Deutsches Reich MiNr 330 B ?

  • Hallo Matze2012,


    in dem schon etwas angejahrten Buch "Falsch-Stempel der Inflation 1919-1923" (Infla-Bücherei 13) sind etliche falsche Brückenstempel aus Breslau aufgeführt. Ich selbst habe nur einen in meiner Falschstempel-Sammlung. Genau wie bei Dir hat der (Falsch-)Stempler den Stempel so abgeschlagen, dass man nur Ort und Datum sieht, aber nicht die Unterscheidungsbuchstaben, Sterne etc. Mein Stempel weicht von Deinem etwas ab, trotzdem vermute auch ich, dass es sich um einen der anderen Breslauer Falschstempel handelt.


    Viele Grüße
    DKKW


  • @ Matze2012,
    diese Marke ist mit einer nachträglichen Entwertung nach Ende der Inflationszeit abgeschlagen worden.


    Erkennbar an der Stempelfarbe.


    Die früheste Abstempelung der Nr 330 B ist der 24.11.1923 mit Abstempelung aus Berlin SW 13 und N 49.


    Die früheste bekannte Abstempelung aus Breslau ist der 05.12.23.


    mfg


    erron

  • Hallo


    bin mir nicht sicher ob es sich hierbei um 330 B handelt, der Oberrand obwohl beschädigt sieht mir danach aus, kann mich aber

    auch täuschen.


    Danke für Eure Meinung

    MK




    Hallo erron,


    leider kann ich im Moment noch nicht scannen, aber auch wenn ich das Original betrachte komme ich nicht wirklich zu einem Ergebnis.


    Ich meine gesamthaft ist sie 3 fach gestempelt (siehe oben links wie auch rechts), im Stempelring ganz oben mittig erkenne ich "N...SP..."

    das Datum evtl. 28.11.23, aber all dies ist dessen was ich meine zu erkennen, aber bitte alles Spekulation.


    Bist Du der Meinung 330 B, die eigentlich auch die meine ist ?

    Habe die Marke jetzt weggelegt, denn man bekommt Kreise auf den Augen :)


    Danke für die Hilfe

    MK


    Kannst Du ggf. auch noch etwas zu der DR MiNr 33 sagen ?

  • Sputnik

    Hat den Titel des Themas von „Deutschs Reich MiNr 330 B ?“ zu „Deutsches Reich MiNr 330 B ?“ geändert.
  • @Sputnik,


    den Stempelabschlag auf deiner Nr 330B mal ein wenig mit Adobe Photoshop bearbeitet.


    Der Stempelabschlag ist von NARSDORF / * b * vom 28.11.23 4 -5 V

    Oberpostdirektion Leipzig.


    Die Auslieferung der 330B an die Oberpostdirektion Leipzig erfolgte erst ab dem 29.11.1923.


    Somit wäre laut dem Stempelabschlag diese Nr 330B schon am 27.11.23 nach Narsdorf geliefert worden und am 28.11.23 Frühmorgens zwischen 4 und 5 Uhr abgestempelt worden.


    Narsdorf hatte im Jahre 1925 288 Einwohner.



    https://de.wikipedia.org/wiki/Narsdorf


    Fazit: typische nachträgliche Abstempelung mit einem echtem Stempelgerät nach der Inflazeit.

    Somit Falschstempel.



    mfg


    erron

  • Hallo erron,


    ich weiß nicht was ich sagen soll, mir läuft ein kalter Schauer über den Rücken dessen was Du

    in Erfahrung gebracht hast. Wäre und werde ich wahrscheinlich nie im Stande sein so etwas

    zu eruieren.

    Eigentlich wollte ich nur wissen was mit der Zähnung ist aber dies Ergebnis haut mich um,

    werde die Marke nicht abgeben egal auch wenn sie falsch ist, habe ja eine Echte (hoffe ich)


    Trotzdem vielleicht noch 2 Fragen

    a. wieviel Zeit hast Du für diese Recherche investiert ?

    b. würde das ein Prüfer auch so machen oder ist es mehr die Erfahrung ?


    Ganz vielen Dank nochmals

    MK

  • @Sputnik,

    zu "a": Ungefähr 15 Minuten.

    zu "b": Das kann ich dir nicht sagen, wie die das machen. INFLA-Berlin Prüfer haben andere Möglichkeiten, z. Bsp. ein umfangreiches Archiv über Stempelabschläge aus der Inflationszeit.

    Als Vergleich, der verstorbene INFLA-Berlin Prüfer Günter Bechtold hatte über 300.000 Stempel dokumentiert.


    Die durchstochene Zähnung bei deiner Marke ist in Ordnung.


    mfg


    erron

  • Hallo erron,


    nach den interessanten Beiträgen habe ich meine Inflationsmarken und Belege hervorgeholt.


    Ich hab auch eine gestempelte 330B.


    ich gehe davon aus das hier im Bogen nachgestempelt wurde; kann das aaber nicht zuordnen.



    viele Grüße

    rama

  • Hallo


    jetzt bin ich nervös geworden und meine Marke auch hervor geholt und siehe da

    weder Stempel noch Prüfer kann ich richtig erkennen und meine Infla Berlin zu deuten.


    Gruß und Danke

    MK

  • @rama,

    hast richtig vermutet, deine Nr 330B wurde nach Ende der Inflationszeit nachgestempelt.


    Erkennbar an der Stempelfarbe. Somit Falschstempel.



    mfg


    erron

  • @Sputnik,

    diese Nr 330B ist echt und zeitgerecht mit dem Einkreisstempel von BERLIN W / 10 / * b 1.12.23 abgestempelt worden.


    Auch das rückseitige Prüfsignum vom verstorbenem INFLA Berlin Prüfer Eduard Peschl, sowie das ECHT INFLA BERLIN Rundsignum sind echt.


    mfg


    erron

  • erron


    herzlichen Dank für Deine Aussage.


    Ganz andere frage zu diesem Thema, wenn ich eine Marke wie z.B. die erste die ich reingestellt habe die ja falsch ist, darf die ein Prüfer sie als falsch kennzeichnen oder muss er es sogar, denn schließlich ist es ja mein Eigentum oder benötigt er dafür eine Einwilligung.

    Weiterhin die Frage wenn er sie als falsch gekennzeichnet hat, was passiert neue Technik doch echt,

    wie wird das aufgehoben.


    Ich hoffe niemanden mit solch einer vielleicht dummen Frage zu belästigen.


    MK

  • Darf die ein Prüfer sie als falsch kennzeichnen oder muss er es sogar, denn schließlich ist es ja mein Eigentum oder benötigt er dafür eine Einwilligung.

    Du hast die prüfordnung des BPP akzeptiert. Demnach darf er das

    Gruß Leon.


    - Suche alles zur Provinz Sachsen (SBZ)

    Stempel, Belege, uvm...

    - Außerdem Thema: (Rund) Funk, Fernmeldewesen, Telefon, Radio, usw...

    :ostfriesland:

  • Ich sehe da keine zweite Frage, da solche mit einem "?" gekennzeichnet werden.


    Ich kann mir aber vorstellen, dass keine weitere Signatur angebracht, sondern ein Kurzbefund oder Befund ausgestellt wird. Da du von "neuer Technik" sprichst, wird der Zeitraum länger als die Haftung des Prüfers sein. Du kannst also keine Ansprüche stellen. Bei nur wenigen Jahren ist das natürlich etwas anderes.

    Gruß Leon.


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    :ostfriesland:

  • @ Sputnik,

    wie MS Sammler schon geschrieben hat; sobald du die BPP-Prüfordnung akzeptierst hast,


    https://www.bpp.de/briefmarken…sches-reich-mi-nr-98-337/



    kann der jeweilige Infla-Berlin Prüfer die Marke kennzeichnen, ein Kurzbefund, ein Befund oder ein Attest für die Marke ausstellen.


    Und hat die Marke eine Stempelfälschung, kommt dieses Kennzeichnung auf die Markenrückseite.



    Sollte die Marke zusätzlich noch eine Prüfzeichenfälschung haben, kommen diese Kennzeichnungen auf die Markenrückseite.


    Zu deiner zweiten Frage:

    Sollte der Stempelabschlag auf der Marke in ferner Zukunft doch als echt und zeitgerecht anerkannt werden, (was ich anhand der nun über 80 jährigen Stempelforschung nicht glaube) kannst du keine Ansprüche mehr stellen.


    mfg


    erron

  • Herzlichen Dank für die Infos,


    solch eine Kennzeichnung, wie die untere Marke von erron, habe ich noch nie gesehen.

    Man lernt halt immer wieder dazu.


    Ich weiß ich nerve habe dennoch 2 Fragen

    wenn ein Prüfstempel wie oben seitens Bechthold angebracht wurde kann man ja Aussagen zum Zustand der Marke treffen (Höhe des Stempels), gibt es dabei Regeln wie der Stempel anzubringen ist?

    Ich meine damit Bechthold nach oben geschrieben (wie das Bild zeigt) oder nach unten und wie wird ein

    Infla Prüfstempel angebracht, egal ob rund oder Quadrat in Bezug auf die Qualität der Marke ??


    Danke

  • @Sputnik,

    Frage 1.

    siehe wiki:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Briefmarkenpr%C3%BCfung


    Frage 2.

    Wie das Infla-Kreis bzw. Infla-Quadrat Signum angebracht wird, ergibt sich aus dem Stempelabschlag auf der jeweiligen Marke.

    Im Michel-Katalog; Vorwort zu den Inflationsausgaben, sind diese jeweiligen Infla-Berlin Signums beschrieben.


    mfg


    erron