versteckten Mängeln. Mit der richtigen UV-Lampe lässt sich das immer leicht feststellen, bei einem Bild auf ebay kauft man leider die Katze im Sack.


    Ein weiteres Problem sind die "schimmligen" alten Marken (oder die berüchtigten Bleisulfid-Leichen, Stichwort P. Feuser), der berühmte Dachbodenfund. Da hilft meist ein Bad in einer Wasserstoffperoxid-Lösung. Das braucht aber auch Uebung bis man ein mögliches Ausbleichen der Marke ausschliessen kann.


    In der Summe sind "saubere" Marken immer besser zu verkaufen wenn man keine verräterischen Spuren hinterlässt.

    Es gibt im Prinzip zwei Grundregeln bei Schachtel-voll-Marken-ebay-Lots:

    1. Wenn in der Beschreibung steht "Garantiert undurchsucht" oder ähnlich, dann ist klar dass die Schachtel vollständig nach "gutem" Material durchsucht wurde und du den Rest ersteigerst.

    2. Kaufe nie solche Schachteln, bei denen massenhaft Marken zu sehen sind und "rein zufällig" liegt irgendwo eine teure Marke. Die "zufällige" teure Marke ist entweder beschädigt (wenn sie nicht ganz sichtbar ist), oder es ist eine Fälschung.

    Besonders 2. ist eine wahre Kunst, da gibt es echte Könner.

    Avery Dennison Security Printers produzierte die beiden ATMs für Canada (mit amerikanischem Leuchtstoff). Die erste Version war ein "Heftchenblatt" mit 18 45c Marken, bei der späteren Tariferhöhung wurde ein 46c "Heftchenblatt" gedruckt.


    Einige Banken (22, Canadian Imperial Bank of Commerce) in Ottawa hatten Automaten aufgestellt, wo man die ATMs kaufen konnte für einen Aufpreis von 30c (darauf kamen auch noch 7% MWSt). Das war schonmal die erste grosse Hürde, denn mehr zahlen als nötig war nicht so der Brüller beim Publikum (das auch kaum mitbekam, dass solche Automaten überhaupt existierten weil eben nur in Ottawa). Die Automaten waren 24h zugänglich, das war die Grundidee, dass man Briefmarken zu jeder Tages- und Nachtzeit kaufen konnte.


    Das Experiment begann Anfang April 1998 für ein Jahr und wurde Ende April 1999 abgebrochen. Wahrscheinlich zu wenig populär bei zu grossem Aufwand (Maschinenwartung, etc).

    Von den 45c Heftchen wurden 250'000 Stück produziert, von den 46c Heftchen 125'000 Stück.


    Einige Jahre später (um 2012) hat es die Kanadische Post erneut versucht mit Wincur Nixdorf Kiosk Geräten in Toronto und Vancouver. Briefe mit diesen ATMs drauf - Werte von $1.22, $1.29, $2.10, $2.95, $3.40, $3.65 - sind z.T. sehr selten (kein Brief mit einer $1.22 ATM ist bekannt) und teuer. Weitere Werte kamen 2013 dazu. Anfang August 2013 wurden alle Automaten entfernt. 2016 kam dann die nächste Welle von ATM Automaten (Ontario, Vancouver).

    Dein Block wurde von Stamperija Ltd gedruckt.

    Stamperija treibt sein Unwesen vor Allem in Afrika, wo zahlreiche Länder keine Markendruckereien besitzen und deshalb einer Agentur das Drucken ihrer Marken überlassen.

    Man kann annehmen, dass die Verträge im Wesentlichen aus der Zeile "Druckt für uns Marken, wir bekommen x% vom Umsatz" besteht. Das hat dazu geführt, dass Stamperija jeden Mist druckt, der ihnen in den Sinn kommt und die Staaten zufrieden sind. Wir werden wohl demnächst eine Flut von Corona-Marken sehen aus allen Ecken von Afrika.


    Auch werden Marken fast immer in allen möglichen Formaten gedruckt, Einzelmarken gezähnt, ungezähnt, Blocks gezähnt, ungezähnt, Farbproben, das volle Programm, postfrisch und cto. Das Zielpublikum sind die Motivsammler, da lohnt sich das Räubern offensichtlich immer noch. Und alle Motive gehen, die meisten Marken haben keinerlei Bezug zum Land, und sind auch nie im entsprechenden Land erhältlich gewesen.


    Das ist auch das sichere Anzeichen, dass eine Agentur den Brefmarkendruck eines Landes übernommen hat. Wenn auf den Marken von Ländern plötzlich jeder Mist erscheint. Das geschah zB auf einem Nebengebiet von mir. Palau, Micronesia, Marshall Islands, eines Tages erschienen plötzlich Elvis, Madonna, Päpste, Dinosaurier, Darth Vader, irgend welche Politiker et al auf deren Marken.


    Bei Ausstellungen mit Prämierung führen solche "Sanddunes", wie sie im englischsprachigen Raum auch genannt werden, oft zur Abwertung eines Exponates. "Sanddunes" waren in den 60er bis 80er Marken aus all den kleinen arabischen Kalifaten, bevor diese in einzelne Golfstaaten konsolidiert wurden (wobei echt gelaufene Briefe aus dieser Region gute Preise erziehlen können). Diese Kalifate waren quasi die Erfinder der kolossalen Massenfertigung von Briefmarken.

    Kostja nix, wg. keine Einstellgebühr, und 1 Depp finanziert das doch gaanz bestimmt mal...

    Bei ebay hat man offensichtlich keine Ahnung, wie man bei Briefmarken Käufer anzieht und die Vermüller draussenhält.

    Die Briefmarkenkategorie ist im Bereich "Portokosten" für ebay (Gebrauchtwagen sind ziemlich oben, war mal zu lesen). Deshalb kümmert sich ebay überhaupt nicht (mehr) um diese Kategorie. Es gab mal im englischsprachigen Raum eine Anlaufstelle für Betrügereien/Idiotien, aber die existiert praktisch nicht mehr. Man bekommt, wenn überhaupt, eine 08/15 Antwort wenn man sich meldet (ausser man ist ein bekannter Anwalt und droht mit begründeter Klage, aber das geschieht praktisch nie). Wenn ein Betrüger Umsatz machen kann (gut dokumentiert auf stampboards.com), freut sich ebay halt einfach, die paar Retouren, die man zahlen muss, ist ebay egal.

    drkohler:


    Bei der in Nr. 3 angebotenen USA-Marke habe ich mal den Verkäufer darüber informiert, daß die Marke nur ein paar Cents wert ist und ich Ebay darüber informiert habe. Prompt hat er das Angebot beendet bzw. Ebay hat es gelöscht?


    Gruß kartenhai

    Ich hatte Kontakt mit dieser Verkäuferin.

    Im Uebrigen ist es mit ziemlicher Sicherheit völlig sinnlos, ebay etwas zu melden (mache ich auch ab und zu wenn das Angebot zu dreist ist. Aber für ebay bin ich wahrscheinlich einfach nur ein "Nobody"). Wenn du nicht Gott persönlich bist, werden deine Meldungen ignoriert. Selbst bekannte Betrüger werden nicht gesperrt, wenn sie genügend Umsatz machen. Auf stampboards.com (sehr gute australische Markenwebsite) gibt's da eingängige Threads, wo immer die gleichen Betrüger seit Jahren herausgestellt werden mit unwiderlegbaren Beweisen. Es geschieht fast immer gar nichts bei ebay (ausser wenn ebay mit Rechtsanwälten direkt konfrontiert werden).

    Die amerikanischen Marken sind sehr wahrscheinlich die übliche Massenware ohne jeden Wert. Man müsste auch die Markenrückseite sehen um sicher zu sein, aber die Wahrscheinlichkeit hier eine Rarität zu sehen, ist ziemlich genau Null.


    Das gilt auch für sämtliche Angebote auf ebay. Ich habe etwa 80-90 Anbieter angemailt in den letzten Wochen mit den Tatsachen, warum ihre "Rarität" gewöhnliche Massenware ist. Bei fast allen Angeboten kann man erkennen, dass es sich um Massenware handelt. Es gibt unter den Anbietern nur einige wenige Betrüger (Leute, die wissen, dass sie nichts haben, immer wieder die gleiche Marke einstellen mit Fantasiebeschreibung und gerade genug schlechten Bildern, um "davonzukommen"). Die grosse Mehrheit der Anbieter hat einfach keine Ahnung von (amerikanischen) Briefmarken. Sehr viele der Anbieter haben sich auch erst kürzlich auf Ebay angemeldet, das zeigt auch die verheerende Wirkung dieser initialen Müllangebote.

    Leider ist es so, dass es immer mehr Nachahmer gibt. Wenn einer mal anfängt, seinen Müll als Raritäten anzupreisen, kommen bald einmal ahnungslose Leute mit dem Argument "Aber dieses Angebot ist wie meine Briefmarke, als muss Meine auch 10'000 Euro wert sein". Es hat sich leider wie erwartet als sinnlos erwiesen, die Flut von Müll einzudämmen. Inzwischen sind wir leider soweit, dass jede amerikanische Marke mit einemn Kopf drauf als Rarität angepriesen wird.

    Es wurde noch keine Einzige dieser "Raritäten" je verkauft, was nicht überrascht. Das gilt auch für die zur Zeit angebotene Marke mit Z-Grill (furchtbar schlechte Fotos und das übliche "Ich habe gerade keine Zeit, die Marke prüfen zu lassen, aber sie ist echt").


    Alle unvorsichtigen Anbieter sollten sich aber klar sein, wenn sie eine Marke als "echt" anpreisen, kann ein Käufer auf eine echte Marke bestehen. Das kann dann sehr teuer werden, wenn ein Anwaltstroll mitbietet und auf das "echt" beharrt (soll vor Jahren mal passiert sein)...

    Hier nun der 3. (ergänzende)Teil:


    1879 erwarb ABNC (American Bank Note Company - kurz ABN) die Continental Bank Note


    Evtl. kann drkohler mit eigenen Markenbildern ergänzen (oder evtl. korrigieren).

    Kann er nicht, da es (glücklicher Weise) nicht mein Sammelgebiet ist.

    Als ABN die CBN übernahm, war das ein "Totaleinkauf", d.h. die Graveure, die Druckplatten, das vorhandene Papier (bedruckt und unbedruckt), das ganze Lager, einfach Alles wurde übernommen. Das heisst ABN lieferte noch einige Zeit von CBN produzierte Bögen aus. Als Unterscheidungsmerkmal wurden allerdings in die CBN Druckplatten Geheimzeichen eingekratzt. Das Ganze führt letzten Endes zu einem völligen Chaos, CBN Marken mit CBN Papier, CBN Marken auf ABN Papier, ABN Marken auf CBN Papier, usw. Wahrscheinlich existierten zeitweise die unmöglichsten Kombinationen.

    Selbst die Spezialsammler bekommen graue Haare, wenn sie auf eine Albumseite dieser Ausgaben stossen. Ohne Vergeichsmaterial hat man da von Anfang an schlechte Karten.

    Die zu lösende Frage ist immer: Steckt eine Geschichte im Brief drin oder ist es ein Allerweltsbrief?

    Die zweite Frage ist dann folgerichtig: Wer oder Was entscheided in der Zukunft, ob ein heutiger Brief eine Geschichte hat(te) oder nicht?

    Viele der heute teuer gehandelten Alt-Briefe waren damals wohl Allerweltsbriefe, aber irgend ein Zufall hat verhindert, dass sie damals "zerstört" wurden.

    Ich würde einen Brief nicht "zerstören", wenn er

    a) Portogerecht an eine "obskure" Destination geschickt wurde.

    b) Unübliche Zusatzstempel besitzt (zB "Fehlgeleitet", auch Registrierzettel", etc).

    c) Blöcke mit niedrigen Auflagen drauf sind.


    In 50 Jahren kann dir resp. deinen Erben Jemand dann sagen, ob du heute richtig gehandelt hast.

    Nur so als Beispiel: Ich sammle nebenbei die amerikanischen A,B,C,D,... Marken (Portowechsel-Notmarken) auf Auslandsbriefen. Die wurden damals um die 80er Jahre massenhaft gebraucht und als Allerweltsbriefe fast immer "zerstört". Gerade Briefe ins Ausland (was nicht gestattet war per UPU-Gesetz) und korrekterweise zurückgewiesen wurden von der Post (mit Markierung wie zB "Illegal use of stamps") sind äusserst selten zu finden. Da war auch mal ein Ebay-Lot mit hunderten von abgelösten/ausgeschnittenen A,B,C Marken, dass war schon ein brutaler Stich ins Sammlerherz.

    Der Übersetzer von ebay wird weltweit belächelt.

    Es scheint eine simple Wort-für-Wort-von-links-nach-rechts Software zu sein, die selbstredend keine philatelistischen Begriffe erkennt.

    Inzwischen bin ich soweit bearbeitet dass ich aus den oft völlig sinnfreien Texten den ursprünglichen Text gut rückübersetzen kann und nicht mehr clicken muss, um zu sehen, was wirklich angeboten wird.

    In der USA (weil nach anderen Ländern gefragt war) ist die "Briefmarke" übrigens ein fiskalisches "Wertzeichen" (Druck z. B. in der gleichen staatlichen Druckerei (BEP) wie die Banknoten) und heißt deshalb auch "Label".

    In den USA ist es so, dass die amerikanische Post für jede Ausgabe ein Lizenzrecht aushandeln muss (und besitzt dann ein Coypright drauf). Gerade bei Personen ist das oft total mühsam weil die Erben der Person oft plötzlichen Reichtum sehen wenn die Post an die Türe klopft (ist halt USA, es sind schon etliche Ausgaben nicht gedruckt worden weil zuviel Knete gefordert wurde).

    Grundsätzlich darfst du dann das Bild der US-Briefmarken nicht kommerziell verwenden, d.h. du kannst z.B. keine Kissen sticken mit dem Markenbild drauf und diese dann vertickern. Ausser du verhandelst mit der USPost (wie z.B. die Kataloghersteller). Es gllt aber auch die "Fair Use Clause", da kann man dann das Bild z.B. in einem Artikel verwenden. Ebay ist dann schon wieder "grenzwertig" bezüglich fair use, aber die Post ist noch Keinem nachgerannt.

    Am letzten Satz seiner Beschreibung sieht man, daß er anscheinend schon mehrere Anfragen erhalten hat ob des Preises:


    Fragen werden gerne beantwortet wenn die Fragestellung sinnig ist !

    An dem Satz erkenne ich den gleichen Idioten, der hartnäckig seine völlig wertlosen USA-Marken zu sinnfreien Preisen anbietet. Er antwortet prinzipiell nicht auf Erläuterungen warum er nichts hat.

    Das Bild zeigt (jetzt) eine Scott 158 oder 184. Diese beiden Papiertypen auseinander zu halten ist extrem schwierig und braucht meistens Vergleichsexemplare. Schon von der 158 gibt es zahlreiche Papiervarianten die zum Teil praktisch ununterscheidbar sind von einer 184.

    Die Erhaltung ist allerdings nicht gut, da lohnt es sich nicht wirklich amerikanische Spezialisten auszufragen.

    Es ist entweder eine Scott 136, 147 oder 158.

    Briefmarken abfotografieren ist eine schwere Kunst, wie du auf den unscharfen Bildern erkennen kannst. Sieht aber nicht nach 158 aus. Der Stempel ist ein normaler Rundstempel von Station 2 (grössere Postämter hatten mehrerer "Stempelknechte" an Stationen. Die einzelnen Stempel wurden entweder durchnummeriert oder durchbustabiert, damit jede Station ihre Stempel hatte).

    Die beiden anderen Varianten unterscheiden sich im Grill auf der Rückseite. 147 hat keinen. Diese waffelartigen Pressungen können allerdings sehr schwach sein, unter Umständen nur ein paar undeutliche "Hügel/Dellen". Die Rückseite sieht aber arg beschädigt aus (wie wenn die Marke von einem Brief gerissen wurde). Wegen dem geringen Wert einer 147 würde ich diese Marke nicht als sammelwürdig betrachten.